ertrinkt

Und was ist wenn „ Ich liebe Dich“ nur eine Abkürzung ist, weil einem die Zeit fehlt, zu sagen dass man in Deinen Augen ertrinkt und keine Angst hat nicht mehr aufzutauchen, weil Du da bist. Dass man in Deinen Armen die Zeit vergisst und die Welt stehen bleibt. Dass man Dir zuhören will, egal was Du erzählst. Dass man bei Dir zur Ruhe kommt auch wenn alles andere tobt. Dass man für Dich da sein will, wenn Du nicht mehr weiter weißt. Deine Berührungen weit unter die Haut gehen und dass Dein Kuss mich sanft verführt wie eine laue Vollmondsommernacht. Das ich gerne Deine Brust streichel und Dein Herz schlagen höre. Dass ich die Rundung zwischen Hals und Schultern als meine Heimat ansehe. Dass ich Dir meine Träume schenke, Dir meine Gefühle und Seele offenbare. Dass ich Dir mein Herz in die Hände lege, damit Du darauf aufpassen kannst, weil es nicht länger mir gehört. Dass ich mich schön fühle, wenn Du mich ansiehst und Du das Schönste bist was meine Augen fassen können. Dass ich Deine Schwächen kenne und annehme und Dir meine Kraft borge, wenn Du schwach bist. Dass ich Dich auffangen will wenn Du fällst. Das Du mir das Salz in den Wunden bist und dass Sterben gar nicht so schlimm ist wenn Du dabei wärst.

Was ist wenn „Ich liebe Dich“ aber auch bedeutet Du gehörst mir allein. Alles was Du tust, tust Du für mich. Ich brauche Deine Stärke damit Du schwach und hilflos in meine Arme sinkst. Dass ich das Beste bin und Du dumm und voller Schuld.

Was ist wenn „Ich liebe Dich“ auf einmal Fragen aufwirft? Wo warst Du? Wieso bist Du mir so fern wie nie zuvor? Warum sprichst Du nicht? Warum hast Du keine Zeit? Und warum bist Du lieber woanders als bei mir? Hast Du mich vergessen? Denkst Du wohl an mich? Hast Du auch gerade Sehnsucht?

Was ist wenn „Ich liebe Dich“ die Erkenntnis ist dass Du mir fehlst aber das ich liebe Dich keine Entschuldigung ist, dass es nichts und nie wieder gut macht. Dass zu viel passiert ist und die Welt die stehen blieb langsam in ihren gewohnten Lauf zerbricht, weil immer alles weiter geht nur wir nicht auch wenn die Hoffnung bleibt. Wenn Liebe nicht vergessen und schon gar nicht verzeihen kann.

Was ist wenn „Ich liebe Dich“ eine Abkürzung ist für Du hast das Beste verdient, ich möchte das Du glücklich bist, dass Du findest was du suchst und Deine zerbrochenen Träume sich wieder finden und erfüllt werden, dass Du mit offenem Herzen weiter gehst. Dass Du lachen kannst ohne schwermütig zu sein, dass Du lieben kannst als wärest Du nie verletzt worden, dass Du an Dich glaubst und darauf vertraust, dass Dir Gutes widerfährt, dass Du viel Schönes erleben wirst und Deine Wunden heilen.

Und wenn ich Dir jetzt schreibe „Ich liebe Dich“ und Du antwortest „ida“ dann frage ich mich ob „Ich liebe Dich“ wohl nur eine Gleichung ist, zwischen nehmen und geben und Teilen und Brüchen, addiert mit Schmerz und Enttäuschung, und am Ende der Gleichung, die gekürzt ist bis nichts mehr übrig bleibt, ist „Ich liebe Dich“ dann gleich „ Leb wohl“

