bemitleiden

Ich bin die Frau, die allein lebt. Ich habe keinen Ehemann, keine Kinder, keinen Liebhaber, nicht einmal eine Katze. Bitte denkt nicht, dass es mir etwas ausmacht, allein zu leben, in meinem alten Haus, mit all meinen Sachen. … Ihr, die ihr nicht den Mut habt, allein zu leben, wagt es nicht, mich zu bemitleiden. … Wir, die wir allein leben, können seltsame Angewohnheiten entwickeln, weil es niemanden gibt, der uns darauf aufmerksam macht. Manchmal ziehen wir nur einen Strumpf an. Manchmal führen wir Selbstgespräche in der warmen Nachtluft. …
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Steven Millhauser: Zaubernacht

Eigentlich sollte ich dich bemitleiden

Dafür dass du alles daran setzt dass alles den Bach herunter geht. Dafür dass du nicht stark genug bist gegen deine Psyche zu kämpfen. Dafür dass du nicht stark genug bist überhaupt mal zu kämpfen. Aber du hast dir den Verdienst verspielt dafür Mitleid zu erregen.

Ich habe mich immer gefragt warum man etwas dass man liebt so kaputt machen kann. Warum der Drang alles dafür zu geben dem Drang unterliegt seine Sturheit durchzusetzen. Wenn man etwas wirklich will kämpft man dafür.

Ich hab’s verstanden warum.
Weil’s nie um aufrichtige Liebe ging.

Ob ich denke er würde mich in die Arme nehmen, wenn er weiß wie ich denke? Das hier ist kein Film, das hier ist mein Leben und es ist real. Es würde ihn nicht interessieren. Er würde mich als ein Wrack sehen und mich bemitleiden. Aber er würde mich nicht lieben.