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Abschiedstournee?

Es fällt mir derzeit schwer, über den 1. FC Nürnberg zu schreiben. Als ich diesen Blog eröffnete, wollte ich zu jedem Spiel was schrieben und auch sonstige Themen mit Bezug zum Verein auf “Papier” bringen. Aber in dieser Saison fällt es mir von Spiel zu Spiel schwerer. Deswegen kamen in den letzten Wochen die Berichte verspätet und, ja, hingerotzt. 

Es ist nicht leicht, seine Worte, Gedanken und Meinung auf Papier zu bringen wenn man eigentlich auf 180 ist. Dazu kommt eine gewisse emotionale Abspaltung zu meiner “Liebe”. Sich aufzuraffen, ins Stadion zu gehen, das Spiel am TV zu verfolgen, mit Kollegen darüber zu reden. Irgendwie habe ich darauf derzeit keine Lust. Und da fügt sich auch der Blog ein.

Aber kommen wir zu etwas anderem, ich möchte kurz etwas zur Lage sagen.

Ich bereue diese Liebe nicht!

In der Winterpause wurde die Idee geboren, eine Kampagne zu gründen mit der man den Klassenerhalt schaffen wollte. Man wollte den Spielern Mut geben, auch in schlechten Zeiten wären die Fans da. Es gab wunderschöne Aktionen, im ganzen Stadtbild ist der Satz zu lesen. Der Schulterschluss mit dem Verein klappte. Werbeplakate, Merchandise, ja sogar einen Fahnentag gab es. Der Verein stand hinter der Kampagne. Die ganze Kurve steht hinter der Kampagne. Die ganze Stadt steht hinter der Kampagne.

Allerdings fühlt es sich in den letzten Tagen nicht mehr gut. Es kommt der Eindruck, der Verein hält den Spruch am Leben um bei Abstieg zu sagen “Ja ihr bereut doch diese Liebe nicht, ihr wusstet doch wie schwer es werden würde”. Der Abstieg wäre ein Super-GAU, allerdings nach unserer Hinrunde kein Wunder. Wer in 17 Spielen keinen Sieg holt, der ist sicherer Absteiger. 

Man glaubte allerdings, mit Rückrundenstart, dem Zusammenhalt der Kampagne und allem drum und dran wuppen wir den Klassenerhalt. Doch Stand jetzt, 4 Spieltage vor Saisonende, sollte die Kampagne beendet werden. Jeder muss für sich selbst klar machen das er diese Liebe nicht bereut. Ich tue es nicht, aber dazu brauche ich keine Marketing-Kampagne mehr.

Es wurde auf die “gute” Art versucht der Mannschaft das Vertrauen auszusprechen, allerdings hat es dem Anschein nach nichts gebracht. Vielleicht muss mal wieder eine Busblockade her…

Kann der Glubb keinen Abstiegskampf mehr?

Die Wochen der Wahrheit liegen hinter uns. Hamburg, Freiburg, Stuttgart, Frankfurt und Bremen, alles Gegner im Abstiegskampf. Diese Spiele sind vorbei. es wurde nur eins gewonnen. Gegen diese mehr Punkte holen und die Situation wäre jetzt nicht so beschissen. Während die anderen Vereine mit den Abstiegsattributen schlechthin - Kämpfen, Beißen, Kratzen, Gras fressen - immerhin einige Punkte holen, versuchen wir es mit offensivem Mut und Schönspielerei. Stand jetzt ist dieses Konzept gescheitert.

Wie kassieren gegen Frankfurt 5, Freiburg 3 und jetzt heute gegen Wolfsburg 4 Gegentore. Weil wir hinten offen wie ein Scheunentor sind. Das Spiel heute hat gezeigt, mit einer defensiveren Ausrichtung hätten wir keine 4 Dinger kassiert. Wir sollten anfangen die 0 hinten zu haben.