Ich würde Alles dafür tun, um noch einmal dein wundervolles Lächeln zu sehen, mit dem du meine ganze Welt in Brand gesteckt hast. Ich würde Alles aufgeben, um in deinen Armen zu liegen und dich nie wieder los zulassen. Ich würde mein Leben geben, um noch einmal deinen Geruch riechen zu können, diesen Geruch von Heimat. Ich würde Kriege beenden um für dich den Frieden zu bringen, aber sag mir, was fühlst du? Du bist Alles für mich, mein Atem, meine Medizin für die Seele, meine Lebensfreude und meine Heimat, doch sag mir, was bin ich für dich? Sehnst du dich nach mir, so wie ich mich nach dir sehne? Vermisst du mich, so wie ich dich mit jedem Teil von dir vermisse? Willst du, dass in meinen Händen dein Tag beginnt und die Nacht einbricht? Oder bin ich Nichts für dich? Vielleicht bin ich auch blind, vielleicht sehe ich nicht, dass dein Herz an jemand Anderes gekettet ist, denn öffne ich meine Augen weiß ich, dass du niemals wirklich meins warst und sein wirst, doch höre ich auf mein Herz, spüre ich Hoffnung auf einen Weg mit dir gemeinsam in die Zukunft. Doch sollte ich meinen Augen oder meinem Herzen folgen? Denn am Ende wird ein Weg mir das Herz zerreißen und meine gesamte Hoffnung von mir nehmen, aber wenn ich an einen Weg ohne dich in die Zukunft denke ertrinkt mein Herz im Schmerz, also sag mir, soll ich weiterhin nach deinem Herzen streben oder mein Herz an einen anderen geben?
4

Ich weiß noch, wie du sagtest: “Nie werd ich 27!”
Wir die Lieder sangen, die vom Leben-lieben handeln
Tequila tranken, machten Jägermeister platt
In den Mond schrien: “Verdammt, wir sind die geilste Gang der Stadt!”
Kein öder Day-Job-Trott rafft uns hin
Wir sind wie Kurt Cobain, Bon Scott, Pac und Jim
Selbst in Unterzahl ergeben uns nie
Lieber gestanden arm sterben, als reich leben auf Knien
Täglich am Beat, jeder von uns Lieblingsmensch
Du warst unser Bruce, wir deine kleine E-Street-Band
Hatten nie viel Geld, aber jeden Tag mega Brand
Rewe-Markt, Rotwein im Tetrapack für den Weg gezockt
Heut noch denk ich dran, als ob’s gestern war
Bist schon immer weg, wenn’s auf Partys am Besten war
Red mir einfach ein, dass es deine letzte war
Hoff, du bist angekommen!

Und deine Mum hält dein Zimmer wie du’s gelassen hast
An dem Moment, wo dich Willen und Mut verlassen hat
Die Lautsprecher tönen es laut
Dein Lieblingslied, aber hörst du das auch? Sag, hörst du das auch?
Jedes mal wenn der Wind pfeift und durch Äste weht
Wissen wir du warst da, wolltest nur nach dem Rechten sehn’
Dann warst du kurz zu Besuch
Leider nur zu Besuch, hoff’ es geht dir gut, da wo du bist.

Jetzt sind wir 27, bald alt und grau
Keiner wurd’ Rockstar von uns, niemand Astronaut
Wie schon gesagt, ging’s nach dem Zivi bergab
Vorbei der Teenagerspaß, Perspektiven für'n Arsch
Sieh nur die Stadt, wie sie dabei sind, alles einzureißen
Kreidebleiche Gesichter, schwer von der Zeit gezeichnet
Die kleine Kneipe deines Papas mittlerweile
Das No Future, das Rückseiten uns'rer Jacken prophezeite
Zuviel Korn und Wein treibt zur Morgenzeit
Sorgen heim, ein Ort ertrinkt in Akkordarbeit
Immer noch im vierten Stock in weiß “Ich liebe dich”
Nur das Dumme war… Sandra liebte dich auch!

