farbkontrast

Auf dem Weg zum Kommuniktionsdesigner

Ein Team aus dem Unterricht Kunstgeschichte/Farbenlehre schreibt noch schnell die letzten Sätze zur Aufgabe „Verwendung und Wirkung von Farbe in der Malerei“, während uns die Mitarbeiterin der Hamburger Kunsthalle freundlich zu verstehen gibt, dass wir eingeschlossen werden, wenn wir die Kunsthalle nicht zügig verlassen: „Sie wissen schon, dass wir jetzt schließen?!“ „Ja, einen Moment noch.“

Dreieinhalb Stunden davor: Vor der Hamburger Kunsthalle bekommen die Studis aus dem 1. Semester ein Aufgabenblatt voller Text – auch die Rückseite ist komplett bedruckt. Auf der Vorderseite stehen Fragen wie „Was ist wo zu sehen?“, „Welche Farben wurden wo verwendet?“, „Welcher Farbkontrast ist in dem Bild stilbildend?“. Außerdem sind Antwortbeispiele aufgeführt, die als Formulierungshilfe dienen sollen. Auf der Rückseite sind die sieben Farbkontraste nach Johannes Itten beschrieben. Sie sollen bei der Bestimmung der Farbkontraste helfen.

Es sollen drei Bilder aus drei verschiedenen Epochen frei ausgewählt, beschrieben und deren Farbgebung analysiert werden. Klingt anstrengend? Ist es auch. Mit Vorträgen und Übungen hat der Dozent Klaus Möller, die auf diese Aufgabe vorbereitet, so dass sie trotz der Anstrengung den meisten sogar Spaß macht. Die Zeit vergeht wie im Fluge.

Ein Studentin sagt am Schluss: „Jetzt war ich so lange in der Kunsthalle und ich habe exakt nur drei Bilder gesehen.“ Andere sagen, sie hätten sich zu ersten Mal ein Bild richtig angeschaut.

Dass der Gestalter von heute viel von den Alten Meistern der Malerei lernen kann, zeigt sich in den bis heute gebräuchlichen Gestaltungsgrundlagen in Bildaufbau und Farbverwendung, um den Blick des Betrachters zu lenken. So orientieren sich zum Beispiel diverse zeitgenössische Werbefotografen an der barocken Lichtführung Caravaggios.

Artikel von Klaus Möller.



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