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Auf diesem gerade in einem Stapel vergessener Post aufgetauchten Umschlag aus dem Jahr 1979 finden sich äußerst bemerkenswert unterschiedliche Dimensionen Kommunikationsgeschichte auf kleinstem Raum referenziert, die wir unbedingt hier dokumentieren wollen. 

Oben sieht man wunderbar und ohne auch nur eine verletzte Zacke einen vier Exemplare der Sonderbriefmarke zur Internationalen Funkausstellung 1979 en bloc (ausgegeben am 12. Juli des Jahres, Michel-Nummer 600), welche die Innovation der bildschirmbasierten Textkommunikation im zeittypisch abgeschrägten Screendesign und passender Farbwahl verkündet. Ergänzt wurde das Ensemble durch die etwas isoliert erscheinende Gedenkmarke 125 Jahre Litfaßsäulen in Berlin vom 14. November, die in ihrer Gestaltung an die Welt des Kupferstichs erinnert (Michel-Nummer 612). 

Die Aushänge, um die sich drei Männer, ein Knabe und ein Hündchen auf Berliner Katzenkopfpflaster scharren, werben für ein Konzert und möglicherweise - Christ - für eine kirchliche Veranstaltung, also für Formen der Vortragskultur. Die Briefmarke an sich wäre schließlich die vierte Variante eines Kommunikationsmediums, die wir aber gern mit der Idee der Postsendung zusammenfassen, deren äußere Hülle unübersehbar auch noch handschriftliche Spuren trägt. 

Die Ausgaben stammen übrigens aus dem Programm der Deutschen Bundespost Berlin, also den Briefmarken, die für Westberlin ausgegeben wurden, allerdings auch in der Bundesrepublik Deutschland gültig waren und zwar bis zum 31.12.1991. Bei Philatelistinnen und Philatelisten deren Herz in Richtung Vollständigkeit schlägt, ist dieses Sammelgebiet deshalb durchaus beliebt. Es gibt nämlich insgesamt nur 875 reguläre Markenausgaben und dies aus einer sehr philateliebewussten Epoche, so dass viele Exemplare erhalten sein dürften. Darunter befindet sich nicht zuletzt auch ein, wenn man so will, Klassiker der Bibliophilatelie, den wir vor langer Zeit einmal in LIBREAS abgebildet haben.

(bk, Berlin, 05.04.2016)