das was wir waren

menschen werden still wenn sie sich überflüssig fühlen
Im Grunde genommen besteht das Leben nur aus warten. Als wir kleiner waren, haben wir jeden Tag darauf gewartet groß zu werden. Als wir in der Schule waren, warteten wir jeden Tag aufs Nachhausegehen. Jeden Tag warten wir darauf, dass sich etwas verändert und zählen nachts die Stunden, die uns bis zum nächsten Tag bleiben.

Und eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.

Und die Geschichten die wir stattdessen dann erzählen werden, werden traurige Konjunktive sein wie “Einmal bin ich fast nen Marathon gelaufen und hätte fast die Buddenbrooks gelesen und einmal wär ich beinah bis die Wolken wieder lila waren noch wach gewesen und fast, fast hätten wir uns mal demaskiert und gesehen wir sind die gleichen.”

Und dann hätten wir uns fast gesagt wie viel wir uns bedeuten, werden wir sagen. Und dass wir bloß faul und feige waren, das werden wir verschweigen und uns heimlich wünschen noch ein bisschen hier zu bleiben.

Wenn wir dann alt sind und unsere Tage knapp, und das wird sowieso passieren, dann erst werden wir kapieren – wir hatten nie was zu verlieren denn das Leben das wir führen wollen, das können wir selber wählen.

Also lass uns doch Geschichten schreiben, die wir später gern erzählen. Lass uns nachts lange wach bleiben aufs höchste Hausdach der Stadt lachend und vom Takt frei die tollsten Lieder singen. Lass uns Feste wie Konfetti schmeißen, sehen wie sie zu Boden reisen und die gefallenen Feste feiern bis die Wolken wieder lila sind. Und lass mal an uns selber glauben.

Ist mir egal ob das verrückt ist und wer genau guckt sieht, dass Mut auch bloß ein Anagramm von Glück ist. Und wer immer wir auch waren, lass mal werden wir wir sein wollen.

Wir haben schon viel zu lang gewartet. Lass mal Dopamin vergeuden.

Der Sinn des Lebens ist Leben. Das hat schon Casper gesagt.

Let’s make the most of the night, das hat schon Kesha gesagt.

Lass uns möglichst viele Fehler machen und möglichst viel aus ihnen lernen. Lass uns jetzt schon Gutes sähen, damit wir später Gutes ernten. Lass uns alles tun, weil wir können und nicht müssen. Weil… jetzt sind wir jung und lebendig und das soll ruhig jeder wissen und unsere Zeit, die geht vorbei. Das wird sowieso passieren und bis dahin sind wir frei. Und es gibt nichts zu verlieren.

Lass uns uns mal demaskieren und dann sehen wir sind die Gleichen und dann können wir uns ruhig sagen, dass wir uns viel bedeuten. Denn das Leben das wir führen wollen, können wir selber wählen.

Also los. Schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen.

Und eines Tages Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die für immer unsere sind.

—  Julia Engelmann (One day)
Weißt du wie glücklich ich war als wir wieder miteinander geredet haben? Weißt du , dass das eines der schönsten Momente in den letzen Wochen war? Weißt du, dass ich heute noch dran denk als ob es gestern war?
—  Gedankenreise
Ich vermisse die Zeit, in der wir für einander da waren und wir uns gegenseitig Halt gaben. Die Zeit, in der du glücklich warst, bei mir zu sein und es für uns beide nichts schöneres gab als zusammen zu sein. Die Zeit, in der wir uns alles anvertraut haben und keine Geheimnisse voreinander hatten. Ich vermisse die Zeit, in der wir beide noch so unbeschwert waren und zusammen gelacht haben. Und ich vermisse deine Liebe. Deine Zuneigung fehlt mir, aber vor allem fehlst du mir. Du fehlst mir jeden Tag. Ich will und kann einfach nicht wahr haben, dass es jetzt so ist, wie es ist, wo es am Anfang doch so gut war. Und ich verbringe jeden Tag damit, mich zu fragen, was eigentlich passiert ist. Ich wünschte, ich würde eine Antwort auf diese Frage finden, aber eigentlich wünsche ich mir nur diese Zeit zurück, ich wünsche mir dich zurück.
Wir waren immer füreinander da, warum kann es nicht so sein, wie es früher einmal war?
—  Eko Fresh - Alte Zeit