dreieinigkeit

Trinität... Warum ist die Lehre der Dreieinigkeit so wichtig?

Also ohne den Gedanken der Trinität fällt der gesamte christliche Glaube in sich zusammen.
Denn: Gott Vater und Gott Sohn können ohne Trinität nicht beide gleich Gott sein. Dann wäre einer nicht Gott: Wenn dem so ist, wird Schöpfung und/oder Erlösung nicht sein können.
Es gibt drei (sicher noch weitere, wie Israel zum Beispiel) große Themen in der Bibel: Schöpfung, Erlösung, Gemeinde (Diese zentralen Themen stehen und fallen mit dem Gedanken, dass Vater, Sohn, Heiliger Geist Gott ist.)
Das lässt sich jetzt nicht so einfach aufschreiben…

Aber ein Punkt, der für mich am Bedeutensten ist, ist die Tatsache, dass Gott nur als dreieiniger Gott Gott sein kann:

Gott ist als Gott nämlich unbedingt. Er bedarf keiner Sache um zu sein. Er ist unabhängig. Gleichzeitig ist Gott aber Liebe! Liebe kann aber nicht in sich selbst existieren. Liebe bedeutet: Vertrauen, Dialog, Gegenüber. Das bedeutet, dass Gott als Liebe ein Gegenüber benötigt und damit nicht mehr unbedingt, sondern bedingt ist. Er ist nicht mehr unabhängig sondern abhängig. Damit ist er nicht mehr Gott. Das Geheimnis der Trinität ist das Geheimnis der Liebe Gottes! Bevor Gott die Welt geschaffen hat, da war Gott in sich selbst Liebe und zwar ohne, dass er für seine Liebe die Welt und den Menschen gebraucht hätte. Die Schöpfung ist der Akt einer bereits vorhandenen Liebe in Gott: Gott sagt: Lasst uns Menschen machen! Hier spricht die Liebe Gottes, dass Sie etwas tun will und nicht tun muss. Hier spricht Gott zu Gott. Zu dem Gegenüber, das er liebt und das ihn verherrlicht und das er verherrlicht. Hier liegt der unabhängige Gott, der nichts braucht um geliebt zu werden, um gelobt zu werden und um zu lieben und um zu loben. Der Sohn hatte die Herrlichkeit bei dem Vater (Johannes 17) ehe die Welt war. Gott ist Liebe und die Liebe verlangt nach einem Gegenüber und Gott hat es in seinem Sohn und der Sohn hat es in rechter Weise in dem Heiligen Geist (Der Sohn zeugt vom Vater und der Geist zeugt vom Sohn. Der Vater gibt dem Sohn und der Sohn behält für den Vater und der Geist versiegelt für den Sohn: Schöpfung, Erlösung, Gemeinde: Immer gibt sich die Trinität die Klinke in die Hand. Achte auf Vater, Sohn, Heiliger Geist im Epheserbrief).
Wenn wir sagen, dass Gott einer ist, dann sagen wir, dass Gott nicht Liebe ist, weil er als einer nicht lieben kann (Und das macht den einen Gott zu einem einsamen Tyrannen: Willkommen beim IS und deren Gottesbild), oder wir sagen, dass Gott nicht Gott ist, weil er eines Gegenübers bedarf und damit steht Gott einer in Abhängigkeit zu einem Menschen und diese Bindung an den Menschen macht Ihn schließlich selbst zu einem Menschen oder zu einer Idee des Menschen.

Gott ist also nur Gott, wenn Gott nicht einer ist, sondern dreieinig!

Trinität ist keine theoretische Theologie, die nicht so wichtig ist. Trinität ist ein Geheimnis, welches zu erklären, geschweige denn zu verstehen immer zum scheitern verurteilt ist, weil es vom Geschöpf verlangt den Schöpfer in Gänze zu erklären.

