besorgnis

19.10.2016, nachts..

»Brett?«

»Hm?«

»Kannst du mich… einfach nur in den Arm nehmen? Ich… brauch das jetzt einfach. Ich weiß nicht, ob ich sonst einschlafen kann..«

*kurz zöger*

»Ja, klar..« *flüster*

*sie heran zieh* *Arme um sie schling* *über den Rücken streich*

*Kuss auf Schläfe geb* Alles wird gut, Kleines.. Ich bin da. Beste Freunde müssen ja in solchen Zeiten erst recht füreinander da sein, oder?«

Aber als Schiller gestorben war, war eine große Besorgnis, wie man es Goethe beibringen wollte. Niemand hatte den Mut, es ihm zu melden. Meyer war bei Goethe, als draußen die Nachricht eintraf, Schiller sei tot. Meyer wurde hinausgerufen, hatte nicht den Mut, zu Goethe zurückzukehren, sondern ging weg, ohne Abschied zu nehmen.
Die Einsamkeit, in der sich Goethe befindet, die Verwirrung, die er überall wahrnimmt, das Bestreben, ihm auszuweichen, das ihm nicht entgehen kann, – alles dieses lässt ihn wenig Tröstliches erwarten.
»Ich merke es«, sagt er endlich, »Schiller muss sehr krank sein«, und ist die übrige Zeit des Abends in sich gekehrt. Er ahnte, was geschehen war. Man hörte ihn in der Nacht weinen.
Am Morgen sagt er zu einer Freundin (Christiane): »Nicht wahr, Schiller war gestern sehr krank.«
Der Nachdruck, den er auf das »sehr« legt, wirkt so heftig auf jene, dass sie sich nicht länger halten kann. Statt ihm zu antworten, fängt sie laut an zu schluchzen.
»Er ist tot?« fragt Goethe mit Festigkeit.
»Sie haben es selbst ausgesprochen!« antwortet sie.
»Er ist tot«, wiederholt Goethe noch einmal, wendet sich seitwärts, bedeckt die Augen mit den Händen und weint, ohne eine Silbe zu sagen.
—  Heinrich Voß darüber, wie Goethe von Schillers Tod am 9. Mai 1805 erfahren hat, in einem Brief an Christian Niemeyer vom 12.08.1806
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Besorgnis, Unruhe, Verzweiflung, Qual, Seelenpein, rauchen.

licht

nachts wenn du schläfst
und die welt um uns herum leise ist
dein puls sich beruhigt
und du in meinen armen liegst
denkst du dann an dasselbe wie ich?

dass ich dich, ohne weiteres,
nicht mehr hier entbehren kann
und dass du bleiben sollst,
hier, an meiner seite,
im dimmernden kunststofflicht
bei brennenden kerzen und tosender besorgnis

dass du und ich uns verlieren
hier, in dieser grausamen finsternis
(oder nur im grellen neonlicht?)

@indie-vidualist