ersetzbarkeit

dank einer kleinen antwort
wurde ihr ploetzlich klar
dass sie auch fuer diesen menschen
so leicht ersetzbar war
bereits in einem regal mit eingereiht

noch bevor sie sich
so sehen konnten
wie sie wirklich sind
und ihre neugier aneinander
weiter entfachen statt stillen

so nahm sie ihre enttaeuschung
an die hand und
waehlte mit ihr erneut
einen neuen pfad
eine neue richtung

unterwegs wuerden sie
das einfache und
die anhaltende neugier
und genuegsamkeit
aufgabeln und mitnehmen.

Wenn man geht…

Du gehst und die hinterlassenen, unmateriellen Spuren deines Wesens werden es Dir dann gleich tun. Sie sind nur etwas träge hinterherziehend, als wären sie auch von Materie, angezogen worden - von der Sonne deines vorüberziehenden Seins. So verwittert auch dein Geistiges mit der Zeit und will für an dir Vorüberziehende zur Nahrung sein. Aber Vorsicht: manch ein Geist schlägt doch schwer auf den Magen „wink“-Emoticon

Sieh Dich an, Du bist vielleicht immer ein Zentrum des sozialen Geschehens gewesen. Wie kann das Gefüge es nur wagen, dich zu tilgen, wie Maden unser seelisches Gefährt? „In den Herzen bleibt man doch aber?“ Schau, nehmen wir an, Du gehst nicht allzu weit weg und nicht über die Grenzen des Diesseits hinaus. Du verlässt nur deine Gemeinde und siehst dann: Du bist immer noch präsent. Man gedenkt deiner und du ihrer. Aber der Alltag ist ein viel zu mächtiger Maler, ein Färber. (ein krisensicherer Job, wer bei der Evolution seinen Arbeitgeber findet) Jeder neue Tag trägt neue Pigmente auf jedermanns Alltag - für jeden seinen Farbton. Am Ende bleibt Dein Artefakt übrig, dass die fortschreitend perforierten Gedächtnisse immer weniger zu verstehen wissen. Aber nun, du bist:

„aus den Augen, aus dem Sinn.“

Am Anfang war der Kontakt, der dann später an Blaßheit gewann wie ein verblutender Leib. Das kann man auch keinem verübeln, denn es ist doch eigentlich ein sehr wohlwollendes psychisches Programm: Es ist jetzt erstmal so, dass man die Gemeinde verlässt. Andere Leute hat es stattdessen erwischt und sie sind umgekommen. Stell Dir nun vor, dein hinterbliebener Bekanntenkreis wüßte nun ab diesem Zeitpunkt nicht mehr allein, was er wochentags zu tun pflege ohne deine Existenz und würde an einer Leere leiden, an einem verzehrenden Vakuum. Und je mehr von diesen armen Teufeln gingen, wie perforierter wäre ihr Alltag der Letzten, bis sie selbst zu dieser Leere würden.
Ein paar Wochen denkt man einander nach, doch dann deintegriert man ein Individuum, damit das Leben fortschreiten kann. Ein paar Wochen hört man viel, dann begrenzt sich der Kontakt auf ein Minimum oder stellt sich gar ganz ein. Er macht Platz für all die anderen Deiner Art, die Platz suchen ohne ein Ersatz sein zu verlangen. Solange, bis Du wieder auferstehst verhält es sich so. Da ist nichts böses daran, keine Missgunst und im keinen Fall ein Wertverlust. Das ist das Weiterleben und die Hoffnung auf das Weiterziehende. Wer will denn nicht auch weiterziehen? Ich habe diese Hoffnung nicht - denn ich habe die GEWISSHEIT. Denn ich ziehe weiter noch über die Weiterziehenden hinweg, auf dass mich die Zeit selbst vergisst, die aber hoffnungsvoll auf mich hinzu blickt.