in den bergen

fioobioo  asked:

Wie lange hast du gebraucht, um mit dir selbst im Reinen zu sein bzw. bist du es überhaupt schon voll & ganz?

Ich bin noch nirgends angekommen und das werde ich hoffentlich auch niemals tun. Im Idealfall ruht man sich auf keiner Version seiner Selbst aus, entdeckt am laufenden Band neue Probleme und Unstimmigkeiten und hört niemals auf sich weiterzuentwickeln. Man muss kein fehlerloser Supermensch sein, um sich einen Schritt weiter zu fühlen als am Vortag. Und das kann man eigentlich auf alles übertragen, nicht nur auf die Beziehung zu sich selbst.

Ob’s überhaupt möglich ist ausnahmslos mit sich im Reinen zu sein, ist wahrscheinlich so oder so eine Frage, die uns höchstens irgendwelche Mönche beantworten könnten, die seit Ewigkeiten fern von der Zivilisation in den Bergen leben und alles andere aufgeben haben. Und ich würde mich nicht wundern, wenn selbst die nach wie vor an einigen Baustellen zu werkeln haben.

aber ich spreche die Sprache der Fische nicht

den großen grauen Vogel habe ich gesehen mit den nassen Augen eines Fischs der unter Wasser jeden Artgenossen kennt aber das Leben an der Oberfläche verschwimmt ihm

der Reiher hat die Farben von Flüssen von durchquerten Brücken von aus den Bergen getragenen Steinen von einem Kiesbett voll Schmelzwasser vom Schotter späterer Meere

jedoch zur Unsichtbarkeit fehlt dem Vogel die gelbe Biegsamkeit der Weiden am Ufer dieser eine Flügelschlag hat ihn verraten deshalb will ich den Wassertieren eine Warnung sagen

Immer, wenn ich dich sehe sprudelt eiskaltes Wasser in mir. Meine Gefühle werden plötzlich durch den ganzen Körper hindurch spürbar. Alles fällt in mich hinein, zieht mich mit und zieht mich wieder weg, als wäre ich ein Wasserfall. Ich falle, wenn du mich nicht siehst, ich falle für dich. Und ich stürze immer wieder so tief und so schwer, wie das scheinbare Blau in den Bergen – solange ich dich liebe, solange ich lebe.

Nein! Und wenn es hundertmal vergebens war, sinnlos war es nicht! Opfer, auch wenn sie vergebens sind, muß es geben in der Welt! Hören Sie? Ich schreie doch laut genug! Wenn es einmal so weit kommt, daß es keine Opfer mehr gibt, dann wird die Erde öde und leer werden! Ist denn das nichts wert, daß die Menschen so ein Beispiel wie unseres sehen? Gilt das nicht über Hunger und Not hinweg? Gilt das nicht, daß die Herzen höher schlagen? Wollt ihr denn einschlafen? So ein Beispiel - niemand kann es mehr auslöschen, es ist da, wenn es einmal da ist - gegen Kleinmut und gegen den elenden Bauch, der nur nach Fressen und Schlafen schreit. Es ist da, damit die Menschen, damit unsere Kinder merken, was man kann, wenn man aufsteht und mutig ist - ach, wenn ich doch besser reden könnte!

War unsere Tat nicht wie ein Feuerrad, das man zur Sonnenwende auf den Bergen sieht? Vaterlandsliebe, Heimatliebe ist es, die da brennt!
Vergebens, sagen Sie? Da ist ein großes Geheimnis drin in dem Wort! Ein großes Geheimnis, das sage ich Ihnen! Gerade das, gerade vergebens muß man Opfer gebrecht haben, um zu wissen, wer man ist. Verstehen Sie? Gerade vergebens muß das Opfer gewesen sein, um zu erfahren, ob man eine Heimat, ein Vaterland hat! Man bekommt keine Heimat geschenkt! Die Heimat muß man mit dem Herzen packen, und das Herz muß dazu offen sein, und am offensten ist ein wundes Herz - da muß die Heimat hinein! Das brennt! Das brennt höllisch! Ich weiß. Aber wenn es das alles einmal nicht mehr geben sollte, dann wird ein Volk kein Vaterland mehr haben; es wird überall und nirgends sein können.

—  Andreas Hofer (Joachim Fernau, “Guten Abend, Herr Fernau”)

so still
so reglos

die
graue decke
weich über arme und beine
gerieselt

die brust wagt sich noch heraus zu ragen
dort hinauf muss der weiße staub

denn dass in den bergen ganzjährig
schnee liegt weiß jeder

regungslos
still

104 com.py

Als sie im Bett lagen, fühlte sie sich unbehaglich. Sie wusste, dass sie mit vielem lange nicht klarkommen würde: mit den Preisen, der Angebotsvielfalt und der ungewohnten Herzlichkeit des „Dienstleistungs-Personals“ - vor allem aber nicht mit den hohen Bergen.

Werner fand sie herrlich, Marie meinte, dass sie nur die Sicht versperren zum Meer und das Hinauffahren mit Seilbahnen erschien ihr auch viel zu teuer.

„Du bist eben die DDR-Preise gewöhnt. Für zwanzig Pfennig können die uns nicht befördern. Vergiss endlich diese blöde Umrechnerei!“ schimpfte Werner. Marie konnte nicht so schnell vergessen. Und das vermieste ihr den ganzen Urlaub. Nichts wollte ihr so richtig Spaß machen und das Essen schmeckte ihr nicht, weil sie sofort kalkulierte, um wie viel billiger sie das hätte kochen können.

Sie war froh, als sie nach einigen Tagen wieder in Berlin ankamen. Es gab viel zu tun, denn Werner nahm die Angelegenheit mit der Unterhaltszahlung für Mischa in Angriff.

Er kontaktierte das Jugendamt und musste dann Bankbelege einschicken und Formulare ausfüllen, wie er sie nie vorher gesehen hatte. Und wieso sollte er außerdem plötzlich angeben, ob er umsatzsteuerpflichtig sei? Im Osten hatte es keine Umsatzsteuer gegeben. Er rief im Magistrat an, Abteilung Steuern und Finanzen, aber auch dort herrschte Ratlosigkeit. Man müsse sich erst informieren, teilte man ihm mit…

 

Zu Maries großer Freude rief eines Tages ihr Kollege Jens an und fragte, ob sie mit einer kleineren Gruppe von Sängern mit nach Hamburg kommen würde. Ein Auftritt mit einem Orchester in den Fischauktionshallen im Hamburger Hafen sei geplant.

„Hamburg!“ säuselte sie ganz verzückt, „Ich glaube, DAS will ich dann doch mal sehen!“

4

Flugstudie: Ein Eissturmvogel (isl. Fýll) in den Bergen am Glymur Wasserfall im Westen Islands.

Flight study: An arctic fulmar in the mountains near the Glymur waterfall in the West of Iceland.

Winterlicher Ausblick vom Kap Dyrhólaey in Südisland. Fernsicht auf den schwarzen Strand Dyrhólafjara (vorne) und den Sander Sólheimasandur (hinten) mit den Bergen des Mýrdalsjökull und des Eyjafjallajökull.

Wintery view from Cape Dyrhólaey in southern Iceland. Distant view of the black beach Dyrhólafjara (front) and Sólheimasandur (back) with the mountains of Mýrdalsjökull and Eyjafjallajökull.

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