baikalsee

Crowdfunding-Kampagne von ScoutingTrain 2014. 15 Nationen - eine Idee: Frieden durch Begegnung und Vernetzung. 400 PfadfinderInnen machen die Welt ein bisschen besser, als sie sie vorgefunden haben. Unsere Vision: Ein reales, gelebtes Netzwerk von jungen EuropäerInnen! www.scoutingtrain.org

25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer schwelen die Konflikte in Osteuropa wie schon lange nicht mehr. Die Organisatoren des ScoutingTrain haben sich gerade jetzt zum Ziel gesetzt, ein Zeichen zu setzen um auch die “Mauern in den Köpfen” einzureißen. Interkulturelles Verständnis muss gelebt werden, darum wird im Sommer diesen Jahres ein Zug mit 400 Pfadfindern verschiedenster Nationalitäten in Richtung Baikalsee fahren.

Um das Projekt im vollen Umfang durchführen zu können fehlt allerdings noch Geld. Wenn ihr also ein paar Euro entbehren könnt, helft ihr mit, dass sich die Menschen in Europa/Eurasien näher kommen. Dass internationale Begegnungen und Projekte die Erde vielleicht zu einem etwas besseren Ort machen.

Auch ohne Spende könnt ihr helfen - Diesen Beitrag teilen kostet nichts und treibt das Projekt trotzdem an. Danke!

Bei Fragen stehe ich natürlich gern zur Verfügung.

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Frühling am Baikal - als Lichtblick im beginnenden Winter hier Frühlingsimpressionen vom Baikalsee

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Mein größter Traum, war es die Baikalrobben zu sehen. Ja ihr habt richtig gehört, am Baikalsee gibt es Robben! Es sind die einzigen Robben auf der Welt die im Süßwasser leben…nur leider haben sie sich uns nicht gezeigt;(

Die Liste endemischer Tierarten (Arten, die nur in natürlicherweise abgegrenzten geografischen Bereichen vorkommen) ist mit den süßen Baikalrobben aber noch nicht abgeschlossen und uns hat sich ein ganz besonderes Tier gezeigt!

Euli nennen es die Menschen auf Olchon Island und wir waren begeistert von diesem Tier. Seine Federn passen sich perfekt der Natur an, es frisst Steine, außerdem hat es kaum natürliche Feinde (außer Hunde) und es lebt in Eishöhlen. Wir hatten das Glück, dass es sich uns genähert hat und wir es streicheln konnten. Moni hat die Gelegenheit ausgenutzt und Euli mitgenommen. Es gefällt ihm bis jetzt ganz gut bei uns und wir konnten es sicher über die russisch- mongolische Grenze schmuggeln;) Wir haben nur ein bisschen Angst, dass wenn wir es nach China bringen, die Chinesen essen wollen!

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4. Stopp: Olchon Island/ 19.- 20. Februar:

Ich glaube dieser Ort ist wirklich einer der schönsten in Russland - der Baikalsee! Die Russen nennen ihn “Die blaue Perle Sibiriens”.

Blau war er bei uns nicht, dafür aber komplett zugeeist, sodass wir auf die Insel “Olchon” (die größte Insel des Baikalsees von 27 Inseln) mit einem Uaz übers Eis gefahren sind!!! Also ich sags nochmal: Wir sind mit einem Auto ca. zehn Minuten übers Eis gefahren. Das war echt abgefahren;)

Und dann sind wir an diesem wunderschönen Ort gelandet. Aber dazu mehr bei den 10 nächsten Bildern von Olchon Island.

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3. Stopp: Irkutsk/ 18. - 19 Februar + 20.- 21. Februrar + 24. Februar:

Irkutsk ist die Hauptstadt des gleichnamigen Gebietes Irkutsk, das zweimal so groß ist wie Deutschland (!!!!) und an dem Fluss Angara liegt.

Nach 78 Stunden Zugfahrt wurden hier um 9 Uhr früh HotDogs reingepresst, Boris Becker getroffen und mit Lenin zu Abend gegessen.

Sehr viel mehr ist in einer der größten Städte Sibiriens aber auch nicht passiert. Für uns war Irkutsk nur Schlaf-, Organisations- und Essenspunkt. Unser eigentliches Ziel war nämlich der Baikalsee, der 70 Kilometer von Irkutsk entfernt ist.

