eisige

16.10.2017 Liebes Tagebuch

die kalten Tage brechen herein, das Laub hat sich schon rot gefärbt und landet auf dem Boden. Ich liebe es, wie das Laub unter meinen Füssen raschelt, und durch meine hektischen Schritte umherwirbelt. Die Sonne erscheint so viel wärmer als im Winter, auch wenn einem der Wind eisig ins Gesicht pustet.

Es ist die Zeit sich zu verlieben, zu kuscheln, heisse Getränke zu trinken und einfach die gemeinsame Zeit mit Familie, Freunde oder vielleicht sogar seinem Schatz zu verbringen. Herbst du bist meine neue Lieblingsjahreszeit.

Eisige Kälte um mich, weil ich in Sachen Liebe nur Bahnhof versteh'
Ich kollaboriere mit so vielen Bitches, ich glaub’, ich kann das als mein Cardio zähl'n
—  Metrickz - Weihrauch
Ja man, es führt mich nie wieder zurück zu dir, Baby, die Wahrheit tut weh.
Eisige Kälte um mich, weil ich in Sachen Liebe nur Bahnhof versteh’.
— 

Metrickz

Metrickz - Weihrauch

ich weiß nicht, wie ich so hoch in die luft gekommen bin. es gab keinen berg, kein flugzeug, keinen hohen turm. da war nichts, das die tatsache eines herunterfallens aus großer höhe erklärt hätte. es gab einen, der neben mir fiel und der mir mit den gurten um meinen körper half, die irgend etwas bewirken sollten. das fallen geschah erstaunlich geräuscharm. man hätte doch ein eisiges brausen erwarten dürfen, einen sturm in den ohren, aber der fall ereignete sich in zimmerlautstärke. es gab keine angst, nur eine begründete sorge vor dem aufprall, ich hielt für wahrscheinlich, dass ich mir die beine brechen würde.

Herbstgesang

    I

Bald wird man uns ins kalte Dunkel drängen;      
Fahr wohl du Licht, du flüchtige Sommerwelt!      
Schon hör’ ich, wie im Hof mit dumpfen Klängen      
Das Holz erdröhnend auf das Pflaster fällt.

Nun dringt der Winter ein. Und kein Erretten!      
Zorn, Schauder, Hass, erzwungner Arbeit Pein;      
Der Sonne gleich in des Polarlands Ketten      
Wird bald mein Herz ein eisiger Klumpen sein.

Der Scheite Fallen lässt mich fröstelnd schauern;      
Kein Mordgerüst, das dumpfer widerhallt.      
Mein Geist bebt wie ein Turm, an dessen Mauern      
Der Stoss des Widders unermüdlich prallt.

Mir scheint, von diesem hohlen Lärm benommen,      
Als ob in Hast, – für wen? – den Sarg man baut,      
Sommer war gestern, Herbst ist heut gekommen,      
Und Abschied heisst der rätselhafte Laut.

     II      

Wohl lieb’ ich deiner Augen grünen Schimmer,      
Du Süsse, aber heut wird alles schwer,      
Nicht deine Liebe, nicht Kamin und Zimmer      
Ersetzt mir heut das sonnbestrahlte Meer.

Und doch lass mir dein zartes Herz erblühen,      
Sei Mutter du dem Frevler irr und krank;      
Geliebte! Schwester! Sei das sanfte Glühen      
Des flüchtigen Herbst’s, der Sonne, die versank.

Nur kurze Müh! – Hörst du mein Grab bereiten?      
Die heisse Stirne ruht auf deinen Knien.      
Des fahlen Sommers Glut fühl’ ich entgleiten,      
Sanft goldnen Herbst durch meine Seele ziehn.

(Charles Baudelaire)

Du fragtest “was bereitet dir Sorgen?”, und ich antwortete “Ich weiß es nicht”. Du hieltest meine Hand und fragtest, wovor ich glaubte Angst haben zu müssen, warum mein Atem so schwer sinkt, mein Blick so fern greift wenn ich glaubte unbeobachtet zu sein und ich vergrub mein Gesicht in deinem Nacken und sagte “ich weiß es nicht, wirklich.”