Verletzungspech

Natürlich können wir es am Ende auf die Verletztenmisere schieben. Immerhin fehlen uns mit Ginczek, Hasebe und Chandler 3 Stammspieler, dazu kommen immer wieder Ausfälle, wie die von Nilsson und Petrak, oder Sperren wie Pinola, Pogatetz und Stark. Der Kader ist einfach nicht dafür ausgelegt solche Ausfälle zu kompensieren. Wir haben vielleicht 12-13 wirkliche Bundesligaspieler, aber der Rest der 2. Reihe hat, aktuell, kein Bundesliganiveau.

Ein Angha wurde als Hoffnungsträger verpflichtet und ist jetzt ein großer Unsicherheitsfaktor. Ein Hlousek darf Spiel für Spiel ran, obwohl er einfach nicht in eine spielerische Mannschaft, welche wir sein wollen, rein. Ich möchte nicht die sportliche Leitung in Form von Herrn Bader kritisieren, aber die Kaderplanung ließ erahnen das Ausfälle nicht zu kompensieren sind.

Das Pech mit den Schiedsrichtern

Was schimpfe ich Woche für Woche auf die 4 Menschen, welche der DFB bei Spielen von uns einsetzt. Abseitssituationen werden neu interpretiert, Fouls werden auf beiden Seiten verschieden ausgelegt. Es kommt halt, wenn du unten drin stehst, alles zusammen. 

Richtiger Trainer zur falschen Zeit?

Es war richtig mit Wiesinger und Reutershahn in die Saison zu gehen. Die Trennung nach dem 0:5 gegen Hamburg war nicht zu vermeiden. Das sich ein Bader bei der Trainersuche Zeit lässt, sehr vorbildlich. Mit Verbeek sollte ein neues Spielkonzept Einzug erhalten. Offensiv und leidenschaftlich. Der Spielniveau ging positiv nach oben. Mit der Hoffnung auf die Winterpause, bei der Verbeek dem Team über längere Zeit hat seine Spielidee zu trainieren, machten sich alle Hoffnung auf eine starke Rückrunde.

Und so fing es auch an. 4 Siege aus 5 Spielen, wer damals noch an den Abstieg dachte wurde ausgelacht. Doch dann ging es wieder bergab. Der Punkt war in meinen Augen das Spiel gegen Bayern München. In diesem Spiel zeigten wir zwar eine starke Leistung, allerdings mit den Verletzungen von Ginczek und Chandler zahlten wir einen großen Preis. Die negative Spirale setzte sich weiter fort und jetzt stehen wir da wo wir sind, auf einem Abstiegsplatz.

Dabei versucht Verbeek weiterhin seine Spielidee umzusetzen. Dies finde ich allerdings momentan falsch. Wir müssen aus der defensive, mit einer 0 hinten, die Spiele beginnen. Sonst laufen wir Gefahr auch in den letzten 4 Spielen abgeschossen zu werden. 

Ich halte Verbeek nach wie vor für einen guten Trainer. Seine Spielidee sorgt für Begeisterung, bei einer Sommerverbereitung und neue Spieler nach seinem Geschmack könnte die nächste Saison richtig gut werden. Allerdings benötigen wir im Moment einen Betonrührer. Die anderen Vereine fahren Punkt um Punkt ein, während der Glubb abgeschossen wird. Das wir noch eine Chance auf den Klassenerhalt haben, zeigt das wir derzeit nicht der dümmste Verein in dieser Liga sind.

Zukunft

Die Hoffnung auf den Klassenerhalt schwindet derzeit bei mir. Innerlich habe ich mit der 1. Liga abgeschlossen. Ich werde auch in Liga 2 zum Verein stehen!

Allerdings gibt es derzeit eine Momentaufnahme, welche mich zum kotzen bring. Der Glubb auf einem Abstiegsplatz, während die Westvorstadt derzeit auf dem Aufstiegsplatz steht. Das wäre das schlimmste was uns passieren könnte! Ein Machtwechsel, egal für wie lange, wäre ein sehr dunkles Kapitel unserer Vereinsgeschichte. Der Fusionsverein von 1996 hat noch nie in einer Liga über uns gespielt, aber derzeit sieht es so aus als würden wir die Ligen tauschen.

