feuergedanken

Wir haben keine Fragekultur entwickelt.

Zumindest in meiner Generation und vor allem in der Schule war es so, dass der Lehrer “Wissen” vorstellte, was man (als Kind, als Mensch) wissen müsse, und dann stellte er Fragen, die keine echten Fragen sondern nur zur Kontrolle waren (denn er selbst hatte ja keine Fragen - die natürlicherweise auf eigene Wissenslücken zielen - da er stets meinte, die Antworten auf seine Fragen schon ganz genau zu wissen).
Diese Kontrolle-Fragen machen sicherlich einen wesentlichen Grund für den Verlust des eigenen Kontakts zu den eigenen Fragen aus. Wer will sich schon entblößen, irgendetwas nicht zu wissen. Fragen werden nirgendwo sehr hoch geschätzt, weil auch der, der sie gestellt bekommt, seinerseits fürchtet, sich (etwa durch Nichtwissen oder gar mit seiner Täuschung) zu entblößen (Beispiel Politik).