Und deine Mum hält dein Zimmer wie du’s gelassen hast
An dem Moment, wo dich Willen und Mut verlassen hat
Die Lautsprecher tönen es laut
Dein Lieblingslied, aber hörst du das auch? Sag, hörst du das auch?
Jedes mal wenn der Wind pfeift und durch Äste weht
Wissen wir du warst da, wolltest nur nach dem Rechten sehn’
Dann warst du kurz zu Besuch
Leider nur zu Besuch, hoff’ es geht dir gut, da wo du bist.

Es ist echt schon verrückt, seit du weg von uns bist
Geht jeder getrennte Wege, man lächelt und nickt
Redets Wetter schlecht, ab und an mal SMS
Bin endgestresst gerad’, auch die Musik läuft mehr schlecht als recht
Spring nicht mehr von Bett zu Bett, schwer zu fassen, ich weiß
Kein Plan, ob’s Lieben ist, doch was es ist, ich hoff, dass es bleibt
Drück mir die Daumen, war schön dich zu sehn’, verdammt
Alles Gute zum Geburtstag, bis nächstes Jahr!

Und deine Mum hält dein Zimmer wie du’s gelassen hast
An dem Moment, wo dich Willen und Mut verlassen hat
Die Lautsprecher tönen es laut
Dein Lieblingslied, aber hörst du das auch? Sag, hörst du das auch?
Jedes mal wenn der Wind pfeift und durch Äste weht
Wissen wir du warst da, wolltest nur nach dem Rechten sehn’
Dann warst du kurz zu Besuch
Leider nur zu Besuch, hoff’ es geht dir gut, da wo du bist.
Hoff’ es geht dir gut, da wo du bist.
Da wo du bist.

