grundsatz

One-sentence ideas for a german voice meme

Im dichten Fichtendickicht nicken dicke Fichten tüchtig.
Manches Schminkschwämmchen schwimmt und manches Schminkschwämmchen schwimmt nicht.
Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid.
Die Mitgliedstaaten können im Einklang mit den Regelungen dieser Verordnung und unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit durch Rechtsvorschriften die Verarbeitung personenbezogener Arbeitnehmerdaten im Beschäftigungskontext, insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, für Zwecke der Einstellung und Bewerbung innerhalb des Unternehmens oder der Unternehmensgruppe, der Erfüllung des Arbeitsvertrags einschließlich der Erfüllung von gesetzlich und tarifvertraglich festgelegten Pflichten gemäß nationalen Rechtsvorschriften oder Gepflogenheiten, des Managements, der Planung und der Organisation der Arbeit, der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie für Zwecke der Inanspruchnahme der mit der Beschäftigung zusammenhängenden individuellen oder kollektiven Rechte und Leistungen und für Zwecke der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses regeln.
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Ich klage um Deutschland, nicht weil es besiegt, zerstückt und entmachtet ist – auch das böte Grund genug -, ich klage um Deutschland, weil es sein Wesen preisgibt. Weil es, verunsichert und verstört, seine Seele verrät. Weil es, durch maßloses Unglück verwirrt, die Sternstunde der Besinnung versäumt.

Ich klage um Deutschland, weil es seine Herkunft vergisst. Um jenes Deutschland, wo Überlieferung noch ein dankbar und sorgsam gehütetes Erbe war. Wo ein Wort noch ein Wort, Recht Recht, Treue Treue, Verrat Verrat und Schande Schande war. Wo man die dunklen Gewalten kannte, aber Kraft und Mut hatte, sie zu bestehen. Wo Korruption fremd und Opportunismus verächtlich war. Wo Pflicht höher stand als Genuss und Armut oder Reichtum kein Wertmaß war. Wo noch nicht gefragt wurde, – Ist Leistung unanständig? -, sondern Leistung schwerer als Geltung wog und – Mehr sein als scheinen – der Grundsatz einer Elite war. Wo es galt, so zu leben, dass es beispielhaft wirkte.

Wo ein Deutscher zu sein, eine Ehre im Abendland und weithin in der Welt war. Wo es nur ein Deutschland gab und kein Herausreden auf ein „anderes“ Deutschland. Wo Heimat und Vaterland nicht verfemte Vokabeln, sondern unantastbare Güter waren. Wo sie zu schützen für ehrenvoll galt. Wo der Staat noch nicht, schizophren, zum Wehrdienst aufrief und Bürgern und Feldherren, die ihn verteidigt hatten, ihr Ansehen nahm. Wo Nationalstolz und Weltbürgertum kein Gegensatz waren, die Besten vielmehr ihre völkische Kraft an menschliche Hochziele wandten und gerade das als Mission empfanden. Wo auch im Unglück das Band der Nation nicht riss und der Anders-Gesinnte mehr als Volksbruder denn als Klassenfeind zählte. Wo mehr als Parteimitgliedschaft der Charakter wog. Wo – made in Germany – nicht nur ein Warensiegel, sondern, bis ins hinterste Afrika, eine Wertmarke war.

Wo – deutsch – zuverlässig, echt, unverfälscht hieß. Wo die Urzelle der Nation, die Familie, ein Sanktum war und die – gute Ehe – nicht spießbürgerlich, sondern vorbildlich hieß. Wo der Dienst am Staat als verdienstlich galt und Gehorsam als ebenso selbstverständlich wie Widerstand, wenn das Gewissen in Not kam. Wo man arbeitete um der Arbeit willen und mit Geld nicht zu ködern war. Wo Ehrerbietung vor Eltern und Älteren, vor Wissen und Leistung und gar großem Menschentum noch natürlich war.

Ich klage um Deutschland, das Land, in dem Dichtung und Literatur nicht Politologie, sondern Leuchtfeuer der Seele waren. Wo man nicht Scheu trug, „deutsche“ Dichtung zu sagen, weil das dem oder jenem als „reaktionär“ oder „restaurativ“ missfiele. Wo die Namen hoher Denker, Dichter und Dichterinnen, Seher und Warner gültige Namen waren, weil sie ein Echo hatten und nicht Verlegenheit oder Hohn auslösten; weil man die tiefsten Erfahrungen, Leid, Schmerz und Tröstung, Freude und die Schauer des Tragischen durch sie gestaltet und so das kleine, vergängliche Dasein zur Dauer und ins Sinnbild erhöht fand; weil man ihr Wesen und Werk als unerschöpflichen Kraftquell kannte und, dank ihrem Geleit vor subversiven Mächten geschützt, sicherer über die Erde ging.

Ich klage um Deutschland, dessen Musik einen Himmel über die Völker hob und, noch nicht atonal entstellt, die Menschen ergriff, erschütterte und vereinte. Ich klage nicht um ein fiktives, erträumtes, nie dagewesenes Land, sondern ein miterlebtes, das – stärker oder schwächer – im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und trotz allem im Dritten Reich und danach noch vorhanden war und erst jetzt; Zug um Zug, Jahr um Jahr, entschwindet.

Ich klage, ein Lebender, namens derer, die dies Land geliebt und, rechten oder unrechten Meinens, für es gewirkt, gekämpft und gelitten haben und ihm bis zum Tode die Treue hielten. Ja, ich glaube, es mischen sich in meine Klage die Stimmen aller, denen Deutschland, als das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ längst versunken war, immer noch heiliges Land und mit Hölderlins Wort das „Herz der Völker“ geblieben ist.

—  Friedrich Franz von Unruh