bulemie

Meine Familie sitzt beim Essen und irgendwie kommt dass Thema Essstörungen auf. Sie reden von Magersucht und Bulemie. Sie reden von viel zu dünnen Mädchen und fragen sich wie es ein Problem sein kann zu essen.
Ich sitz dabei und schau in mein Essen. Im Kopf die Kalorienzahlen und das Fett an meinen Beinen. Die Erinnerungen an die Zeit, als ich nach dem Essen gekotzt habt kamen hoch. Plötzlich kommt dieses ekelhafte Gefühl nichts essen zu dürfen hoch und das Kauen und Schlucken fällt mir immer schwerer.
Meine Familie redet weiter darüber und kommt dann zu dem Schluss, dass sie froh sind, dass ich normal ess.
Ich nicke nur und versuch normal weiter zu essen.

Keiner wird mir je ansehen, dass ich nah an einer Essstörung war und ständig droh da wieder reinzugeraten.
Keiner wird es sehen, keiner merken und keiner wird mir helfen…

Freunde bieten einem was zum essen an aber man lehnt es immer und immer wieder ab weil man am ende sowieso nur als das fette schwein dargestellt wird wenn man was isst und isst man mal nix kommt sowas wie : wieso isst du niee was ?? Hast du bulemieee ? :o und dann lachen sich sich tot....( HAHAHAHAHA. wenn ihr nur wüsstet..)

verdammtes leben.

Spiegelfrau

Und wieder steht Sie da, die Frau, die vor wenigen Monaten noch 25 Kilo mehr gewogen hat.
Ihre Sachen sind ihr viel zu groß, aber Sie trägt sie trotzdem.
Niemand darf ihr Geheimnis kennen, ihr kleines süßes Geheimnis.
Ihr Selbsthass hat Sie so sehr zerstört, dass Sie sich noch mehr zerstört, jeden Tag.
Und nun steht Sie da. Vor mir. Die Augen leer. Der Körper versteckt.
Ihr Gesicht ist blass. Sie hat sich verloren.
Ich versuche ihre Hand zu ergreifen, ich will ihr helfen.
Ich muss ihr helfen!
Aber das einzige was ich spüre ist diese kalte Scheibe zwischen uns.
Ich kann nichts tun.
Ich kann nur hoffen, dass ich Sie morgen wiedersehe..

Blumen

Kennt ihr das auch? 

Ihr steht vor dem Spiegel und denkt euch. “Es ist kein Wunder ,dass du Single bist. Du bist so unglaublich hässlich” und dann rennt ihr ins Bad und versucht mit aller Gewalt euer heutiges essen wieder aus eurem Körper zu bekommen. Nein?! ich schon. Es ist schrecklich. Ich habe sofort ein schlechtes Gewissen und würde es am liebsten Rückgängig machen. Im nächsten Moment wünsche ich mir einfach das überhaupt nicht tun zu müssen weil ich jemand anders sein will. Beispielsweise eines dieser Mädchen von meiner Schule. Mit der perfekten figur und diesen Profilbildern die 200 Likes haben. meine mikrigen 20 … :/

*Weil wir sind, wie wir sind, sind wir nicht, wie wir gern wärn

Und du wärst gern wie sie – so schön schlank und elegant
mit ner schmalen Wespentaille und mehr Busen als Verstand.
Und du wärst gern wie er – Weiberheld mit dicker Karre,
mit mehr Kohle auf der Bank – die reicht selbst für Wintertage.
Und du wärst gern wie sie – ihr fällt jede Prüfung leicht,
und ihr Daddy finanziert sie, er ist Bänker, sündhaft reich.
Und du wärst gern wie er – ihm fällt nichts im Leben schwer.
Job, Familie, Freundin, Freizeit – Ehrenamt noch neben her.
Und du wärst gern wie sie – sie hat Glück und wird geliebt.
Und ihr Freund ist ein Adonis, schreibt ihr jetzt ein Liebeslied.
Und du wärst gern wie er – er witzig und charmant,
elegant und gut erzogen – ihm frisst jeder aus der Hand.
Und sie wären gern wie andre – doch sind leider, wie sie sind.
Und der Neid ist ihr Begleiter – Klotz am Bein und siebter Sinn.

Weil wir sind, wie wir sind, sind wir nicht, wie wir gern wärn.
Und wer sieht noch den Sinn, kann den Wahnsinn hier erklärn.
Die Fassade scheint bunt, doch der Schimmel sitzt innen.
Jeder lächelt halb tot, um sein Spiel zu gewinnen.

Und sie ist so schön schlank, elegant – Männertraum,
doch ist seelisch kaputt, Bulemie – merkt es kaum.
Und er fährt nen Ferrari und schleppt jede ab.
Doch ist wirklich allein, hatte nie einen Vater gehabt.
Und als Prüfungsergebnis steht glatt eine Eins.
Geld ersetzt Vaterliebe– er hat grad keine Zeit.
Und ihm fällt echt nichts schwer – alles läuft wie nach Plan,
doch er schufftet wie'n Tier – hat Urlaub nie gekannt.
Und ihr Freund sieht gut aus, singt und spielt noch Klavier,
aber nicht nur für sie – sie eine von vier.
Und er ist so gewitzt, ein Charmeur vor dem Herren
doch verbirgt seine Liebe – denn er mag lieber Herren.
Und sie sind wie sie sind – einfach Menschen nicht mehr.
Und das Leid ihr Begleiter – die Wahrheit wiegt schwer.

Weil wir sind, wie wir sind, sind wir nicht, wie wir gern wärn.
Und wer sieht noch den Sinn, kann den Wahnsinn hier erklärn.
Die Fassade scheint bunt, doch der Schimmel sitzt innen.
Jeder lächelt halb tot, um das Spiel zu gewinnen.


*“Weil wir sind, wie wir sind, sind wir nicht, wie wir gern wärn.” – Zitat Prezident