Und was ist wenn „ Ich liebe Dich“ nur eine Abkürzung ist, weil einem die Zeit fehlt, zu sagen dass man in Deinen Augen ertrinkt und keine Angst hat nicht mehr aufzutauchen, weil Du da bist. Dass man in Deinen Armen die Zeit vergisst und die Welt stehen bleibt. Dass man Dir zuhören will, egal was Du erzählst. Dass man bei Dir zur Ruhe kommt auch wenn alles andere tobt. Dass man für Dich da sein will, wenn Du nicht mehr weiter weißt. Deine Berührungen weit unter die Haut gehen und dass Dein Kuss mich sanft verführt wie eine laue Vollmondsommernacht. Das ich gerne Deine Brust streichel und Dein Herz schlagen höre. Dass ich die Rundung zwischen Hals und Schultern als meine Heimat ansehe. Dass ich Dir meine Träume schenke, Dir meine Gefühle und Seele offenbare. Dass ich Dir mein Herz in die Hände lege, damit Du darauf aufpassen kannst, weil es nicht länger mir gehört. Dass ich mich schön fühle, wenn Du mich ansiehst und Du das Schönste bist was meine Augen fassen können. Dass ich Deine Schwächen kenne und annehme und Dir meine Kraft borge, wenn Du schwach bist. Dass ich Dich auffangen will wenn Du fällst. Das Du mir das Salz in den Wunden bist und dass Sterben gar nicht so schlimm ist wenn Du dabei wärst.
Was ist wenn „Ich liebe Dich“ aber auch bedeutet Du gehörst mir allein. Alles was Du tust, tust Du für mich. Ich brauche Deine Stärke damit Du schwach und hilflos in meine Arme sinkst. Dass ich das Beste bin und Du dumm und voller Schuld.
Was ist wenn „Ich liebe Dich“ auf einmal Fragen aufwirft? Wo warst Du? Wieso bist Du mir so fern wie nie zuvor? Warum sprichst Du nicht? Warum hast Du keine Zeit? Und warum bist Du lieber woanders als bei mir? Hast Du mich vergessen? Denkst Du wohl an mich? Hast Du auch gerade Sehnsucht?
Was ist wenn „Ich liebe Dich“ die Erkenntnis ist dass Du mir fehlst aber das ich liebe Dich keine Entschuldigung ist, dass es nichts und nie wieder gut macht. Dass zu viel passiert ist und die Welt die stehen blieb langsam in ihren gewohnten Lauf zerbricht, weil immer alles weiter geht nur wir nicht auch wenn die Hoffnung bleibt. Wenn Liebe nicht vergessen und schon gar nicht verzeihen kann.
Was ist wenn „Ich liebe Dich“ eine Abkürzung ist für Du hast das Beste verdient, ich möchte das Du glücklich bist, dass Du findest was du suchst und Deine zerbrochenen Träume sich wieder finden und erfüllt werden, dass Du mit offenem Herzen weiter gehst. Dass Du lachen kannst ohne schwermütig zu sein, dass Du lieben kannst als wärest Du nie verletzt worden, dass Du an Dich glaubst und darauf vertraust, dass Dir Gutes widerfährt, dass Du viel Schönes erleben wirst und Deine Wunden heilen..
Es gibt so viele verschiedene Arten von ihm - Schmerz.
Die Art, die die meisten als erstes kennenlernen, ist der körperliche Schmerz. Wenn du als Kind läufst, stolperst, hinfällst und feststellst, dass du Schürfwunden an den Händen und ein aufgeschlagenes Knie hast. Oder wenn du keinem Ärger aus dem Weg gehst, sondern immer darauf zurennst, Faustschläge einsteckst und es irgendwann so schlimm kommt, dass du mit schweren Verletzungen im Krankenhaus liegst. Es tut verdammt weh! Dein gesamter Körper schmerzt.
Dann gibt es die Art von körperlichem Schmerz, der zu viel für den Körper ist, sodass Hormone ausgeschüttet werden, die verhindern, dass du sofort den Schmerz spürst. Wenn du in deinem Auto sitzt, fährst, dir plötzlich ein Reh davor läuft und du bei dem Versuch auszuweichen von der Straße abkommst und gegen einen Baum knallst, wodurch das Auto so sehr zusammengedrückt wird, dass es dich eingequetscht und dir halbwegs dein Bein abschneidet. Doch du spürst nichts davon - dein Körper schützt dich vor dem Schmerz, den du nicht aushalten würdest.
Außerdem wäre da noch der seelische Schmerz, der sich auf deinen Körper auswirkt. Du schreibst mit deinem besten Freund, der mehr über dich weiß als jeder andere, dich besser kennt als du dich selbst, der dir die schlimmsten Wahrheiten an den Kopf klatscht, aber dich niemals belügen würde und von dem du weißt, dass es ihm verdammt beschissen geht, obwohl er dazu neigt das Gegenteil zu behaupten, damit du dir keine Sorgen um ihn machst. Von dem du weißt, dass er fast niemanden an sich heran lässt, weil er schon zu oft verletzt wurde und sich an niemanden binden will, den er mitreißen würde, wenn er untergeht. Er würde alles tun, um die zu beschützen, die er liebt. Auch wenn das bedeutet, dass er deshalb selber leidet, alleine in der Finsternis ertrinkt. Und auf einmal sagt er dir, dass er geht. Um dich zu schützen, um dich nicht mitzureißen. Um es nicht noch schlimmer zu machen, nicht noch schmerzhafter, wenn er später geht. Und er erinnert dich daran, dass er bei weitem kein guter geschweige denn der beste Mensch ist, sondern dass es Menschen gibt, die wesentlich besser - für dich - sind, als er es je sein könnte. Dass du diese Menschen alle noch kennenlernen kannst. Doch das willst du nicht hören, da er bisher der beste und innerlich schönste Mensch war, den du jemals kennenlernen durftest. Und unter keinen Umständen willst du ihn gehen lassen, doch du weißt, dass er diesen Abstand braucht und aus diesem Grund ignorierst du das blutende Herz in deiner Brust und die salzigen Tränen, die dir über Wangen und Lippen laufen und an deinem Kinn herabtropfen. Du lässt ihn gehen, weil du ihn liebst. Die Tränen fließen, du bekommst kaum noch Luft, deine Brust zieht sich um dein Herz zusammen, als würde dein Brustkorb gewaltsam zusammengequetscht werden. Die Schuld, die Trauer, der Verlust - sie alle nehmen deinen Körper vollkommen ein und es tut so unglaublich weh! Du kannst es kaum ertragen.
Und dann gibt es noch den Schmerz, der dich betäubt. Du unternimmst etwas mit deiner besten Freundin, ihr streitet euch und du bist so verdammt wütend, dass du ihr den Tod wünschst - was du selbstverständlich nur tust, weil du gerade so sauer bist und keinesfalls, da du sie wirklich loswerden willst. Nein, dafür ist sie dir viel zu wichtig, schließlich ist sie deine beste Freundin - du liebst sie. Einige Stunden später bekommst du einen Anruf von ihren Eltern: deine beste Freundin hatte einen Unfall, bei dem sie um’s Leben gekommen ist. Du hast ihr den Tod gewünscht, als ihr euch gestritten habt und du konntest es nicht richtig stellen. Du solltest dich schuldig fühlen, trauern, es sollten Ozeane von Tränen deine Wangen herabfließen, dein Herz müsste lautstark zerspringen. Doch nichts geschieht. Du sitzt einfach da, den Hörer in der Hand und fühlst rein gar nichts. Keine Wut, keine Trauer, keinen Verlust - gar nichts.

