illustrieren

anonymous asked:

Hallo :) Ich habe deinen Blog gerade erst entdeckt und woow, dein Stil ist so süß! <3 Ich bin erst 15, aber ich möchte selbst einmal Kinderbuchillustratorin werden und ich würde dich gerne fragen wie du zu diesem tollen Beruf gekommen bist. Was muss man tun um tatsächlich vom Illustrieren von Kinderbüchern leben zu können? Was muss man zeichnerisch können? Und wie kommt man "rein"? Bewirbt man sich einfach bei Verlagen? Würde mich sehr über Antworten freuen. <3

Hallo meine Liebe! :)
Es freut mich sehr, dass dir meine Sachen gefallen - das hört man natürlich gern!
Ich versuche mal mein Bestes, deine Fragen zu beantworten.
Bei den Illustratoren und Illustratorinnen ist es so, dass es nicht den einen, richtigen Weg gibt, der zum Ziel führt. Man braucht z.B. keine Berufsausbildung, um diesen Job zu machen (soll heißen: Den Verlagen und Auftraggebern ist ziemlich egal, ob du eine Ausbildung oder ein Studium hinter dir hast oder nicht).
In meinem Fall war es so, dass ich immer gern gezeichnet habe und mir nach dem Abi auch klar wurde, dass ich in die Kreativbranche möchte. Da hab ich dann ein Designstudium an der FH Münster (Schwerpunkt Illu) gemacht, was auch echt schön war. Noch während des Studiums habe ich versucht, an kleinere Aufträge ranzukommen.
Und das geht am besten auf den Buchmessen (z.B. Frankfurt oder Bologna). Da kann man dann den Verlagen sein Portfolio zeigen und persönlich ins Gespräch kommen. Es ist etwas “altmodisch”, aber funktioniert sehr viel besser, als den Leuten das Portfolio unaufgefordert per Mail zuzuschicken, denn da sind die Erfolgs-Chancen eher gering.

Was man zeichnerisch “können” muss, ist ‘ne schwierige Frage. Jeder hat ja seinen eigenen Stil. Am besten guckst du dir einfach mal ganz ganz viele verschiedene Kinderbücher an. Da wirst du sehen, dass viele Bücher auch sehr simpel/naiv illustriert sind und man sich denkt “das hätte ich zeichnen können, als ich 10 war!” - aber sie sind trotzdem erfolgreich und die kleinen Leser lieben die Bücher. Das Un-Perfekte hat natürlich auch seinen Charme ;-)
Das kann man also nicht pauschal beantworten.

Was kann ich noch erzählen? Man muss sich im Klaren sein, dass man meistens allein arbeitet - damit muss man zurecht kommen.
Man ist natürlich sein eigener Boss. Das ist manchmal sehr schön, aber wenn man irgendetwas nicht hinbekommt oder sich verkalkuliert, ist man natürlich auch selber schuld!  ;)  Es ist nicht immer alles so “blumig und schön”, wie sich alle den Beruf vorstellen.

….Aaaaber bisher ist bei mir kein Ende in SIcht und ich freue mich auf jedes neue Projekt! :)
Wenn du noch mehr Infos brauchst, schau auch ruhig mal bei der Internetseite von der “Illustratoren Organisation” rein - da sind auch massig Infos über den Beruf!
Ich hoffe, das hilft dir ein bisschen.

Liebe Grüße,
Caro

Die Fahrkarte

Ich möchte über Vorurteile reden. Ich weiß, das ist nicht angenehm und keiner will was dazu sagen. Aber ich denke, die Zeit ist reif für ein ernstes Gespräch über Vorurteile. Hier in diesem Raum bin ich wahrscheinlich die kompetenteste Person, wenn es um dieses – nun ja – eher heikle Thema geht. Es ist nicht einfach, das zuzugeben. Es hat mich sehr viel Kraft und Überwindung gekostet, heute hier zu stehen und es laut auszusprechen. Doch ich werde es tun: Ja, ich habe keine Vorurteile. Jetzt ist es raus. Fremdenfeindlichkeit, Angst, Aggression, Unverständnis und Wut kenne ich nicht. Und das ist in dieser Gesellschaft ein Problem, meistens jedenfalls.