DREIEINIGKEIT

»God lends us a little of His reasoning powers and that is how we think: He puts a little of His love into us and that is how we love one another.« (C.S. Lewis)

Heute Abend beim Spazierengehen dachte ich daran, dass die meisten Menschen offenbar denken, dass sie sich selbst am nächsten sind. Eine Unterhaltung mit einem jungen Mann kam mir in den Sinn (vom Vorabend in einer Kneipe): wir diskutierten die Tatsache, dass die Ehe als Stand und Ziel an Wert verloren habe. Er meinte, ein Grund könnte sein, dass man so viele andere Dinge mit seinem Leben anfangen könne. Instinktiv, oder vielleicht ist das das falsche Wort, stellte er die Ehe auf dieselbe Stufe wie: Hobbys, Ausbildung, Beruf, Freundschaft. Alles Dinge, die zwar auch in Gemeinschaft ausgeübt werden können, die aber irgendwie vom einzelnen und seinem Willen ausgehen und wieder zu ihm zurückführen. Ganz so als sei er selber Rom, die ewige Stadt: Ich selbst bin mir am nächsten. Ich stehe im Zentrum meiner Aufmerksamkeit. Warum auch nicht? Das ist zunächst ein Kinderglaube – Kinder und Jugendliche betrachten sich immerzu im Spiegel, vielleicht, weil sie ihrer selbst unsicher sind (vielleicht aber auch, weil wir sie mit so vielen Spiegeln umstellen). Nun gibt es kindliche Auffassungen, die es sich zu bewahren lohnt – beispielsweise  kindliche Neugier. Aber die Neugier, ebenso wie die Fähigkeit zur Selbstbespiegelung, muss vom Erwachsenen entwickelt, transformiert werden. Kindliche, staunende Neugier muss forschende Neugier werden, wenn aus ihr etwas anderes werden soll als ein großes Gefühl. Die Selbstbespiegelung als Mittel zur Selbstbestimmung: aufwändig, aber wirkungsvoll. Nur der, der sich anschaut, wird sich erkennen. Aber was erkennt er? Doch immer nur sich selbst – in einer Welt, die, wie wir annehmen dürfen, nicht nur aus uns selbst besteht und unseren Gedanken, Gefühlen und Stimmungen, sondern die aus und für Gemeinschaft besteht. Beim Spiegel des selbst stehenzubleiben steht der Entwicklung in die Gemeinschaft entgegen. Die Frage erhebt sich, bzw. stelle ich sie mir ernsthaft zum ersten Male: wie weit kann der Mensch dem Spiegel seines Ich trauen? Denn dieses Spiegelbild wird immer nur zeigen, was in der Realität existiert, die gesehen wird. Für andere Ebenen der Realität, für die der Spiegel nicht geschaffen ist, ist er blind. Erstaunlich finde ich, dass mir die intellektuelle Einsicht in die göttliche Gemeinschaft der Dreifaltigkeit so lange verschlossen blieb. Seit ich  verstanden habe, bzw. zu verstehen beginne, dass sich hinter dieser Dreifaltigkeit eine existenzielle Einfalt verbirgt, die Gott selber entspricht und durch die Er uns seine wahre Natur zeigt, hat sich meine Welt völlig verändert. Dieses am-gleichen-Tisch-Sitzen mit Gott dem Vater, Jesus Christus dem Sohn und dem Heiligen Geist, ist wirklich wie ein anderes Leben, ein neues Leben, das gleichzeitig doch nicht neu ist, weil ich nicht erst sterben muss, um es zu erfahren. Gleichzeitig stimmt es, dass praktisch über Nacht der Tod seine scharfe Spitze für mich verloren hat. Der Schmerz, den ich mit dem Weggang aus dem Leben assoziierte, ist noch da. Aber die Enttäuschung darüber, nicht für meine Einzigartigkeit und Großartigkeit damit belohnt zu werden, dass ich einfach immer am Leben bleibe, ist fort. Blasphemie könnte man sagen, aber diese Wahnvorstellung entsprang, wie die Neugier nach dem Wesen Gottes, meiner kindlichen Natur. Einer Natur, die wir alle teilen.


[Bild: Andreij Rubljev, Dreieinigkeit, 1411-15]
[Zitat: aus C.S. Lewis, 
Mere Christianity”, 1944]