anonymous asked:

Kannst du irgendwas über dich erzählen ?

Ich passe nicht in diese Welt. Ich bin zu poetisch, zu verträumt. Ich bin im falschen Jahrhundert geboren. Ich Gehör hier nicht hin. Ich Gehör in eine Welt wo alte Dinge noch wertvoll sind, in der man Nachmittags Tee trinkt, im Regen tanzt, Nachts Klavier spielt, um Stunden lang den zarten Klängen zu lauschen, die Sterne zählt und im Schein des Mondes Tränen fallen lässt, weil man in Melancholie ertrinkt. Ich gehör in eine Welt, in der man einmal im Leben die große Liebe findet, und nicht 10000 mal, in der man der großen Liebe noch lange Briefe schreibt und keine kurzen Whatsapp Nachrichten in der nur ein langweiliges dahingetipptes “Ich liebe dich steht”, das man nicht ernst meint. Ich Gehör in einer Welt in der man draußen auf Heuballen Sex hat und zusammen die ganze Nacht draußen verbringt, nur um gemeinsam der Sonne morgens um 5 beim Aufgehen zuzusehen. Ich gehöre in einer Welt, in der Beziehungen und Freundschaften ein ganzes Leben lang halten. In der man alte Dinge repariert, wenn sie kaputt gehen, und nicht gleich wegschmeißt. Aber nein, ich lebe in einer Welt in der sowas heutzutage als gay abgestempelt wird. In der man lieber die große Liebe auf irgendeiner Party im betrunken Zustand in einem fremden Bett fickt. In der die Worte “ich liebe dich" keinen Wert mehr haben. In der man keine Zeit hat, um Momente zu genießen, da man sie mit seinen fake Freunden auf snabchat teilen muss. Ich gehöre, in einer Welt, in der man nicht sein ganzes Leben damit verschwendet für die Rente zu sparen und es im hohen Alter dann eh nicht ausgeben kann. Ich brauch keinen Pool und kein Smartphone, das mich fast 1000 € kostet, um mich besonders zu fühlen. Ich will mich nicht dem Trends und den Macken der Gesellschaft anpassen, um akzeptiert zu werden. Ich will keine 1,0 Abiturzeugnis, um einen tollen Job zu bekommen. Ich will niemandem klein machen müssen, um mich selbst groß zu fühlen. Ich will mit offenen Armen dutch die Welt rennen können und mein Herz auf der Zunge tragen. Alles was ich will ist eine kleine Handvoll Menschen, die mich liebt und braucht. Eine kleine Hütte in Island fernab jeder Zivilisation, jedem Druck, niemand da, der mich versucht in eine Form zu pressen für die ich zu groß bin. Ich brauch nur das nötige und eine klitzekleine Familie, die ich stolz als mein Zuhause bezeichnen kann. Ich will nur mein Leben fernab von eurem Leistungsdruck leben. Ich bin es leid mir in eurem Wettbewerb die Lunge aus dem leib zu laufen, alles zu geben und trotzdem jedesmal der letzte zu sein. Ich will endlich mal ankommen.Ich bin es leid mich an euren Regeln und Werten und Normen zu halten, um dazugehörig zu sein, mich aber trotzdem einsam zu fühlen. Ich will atmen können. Stattdessen sitze ich im falschen Fluss und merke wie die Strömung an mir reißt. Je stärker ich mich gegen sie wehre, desto tiefer drückt sie meinen kopf ins Wasser und meine Lungen drohnen zu explodieren und so lasse ich mich wehrlos treiben.

