deutsche dichtung

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.
Wenn das Zufällige und Ungefähre
verstummte und das nachbarliche Lachen,
wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,
mich nicht so sehr verhinderte am Wachen–:

Dann könnte ich in einem tausendfachen
Gedanken bis an deinen Rand dich denken
und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),
um dich an alles Leben zu verschenken
wie einen Dank.

(Das Stunden-Buch, Das Buch vom mönchischen Leben, I,7)

If only it were silent for once.
If the random and approximate
were to quiet, and the neighbor’s laughter.
If the noise, which my mind makes,
were to stop keeping me from waking up–:

Then I could think up to your very edge
with a thousandfold thoughts
and hold on to you (for only the length of a smile)
in order to give a whole life away to you
in gratitude.

(The Book of Hours, The Book of Monastic Life, I.7)