P.S: Ich konnte hier nie schlafen;(

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Ein Tag am sibirischen Bauernhof;)

Schon vor der Reise hatte mich meine Mutter darauf gebracht, dass man über den Baikalsee mit Schlittenhunden fahren kann und das wollten wir unbedingt machen. Leider hat es im Endeffekt nicht geklappt, da wir nicht rechtzeitig gebucht haben und die Hunde für eine kurzfristige Fahrt einfach zu müde waren. Das wichtigste ist aber, dass es den Hunden gutgeht und die Besitzer auch darauf aufpassen, dass das so bleibt - und das tun sie. Dafür durften wir eine Stunde ausreiten, uns wurden die Hunde gezeigt und wir durften alle Keckse aufessen;)

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5. Stopp: Listvjanka/ 20.- 24. Februar:

Listvjanka gilt als das Tor zum Baikalsee, weil man dort in ca. 1 1/2 Stunden von Irkurtsk ist. Wir fanden es dort so toll, dass wir einfach mal spontan drei Nächte anstatt einer geblieben sind. Was wir dort alles erlebt haben, seht ihr gleich in den folgenden Bilderstrecken, außer die russische Sauna (Banja), die zeigen wir euch nicht! Nur soviel dazu, bei - 20 Grad haben wir uns im Schnee gewälzt! Ja Russland macht uns hart;)

P.S.: Lustige, tolle Menschen haben wir dort auch kennengelernt. Insgesamt waren wir an einem Abend sechs Deutsche (sie sind einfach überall), zwei Franzosen und ein Holländer! Und alle haben das gleich Ziel - mit der transibirischen Eisenbahn nach Peking zu kommen!

Mir war noch nie so kalt.

Ehrlich. Auch wenn sich das komisch anhört, aber ich hab noch nie so gefroren wie in Sibirien. haha.

Irkutsk - Insel Olchon - Listvyanka - Talcy - Irkutsk - Ulan Baatar (Mongolei)

Nach einer etwas längeren Zugfahrt sind wir dann doch endlich in Irkutsk angekommen. Eigentlich haben Nora, Moni und ich nur ca. 4 Tage für Irkutsk und die Gegend um den Baikalsee eingeplant. Was im Nachhinein eigentlich ziemlich lächerlich ist. Ihr werdet sehen warum.

Insel Olchon - Einer der atemberaubensten Landschaften die ich je gesehen habe.

Zugegeben, das hört sich ziemlich abgedroschen an. Aber das hier ist einfach nur der Wahnsinn. Nach einer ziemlich nervigen und beschwerlichen Fahrt im Minibus von Irkutsk, sind wir dann endlich 6 Stunden später am Baikalsee angekommen um von dort zu der größten Insel des Baikalsee - Olchon - überzusetzen. Wie? Mit einem der geilsten Karren der Welt: Einem grauen Uaz. Hab mich letztes Jahr selber mit diesem Bus in der Ukraine probiert, weil mein Onkel einen hat. In hellblau. Vierradantrieb und bums.
Als wir dann realisiert haben, dass wir ernsthaft mit diesem Auto über den zugefrorenen See zur Insel fahren, war einem schon ein bisschen mulmig zumute. Aber als uns dann der Fahrer in seinem Camouflage-Dress und Pelzmütze durch seine blauen Augen und goldenen Zähne angegrinst hatte, hat einen einfach eine Lust gepackt. Haha. Das hört sich falsch an. Ich korrigiere: Lust darauf über diesen vereisten Fluss zu fahren! Lust darauf auf einer Insel anzukommen, die jetzt im Winter fast schon unheimlich ausgestorben wirkt. Wo sich die Geräusche auf das Bellen von süßen Streunern und von gelegentlich durchfahrenden Uaze oder Lada Nivas, beschränken. Und das im “größten” Ort auf der Insel.
Oder auf das Knacken des Eises. Was eigentlich verdammt unheimlich ist wenn man da gerade drauf rumspaziert. Gleichzeitig ist es einfach nur unglaublich auf diesem rießiegen See zu stehen und diese frische Luft einzuatmen. Was sich sehr banal anhört aber einfach nur wahr ist. Die Luft ist ziemlich frisch. Und kalt. An dieser Stelle fängt die Sache mit dem Frieren an. Was ist bei Minus 20 Grad auch kein Kunsttück ist. Wie auch immer.
Nach einer angenehmen Nacht und schönen Spaziergängen wurden wir dann wieder mit dem Uaz übers Eis nach Irtkutsk zurück kutschiert.