Folgendes Beispiel soll meine verzwickte Lage illustrieren: In der Bahn. Ein junger Mann mit roter Jacke sitzt im Vierer links von mir und hört lautstark Musik. Er wippt mit dem Kopf und murmelt ab und zu ein paar Liedzeilen mit, in einer Sprache, die ich nicht verstehe. Ihm gegenüber sitzt ein älterer Herr. Neben mir sitzt ein Pärchen mit Kind. Wie so oft im Leben kommt das Problem in Gestalt eines Kontrolleurs der Deutschen Bahn AG und lässt seine glockenhelle Servicestimme durch das Abteil gellen:

„Fahrscheine, bitte!“

Der junge Mann in der roten Jacke kramt in seinem Portemonnaie. So ein Pech, denke ich, da hat wohl wer seinen Fahrschein in die letzten Ecke verkramt. Leider sind der Kontrolleur und besagte andere Fahrgäste anderer Meinung und tun dies gleich kund. Allen voran der Vater neben mir:

„Schatz, guck mal, das passiert, wenn du keinen Fahrschein hast.“, sagt er zu seiner kleinen Tochter, während der Kontrolleur dem jungen Mann entgegenbrüllt:

„Dit kostet se satte seschzich Euro!“

„So viel Geld, Schatz. Und wenn du kein Geld hast, dann nehmen die Kontrolleure dich mit und sperren dich ein. dann siehst du die Mutti und den Vati für gaaaanz lange Zeit nicht mehr.“

Das kleine Mädchen blickt ihre Eltern an, als dächte sie: „Das wäre es mir wert.“, da verwickelt mich die Mutter in ein Gespräch:

„Das ist doch unfassbar, oder? Da hat einer wie der kein Ticket. Warum hat der denn jetzt kein Ticket?“

Gut, als Mensch mit Vorurteilen wären mit da auf Anhieb ein paar plausible Erklärungen eingefallen, beispielsweise:

„Die wollen dem Milliardenunternehmen Deutsche Bahn AG mit systematischem Schwarzfahren an die ökonomische Wurzel!“

oder

„Vermutlich ist das ein Protest. Zur Einführung arabischer Bedienersprache an deutsche Fahrkartenautomaten!“

Mit Vorurteilen hat man auch gleich viel mehr Freunde. Aber ich habe ja leider keine Vorurteile und gebe eine weniger aussagekräftige Begründung zum Besten:

„Öhm, ich weiß es nicht…“ Zum Glück hat die Frau selbst eine Antwort parat:

„Ich sage Ihnen, warum: Wahrscheinlich ist sein Drogengeschäft letzte Nacht nicht gelaufen und er konnte sich keine Fahrkarte kaufen, weil er kein Geld hat. Die geben doch ihr ganzes Geld nur für Drogen aus.“, sagt sie und ich ärgere mich, dass ich darauf nicht selbst gekommen bin. Als Mensch ohne Vorurteile bin ich immer so fürchterlich unkreativ.

Der junge Mann fummelt immer noch an seinem Portemonnaie rum. Da schaltet sich der ältere Herr von gegenüber ein.

„Das ist ja mal wieder typisch. Erst kommen die hier her, fressen sich dreimal durch den Hartz-IV-Regelsatz, nehmen anständigen Bürgern ihre Arbeitsplätze weg und zahlen dann nicht mal für eine Fahrkarte. Dafür sind wir 89 nicht auf die Straße gegangen! Wo glaubt der, wo er ist?“

„Äh, im Zug vielleicht?“, möchte ich aushelfen und freue mich, das ich mit meiner Antwort schneller als alle anderen bin.

„In nem deutschen Zuch!“, sagt der Kontrolleur, „Und da muss man sisch ne Fahrkarte lösen, sonst kostet dit seschzich Euro.“

„Sechzig deutsche Euro!“, sagt der ältere Herr.

„Äh, Moment mal“, sage ich, „Der Euro ist keine deutsche Währung. Die Eurozone umfasst mittlerweite neunzehn EU-Staaten, in denen –“

„Sehen se, dit ist das Problem!“, unterbricht mich der Kontrolleur, „Allet Europa. Kenen kannste mehr unterscheiden und alle kommse rin.“

Der junge Mann sucht weiterhin in seinen Portemonnaie.

„Und das hat was mit der Währung zu tun?“, frage ich irrritiert. Ich war nie gut in Politik, aber das ist mir jetzt neu.

