hannah joka

schuppenflucht

tagelos zermürbt sich der dreck des
tagewerks in deinen backentaschen von
selbst ist die zeit, die
rückwärts durch deine finger rinnt
traum ein traum aus 
das spiel
wiederholt sich von hinten

aquaplanend ‘ne unterkunft organisiert
den cocktail zur rechten
links die taktlose hemmung, die
mit ihren gefährten alles erreicht außer
den tag dessen dreck sich selbstlos
in den backentaschen deines werkes verewigt

hast dich deines vergilbten gefieders entledigt
kerzengerade ‘nen sprung gestanden
den allerletzten krümel gekapert und
dem aberwitz die weichen gestellt

banane am ohr
den einwand in der magengrube
läuft bei dir
so lange sich der hohn nicht selbst
über den haufen rennt

deine ärmel riechen nach kirschsaft und
rechtfertigungen
die eskapaden sprechen für sich und
alle anderen, die den ungebackenen teig bereits
auswendig gestanzt haben
bevor der mittag sich
in die wand schraubt 
und damit sämtlichen forderungen
wortkarg die stirn bietet

frustriert dekonstruiert die mücke den elefanten
predigt ihr lügengeflecht auf die
mathematischste art

der wind hat es eilig und stellt
gepfeffert und unverblümt jede frage
bis in die letzte faser
filtert die ursache mit feuer
siebt taktil das gewicht aus, das sich wie fell
über deine zunge gelegt hat und
stiftet nichts als schwereloses gemurmel

wie eine schuppenflechte
rankt nun die abendröte deine glieder emopor
verschafft dem morgen die illusion von parallelität

ist der himmelskörper gänzlich von seiner bühne verschwunden
ertönt ein letzter tenor und
kleidet dein schüchternes fleisch in
scharniere