In dem Moment, wo fest steht das wir abgestiegen und der Nachbarverein aufgestiegen sind, wird die Stimmung bei den Fans kippen. Wir haben schon vieles mitgemacht, aber das wäre unverzeihlich! Ich wüsste nicht wie ich mit der Situation umgehen würde. 

Es liegen noch 4 Spiele vor uns. Es fühlt sich an wie eine Abschiedstournee….

“Decadence is a moral and spiritual disease, resulting from too long a period of wealth and power, producing cynicism, decline of religion, pessimism and frivolity. The citizens of such a nation will no longer make an effort to save themselves, because they are not convinced that anything in life is worth saving.”
— Sir John Bagot Glubb, The Fate of Empires and Search for Survival

Decadence is a moral and spiritual disease, resulting from too long a period of wealth and power, producing cynicism, decline of religion, pessimism and frivolity. The citizens of such a nation will no longer make an effort to save themselves because they are not convinced that anything in life is worth saving.

— Sir John Bagot Glubb, 1952

28. Spieltag 2013/2014

Der nächste Abstiegskampf, diesmal gegen Freiburg. 3 Punkte wurden erwartet. Aber erstens kommt es anders, zweitens ist es fucking Freiburg.

Dabei fing alles gut an. Nach 6 Minuten ging der Glubb durch Pogatetz in Führung. Das sollte doch ein lockerer Sieg werden. Doch der Glubb wollte danach nicht mehr wirklich mitspielen, überließ Freiburg den Platz. Die konnten nur durch schauspieleinlagen das Spiel beeinflussen, immerhin wurden sie teilweise von den Babaren aus Nürnberg fast umgebracht, so hagelte es Gelbe Karten und unsere ganze Defensive war vorbelastet.

So auch kein Wunder das verhaltener in den Zweikampf gegangen wurde, dadurch konnte der SC mehrere gute Chancen rausspielen. 2 mal musste der Pfosten retten, allerdings gelang trotzdem der Ausgleich. Bummer!

Doch vor dem Pausenpfiff sollte es noch einen Elfmeter für uns geben, nachdem Pogatetz niedergerungen wurde. Drmic eiskalt und mit erneuter Führung in die Pause.

Nach der Pause wurde der gelb/rot gefährdete Stark ausgewechselt, für ihn kam Petrak. Der Glubb kam nicht ins Spiel, dennoch benötigte Freiburg einen Elfmeter für den Ausgleich. Der SC weiter am Drücker. Ausgerechnet (oder besser gesagt: Wie zu erwarten) konnte der (scheiß) Ex-Fürther dann auch noch einen Hammer in den Winkel jagen. Sowas gelingt dem aus nur gegen uns!

Danach war das Spiel gelaufen. Frantz und Petrak mussten verletzungsbedingt runter, Pogatetz durfte nach eine Gelb-Roten Karte, bei der Ginter so schauspielert als hätte ihn Poga grade das Herz rausgerissen, auch frühzeitig duschen. Zum kotzen!

Nachdem man von 5 Spielen gegen direkte Tabellennachbaren nur einen Sieg auf dem Konto hat, müssen jetzt eben die Vereine aus der oberen Tabellehälfte dran glauben!

Außerdem habe ich wohl selten ein Spiel gesehen bei dem parteiischer gepfiffen wurde. Unglaublich das der Unsympath mit seiner medialen Schirischellen auch noch durchkommt! Freiburg braucht kein Mensch in der Liga!

“Perhaps the most dangerous by-product of the Age of Intellect is the unconscious growth of the idea that the human brain can solve the problems of the world. Even on the low level of practical affairs this is  patently untrue. Any small human activity, the local bowls club or the ladies’ luncheon club, requires for its survival a measure of self-sacrifice and service on the part of the members. In a wider national sphere, the survival of the nation depends basically on the loyalty and self‑sacrifice of the citizens. The impression that the situation can be saved by mental cleverness, without unselfishness or human self-dedication, can only lead to collapse.”
— Sir John Bagot Glubb, The Fate of Empires and Search for Survival