„Und mit den Arbeitsplätzen!“, sagt der ältere Herr.

„Und mit den Drogen!“, sagt die Mutter.

„Und weil es in Deutschland so einen fortschrittlichen öffentlichen Nahverkehr gibt.“, ergänzt ihr Mann, „Oder was glauben Sie, warum man so viele von denen in Zügen trifft?“

„In deutschen Züjen!“, korrigiert der Kontrolleur.

Interessantes Argument, denke ich. Natürlich, wenn man an Deutschland denkt, denkt man ja sofort an die Deutsche Bahn. Und an die Deutsche Post und die Deutsche Bank. Ist ja klar. Als Mensch mit Vorurteilen würde ich gleich noch sarkastisch das hervorragende Zeit- und Krisenmanagement, den kompetenten Service und die allgemeine Kundenzufriedenheit loben. Aber ich habe ja keine Vorurteile und kann mir Sarkasmus daher nicht leisten. Schade.

„Und in deutschen Züjen muss man ne Fahrkarte haben, da jibts keen Wech dran vorbei. Auch wennses immer wieder versuchen. Wir sind schneller.“, sagt der Kontolleur, „Und bald wird’s rischtsch teuer, wenn se den Strafsatz nach Staatsbürjerschaft berechnen!“

„Hörst du, Schatz?“, sagt der Vater zu seiner Tochter, „Das wird sogar noch teurer, wenn du keine Deutsche mehr bist.“

„Richtig so.“, murmelt der ältere Herr. Endlich nimmt der junge Mann in der roten Jacke seine Kopfhörer ab und zeigt dem Kontrolleur eine kleine Chipkarte.

„Entschuldigen Sie, aber ich hab mein Semesterticket nicht so schnell gefunden.“

Im Abteil herrscht eine Totenstille. Der Kontrolleur schaut sich die Karte an und geht dann, ohne ein weiteres Wort, ins nächste Abteil.

Ich grinse in mich hinein. Als Mensch mit Vorurteilen hätte ich das wahrscheinlich kommen sehen. Aber ich habe ja keine Vorurteile.

Hallo Olivia! Hier der erste Versuch ein Gedicht von Dir zu illustrieren und auch zu schreiben. Die nächsten werden besser. Ich kann es nicht bei Dir einreichen, daher poste ich es. Aber Du kannst es ja rebloggen. Es gehört Dir, und Du kannst damit anfangen, was Du möchtest. Wenn erforderlich, schicke ich es Dir per Post.

W. Strempler, 2016

Tumblr-User im Blickpunkt: Sanna von Sanna Wandtke Illustration

In unserem Interview-Beitrag stellen wir euch heute Sanna Wandtke vor. Die 25-jährige studiert in Hamburg Illustration, kommt aber ursprünglich aus Berlin Pankow. Sie beschreibt sich als total durchgeknallt, aufgeweckt und sehr positiv, mit einer abenteuerlustigen Piratenseele. Sanna liebt die wilde, ursprüngliche Natur und damit auch das Entdecken der Welt und ihrer Wunder durch Reisen. Diesen Sommer geht sie für zwei Monate nach Island auf eine Pferde- und Kuhfarm mitten im Nirgendwo arbeiten. Abgesehen vom Illustrieren steht sie auf Klettern (Bouldern), Tanzen (Hip Hop/ Funky Jazz/ Street/ Swing), Longboarden, Inlineskaten, Brett/Kartenspiele uvm.

Du befindest dich ja noch in der Ausbildung. Arbeitest du nebenher gelegentlich auch schon als Illustratorin?

Meine Illustrations-Lehrreise durch den weiten Studiumsozean der HAW Hamburg ist noch nicht zu Ende, auch wenn ich mich bereits in den wellenbewegten Gefilden des Masters befinde. 1-2 Jahre werde ich mich noch im Kampf erproben mit Bleistift, Pinsel und Grafik-Tablet-Stift, mit weißen Blättern, Leinwänden und leeren Dokumenten in Photoshop. Aber ich versuche mich bereits mit einem Kopf voll brodelnder Ideen in der Arbeitswelt des meisterlichen Illustrators zu behaupten und habe auch schon ein paar Aufträge an Land gezogen. Das ist auch notwendig, denn schließlich regnen die Aufträge nicht einfach so vom Himmel, wenn man seinen Abschluss hat, denn ein Abschluss bedeutet nicht, dass die Leute von dir wissen. Aber wenn sie von dir wissen und dich schätzen, dann kommt das mit den Aufträgen. ;) Für die Spielefirma Spieltz habe ich „Das Affenspiel“ illustriert. Das war schon sehr toll, weil ich mich mit dem Gestalten total austoben durfte und alle Freiheiten hatte, die man sich als Illustrator wünscht – ich durfte „einfach machen“. 

