eisige

anonymous asked:

Hallo! Dir und deiner Familie noch ein schönes Osterfest, mit hoffentlich besserem Wetter als hier im Norden (wo sich Sonne und Regenschauer im 10 Minuten Takt abwechseln)! Viele Grüße aus Bremen. P.s. Fiel mir vorhin ein, sollte nicht die ARD Staffel 4 zu Ostern zeigen (nicht daß ich mir das antun würde!). In Programm geguckt, nix. Gegoogelt, auch nix, nur ältere Artikel, die Ostern als Sendetermin annahmen. Was ist los, ARD? Kommt's zu Pfingsten oder fandet ihr S4 auch einfach nur urgh?!

Danke Nonnie, wie lieb von dir! Auch dir noch einen schönen Ostermontag!

Leider ist das Wetter hier unten im Süden noch bescheidener. Nicht mal Regen und Sonne im Wechsel. Nur Dauergrau und eisige Schauer. Schauderhaft!

Also eigentlich Fersehwetter… aber ehrlich, wenn ‘Schörlock’ käme, würde ich’s nicht gucken.

Vielleicht haben die Verantwortlichen Staffel 4 im Original gesehen und für nicht zumutbar verworfen? Oder die Dubbing Crew hat während der Arbeit so kollektiv das Kotzen gekriegt, dass sie nun alle frühverrentet werden mussten?

Egal, was auch immer, I’m sooo done…

Kafkaesque

Nachts, wenn ich mein Fenster öffne, strömt mir kühler Fliederduft aus unserem Hinterhof entgegen. Ganz zart klatschen dabei kleine Regentropfen auf mein Fensterbrett. Ich nehme erdige Nässe und alten Zigarettenrauch aus unserer Nachbarschaft wahr. Eine eisige Brise weht durch mein Haar, schmiegt sich um meinen Nacken, meine Ohren, und lässt mich kurz erschaudern. Die Stadt ruht, nur ab und an höre ich das Rascheln des Gebüsches oder den Motor eines in der Ferne eilenden Autos. Der teils durch dicke Regenwolken bedeckte Mond bewegt sich, eines alten Mannes gleich, langsam und weise fort. Kein Stern ist heute zu sehen, nur unterschiedliche Töne der Dunkelheit. In Observation vertieft, verspüre ich plötzlich etwas Warmes auf meinen Lippen. Etwas tropft ganz nahe und laut auf das Fensterbrett. Ich blicke hinunter und sehe wie sich der Mond in einem dunkelroten Blutfleck spiegelt. Er vermischt sich mit dem regnenden Wasser und verschwindet ganz langsam vor meinen Augen. Meine Nase und meine Hände nun blutverschmiert, höre ich einzig und allein das Rauschen in meinen Adern. Mein Kinn zittert, meine Finger sind taub vor Kälte. Es breitet sich ein unwohles Gefühl der Furcht in meiner Brust aus und ich fühle mich auf einmal unheimlich müde. Etwas lastet auf meinen Schultern. Verzweifelt blicke ich auf und sehe, dass der Mond verschwunden, der Fliederbusch ausgetrocknet und das Jahr erneut vergangen ist.

Tropf, tropf, tropf…

Wisst ihr, was das Beste am Zelten ist? Wenn man Nachts um zwei aufwacht, weil einem eisig kalt ist, man merkt, wie der Wind an den Wänden ruckelt und der Regen gnadenlos auf das Zelt prasselt.
Ich war froh, das ich Fred hatte, an den ich mich kuscheln konnte. Aber Jan und Rabea waren nicht so happy, denn bei ihnen war das ganze eine sehr nasse Angelegeneit. Ihr ca. 20 Jahre altes Zelt war nicht mehr komplett wasserdicht.
Also haben wir unsere Kniffelpartie abrupt beenden müssen und unser Zelt ganz schnell im Regen abgebaut, damit wir für die anderen eine Regenplane besorgen konnten.
Am nächsten Zeltplatz sah der Himmel aber auch nicht besser aus. Im Gegenteil, hier war noch dazu überall Nebel.
Also haben wir unsere nassen Zelte wieder im Regen aufgebaut und Rabea und Jan haben ihre riesige Zeltplane ausgebreitet.
Wenigstens hatte der Zeltplatz eine überdachte Hütte, was man für $13 die Nacht aber auch erwarten kann.
Hier haben wir den Abend mit essen und spielen verspracht.
Hoffentlich hört es bald auf zu regnen, denn wir sind bei den Milford Sounds und für morgen ist die Schifffahrt geplant.