Dabei lagen die Worte auf meinen Lippen, mit angelegten Fallschirmrucksäcken. In Absprungposition. Sicherlich weiß ich was meine Sorgen sind. Sicherlich weiß ich was durch die Gassen meines Kopfes hallt. Ich wollte es aussprechen. Ich bin hier schon ein mal gewesen. Schon einmal war es, als sei es das natürlichste auf der Welt, so als reiße meine Brust auf, ohne Laute, ohne großes Zögern, um mein Herz heraus flattern zu lassen und sich allen Gefahren außerhalb meines Körpers auszusetzen, einfach so hinzugeben, einem einzigen Menschen. Ich war schon ein mal hier. Was mir Angst macht, bin ich ganz allein, wie ich mich doch gut genug kenne, um zu wissen, dass ich fallen werde, ganz gleich ob du mich fängst, oder nicht. Ich habe Angst, weil ich weiß, dass ich immer die bin, die bedingungslos bleibt und am Ende alleine da steht. Ich werde gewiss nicht gehen. Und ich habe Angst, weil ich weiß, wenn alles darauf hinausläuft, dass du mein Herz brichst.. Dann werde ich es auf jeden Fall nicht verhindern. Ich bin immer die, die bleibt. Und glaubt, und hofft, und bangt, und Tage zählt, Kilometer zählt, Wochen zählt, Nächte wach liegt. Ich war schon einmal hier. Ich war schon ein mal der Idiot, der am Ende vor seiner kaputt getrampelten kleinen Welt stehen musste und niemand anderem Schuld geben konnte, als seinem Herzen und sich selbst. Ich weiß, dass ich Angst habe, hauptsächlich weil ich nicht verstehe und nicht weiß womit ich verdient habe, in deine Arme genommen zu werden und deine Küsse geschenkt zu bekommen. Ich habe Angst, weil.. wie könnte ich, die ich mich doch jeden Tag erleben muss, in allen Formen und Launen und Farben, dir verübeln, falls du eines Tages nicht mehr schreibst, nicht mehr anrufst, mich nicht mehr sehen willst. Weil du meinen Winter überhaupt nicht eisig bleiben lässt, auch wenn die Welt da draußen noch so kalt und trüb ist. Ich habe Angst, weil du klug bist, und interessant, schön und gewissenhaft, schlagfertig und unberechenbar. Und ich, Ein Bündel Liebe, Angst, Wunden die du heilen lässt und Sorge auf zwei wackeligen Beinen. Ich war schon mal hier. Und wenn ich falle, und das passiert doch schon längst, so verzeih mir meine Sorgen, meine abwesenden Blicke und schwere Atemzüge. Aber ich hoffe, diesmal fängt man mich auf.

So mancher scheint beim ersten Blick
Verschlossen, starr und eisig kühl,
Doch birgt sein Herz, für den, der sucht,
Den reichsten Schatz an Mitgefühl.
— 

Many seem at first glance
Withdrawn, rigid and icy cool,
But their heart bears, for those who are looking,
The richest treasure of compassion.

Carl Friedrich Wilhelm Jordan (1819 – 1904), German writer and politician

Versuche verzweifelt
Meine Gedanken zum schweigen zu bringen
Während meine Schuhe in der dunklen Erde versinken
Und der eisige Wind
Mein Gesicht betäubt

Und während ich mit meiner Kamera verdorrte Blumen fokussiere
Auf der Suche nach irgendwas
Weiß ich ganz genau
Dass mein Fokus eigentlich nur auf dir liegt
Denn ich suche dich, irgendwie, irgendwo
Wegen irgendwas
Das sich vermutlich Liebe nennt.

-k.s.

Ozean - Tommy Blackout (feat. Fewjar)

{Intro}
“Wasser ist Leben
du bist mein Ozean
wild, weit, von unbändiger Kraft
du strotzt vor Stärke
deine Gewässer sind nicht für Menschen gedacht
unter deiner Oberfläche tummelt sich Leben
auf deinem Grund schlummert ein unendlicher Schatz
am Horizont ein schwarzer Punkt
ich bin schiffbrüchig
habe zu viel Zeit auf deinen Wellen verbracht
10.000 Meter tief, Punkt, verdammt kein Land in Sicht
Man merkt erst, was man verlor, wenn man gestrandet ist
Keine Insel, kein Halt, Kraft schwindet und falls
ich dich irgendwann finde gewinne ich alles
Umzingelt von Salzwasser, vielleicht sind es Tränen
aus vergangener Zeit, Sterne leiten die Wege
Doch Gezeiten und Nebel verbergen die Sicht
Die Wellen werden höher als belehrtest du mich
Umzukehren, doch je härter du trittst desto stärker schwimm’ ich
Bin unbekehrbar für dich, für dich
Nein, ich entferne mich nicht, entleere die Gischt in meinem Gesicht
Wenn es sein muss sterb’ ich für dich, für dich, für dich

Trag mich fort in der Flut bis mein letztes Boot versinkt
Die Schmerzen sind nichts, in meinem Herzenslicht (Augen zu)
Lass mich ruhn’ bis der letzte Keim erstickt
Ich bemerkte es nicht, die letzte Kerze erlischt

Auf der einsamen Suche nach deinem Atlantis
Wind und Sonne zeichnen mein Antlitz
Ein Landstrich in der Farbe von aquamarin
Unerfassbares Tief, das mich hinab wie in einen Wasserfall zieht (bleierne Glieder)
Mein Schädel betäubt, mit pochender Brust, das mein Leben bezeugt
Begegne ich heute dir meiner Liebe
der Fels der herausragt, deine steinerne Miene
Ich halluziniere, eine Ballung in mir will raus, Spucke, Galle und Wirbel
Hinauf, hoch in deine eisige Sphäre
Besteige die Meere
Nur ein Kuss und ich falle zurück in die geistige Leere
Fang mich auf, fang mich auf, befreie mein Ich aus den Zählen des Leids, bin ein Teil von dir bis ans Ende der Zeit, ah, trag mich fort

Trag mich fort in der Flut bis mein letztes Boot versinkt
Die Schmerzen sind nichts in meinem Herzenslicht (Augen zu)
Lass mich ruhn’ bis der letzte Keim erstickt
Ich bemerkte es nicht, die letzte Kerze erlischt
(Halt durch…)

Und ich treibe umher, längst vergessen mein Ziel
Keine Koordinaten, ich war versessen und fiel
hinab in dein Eismeer, ich bin kalt, und wurde zum Eisberg.”