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Rheda-Wiedenbrück: Tierschützer protestieren vor Tönnies-Werk

Rund 30 Tierschützer haben mehrere Stunden die Hauptzufahrt zum Fleischwerk Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) blockiert, einige Demonstranten ketteten sich an die Lastwagen und machten so eine Weiterfahrt unmöglich.

“Tiere sind keine Ware sondern fühlende Lebewesen” stand auf einem Banner, dass die friedlichen Demonstranten vor die Ausfahrt des Fleischwerkes legten. Zwei Männer hatten sich mit Fahrradschlössern an die Deichseln wartender Lkw gekettet, zwei junge Frauen hatten sich mit zwei Schlössern gegenseitig aneinander gekettet. Die vier angeketteten Personen wurden durch andere Teilnehmer der Aktion geschützt, die sich in einer Art Sitzblockade um sie herumgruppierten.

Quelle:  Neue Westfälische – Top News.

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2013

Wenn man sicher ist das Neue Jahr nicht zu erleben, bringt dieses kaum Vorsätze mit sich. Der Raum hüllt sich in bläulichen Rauch, der sich in zahlreichen dünnen Fäden Richtung Zimmerlampe schlängelt, bis ihn ein kaum wahrnehmbarer Windstrom, der durch die undichte Tür, die seit den Tagen meines Großvaters keinen Anstrich mehr gesehen hat, wieder zerreißt.

Das Bratenfett der Weihnachtsgans hat bereits seine neue Heimat an meinem vom feiern aufgedunsenen Körper gefunden, der nicht im geringsten dazu bereit ist irgendeine Form der Bewegung auszuüben, bis auf jene, zu der er auf Grund der Erdumdrehung unweigerlich gezwungen ist.

Wieder ein Bier, wieder ein Wein, wieder ein Anstoßen, wieder ein “JA” zum Leben. Zum Neuen Leben. Das alte liegt unerreichbar weit hinter uns.

Die Perlen im Sekt haben sich schon vor Stunden verabschiedet und ebenfalls ihre Reise zur Zimmerlampe angetreten, wo sie für meine Augen unsichtbar, kurz vor dem Zusammenstoß mit der Glühbirne, welche die große Säuberungswelle in Folge des Aufkommens der allseits beliebten Energiesparlampe überlebt hat, verdampfen wie unzählige kleine Astronauten, die der Sonne zu nahe gekommen sind.

Mein Geist ist müde. Nicht nur, weil er von der vierten Ausstrahlung von “dinner for one” heimgesucht wird und eigentlich nur nach der Silvesterfolge von “Ein echter Wiener geht nicht unter” lechzt. 

Gefangen im Zunehmen meiner Masse, in der Erstickungsgefahr der Räume, welche ich betrete und dem unaufhörlichen Rumoren meiner inneren Organe, verbleibe ich diesbezüglich doch lieber im alten Jahr.

Augen

Ein Schluck Wasser. Die Rettung eines jeden, der mit trockenem Mund  des nachts aus seinen Träumen gerissen an die Decke des Zimmers starrt.

Schwankend, schlaftrunken beweg ich mich zur Tür.  Der Lichtschalter lässt sich nicht gleich finden. Meine Hand greift nur kühle nackte Wand. Zu müde zum betätigen.

So tastet man sich im dunkeln Richtung Küche um die Augen zu schonen, die Handbewegung einzusparen. Unter meinen nackten Füßen quietscht das Laminat.

Vom Mondlicht benetzt blitzt ihr Augenpaar vor mir auf. Sie ist es mit der ich mir die Wohnung teilen muss, die jeden meiner Schritte belauert. Vor zwei Jahren traf ich im Park auf sie. Sie war hilflos, allein und weckte in mir das Gefühl gebraucht zu werden. Vermutlich brauchten wir uns damals gegenseitig. Sie wusste nicht wohin und so nahm ich sie mit zu mir.

Still saßen wir in der Küche. Kein Wort kam über meine kaffeebenetzten Lippen. Sie trank Milch. Wir wussten ohne Worte, was der andere dachte. Mit einer zögerlichen Handbewegung strich ich ihr durch das Haar.

Heute ist ihr Haar glanzlos und wie Stroh. Wenn ich sie ansehe erkenne ich sie nicht wieder. Meist schläft sie auf dem Sofa und was sie denkt weiß ich schon lange nicht mehr. 

Und wenn ich dann im dunkeln in ihre vom Mondlicht erhellten Augen blicke weiß ich es genau. Am liebsten würde sie mich tot sehen. Aber dafür hat sie nicht den Mut. Immerhin bring ich das Geld mit nach hause. Sie liegt nur faul auf dem Sofa und frisst alles in sich hinein was sie zwischen die Zähne bekommt. Immer fetter wird sie. Ich will sie schon gar nicht mehr sehen. Jede Stunde auf der Arbeit ist eine Stunde in Frieden. Wenn sich nicht bald was ändert lass ich sie einschläfern!
Opferwurst

Wurstwasser, ein Spiegelbild der Gesellschaft. Immer warm bleiben heißt die Devise.