astronaut

du hast slavistik studiert und wolltest nach russland ziehen, mehr weiß ich nicht, bis heute nicht, aber was sagt man nicht alles, wenn die sonne aufgeht. ich kenne dich von dem tag, als deutschland weltmeister wurde. du meintest, du würdest vor dem schlafen noch flaggen zerschneiden, no border, no nation und so, ich solle doch mitkommen. ich nickte und lachte und verschwieg, dass ich später selbst in kreuzberg das finale gucken würde, blinzelte schweigend in die sonne, war ohnehin zu high um mich zu artikulieren, wusste nichts, außer dass ich hier sein wollte, bei dir, umhüllt von deiner aufmerksamkeit und der bebenden mechanik.

es war der letzte tag am see. wir saßen am ufer und gruben unsere zehen in den kühlen sand. ich rauchte eine zigarette nach der anderen, ging tanzen, setzte mich wieder, konnte nicht fassen, dass du in meiner nähe bliebst, haderte, sprach mit dir über belanglosigkeiten, anstatt deine berührungen zu erwidern, anstatt die kontrolle abzugeben. ich weiß noch, wie versteinert ich war, von deiner arroganz, deinen visionen, wie sehr mich dein körper einschüchterte. du sagtest die sonne sei deine schwester, sagtest das mit kastanienbraunen augen und ich glaubte dir, war überfordert, strampelte mich von wort zu wort, um das richtige zu erwidern, ein kleines kind im Körper eines mannes. das ende der geschichte: wir blieben uns fern. ich ging mit meinen freunden schwimmen und habe dich am ufer gelassen. cut.

ich kann über die geschichte lachen, hatte dich eigentlich schon vergessen. die welt ist bunt und groß, jeder tag ertrinkt in seinen farben, berlin ist ein meer an reklame und ich liebe das wasser. und dennoch, letzte nacht habe ich von dir geträumt. beim aufwachen wurde mir klar, dass ich kein bild mehr von dir habe, dass meine erinnerungen an dich verschwimmen. du bist in meinem kopf, bleibst dort sicher noch eine ganze weile, aber dein gesicht habe ich verloren. mir bleibt das gefühl jenen morgens, der nachhall des glücks, dich in meiner nähe zu wissen.

