dachboden

Ich liebe Dich


schreibe ich nicht in den Sand am Meer
die Flut wird es eh zerstören
Ich liebe Dich
ritze ich nicht in die Baumrinde am Waldrand
der Baum wird mit der Zeit gefällt
Ich liebe Dich
schreibe ich nicht in mein Tagebuch
denn es kann abhanden kommen
Ich liebe Dich
schreibe ich nicht in meine Liebesbriefe
denn sie landen in einer Zeit-Kiste
auf dem Dachboden.

Ich liebe Dich
schreibe ich in mein Herz,
ganz tief hinein
in meine Gedanken,
in mein Handeln und Tun,
in meine Worte,
in meine Augen,
damit es bleibt …
lange bleibt ….

© ÉmiRennart

Auf dem blanken Schirm Deines Tages bewegen sich die Schatten der Menschen. Ich sehe sie und weiß, dass sie es nicht sind. Ich beschaue mich selbst, mein Antlitz und meine Hände, und ich weiß, dass ich es nicht bin. Auf dem weißen tuche dieser unruhigen Welt bewegen sich die Menschen wie Schatten: sie lieben sich und tragen Lieben, sie hassen und verachten sich; doch all ihr Streben ist das Streben von Schatten und müßige Eitelkeit. Wir sind Schatten auf dem Schirm Deiner Zeit; aber Du hältst uns in Deiner Hand im Lichte Deiner Ewigkeit. Wir sprechen von Streiten und Leiden, von Überwindung, von Ende und Schmerz.

Aber in Deinem Licht heißt alles Liebe, und darum ist das ganze Leben ein sehnsüchtiges Warten, um durch Deine Hand im Glanz Deines flammenden Lichtes auf dem weißen Schirm Deiner unruhigen Welt bewegt zu werden.

Soeroto, Göttliches Schauspiel

Gedankenschachteln

Beim Aufräumen habe ich
in einer Ecke des Dachbodens
leere Pappschachteln gefunden,
etwa zwanzig an der Zahl.
Was soll ich damit machen?
Am besten werde ich darin
meine Gedanken sortieren,
die kleinen und die großen!
Hoffentlich passen sie
alle hinein…

– © bah, Nov.2014
(mit Dank an Renate für ihren originellen Einfall!)