Kesselheiß, immer auf Touren, unter Dampf. Den das kalt lässt, der kann sich gleich zu den labbrigen Bosnerbrötchen in die Tonne legen. Auf schimmligen Salat gebettet kann er dort den anderen zusehen, wie sie zur Höchstform aufkochen.

Vermutlich die bessere Wahl. Die des Betrachters von außen. Fernab des Frankfurter Jacuzzis.

Denn einen erwischst immer. Aus dem anfangs feucht fröhlichen warmen Bad wird ein Kampf ums überleben. So lange bis einem die Haut aufplatzt und schlussendlich nur Fetzen von einem bleiben. Zum Wohle aller versteht sich.

Wer sich keine dicke Haut zulegt wird in Stücke gerissen. Den Gewinnern bleibt das vergnügen von rauschigen Pratergästen gefressen zu werden.

Also besser cool bleiben und die anderen beim Schwitzen beobachten.

Gestohlene Zeit

Auf Grund eines Kupferdiebstahls zwischen St. Valentin und Amstetten sind wir derzeit vier Minuten verspätet.

Des weiteren kommt es auf Grund des Diebstahls des sonntagsberger Gipfelkreuzes zu erheblichen Verspätungen bei den Anschlussverbindungen nach St. Pölten.

Um Taschendieben keine Chance zu bieten tragen sie ihre Wertsachen bitte direkt am Körper und lassen ihr Gepäck nicht unbeobachtet. 

Wir entschuldigen uns für die Verspätung und wünschen ihnen eine angenehme Weiterreise.

Die Ellenbogen sind ja gewöhnt an Schmerz. Die lassen sich auch ohne Probleme tattoowieren, in der Elbogengesellschaft des 21. Jahrhunderts.

Wir haben ja alle unsere Wehwehchen. Desto älter man Wirt desto schlimmer.

Mir tust auch weh. So stechend. Wenn ich zum Beispiel Zeitung lese, oder den Leuten in der Straßenbahn zuhöre. Da schmerzt es mich ganz tief unter der Schädeldecke. So viel tattoowieren kann ich mir den Kopf gar nicht, wie das wehtut! 

Fleischwelle

Als wärs nicht schon genug, sich mit U-Bahnverspätungen herum zu schlagen. Und mit überfüllten Zügen, die einem das Reisen von A nach B erschweren. Als würd es nicht reichen sich an einem verregneten Oktobertag durch die menschendurchflutete Mariahilferstraße zur nächsten U-Bahnstation durchzukämpfen. Nein man ist natürlich noch rücksichtslosen Filmstars ausgeliefert, die meinen neben einem einen Spaziergang unternehmen müssen.

Ich meine ok, wenn jetzt Kirsten Dunst neben mir gehen würde. Kein Problem. Die geht doch eh jedem am, sie wissen schon vorbei. Aber natürlich ist Er auf die Idee mit dem Spaziergang gekommen. Der Depp.

Nicht nur, dass er einen Regenschirm und ich keinen habe. Ich will ja nicht neidisch sein. Muss half zugeben, dass ich an die Möglichkeit von Regen nicht gedacht habe. Aber ob ich rechtzeitig am Westbahnhof bin ist dem guten Johnny herzlich egal. Zu einer unüberwindbaren Mauer aus menschlichem Fleisch formieren sich die Fans und Schaulustigen vor mir. Mittlerweile frage ich mich warum die Bodygards mich völlig ignorieren. Mit einem Regenschirm könnte ich problemlos ein Blutbad anrichten. Aber leider keinen dabei.

Also Hände vors Gesicht und mit dem Kopf durch die menschliche Wand. Tageslicht!

Von der U-Bahn trennt mich nur noch die rote Ampel. Geschrei Gebrüll und hysterisch zuckende Gliedmaßen liegen hinter mir. Mein linker Fuß wippt nervös hin und her.

Noch ein kurzer Blick auf die Uhr. Knapp aber noch machbar.

Aber nun sehe ich seine Hutkrempe im Augenwinkel, die Sonnenbrille und den Spitzen Bart. Eingeholt!

Und auf der anderen Seite des Zebrastreifens formt sich das zuckend hysterische Menschenmaterial zu einer zunamiartigen Welle vor mir auf. Wie ein Surfer der weiß, dass er in wenigen Sekunden von der Welle verschlungen wird blicke ich panisch nach links und rechts.

Aber Mr. Depp steht zwei Meter neben mir und wirft mir sein sexy Presselächeln entgegen.

Wenn ich das überlebe vergesse ich beim nächsten Mal den Regenschirm sicher nicht.

Jetzt haben wir ja gar keinen Orangensaft mehr zuhause.

Was machen wir denn da? und dabei haben wir doch Gäste heut Abend.

Und wir nichts anzubieten.

peinlich, peinlich, peinlich

Wer den wohl getrunken hat?

Die Kinder! Unmöglich so was.

Wenn das die Kollegen auf der Arbeit hören. und die Nachbarn erst.

Aber was tun? Schon fast sechs Uhr.

Tankstelle!!!