das christentum

Highlights aus der Nachhilfe

Eine Liste von Dingen, von denen ich immer noch nicht glauben kann, dass sie zur Sprache kamen.
Die Schüler waren 6-18 Jahre alt.

  • was ist/sind…
    …9/11?
    …Tokio Hotel?
    …Brühwürfel?
    …Hyazinthen?
  • nicht alle Mädchen stehen auf Shoppen und nicht alle Jungs verabscheuen es
  • Bienchen und Blümchen:
    1. Heirat ≠ Kinder - Kinder gehen auch ohne Heirat, Kinder folgen nicht zwangsläufig auf Heirat
    2. [mit hochrotem Kopf geäußertes Geräusch zwischen Kichern und Prusten] muss zuerst passieren, sonst wird’s nix mit Kindern
  • Asterix kommt aus Frankreich Gallien
  • warum die Menschen in Australien nicht über Kopf laufen/vom Planeten fallen (neeeiiiiin, Marie, du wirst jetzt nicht vom Tisch hüpfen, um die Schwerkraft am eigenen Leib zu erfahren)
  • die Entstehungsgeschichte der Maultasche und warum sie “Herrgottsbscheißerle” genannt wird
  • Tampons (gar nicht so einfach, wenn die Jungs sich alle entsetzt die Ohren zuhalten)
  • Der Typ auf dem 90.-Geburtstag-der-Queen-Geschirrhandtuch ist nicht Slenderman, sondern Prinz Philip
  • Robin Hood
  • Peter Pan (nicht Robin Hood)
  • Disney-Filme und Grimms Märchen sind zwei Paar Stiefel
  • der feine Unterschied zwischen Qualen und Quallen
  • Antike Götter haben ständig ihre Geschwister geheiratet, aber das ist ok, weil sie Götter sind
  • antike Götter allgemein (das waren die besten Stunden, tbh)
  • wie macht man schwäbischen Kartoffelsalat
  • Lisa & Lena, dear god why
  • “ich will dir auf keinen Fall das Christentum aufdrängen, aber du wirst in Europa nun mal nicht umhin kommen, dich wenigstens marginal damit zu befassen”
  • der feine Unterschied zwischen “produzieren” und “provozieren”
  • “da lagen Sexualkundebücher! auf!! dem Lehrer!!! seim Pult!!!! :O ”
  • Injektionsnadeln: lieber in der Armbeuge oder auf dem Handrücken? Discuss.
  • die miserable Arbeit der Englisch-Fachberater in BW/RP Stuttgart (sorry, falls ihr das lest, aber - *~the ambiguity of belonging~* - ernsthaft?)
  • und meine Lieblingsfrage, weil sie ein solches Vertrauen in mein Wissen ausdrückt: “Frau _____, wann stirbt die Queen?”

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Goðafoss: Ein weiterer Blick auf den Goðafoss, den “Götterwasserfall” im  Norden Islands, wo das Wasser des Skjálfandafljót etwa 12 Meter in die Tiefe stürzt. Hier wieder mal eine Variante für die Freunde der S/W-Fotografie.

Die Sage besagt, dass hier der Gode Þorgeir ca. 1000 n. Chr. die letzten heidnischen Götterbilder in den Goðafoss geworfen hat, nachdem das Christentum als Staatsreligion beschlossen wurde.

Der Wasserfall ist problemlos über die Ringstraße #1 erreichbar. Über die westlich und östlich vom Skjálfandafljót nach Südwesten verlaufenden Straßen #842 und #844 kommt man zur F26, der Sprengisandsleið, an dessen nördlichem Anfang der Aldeyarfoss auch sehr sehenswert ist. Der liegt allerdings schon an der F-Straße und darf mit einem normalen Miet-PKW nicht angefahren werden.

Heute Morgen treffe ich im Flüchtlingsheim diesen Mann mit dem Namen Ibrahim. Er steht lässig am Geländer und hört ein bisschen Musik. Ich gehe spontan auf ihn zu, denn er wirkt – obwohl er leicht in sich gekehrt ist – sympathisch.

Ibrahim trägt heute eine Sonnenbrille, weil er in der Nacht nicht schlafen konnte. Er habe sich viele Gedanken gemacht – und das höre ich von vielen Flüchtlingen. So frage ich nicht weiter nach und lenke das Thema auf seine Heimat.

Zuhause in Constantine, einer Großstadt in Algerien, arbeitete Ibrahim bei der Polizei, als sein Freund, der auch als Polizist arbeitete getötet wurde. Ibrahim macht ein symbolisches Zeichen, das zeigt, wie man jemandem den Hals durchschneidet.

Was das wohl mit einem Menschen macht, wenn er mitbekommt, dass sein (vielleicht bester) Freund getötet wird? Ich weiß es nicht. Doch ich weiß, dass auch ich nicht schlafen könnte. Dass ich mir Gedanken machen würde, vielleicht sogar Schuldgefühle hätte. Ich möchte nicht mit Ibrahim tauschen.

Der Mord an seinem Freund war auch der Grund für seine Flucht nach Deutschland, die er unter anderem mit einem Boot bewältigte. Ibrahim ist einer der Glücklichen, die es geschafft haben und erklärt mir, dass er für die ganze Reise aus seiner Heimat ca. 22 Tage gebraucht habe.

Ibrahim glaubt an Gott, er ist Muslim. Ich erzähle ihm, dass ich Christ bin und er lächelt. Wir sind beide der Meinung, dass der Islam und das Christentum viele Gemeinsamkeiten teilen.

Auf die Frage, ob er häufig bete, zeigt er auf die Gegend des Herzens und erklärt mir: „My God is in my heart“. Ich verabschiede mich mit einem Handschlag und sage ihm, dass ich finde, dass er „ein guter Mann“ sei. Und das glaube ich auch.

Ibrahim, willkommen in Deutschland. Ich bin froh, Dich heute kennengelernt zu haben und wünsche Dir, dass Du niemals die Hoffnung verlieren wirst. Mögest Du Ruhe finden und schlafen können. Mögest Du all das verarbeiten, was Du erlebt hast. Mögest Du Hilfe und Freunde finden – hier in unserer Gesellschaft. Friede mit Dir.