duksch

09 Gründe dafür, dass der BVB den Pott gewinnt

Gestern Jogis WM-Nominierung. Morgen noch ein letzter Bundesliga-Spieltag. Doch spätestens ab 17.20 Uhr am Samstag reden alle nur noch vom Pokalfinale. Dabei wird es viel um die aktuelle Form gehen und um individuelle Klasse. Um Aufstellung und Taktik. Alles Quatsch. In Wahrheit gibt es 1909 Gründe dafür, dass Borussia Dortmund den Pott zurück in den Pott holt – die neun wichtigsten stehen hier:

01

MARIA HÖFL-RIESCH

Als Borussia Dortmund 2012 im DFB-Pokal-Finale auf den FC Buyern München traf, trug Magdalena Neuner im güldenen Gewand den Pokal ins Olympiastadion. Eine Ex-Wintersportlerin also, die gerade ihren Rücktritt vom aktiven Sport vollzogen hatte und obendrein Fan der Münchner ist. Der BVB triumphierte mit 5:2. Wenn die Dortmunder am 17. Mai 2014 erneut auf den FC Buyern treffen, trägt Maria Höfl-Riesch den Pott ins Stadion. Eine Ex-Wintersportlerin, die gerade ihren Rücktritt vollzogen hat und Bayern-Fan ist. Noch Fragen …?

02

MOMENTUM, das

Keine Ahnung, wer den Begriff im zeitgenössischen Sport-Sprech eingeführt hat. Fakt ist: Seit einigen Monaten ist ein sportjournalistischer Beitrag, ganz gleich ob 30 Sekunden kurz oder 10 Seiten lang, in dem nicht mindestens fünfmal „das Momentum“ auftaucht, kein sportjournalistischer Beitrag mehr. „XY hat das Momentum auf seiner Seite“ ist schon jetzt die Un-Floskel des Jahres 2014. Sie löst als solche die Phrase „XY hat einen Lauf“ ab – und meint im Grunde genau dasselbe. Weshalb mit Blick auf das Pokalfinale klar ist: Das Momentum, als der Lauf spricht für Borussia Dortmund. Der BVB gewann unlängst 3:0 in München. Er verlor auch nicht 0:4, sondern gewann 2:0 gegen Madrid. Er ist schlicht besser drauf.

03

PEP, der

Gewiss, die Buyern haben den freundlichen, gut gekleideten, eloquenten Herrn Pep. Mehr Pep aber hat der BVB. Das liegt nicht zuletzt am peppigen Herrn Klopp, dessen Pressing-Fußball Spektakel und Drama garantiert, während die Buyern mit Peps Tiki-Taka nicht mehr den Gegner, sondern zunehmend sich selbst einlullen.

03+1

KLOPPS GARTEN

Vor vielen, vielen Monden, in der Bundesliga zeichnete sich gerade vorsichtig ab, dass es mit der nächsten schwarzgelben Meisterschaft wohl nichts werden würde, ist Jürgen Klopp auf kritische Fragen hin mal eben kurz aus der Haut gefahren. Wenn der BVB am Saisonende Vizemeister sei und sich niemand mit ihm darüber freuen würde, miete er sich eben einen Truck und fahre damit alleine durch den eigenen Garten.

Vermutlich hat der BVB-Trainer diese Idee nicht ganz bis zu Ende gedacht. Andernfalls hätte ihm schon damals geschwant, dass Frau Klopp einigermaßen missmutig reagieren könnte, wenn der Herr Gemahl mit dem Lkw vorweg und 100.000 BVB-Fans im Gefolge die Blumen- und Kräuterbeete in eine Schlammwüste verwandelt. Womöglich käme zufällig auch noch ein vierter Offizieller (in Polizeiuniform) vorbei, der den „Klopper“ (Klopp+Trucker) zwar nicht auf die Tribüne, dafür aber in eine Zelle schickt.