ich weiß nicht, was passiert wäre, wenn ich mehr mut gehabt hätte, aber eines weiß ich: diese winzige berührung im überlaufenden kosmos unseres planeten hätte mein leben verändert. zumindest ein wenig. wenn ich mir bewusst mache, dass es uns jeden tag so ergeht, dass wir mit jedem wort, mit jeder geste unsere zukunft auf eine neue bahn lenken, gerade so, als säßen wir in einem perpetuum mobile und würden sekündlich weichen passieren, müssten sekündlich entscheiden, ob rechts oder links, ob hoch oder runter. butterfly effect. wir wissen nicht wie wir ankommen, aber wir wissen, dass am ende unserer fahrt ein prellbock steht, an seiner seite eine weiße fahne. vielleicht werden wir sie zerschneiden, vielleicht werden wir lachen, aber kämpfen werden wir nicht. nur aussteigen. mit dem prellbock wird unsere fahrt zu ende sein, das mobile wird zur ruhe kommen, egal, welchen weg wir gewählt haben. all die sonnenaufgänge, all die farben. der ganze rausch an sinnlichkeit, alles wird vorbei sein. no border, no nation.

vielleicht hätte sich aber auch nichts geändert, wahrscheinlich nicht. du wärst nach russland gezogen und unser kontakt wäre abgebrochen, du hättest dich als nichts anderes herausgestellt, als eine extasyliebe. wahrscheinlich. vielleicht hättest du mich aber auch nach russland mitgenommen und ich wäre als astronaut zum mond geflogen, wer weiß das schon. alles ist gut, wie es ist, die sache ist nur - ich hätte es gern darauf ankommen lassen, ich würde gerne wissen, wie die geschichte ausgegangen wär. ich danke dir, dass du für ein paar stunden in mein leben getreten bist. das war im grunde alles, was ich dir schreiben wollte. ist ein bisschen länger geworden, egal. over and out.

© prosa kleiner stunden

Wieviele Gedanken kannst du einem Menschen widmen, bis dein Kopf merkt, es ist sinnlos?
Wieviele Herzschläge müssen vergehen, bis es aufhört weh zu tun?
Wieviele Gerüche muss ich riechen, bevor ich deinen Duft vergesse?
Wieviele Umwege muss ich fahren, bis ich an manche Orte kann, ohne dass alles an dich erinnert?
Wie oft muss die Welt sich drehen, bis sich alles aufhört um dich zu drehen?
Wie weit muss ich rennen, bis die Hoffnung aufhört mitzulaufen?
Wie oft muss ich meine Hände nutzen, bis sie vergessen, wie sich deine Haut anfühlt?
Wieviele Farben muss ich realisieren, bis ich die Farbe deiner Augen vergesse?
Wie oft muss ich mich betrinken, bis das Vermissen ertrinkt?
—  Fragen über Fragen
Und was ist wenn „Ich liebe Dich.“ nur eine Abkürzung ist, weil einem die Zeit fehlt, zu sagen dass man in Deinen Augen ertrinkt und keine Angst hat nicht mehr aufzutauchen, weil Du da bist. Dass man in Deinen Armen die Zeit vergisst und die Welt stehen bleibt. Dass man Dir zuhören will, egal was Du erzählst. Dass man bei Dir zur Ruhe kommt auch wenn alles andere tobt. Dass man für Dich da sein will, wenn Du nicht mehr weiter weißt. Deine Berührungen weit unter die Haut gehen und dass Dein Kuss mich sanft verführt wie eine laue Vollmondsommernacht. Das ich gerne Deine Brust streichel und Dein Herz schlagen höre. Dass ich die Rundung zwischen Hals und Schultern als meine Heimat ansehe. Dass ich Dir meine Träume schenke, Dir meine Gefühle und Seele offenbare. Dass ich Dir mein Herz in die Hände lege, damit Du darauf aufpassen kannst, weil es nicht länger mir gehört. Dass ich mich schön fühle, wenn Du mich ansiehst und Du das Schönste bist was meine Augen fassen können. Dass ich Deine Schwächen kenne und annehme und Dir meine Kraft borge, wenn Du schwach bist. Dass ich Dich auffangen will wenn Du fällst. Dass Du mir das Salz in den Wunden bist und dass Sterben gar nicht so schlimm ist wenn Du dabei wärst.