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Wenn Volksvertreter gegen das eigene Volk vorgehen.

Rom. Im Wahlkampf vor wenigen Monaten sprach die jetzige Bürgermeisterin noch großspurig davon, man würde derlei Zwangsräumungen nicht mehr zulassen und sich statt dessen für die Interessen und Rechte der Bevölkerung einsetzen. Heute morgen nun ließ die neue Regierung der Stadt ihre Maske fallen…
Seit Wochen kämpfen junge Aktivisten dafür, daß zwei italienische Familien ihre Wohnungen behalten können. Eine Bewohnerin ist aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands täglich auf starke Medikamente angewiesen, ein Kind mit Behinderung lebt ebenfalls in dem Haus. Vor einigen Tagen waren bereits Polizei und Ordnungsamt aufgetaucht um die Haustür gewaltsam zu öffnen.
Die Aktivisten von CASAPOUND ITALIA und ihr Vize-Präsident Simone Di Stefano hatten sich seitdem mit den Bewohnern solidarisiert und das Haus in der Via del Colosseo besetzt. Natürlich fanden auch Gespräche mit der Obrigkeit statt und man erwartete eine Lösung, wohin denn die Familien umgesiedelt hätten werden können. Einige von ihnen bewohnen immerhin seit nunmehr 30 Jahren das Haus, das jetzt von der Stadt Rom anderweitig genutzt werden soll. Doch kein Politiker, kein “Volksvertreter”, kein italienischer Redenschwinger ließ von sich hören. Statt sich um das Wohlergehen der eigenen Bevölkerung zu sorgen, werden lieber Hotelzimmer für Einwanderer bereitgestellt. Auch die zahlreichen Hausbesetzungen durch Linksextreme werden in Rom und anderswo seit Jahren nicht nur geduldet, sondern obendrein noch finanziert.

Heute morgen ließ man nicht weniger als 60 Polizeibeamte, schwer ausgerüstet aufmarschieren. Der Einsatz stand in keinem Verhältnis - Die überwiegend jugendlichen Aktivisten verhielten sich völlig friedlich, während die Polizei äußerst brutal vorging. So wurde der Familienvater vor den Augen seines Sohnes zu Boden geworfen und in Handschellen abgeführt. Anschließend warfen die Beamten die persönlichen Dinge der Bewohner aus den geöffneten Fenstern. Viele Italiener äußerten sich schockiert über das drastische Vorgehen der Staatsdiener.
Neben Simone Di Stefano wurden 15 weitere Aktivisten festgenommen und inhaftiert. Zur Stunde demonstieren CASAPOUND-Anhänger vor dem Capitol in Rom, da immer noch keine Lösung für den Verbleib der jetzt obdachlosen Familien gefunden ist. Von den gewählten Volksvertretern fühlt sich offensichtlich niemand zuständig!

Die Winkekatze

Die Seife ist nicht besonders objekt-versessen. Manche Figuren haben Accessoires, die sie kenn- und auszeichnen. Den Macho das Goldkettchen, DJ-Zorro sein Hipster-Fahrrad, die Truckermütze die Truckermütze, doch seit sie sich akklimatisiert, die tiefste Provinz hinter sich gelassen hat, ward sie nur mehr barhäuptig gesehen.

Aber Dinge, die Menschen mit sich herumschleppen, von einem Umzug zum nächsten, durch ihr gesamtes Leben: Fehlanzeige. Der gängige Seifenheld häutet sich in viel zu schnellen Intervallen, als dass er Zeit für derlei Sentimentalitäten hätte.

Eines gab es dennoch. Die Winkekatze des Lottomillionärs. Seit ewigen Zeiten steht sie nun schon auf der Theke des Spätkaufs herum. Wie ein Orakel brachte sie ihm Glück, verhieß sein Schicksal. Sie stand für den Gewinn der Millionen, wachte über ihn, als es nur noch ums nackte Überleben ging und als er dann fort war, ein gebrochenes Herz und einen Freund zurückließ, nahm sich die Seife Zeit für ein langes, irgendwie schiefes Bild eines trauernden Freundes mit dieser Katze, der das Winken vergangen war.

Leider verrät die Seife diesen schönen Moment an die übliche Praxis des Cliffhangers. Denen die fortgehen, ist keines dieser letzten kanonisch-dramatischen Bilder vergönnt, es muss nun mal weitergehen und wer nicht mehr mitspielen will, dem wird nur nebenbei gedacht. Doch was für ein großes Bild ist es geworden, stark und melancholisch zugleich, ein Bild, wie gemacht für die Kategorie der letzten Bilder. Verschenkt. Wie schade.