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Tatort Stadt Preisträger "Parlament der Visionen"

Aufgabenbeschreibung:
Am “Tatort” Offenbach waren neue Ideen und Konzepte für eine Beteiligung der Öffentlichkeit im Rahmen der Vorbereitung eines städtebaulichen Wettbewerbs zum Platzumbau zu entwickeln. Dabei bestand die Herausforderung vor allem in der Berücksichtigung der vielfältigen Nutzerinteressen an dem zentral gelegenen öffentlichen Raum sowie an der Einbeziehung sowohl von Passanten wie Anwohnern und Geschäftsleuten.

Kurzbeschreibung des Projekts “Parlament der Visionen”

Ziel des Verfahrens ist die ergebnisoffene Suche nach Entwicklungsmöglichkeiten eines städtischen Ortes unter Einbeziehung einer möglichst breiten Öffentlichkeit. Dabei steht die Aktivierung zur Auseinandersetzung und Sensibilisierung für die Probleme und Potenziale des Ortes im Fokus. In vier Schritten werden unterschiedliche Beteiligungsformen angeboten:

Der erste Schritt, die partizipatorische Bestandsaufnahme, ermöglicht eine niedrigschwellige, sogar rein passive Teilnahme am Verfahren. Kooperationen, eine Ausstellung, Stadtbegehungen, ein Marktplatzarchiv und das Marktplatz-Forum schaffen die notwendige Öffentlichkeit. Im zweiten Schritt werden in mehreren ganztägigen Terminen freie Entwürfe in Form von Szenarien erstellt, die von begleitenden Experten im bereichernden Diskurs qualifiziert werden. Mögliche Szenarien, die mit überschaubarem Aufwand erprobbar sind, werden in einem dritten Schritt über temporäre Aktionen umgesetzt und ausprobiert. Im vierten Schritt findet die Auswertung statt. Die Erfahrungen werden zusammengetragen und bilden die Entscheidungsgrundlage von mehrtägigen Evaluierungswerkstätten. Hier werden Nutzungskonflikte und Synergien am Modell deutlich und damit verhandelbar. Am Ende steht eine gemeinsame Zukunftsvision, die als Ergebnis in den anstehenden Wettbewerb einfließt.

Auszug aus dem Juryprotokoll
“Das Parlament ist sowohl als gut kommunizierbarer Begriff als auch als Instrument eine überzeugende Idee. Gleichzeitig verfügt der Ansatz über eine hohe Flexibilität. Verfahrensaufbau, Referenzen und Aufbereitung sind professionell. Der Zeitaufwand für das dargestellte Vorgehen wird allerdings als hoch eingeschätzt, auch wenn das Team ein großes Zeitbudget mitbringt. …”

Die Stipendiaten:
CITYDIDACTICS: Ragna Körby und Tobias Kurtz, beide Dipl.-Ing. Stadt- und Regionalplanung, Abschluss März 2011 bei Prof. Dr. Dolff-Bonekämper am Institut für Stadt- und Regionalplanung  und bei Prof. Dipl.-Ing. Stollmann am Chair of Urban Design + Architecture

CITYDIDACTICS mit dem Parlament der Visionen in der Presse!

in der Frankfurter Rundschau:  “Tatort Stadt

“Ihr Konzept sieht vor, neben Anwohnern und Geschäftsleuten auch Menschen anzusprechen und „aus ihrem Alltag abholen“, die solchen Prozessen sonst eher fern bleiben, und eine möglichst breite Öffentlichkeit zu schaffen. Dabei, sagen die Planer, gehe es um die Frage, wie man seine Stadt wahrnehme und wie man sie sich aneignen könne. Dazu soll es eine Anlaufstelle vor Ort geben, eine Ausstellung und Workshops, einen Ideenbasar und Führungen etwa mit Schülern oder mit Behinderten, stets mit dem Ziel, von eben diesen Zielgruppen etwas über ihre Bedürfnisse und Anforderungen zu erfahren.”

und in der Offenbach Post: “Bürger redet vorher mit

“Mustafa Tazeoglu, Mitinhaber der Stadtentwicklungsagentur „Urban Rhizome“ und Pate der Stipendiaten, hat nach eigenen Worten schon „viele kranke Städte“ gesehen. Geboren und aufgewachsen ist Tazeoglu in Duisburg-Marxloh, einem Viertel, das immer dann genannt wird, wenn die Rede ist von Ghetto-Bildung, Armut und sozialem Abstieg. Er verspürt aktuell einen Drang der Menschen, „an öffentlichen Projekten mitwirken zu wollen“. Erfrischend neu ist für ihn das „Parlament der Visionen“, Körbys und Kurtz’ idealtypisches Partizipationsverfahren.”