Die einzige Möglichkeit, dies zu verhindern, ist: Der Pokalsieg – und tags darauf ein echter Jubelkorso durch die Dortmunder Innenstadt. Da kannste eh nix mehr kaputt machen.

05

DIE WM

Der Bundes-Jogi gilt ja nicht unbedingt als Freund von Borussia Dortmund. Zu Unrecht, wie er bei der Nominierung des vorläufigen WM-Kaders bewiesen hat. Neben Mats Hummels und Marco Reus gehören mit Roman Weidenfeller, Kevin Großkreutz, Marcel Schmelzer und Erik Durm vier BVB-Profis zum Aufgebot, die damit nicht unbedingt rechnen mussten. Und die sich jetzt natürlich wie Bolle auf den fremdfinanzierten Strandurlaub freuen. Eine zusätzliche Motivationsspritze vor dem Pokalfinale, die der FC Buyern nicht hat. Dessen Kicker waren ohnehin alle für Brasilien gesetzt. Dass sie nach der Finalniederlage wie schon 2012 bei der EM den Sommer mit einer Horde übermütiger Dortmunder verbringen müssen, wird ihnen eher die Laune verhageln.

06

DER DÖNER

Kevin Großkreutz kann bekanntlich jede Position spielen. Nicht bekannt war bis vor wenigen Tagen, dass er neben dem Fußball eine weitere Disziplin für sich entdeckt hat: den Döner-Weit- und Zielwurf. Für das Pokalfinale eröffnet das neue Perspektiven. Sollte beim BVB wider Erwarten nicht viel zusammenlaufen oder gar Buyerns frustrierter Franzose meinen, er müsse mal wieder Ellenbogen-Checks oder Ohrfeigen verteilen, wird KG19 seine Geheimwaffe ziehen: den Döne, mit alles, auch scharf.

07

50.000 BORUSSEN AN DER SPREE

„Wir machen Berlin schwarzgelb!“ – So lautete 2012 das Motto für das Pokalwochenende. Und wie wir Berlin schwarzgelb gemacht haben!!! 30.000 Dortmunder im Stadion, 15.000 beim Public Viewing in der Waldbühne, Tausende mehr vor Fernsehern über die ganze Stadt verteilt. Der Breitscheidplatz heißt im Untertitel längst „Borsigplatz II“ und die Gedächtniskirche „Nobby-Dickel-Gedächtniskirche“. Das Motto diesmal ist etwas moderner. In Zeiten, da Fußball nicht mehr nur gespielt, sondern auch gezwitschert wird, heißt es #wiederhier. Die Buyern haben Gerüchten zufolge auch schon ein Motto, das aber erst am späteren Abend des 17. Mai bekannt gegeben werden soll: #nixwiewechhier

08

HERR H.

Eigentlich war Uli H. ja der Erste, der für den Finaltag einen Sitzplatz sicher hatte – in der Justizvollzugsanstalt Landsberg. Nun aber sitzt er noch immer nicht ein, sondern weiter bei den Buyern rum. Vielleicht, damit er das Pokalfinale noch als Libero (freier Mann)erleben kann. Womöglich sogar vor Ort in Berlin. Das würde darauf schließen lassen, dass diejenigen, die über den Einfahrtermin von Uli H. befinden, einen gewissen Hang zum Sadismus ausleben. Schließlich ließen sie ihn schon das surreale 0:4 gegen sehr reale Madrider in Freiheit genießen. Anderseits könnte eine weitere Live-Klatsche im deutschen Cup-Finale auch zur Folge haben, dass in der Justiz jemand auf die Idee kommt, Hoeneß die Reststrafe zu erlassen. Begründung: genug gelitten!

09.1 bis 09.19

Weidenfeller, Piszczek, Hummels, Sokratis, Schmelzer, Sahin, Jojic, Mkhitaryan, Reus, Großkreutz, Lewandowski, Langerak, Durm, Kehl, Bender, Aubameyang, Schieber, Sarr, Duksch.