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# Leihgaben

Ein amerikanischer Traum
Blick von der Wasserrutsche auf den amerikanischen Vergnügungspark
Köln, um 1913
Postkarte, Druck auf Papier
Privatbesitz Joachim Brokmeier, Bergisch Gladbach

Vor dem Krieg entsteht der amerikanische Vergnügungspark im „Goldenen Eck“: in Riehl auf dem Gelände der heutigen Auffahrt zur Zoobrücke – neben Zoo, Flora und der Radrennbahn.

Ein Publikumsmagnet: Bis zu 15.000 Menschen kommen an Sonntagen, um sich auf Wasserrutsche und Achterbahn, beim Anblick der „verwunschenen Ballerina“, an Buden und in Restaurants zu vergnügen.

Ab dem 1. August 1914 wird der Vergnügungspark geschlossen und anschließend als Kaserne genutzt.

Damals vor dem großen Kriege, war es noch nicht gleichgültig, ob ein Mensch lebte oder starb. Wenn einer aus der Schar der Irdischen ausgelöscht wurde, trat nicht sofort ein anderer an seine Stelle, um den Toten vergessen zu machen, sondern eine Lücke blieb, wo er fehlte, und die nahen wie die fernen Zeugen des Untergangs verstummten, sooft sie diese Lücke sahen.

Wenn das Feuer ein Haus aus der Häuserzeile der Straße hinweggerafft hatte, blieb die Brandstätte noch lange leer. Denn die Maurer arbeiteten langsam und bedächtig, und die nächsten Nachbarn wie die zufällig Vorbeikommennen erinnerten sich, wenn sie den leeren Platz erblickten, an die Gestalt und an die Mauern des verschwundenen Hauses. So war es damals! Alles, was wuchs, brauchte viel Zeit zum wachsen; und alles was unterging, brauchte lange Zeit, um vergessen zu werden. Aber alles, was einmal vorhanden gewesen war, hatte seine Spuren hinterlegt, und man lebte dazumal von den Erinnerungen, wie man heutzutage lebt von der Fähigkeit, schnell und nachdrücklich zu vergessen.

—  Joseph Roth, Radetzkymarsch
Mut ist der Wind, der zu fernen Küsten treibt, der Schlüssel zu allen Schätzen, der Hammer, der große Reiche schmiedete, der Schild, ohne den keine Kultur besteht. Mut ist der Einsatz der eigenen Person bis zur eisernsten Konsequenz, der Ansprung der Idee gegen die Materie, ohne Rücksicht, was daraus werden mag. Mut heißt, sich als einzelner ans Kreuz schlagen zu lassen für seine Sache, Mut heißt, im letzten Nervenzucken mit verlöschendem Atem noch den Gedanken bekennen, für den man stand und fiel. Zum Teufel mit einer Zeit, die uns den Mut und die Männer nehmen will!
—  Ernst Jünger, Der Kampf als inneres Erlebnis