Was zeichnest du am liebsten? Hast du irgendwelche Wunschprojekte für die Zukunft?

Am allerliebsten gestalte ich fantastische und abenteuerliche Szenen wie in meinem Kinderbuch „Die Reise in das Zauberbuch“ – z. B. eine Schildkröte, der ein Urwald auf dem Rücken wächst oder ein mit Schätzen gefülltes und scharfen Zähnen besetztes Maul eines Anglerfisches. Ich verliere mich gern völlig beim arbeiten, deswegen wäre es unglaublich großartig mal für einen Wimmelbuchverlag etwas zu illustrieren!

Wo liegen die Unterschiede zwischen dem Zeichnen von Hand und am Computer?

Zeichnen, malen oder drucken per Hand, das ist einfach unglaublich sinnlich! Du fühlst, riechst und hörst das Papier, du hast Farbe an den Fingern und atmest ihren Geruch ein, du machst Kaffeeränder aufs Papier, haust dein Malglas mit buntem Wasser runter oder schneidest dir mit einem Holzschnittmesser in den Finger. Es entstehen viel überraschendere Dinge per Hand, viel mehr Zufälle. Arbeiten per Hand gibt deinen Illustrationen oft mehr Lebendigkeit – z. B. siehst du den Pinselstrich oder die kratzigen Bleistiftlinien. 

Aber bestimmte Dinge sind schwieriger zu ändern als am Computer. Hier hast du viele Änderungsmöglichkeiten – da ist ganz schnell mal die Helligkeit des Bildes verändert oder eine Farbe mit einem Klick von Blau zu Rot. Am Computer kann man jedes Element im Bild (ein fliegender Teppich oder eine Schildkröte) auf eine eigene Ebene setzen, sodass man sie unabhängig voneinander bewegen kann. Ich könnte meine Waldrückenschildkröte im Bild von der Welle heruntersetzen oder sie spiegeln oder auf den Kopf drehen. Man ist sehr flexibel am Computer, sehr schnell und du hast viele Optionen an deinem Bild etwas zu ändern. Ich mag beide Arten zu arbeiten sehr, aber vor allem möchte ich gerade wieder zur sinnlichen Arbeitsweise zurückkehren. Ich werde wieder beides verbinden in Zukunft: mit Bleistift vorzeichnen und am Computer kolorieren. 

Wie lange arbeitest du ungefähr an so einem Bild?

An diesem Bild habe ich drei Wochen gesessen. Aber da hatte ich noch kaum in Photoshop gearbeitet. An dem Unterwasser-Wimmelbild habe ich dahingegen nur eine Woche gearbeitet. Das war mein letztes Bild für die Reihe „Die Reise in das Zauberbuch“ und somit hatte ich mehr Übung.

Du hast gerade etwas für eine Charlie-Hebdo-Ausstellung gezeichnet. Wie kam es dazu und was stellt das Bild dar?

Die HAW Hamburg, an der ich studiere, ist eine sehr bekannte und renommierte Universität, die einige Kontakte zu anderen Schulen innerhalb und außerhalb Deutschlands pflegt, durch die immer wieder gemeinsame Projekte ins Leben gerufen werden. „La Maison Heinrich Heine“, eine Galerie in Paris, in der Studenten unserer Schule und Studenten der ESAM Caen/ Cherbourg und der ERG Brüssel bereits ausgestellt haben, hat anlässlich des Attentats bei Charlie Hebdo eine spontan organisierte Ausstellung ins Leben gerufen. Wir Studenten haben ein Wochenende Zeit bekommen um eine Illustration anzufertigen, die dort ausgestellt wird. Meinungsfreiheit und Toleranz sollten die Oberthemen dafür sein. 

