daheim

Und wenn die Zeit gekommen ist...

… etwas aufzugeben, dann gib es auf…

Das daheim sein fühlt sich grad scheisse an!

Nicht, weil ich lieber in der Reha wäre, nein!

Die letzten zwei Wochen dort waren sehr schön und wohltuend und aufbauend, da ich vieles endlich beginnen habe anzunehmen und zuzulassen. Es gab soooo viel tolles Feedback für mich und viele wunderbare, bereichernde Begegnungen…

Und nun bin ich wieder daheim. Seit einer Stunde etwa.

Mein Bruder (mit dem ich derzeit noch in einer WG wohne) hat mich nicht mal richtig begrüßt, die Bude sieht so naja aus… Und dann werd ich angeranzt… Und stehen gelassen… Weil ich gewagt habe zu sagen “ich habe mir das heimkommen anders vorgestellt”…

Und ich…
Ich will am liebsten grad wieder umdrehen und weg! Einfach nur weg!

Ich hab mich echt auf daheim gefreut und mir ging es richtig gut die letzte Zeit und grad weiß ich gar nicht ob ich überhaupt hier sein sollte und will…

Es wird Zeit!
Der Neuanfang ist mehr als nötig und ich werde die nächsten vier (waaaas? So lange noch?!?) Monate ausgiebig nutzen, um genau diesen vorzubereiten!

Und bis dahin, wie immer, das beste aus allem machen!

Willkommen im Leben :P

01.07.2015

Ich weiß.
Bei dir ist immer eine Kammer für mich frei.
Du verlangst dafür nichts.
Außer, dass du auch spät abends noch bei mir klingeln kannst.
Um dir eine Umarmung zu holen.
Für die Nacht.

Ich weiß.
Wo deine Hintertür ist.
Und wie die Parole lautet.
Um zu dir zu gelangen. Auch wenn Sperrstunde ist.
Du verlangst dafür nichts.
Außer, dass ich es geheim halte.
Und niemandem davon erzähle.
Dass du manchmal einsam bist.

Ich weiß.
Wo du den Schlüssel versteckst.
Wenn du mal verschlossen bist.
Um mir offen gegenüberzutreten.
Du verlangst dafür nichts.
Außer, dass ich meine Schlösser offen halte.
Wenn du in der Stadt bist.

Ich weiß.
Wenn du nicht da bist.
Dann kann ich in deinem Bett schlafen.
Weil wir beide uns riechen können.
Und es dir nichts ausmacht.
Wenn ich die Laken zerwühle.
Du verlangst dafür nichts.
Außer, dass ich dir eine Decke übrig lasse.
Für den Fall, die Ferne ist dir plötzlich zu weit.
Und du kommst heim.
Wenn ich schon schlafe.

Ich weiß.
Du hast Bilder von mir an deiner Wand.
Und ich kann mich mit deinen Augen sehen.
Wenn ich mal nicht mehr weiß.
Wer ich bin.
Du verlangst dafür nichts.
Außer, dass ich einen Spiegel auf der Zunge trage.
Und einen im Herzen.
Für dein Gesicht.

Ich weiß.
Es ist ein wenig wie heimkommen.
Wenn ich an dich denke.
Weil ich nicht überlegen brauche.
Wo etwas steht.
Wenn ich etwas brauche.
Und wo das Licht angeht.
Wenn ich schwarzsehe.
Du verlangst dafür nichts.
Außer, dass ich alles an seinem Platz lasse.
Weil es gut so ist.
Wie es ist.

Ich weiß.
Es zu schätzen.
Und es gibt nichts.
Was ich dafür verlangen würde.
Weil es alles ist.
Auf dieser Welt.
Was man bekommen kann.

— 

Felix Wetzel, Daheim