bargeldloses zahlen

Warum meine Kinder kein Kokain zwischen die Finger bekommen werden

External image

Ich hab kein Bock mehr auf Bargeld. Bereits jetzt zahle ich überall wo es geht mit Karte. Oder wie mein Tankstellenwart jetzt sagen würde “mit Plastik”. Ja mit Plastik. Am liebsten noch per Smartphone. Möglichst einfach, schnell und vor allem ausnahmlos. Gott sei Dank ist in dem Bereich (mal wieder) einiges in Bewegung. So viel dass meine Kinder (nein ich hab noch keine) Geldscheine nur noch als nostalgische Dekoration an ihre Zimmerwände hängen werden wie heutzutage Schallplatten.

Natürlich gibt es da noch massive Probleme zu lösen. Womit sollen Rapper in Musikvideos rumwerfen? Was steckt man Tänzerinnen im Stripclub zu? Womit wird gekokst? Da werden aber sicherlich auch noch innovative Lösungen gefunden werden.

10 Gründe warum die Welt ohne Bargeld besser wäre:

1. Kürzere Wartezeiten an der Supermarktkasse

2. Keine aggresiven Blicke wenn man im Supermarkt 3,42 mit Karte zahlen will

3. Keine augebleichten Stellen an der Jeans wegen überfüllen Geldbörsen

4. Endlich genügend Platz für die wichtigen Dinge in den Hosentaschen (Autoschlüssel, Phone, Kaugummis, Kippen, Kondome)

5. Keine Suche nach Geldautomaten wenn keine Kartenzahlung möglich ist

6. Nie mehr peinliche Situationen beim Bezahlen weil man zu viel/wenig Geld hinlegt da plötzlich das mathematische Niveau eines Vorschülers eintritt

7. kein schlechtes Gewissen beim Shoppen

8. weniger Kriminalität (Geldschmuggel, Fälschung, Verschleierung)

9. Keine Löcher mehr im Garten

10. Bessere Dokumentation/Kostenkontrolle

Ich glaube fest an die Vorteile und bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung. Natürlich muss die Sicherheit und Einfachheit gewährleistet sein. Dann ist es durchaus realistisch dass meine Kinder nicht mit Kokain in Berührung kommen. Jedenfalls nicht durch Reste auf Geldscheinen.

2007-2015

Der gläserne Studentenmagen

Von Oktober 2007 bis zum Sommer 2015 habe ich in Berliner Mensen gegessen. Bezahlt wird in den Mensen bargeldlos mit einer Chipkarte, der MensaCard, aufgeladen wird die Karte an Automaten, die Scheine und teilweise auch Münzen annehmen. Über die Jahre habe ich immer die gleiche Karte verwendet. Hin und wieder hat mich das spekulieren lassen, wie viel ich wohl mit ihr in der ganzen Zeit umgesetzt habe.

Deshalb schicke ich eine Anfrage an die Mensa-Infostelle und erhalte zwei Tage später von einem Mitarbeiter der Datenverarbeitung eine Excel-Tabelle, die in 1453 Zeilen alle Saldos seit dem Kauf der Karte am 15. Oktober 2007 enthält, einschließlich Datum und Uhrzeit. Insgesamt habe ich 2125,28 € mit der Karte gezahlt, bei 1087 Zahlvorgängen. 2125,28 – eine Zahl, nur 0,69-mal so viel wie das Techniktagebuch derzeit Einträge hat, aber nicht weit entfernt von der Fläche des Saarlands in Quadratkilometern.

Durchschnittlich habe ich bei einem Bezahlvorgang 1,98 € ausgegeben. Ich habe die Karte 365-mal aufgeladen, durchschnittlich mit 5,81 € (min. 0,50 €, max. 20 €). Der höchste Betrag, den ich jemals auf der Karte hatte, war 23,12 €. Ich weiß noch, dass ich lange Zeit auf 5-Euro-Scheine geachtet habe, damit ich die Karte immer mit einem kleinen Betrag aufladen konnte, denn ich könnte sie ja einmal verlieren und dann wäre es weg, das große Geld.

Seit Ende 2013 konnte man mit der Karte auch in der Bibliothek kopieren, auch wenn ich diese Möglichkeit nur noch sehr selten genutzt habe. Daraus ergibt sich der kleinste Betrag von 0,05 € für eine kopierte Seite. Die höchste Ausgabe sind 6,70 € für ein Essen an meinem 21. Geburtstag, mitten in den Semesterferien – damals war das dann wohl meine Vorstellung von »schlemmen« oder »sich was gönnen«.

(Felix Lorenz)