Mein Bild zeigt einen Bleistift, der als Taschenlampe fungiert. Außerhalb seines Lichtscheins sind Gesichter mit geöffneten Mündern zu sehen, die reden können. Innerhalb des Lichtscheines sieht man, dass die Münder geschlossen sind mit einem Kreuz über dem Mund. Können sie nicht reden oder dürfen sie nicht? Im Lichte betrachtet können wir doch nicht frei sagen, was wir wollen, obwohl Meinungsfreiheit in der westlichen Welt sehr groß geschrieben wird. Vieles wird zensiert, verschwindet einfach oder kommt nur verfälscht an die Öffentlichkeit. Man könnte das Gefühl bekommen, dass wir nur sehen und hören, was wir sehen und hören sollen. Das Bild kann aber auch bedeuten, dass wenn wir unsere Meinung äußern, wir Gefahr laufen, jemanden zu kränken oder so sehr zu reizen, dass uns der Mund verboten wird oder im schlimmsten Falle wir für unsere Meinung umgebracht werden, wie es gerade in Paris geschehen ist. Das ist jedenfalls meine Interpretation zu meiner Arbeit. Aber macht euch selbst eine Meinung darüber ;)

Bild: Sanna

Tumblr-User im Blickpunkt: Jesse Krauß
“Bilder sind Geschichten. Tinte lebt. Zeichnen sollte man täglich." Wir haben uns diese Woche mit Illustrator und Graphiker Jesse Krauß unterhalten.
Wann hast du angefangen zu zeichnen, und wie bist du dazu gekommen, es beruflich zu machen?  
Gezeichnet habe ich im Grunde immer schon, das begann bereits im Kindergarten. Sobald ich dann Lesen und Schreiben gelernt hatte, zeichnete ich auch Comics mit Sprechblasen. Im Laufe der Zeit habe ich zwar noch vieles andere gemacht (gemalt, geschrieben, fotografiert, Filmchen gedreht und Hörspiele aufgenommen), doch das Zeichnen hörte nie auf und zieht sich wie roter Faden bis zum heutigen Tag.  Beruflich zeichne ich bei weitem noch nicht so viel, wie ich es gerne tun würde. Als studierter Kommunikationsdesigner mache ich noch viel reines Layout für Flyer, Plakate, Broschüren und Bücher. Doch das Illustrieren hat in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen, und immer öfter bekomme ich nun auch Aufträge in diesem Bereich.     
Wo findest du Inspiration für deine Illustrationen? Gibt es Motive, die du besonders gerne zeichnest?
Wenn ich ganz frei zeichne, kommt mir vieles wie von selbst in den Sinn und aufs Papier, oft zeichne ich dann auch spontan ohne Vorzeichnung. Inspirierend finde ich aber vor allem Kunst, die erzählerisch und bildreich ist und dem Auge ermöglicht, im Bild herumzuwandern und Details zu entdecken. Ich bin nicht der Typ für abstrakte Farbfeldmalerei; ein wirklich gutes Bild ist für mich eines, das ich mir auch längere Zeit ansehen kann. Besonders gern zeichne ich Figuren und dabei vor allem die Gesichter. Aus denen heraus entwickelt sich meist die ganze Figur. Meine Motive sind oft etwas melancholisch (vor allem wenn ich es selbst grad mal wieder bin), insgesamt aber immer freundlich. Extreme oder unangenehme Darstellungen wird man bei mir kaum finden, das interessiert mich auch nicht wirklich.
Kennst du noch andere gute Illustrations-Blogs? Hast du einen Traum-Follower für dein eigenes Blog?  
Von den 126 Tumblr-Blogs, denen ich aktuell folge, sind weit über die Hälfte Illustratoren-Blogs. Ich bin stets auf der Suche nach denen, die ihren eigenen individuellen Stil verfolgen und nicht so sehr den aktuellen graphischen Mainstream. Um nur einige wenige beispielhaft zu nennen: alexisdeacon, mattiasinks, phoebewahl, joncarling, lenapflueger, zeichenwege oder auch der immer an der Grenze zur Abstraktion zeichnende kaeghoro. Stolz bin ich schon ein wenig darauf, dass einige meiner Follower selbst Zeichner und Illustratoren sind und daher natürlich einen genaueren Blick haben. Darunter ist übrigens auch einer der echten Tumblr-Shooting-Stars, das aber nur am Rande. ;-)    
Bild: Jesse Krauß