denkst du manchmal an mich

hurricanesandbirds  asked:

Ich liebe ihn so unheimlich sehr, dass ich manchmal sogar glaube, es bringt mich um. Denkst du, dass man einen Menschen so sehr lieben kann, dass allein nur die Liebe einen zerstören könnte?

Ich habe mich jeden Tag gefragt wie es möglich ist, dass ich ihn so liebe. Jeden Tag, hat mir alleine meine Liebe zu ihm, den Atem genommen. Ich hab ihn so geliebt, die Vorstellung, er könnte alleine meine Hand halten, war für mich unmöglich. Es war zu schön, dieses Gefühl alleine bei der Vorstellung hat mich nicht mehr an diese Welt glauben wollen. Alles was mit ihn zutun hatte, war für mich zu schön, als dass es echt sein könnte, es war unrealistisch, obwohl ich es erlebte. Eine Nachricht von ihm alleine, hat mir den Atem genommen, mein Herz stoppen lassen. Ich dachte, ich überleb es nicht, wenn er wieder kommt und mich in seine Arme nimmt, aber jetzt wo ich weiß, er wird wirklich nicht wieder kommen, weiß ich, dass diese Liebe wirklich nicht für diese Welt war. Sie war nicht möglich, nicht erlaubt, zu schön, zu stark für diese Welt, um echt werden zu dürfen.

Abschiedsparty ohne dich

Das erste, was ich von dir sah, war dein offenes, schönes Gesicht. Da kannte ich nicht mal deinen Namen, und jetzt hast du ein Gedicht. Das lief doch eine Weile echt recht schön für dich und mich. Trotzdem ist das hier, deine Abschiedsparty ohne dich.

Vor knapp eineinhalb Wochen hab ich zuletzt mit dir gesprochen und mit diesem Blick, der Bände spricht, hast du gesagt, dass es zu Ende ist. Wenn ich heute daran denke, sitzt mir der Schock noch in den Knochen.

An dich denken muss ich trotzdem, muss uns Revue passieren lassen, weil ich doch krass überrascht bin, wie wenig wir zusammenpassten, obwohl wir uns doch mochten. Das will mir nicht aus dem Kopf gehen.

Mir scheint, du hast ein zweites, viel geheimeres Gesicht und eigentlich verdienst du gar kein eigenes Gedicht. Denn du hast dich entschieden, gegen uns und gegen mich, deshalb feier ich allein ‘ne Abschiedsparty ohne dich.

Ich hab extra 'ne CD gebrannt, mit allen unseren Lieblingsliedern. Dazu wird heute noch getanzt, und ab morgen dann nie wieder. Ich esse unsere Schokolade und trinke unseren Saft, auf uns beide: Ex und weg. Ich seh dich vor mir, wie du lachst, auf unserem ersten Polaroidbild, das jetzt zunehmend verblasst.

Das mit uns erscheint mir so wie ein weit entfernter Mond, wie ein flüchtiger Parfüm-Spot, in Schwarz-Weiß und ohne Ton, wie ein super kurzer Tagtraum, den es kaum zu träumen lohnt - gestern hab ich dir vertraut, heute vergesse ich dich schon.

Und du? Du willst jetzt noch mal mit mir reden?

Ich war ein offenes Buch, du nur ein knapper Klappentext. Das ist nicht nur nicht genug, sondern sogar ungerecht. Ich hab mich in dir getäuscht, so viel an uns war gar nicht echt. Und obwohl ich nicht will, seh ich dich lächeln in Flashbacks.

Und dann frag ich mich unentwegt, ob du noch manchmal an mich denkst, wohin du wohl als Nächstes gehst, wohin du jetzt dein Leben lenkst. Frag mich wen du als Nächstes küsst und bei wem du gerade bist. Doch am meisten will ich wissen, was so falsch gelaufen ist.

Und du? Du willst jetzt nochmal mit mir reden? Aber ich, ich will nicht nur nicht mit dir reden, ich wünschte, wir hätten überhaupt nie geredet.

Weißt du, warum Eichhörnchen immer so viele Nüsse vergraben? Weil sie vergessen, wo sie die bisherigen versteckt haben. Sie fangen immer wieder neu an, mit der gleichen Kraft. Ich wünschte, ich wäre wie sie.

Und ein allerletztes Mal denke ich an dein Gesicht und schreibe die letzten Zeilen in dein einziges Gedicht. Auch ich hab mich entschieden, für meine Werte und für mich, und so endet schließlich deinen Abschiedsparty ohne dich.