Sonntag, 26.03.2017 (Milford Sound)

Du fragtest “was bereitet dir Sorgen?”, und ich antwortete “Ich weiß es nicht”. Du hieltest meine Hand und fragtest, wovor ich glaubte Angst haben zu müssen, warum mein Atem so schwer sinkt, mein Blick so fern greift wenn ich glaubte unbeobachtet zu sein und ich vergrub mein Gesicht in deinem Nacken und sagte “ich weiß es nicht, wirklich.”

Dabei lagen die Worte auf meinen Lippen, mit angelegten Fallschirmrucksäcken. In Absprungposition. Sicherlich weiß ich was meine Sorgen sind. Sicherlich weiß ich was durch die Gassen meines Kopfes hallt. Ich wollte es aussprechen. Ich bin hier schon ein mal gewesen. Schon einmal war es, als sei es das natürlichste auf der Welt, so als reiße meine Brust auf, ohne Laute, ohne großes Zögern, um mein Herz heraus flattern zu lassen und sich allen Gefahren außerhalb meines Körpers auszusetzen, einfach so hinzugeben, einem einzigen Menschen. Ich war schon ein mal hier. Was mir Angst macht, bin ich ganz allein, wie ich mich doch gut genug kenne, um zu wissen, dass ich fallen werde, ganz gleich ob du mich fängst, oder nicht. Ich habe Angst, weil ich weiß, dass ich immer die bin, die bedingungslos bleibt und am Ende alleine da steht. Ich werde gewiss nicht gehen. Und ich habe Angst, weil ich weiß, wenn alles darauf hinausläuft, dass du mein Herz brichst.. Dann werde ich es auf jeden Fall nicht verhindern. Ich bin immer die, die bleibt. Und glaubt, und hofft, und bangt, und Tage zählt, Kilometer zählt, Wochen zählt, Nächte wach liegt. Ich war schon einmal hier. Ich war schon ein mal der Idiot, der am Ende vor seiner kaputt getrampelten kleinen Welt stehen musste und niemand anderem Schuld geben konnte, als seinem Herzen und sich selbst. Ich weiß, dass ich Angst habe, hauptsächlich weil ich nicht verstehe und nicht weiß womit ich verdient habe, in deine Arme genommen zu werden und deine Küsse geschenkt zu bekommen. Ich habe Angst, weil.. wie könnte ich, die ich mich doch jeden Tag erleben muss, in allen Formen und Launen und Farben, dir verübeln, falls du eines Tages nicht mehr schreibst, nicht mehr anrufst, mich nicht mehr sehen willst. Weil du meinen Winter überhaupt nicht eisig bleiben lässt, auch wenn die Welt da draußen noch so kalt und trüb ist. Ich habe Angst, weil du klug bist, und interessant, schön und gewissenhaft, schlagfertig und unberechenbar. Und ich, Ein Bündel Liebe, Angst, Wunden die du heilen lässt und Sorge auf zwei wackeligen Beinen. Ich war schon mal hier. Und wenn ich falle, und das passiert doch schon längst, so verzeih mir meine Sorgen, meine abwesenden Blicke und schwere Atemzüge. Aber ich hoffe, diesmal fängt man mich auf.

Sonntag, 23. April 2017, 12 Uhr, Tub Sands

Jetzt gehe ich also schon kalt baden, um nichts anderes anfangen zu müssen. Baden als Prokrastination. Eigentlich sollte ich nicht baden, sondern schreiben, oder wenigstens Fingernägel schneiden. Und draußen ist es windig, ein kalter, eisiger, kalter Wind aus eisigen Richtungen, das weiß ich, weil ich schon draußen war. Es ist einer dieser Tage, die von drinnen wie herrliches Badewetter aussehen, und nur, wenn man draußen am Meer steht, fällt einem auf, was da in der Luft abgeht. Im Wasser dagegen ist es fantastisch. Ich paddle vorsichtig direkt neben die Klippen und sehe dabei zu, wie sich die Wellen vor mir brechen. Unter mir rauschen sie einwandfrei durch, aber zwei Meter weiter - Chaos und Gebrüll. Gibt es einen Grund, warum große Wellen immer in Dreierformation kommen? Ich habe eine Theorie, warum die dritte immer die höchste ist (die zweite negiert die erste, und die dritte trifft auf ein geräumtes Schlachtfeld), aber warum sind es drei? Ich peile die Bucht an, sortiere mich zwischen den Felsen ein und parke dann elegant vor mich hin, bis das Meer mich zurück an Land schubst. So, Leute, macht man das. Am Ende eines völlig unproduktiven Tages: Wenigstens warst du baden.

