film gesehen

Die roten Schuhe machen immer weiter, und das arme Mädel muß tanzen und tanzen! Aber immerhin mit Robert Helpmann. “Wenn da Alles so schrecklich ist, verstehe ich nicht, warum alle wegen diesem Film zum Ballett wollen”, sagt der Tobi. Weil es so zum Sterben schön ist?

Die Edelstein Triologie

Da meine Klausurenphase jetzt endlich erstmal vorbei ist und ich heute krank im Bett liege, habe ich es geschafft den letzten Teil der Triologie zuende gelesen. (:

Ich hatte ja zuerst die Filme gesehen und war hin und weg begeistert. Darauf hin habe ich mir das freudig den Schuber gekauft und wollte direkt die Bücher verschlingen. Nur leider musste ich feststellen das die Bücher komplett anders als die Filme sind. :D

Dennoch bin ich Fan von den Büchern und sogar den Filmen.

Hat jemand von euch die Bücher gelesen und die Filme gesehen? Wenn ja, was fandet ihr besser oder sogar beides gut?

Allen Ginsberg schreibt ein anzügliches Gedicht, betitelt Howl. Das Gericht tagt, ob man es verbieten soll, kommt zu einem überraschenden Ergebnis und macht das Gedicht und den Dichter erst richtig bekannt. James Franco trägt es sehr schön vor, und es gibt eine stumme, aber schöne Rolle für Aaron Tveit (ohne die mir das wahrscheinlich nie aufgefallen wäre).

Was ich noch zu Flash Gordon sagen wollte: Timothy Dalton sollte keinen Schnurrbart tragen. Andererseits habe ich das hier  auch schon erwähnt. Ohne Schnurrbart war er (das wissen sie wahrscheinlich) auch immerhin für doppeltsoviele Filme wie George Lazenby ein außergewöhnlich attraktiver Bond. James Bond. Trotzdem, und- fast noch unverzeihlicher- obwohl Timothy der einzige Bond-Darsteller ist, der in einem Mae-West-Film mitspielte, habe ich beide geflissentlich jahrzehntelang ignoriert. Das ist eigentlich schade, denn The Living Daylights ist ziemlich lustig (wenn Sie wie ich da nicht ganz wief sind: Es ist der mit dem Cello). Ich hänge aber eben doch sehr an Roger Moore. Timothy ist auch der einzige Bond mit seiner ganz eigenen Miss Moneypenny, der wenig beachteten Caroline Bliss, und fiel in die ebenfalls oft ignorierte Zeit, als Robert Brown “M” war.  Wir kommen wieder mit Licence to Kill.

Obwohl der Titel es eigentlich nicht nahelegt, ist In the Good Old Summertime auch ein Weihnachtsfilm. Nie gab es so viele Harfen! Die Geschichte gibt es früher als ganz niedlichen Lubitsch und später als ganz unerträgliches  Meg-Ryan-und-Tom-Hanks-Geplänkel, aber diese Fassung ist natürlich die schönste.

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Die allerliebste Dickens-Verfilmung Nicholas Nickleby ist insofern erstaunlich, als praktisch sämtliche Mitwirkenden unter die Schauspieler fallen, für die alleine sich einen Film anzuschauen schon immer lohnt. Das Estaunlichste ist natürlich, daß nach vielen Jahren erstmals Dame Edna Everage und Barry Humphries gemeinsam auftreten. Und Alan Cumming tanzt den Highland Fling!

Genau dahin verschlug es vor Jahren, als das Achillion noch ein Casino war, in tödlicher Mission auch James Bond. Er verpasst diesmal M, trifft aber Q und Moneypenny, außerdem unseren bevorzugten Milchmanndarsteller und Buñuels halbes Weib-und-der Hampelmann-Weib, geht Skifahren und Schnorcheln, macht eine Spritztour in einer Gegend von Spanien, in der es haargenau wie auf Korfu aussieht, und erledigt beiläufig einen der umspektakuläreren, aber insofern, als er sich nur bereichern will, und gar nicht die Weltherrschaft an sich reissen, eigentlich recht vernünftigen Schurken. Und Blofeld. 

Die zugegebenermaßen etwas unnötige Fortsetzung von “Saturday Night Fever” namens “Staying Alive” kannte ich noch gar nicht, und stellte mich nach dem Hörensagen auf fürchterlichen Trash nur für die hartgesottensten Travolta-Fans ein. Zu denen ich wahrscheinlich zähle. Auch als der Name des Regisseurs auftauchte (er selber taucht ganz Hitchcock-mäßig auch kurz auf) erschien mir das wenig vielversprechend. Mit diesen Vorgaben fand ich es dann gar nicht soo schlecht, Travolta ist wieder einmal ganz entzückend und hat schön Aerobic gemacht. Es bleiben Fragen: Warum wird in allen Broadwayshows nur zu Musik der Bee Gees getanzt? Und was soll soll das mit diesen Stirnbändern?

