ich-will

„..Sei still, du sollst gar nichts sagen,.. du sollst einfach nur hier sein..“

Aus dem Text: „du“ - Antonia Schories @antoniaschories

Und dann fuhr ich. Dieser Ort, er ist nicht weit, aber es kam mir vor wie eine Ewigkeit. Diesmal war ich alleine und eigenartigerweise ohne Furcht. Als ich angekommen war betrat ich die Stufen, die mich auf die Brücke führten. Ich hatte ein komisches Gefühl, denn es war anders. Du standest nicht auf dieser Brücke und auch sonst keine Menschenseele war anwesend. Nur ich war da. Meine Gedanken spielten verrückt, ich erinnerte mich daran, wie ich dich zum ersten Mal hier sah. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht standest du da, hattest deine Hand in die Luft gestreckt um mir zu winken und ich konnte spüren, wie glücklich du warst. Zu dieser Zeit, die schon mehr als ein Jahr her ist, haben die Bäume hier geblüht und alles war herzlich und einladend. Mittlerweile, wenn ich an diesen Ort komme, plagt mich Angst und es ist kalt und du weißt weshalb. Es fühlte sich alles so leer an und ich wusste, du bist nicht weit entfernt, aber auch nicht hier. Ich lief immer weiter, sah mich um und alles versetzte mich in die Zeit damals zurück, als wir uns kennenlernten. Ich weiß noch, wie glücklich du damals warst, du warst so stolz mich zu haben und wolltest jede Sekunde deines Lebens mit mir verbringen, aber dann fällt mir ein, das war damals. Heute können wir nicht einmal miteinander reden, sind uns fremder denn je und wissen beide, was alles zwischen uns vorgefallen ist. Ich setzte mich auf den Gummiboden, auf dem wir zusammen saßen und uns das erste mal wirklich unterhalten haben. Ich habe dich ausgefragt über alles, wollte jedes Detail über dich erfahren und du warst noch so schüchtern. Heute für mich kaum noch vorstellbar. Die Frage, was du wohl gerade machst, während ich durch deine Gegend lief, lies mich nicht los, aber ich hatte mir so sehr gewünscht du würdest mich sehen und zu mir kommen. Du würdest zu mir kommen und erkennen wie es mir geht dank dir, mich fest in den Arm nehmen und sagen, dass alles gut wird und wir eine Chance haben das zu sein, was wir immer sein wollten. Aber so war es nicht. Ich ging den Weg zurück, Schritt für Schritt zur Haltestelle und setzte mich in die Bahn. Ich hab‘ geweint auf der Heimfahrt, denn mir wurde klar, wie unsere Vergangenheit aussah und ich diese niemals ungeschehen machen könnte. Es tut mir so leid. Alles. Ich vermisse dich.

„..Ich habe schon so viel Zeit verloren. Denn ich habe mich selbst belogen, betrogen und dadurch verloren. Nicht nur mich, sondern damit auch dich. .. doch wer weiß, vielleicht habe ich durch diese Erkentniss, nun auch Zeit gewonnen, nun kann ich anfangen von vorn. Kann vielleicht aus diesen Fehlern lernen. Das bringt mir vielleicht nichts zurück, wohlmöglich auch nicht dich. Aber wenn ich anfange ehrlich zu mir selbst zu sein, schaffe ich dann vielleicht einfach endlich, die Schritte nach vorn. ..“

Aus dem Text „vielleicht ist jedes Ende ja wohlmöglich doch ein Neuanfang.“ -Antonia Schories @antoniaschories

Ich wollte dich nicht loslassen. Ich wollte bei dir bleiben, aber du hast mich aus deinem Leben weggestoßen. Ich hatte keine andere Wahl.

-J