Ozean - Tommy Blackout (feat. Fewjar)

{Intro}
“Wasser ist Leben
du bist mein Ozean
wild, weit, von unbändiger Kraft
du strotzt vor Stärke
deine Gewässer sind nicht für Menschen gedacht
unter deiner Oberfläche tummelt sich Leben
auf deinem Grund schlummert ein unendlicher Schatz
am Horizont ein schwarzer Punkt
ich bin schiffbrüchig
habe zu viel Zeit auf deinen Wellen verbracht
10.000 Meter tief, Punkt, verdammt kein Land in Sicht
Man merkt erst, was man verlor, wenn man gestrandet ist
Keine Insel, kein Halt, Kraft schwindet und falls
ich dich irgendwann finde gewinne ich alles
Umzingelt von Salzwasser, vielleicht sind es Tränen
aus vergangener Zeit, Sterne leiten die Wege
Doch Gezeiten und Nebel verbergen die Sicht
Die Wellen werden höher als belehrtest du mich
Umzukehren, doch je härter du trittst desto stärker schwimm’ ich
Bin unbekehrbar für dich, für dich
Nein, ich entferne mich nicht, entleere die Gischt in meinem Gesicht
Wenn es sein muss sterb’ ich für dich, für dich, für dich

Trag mich fort in der Flut bis mein letztes Boot versinkt
Die Schmerzen sind nichts, in meinem Herzenslicht (Augen zu)
Lass mich ruhn’ bis der letzte Keim erstickt
Ich bemerkte es nicht, die letzte Kerze erlischt

Auf der einsamen Suche nach deinem Atlantis
Wind und Sonne zeichnen mein Antlitz
Ein Landstrich in der Farbe von aquamarin
Unerfassbares Tief, das mich hinab wie in einen Wasserfall zieht (bleierne Glieder)
Mein Schädel betäubt, mit pochender Brust, das mein Leben bezeugt
Begegne ich heute dir meiner Liebe
der Fels der herausragt, deine steinerne Miene
Ich halluziniere, eine Ballung in mir will raus, Spucke, Galle und Wirbel
Hinauf, hoch in deine eisige Sphäre
Besteige die Meere
Nur ein Kuss und ich falle zurück in die geistige Leere
Fang mich auf, fang mich auf, befreie mein Ich aus den Zählen des Leids, bin ein Teil von dir bis ans Ende der Zeit, ah, trag mich fort

Trag mich fort in der Flut bis mein letztes Boot versinkt
Die Schmerzen sind nichts in meinem Herzenslicht (Augen zu)
Lass mich ruhn’ bis der letzte Keim erstickt
Ich bemerkte es nicht, die letzte Kerze erlischt
(Halt durch…)

Und ich treibe umher, längst vergessen mein Ziel
Keine Koordinaten, ich war versessen und fiel
hinab in dein Eismeer, ich bin kalt, und wurde zum Eisberg.”

So mancher scheint beim ersten Blick
Verschlossen, starr und eisig kühl,
Doch birgt sein Herz, für den, der sucht,
Den reichsten Schatz an Mitgefühl.
— 

Many seem at first glance
Withdrawn, rigid and icy cool,
But their heart bears, for those who are looking,
The richest treasure of compassion.

Carl Friedrich Wilhelm Jordan (1819 – 1904), German writer and politician

Wenn ich wüsste, ob dir noch etwas an mir liegt, hätte ich dir schon längst geschrieben. Aber ich habe viel zu viel Angst vor der Kälte, die du mir entgegenbringen könntest. Ich bin bereits erfroren, als du gegangen bist. In mir ist eisiger Winter, noch einmal könnte ich das nicht ertragen.