In jedem von uns ist eins. Des genialen Spike Jonzes eigenwillige Verfilmung von Where The Wild Things Are arbeitet zwar jeden den paar Sätze aus Maurice Sendaks legendären Bilderbuch brav ab, erzählt aber auch noch ganz andere Geschichten und ist sehr geheimnisvoll und verstörend. Das ist nicht die gleiche Wirkung, wie die, die das Buch auf mich hat. Man möchte sich in sein Zimmer zurückziehen und ein lautes, wildes Geschrei anstimmen, ob der Vorstellung, daß die “Wild Things” untereinander auch ihre Differenzen haben. Das will ich eigentlich gar nicht wissen. Andererseits wäre es unwahrscheinlich, wenn sie keine hätten. Zusätzlich irritiert mich der Tobi dann noch mit der Bemerkung, der Film sei “süß”. Einigen wir uns auf “interessant”. Grrrrrr.

“Das Totenschiff” gilt als unseriöse Romanverfilmung des bekanntesten Werks des immer noch geheimnisvollen B. Traven.  Abenteuerkram, Handlung nur der Spur nach, kein Sinn für die sozialkritischen Töne und großen Metaphern. Gemessen an allen anderen deutschen Filmen aus den 50er Jahren, die ich kenne, ist es - werkgetreu hin oder her -  dennoch grandios. Horst Buchholz ist als Amerikaner nicht soo überzeugend, aber hinreißend rotzig und trägt ein sehr kesses Hemdchen. Danach durfte er mit Yul Brynner, Leslie Caron und James Cagney auftreten. Elke Sommer brachte es noch zu “A Shot in the Dark” und einer Muppetshow. Immerhin. Und Mario Adorf nahm eine CD mit Kreisler-Liedern auf. Was schert uns da Werktreue.

Spektakuläres Drama im alten Ägypten mit Eifersucht, Leidenschaft, Unrecht, Krieg, unzivilisierten Äthiopiern und tragischem Ende und für Lubitsch-Maßstäbe wenig Unfug, Sex oder Treppen. Dafür gigantische Massenszenen, durchgeknallte Kulissen und großes Orchester! Live. Schöön.

Zarah Leander, die Urgewalt unter den Chansonsängerinnen, bleibt in ihren meistens ohnehin nicht so tollen Filmen (ausnehmen möchte ich ausdrücklich “Premiere”) weit hinter ihren Möglichkeiten. In “Zu neuen Ufern” unter der Regie des späteren Hollywood-Melodram-Experten Douglas Sirk, der hier noch Detlef Sierck war, darf sie zwar 3 Liedchen singen, allerdings keines so recht am Stück und dazwischen muß sie leiden. Und leiden. Und leiden. Außerdem ist sie nicht sehr überzeugend als Engländerin. Ebensowenig Willy Birgel als Engländer, eigentlich ist niemand sehr überzeugend. So bleiben die 3 Liedchen, die Zarah später noch oft und schöner und am Stück aufnahm. Immerhin.

Jetzt habe ich Sie lange mit dem Camelot-Bildchen alleine gelassen, das dritte Mal in Folge eine Frau zwischen 2 Männern, die Sie lieben. Ist aber einfach der traditionelle Maienbeginn-Film, wegen dem zauberhaften Maienliedchen natürlich; Ich hatte zuwenig Zeit, dabei gäbe es so viel dazu zu sagen. Der aufmerksame Internettagebuch-Leser, den es in dieser Form natürlich nicht gibt, kennt bereits ein sehr schönes Filmplakat, und weiß aus seit “South Pacific”, daß es darin zwei Stellen gibt, an denen ich jedesmal zuverlässig weinen muß, was eine grobe Untertreibung ist für: Das Ende des Films findet mich völlig aufgelöst in einem Meer von Tränen. Mir ist selbst nicht ganz klar, warum, das Scheitern ist hier einfach besonders tragisch, weil sich alle soviel Mühe geben, das Richtige zu tun. Trotzdem erweist sich auch Camelot letzlich nicht als der perfekte Ort für Happy-Everaftering, als der es anfangs angekündigt ist. Den unwahrscheinlichen Charme, den der Film trotz aller Tragik verbreitet, verdankt er einem Ensemble, das durchweg zum Verlieben ist, Richard Harris ist sowieso immer wunderbar und hier auf der Höhe seiner Schaffenskraft, Vanessa Redgrave absolut bezaubernd, und ihr habe ich die Übernahme der Julie-Andrews-Rolle immer ohne mit der Wimper zu zucken verziehen, im Gegensatz zu Audrey Hepburn, Franco Nero ist als überheblicher Schönling auch ideal besetzt, und sogar David Hemmins, der formal der Schurke sein soll, ist absolut entzückend. Aber das ist ja das Wesen der Zeit König Arthurs, hier zumindest in einem Märchenland aus Mittelalterversatzstücken und 60er-Jahre-Dekor, angesichts derer jeglicher anderer Ansatz, die Geschichte zu erzählen mir immer falsch vorkommt, und die damit automatisch über Dingen wie “Anachronismus” oder “Continuity-Fehler” steht: daß man auch niemand von vornherein als Schurken abstempeln soll. Sehr zivilisiertes Zauberkunststück von Lerner und Loewe, Leuten, die diesen Film nicht mögen, sollten sie mit Mißtrauen begegnen, aber wohlwollend. Nun zum ersten mal zu populären Preisen.