Lystvyanka - Talcy

Eine Nacht, zwei netten Bekannstschaften mit Stuttgarter Mädels und der aktuellsten Folge “Der Bachelor” später, haben wir uns auf den Weg nach Listvyanka gemacht. Ein kleines Mini-Städtchen am Baikalsee.
Eingecheckt haben wir dort in ein sehr schönes, holziges Hostel.
Einfach nur ruhig und schön. Am Abend haben wir dann die hauseigene баня, eine echte russische Sauna getestet - um uns danach vollgeschwitzt draussen im Schhnee zu wälzen. Auch hier: sehr lustig, aber auch sehr kalt. So nackig im Schnee. Sorry Bemmann, gibt leider keine Bilder davon.

Den nächsten Tag haben wir dann damit verbracht ein traditionelles russisches Folksfest in Талцы zu besuchen - die Масленица - was als Buttefest übersetzt werden kann. Dabei geht es traditionell darum, den Winter zu verabschieden und den Frühling zu begrüßen und Unmengen von Блины (Palatschinten) mit Schmand (ja Joni, Schmand!) oder süßer Kondensmilch zu verdrücken. Hier haben wir so richtig gelöste und fröhliche Russen erlebt. Ganz viele. Hier wurde gespielt, getanzt, Tau gezogen, Seil gehüpft, auf selbstgemachten Eis-Rutschbahnen gerutscht und einfach nur ganz viel gegessen. Viele Kinder und viele Erwachsene die ausgelassen wie Kinder gefeirt haben. In Deutschland wäre sowas nie möglich. Hier würden überall Aufpasser stehen und man müsste sich für alles anstellen. In Russland funktioniert das einfach so. Unproblematisch. So scheint es jedenfalls.

Wenn man schonmal am Baikalsee ist dann sollte man auch ausreiten heißt es. Auf Pferden. Im Wald. Eine geschlagene Stunde. War sehr nett und spannend, aber leider habe ich null Erfahrung mit Pferden oder Reiten und wenn man dann auf so einem Tier mit Namen Rocky sitzt, kann einem schon anders werden. Schön wars trotzdem, denn der Hof hat auch ca. 60 Huskys!
Eine Schlittenhunde-Fahrt ging sich zwar leider (leider, leider,leider,….) nicht aus, da alles schon ausgebucht war und sie die Tiere nur ein bestimmtes Pensum pro Tag fahren lassen. Trotzdem hat uns die sehr liebe Bestizerin rumgeführt und uns ihre Hunde vorgestellt und auf Tee und Keckse eingeladen. Alles in Allem eine sehr unverhofft herzliche russische Begegnung =)

Haben in diesen Tagen sogar Menschen kennengelernt. Freundliche und liebe Menschen aus Deutschland, Holland und Frankreich. Und natürlich Russland. Hat Spaß gemacht mit euch. Danke dafür!

Ulan Baatar

Jetzt sind wir ernsthaft schon in der Mongolei. Eine 35-stündige Zugfahrt, mit einem äußerst unangenehmen Schaffner und stundenlangen Grenzkontrollen später, sind wir heute früh in Ulan-Bataar angekommen.
Morgen früh gehts für uns drei schon wieder weiter. Zu einem 6-tägigen Trip in die Wüste Gobi inklusive Kamelreiten und kuscheligen Sleep-Overs bei Nomanden-Famillien in Jurten.
Yeah.

Das ich gespannt bin muss ich ja jetzt nicht erwähnen. Eh klar.
Bis bald! Wahrscheinlich dann schon aus Shanghai.


Eure Inki

P.S. Wer es wieder chronologisch mag, einfach zum letzten Eintrag runter rollen.