ausdruckslos

Das ist das Verzwickte an der ganzen Geschichte.
Du weinst abends in dein Kissen bis dir die Luft wegbleibt,du schreist,du streitest mit deinen Eltern über unnötige Sachen und fühlst dich von ihnen unverstanden,deine Noten gehen bergab und du fängst an zu glauben,dass du ein Versager bist.Die Person,in die du dich verliebt hast,ignoriert dich mit einer Leichtigkeit,die an Abneigung grenzen könnte und du glaubst ihr.Du denkst,du bist unattraktiv und nicht liebenswert.Und während dir deine Lehrer klarzumachen versuchen,dass du sitzenbleibst,wenn du so weitermachst,schaust du nur ausdruckslos zum Fenster raus und versuchst nicht in Tränen auszubrechen,weil alles so beschissen ist.Und dann fragen dich deine Freunde,was mit dir los ist und dass du mit ihnen reden sollst und dann verstehen sie dich doch nicht und du bist nur noch wütender und frustrierter.Und du hältst die vorwurfsvollen Stimmen zuhause nicht mehr aus und am wenigsten dich selbst und du gehst nur duschen,damit keiner mitbekommt,wie du heulend zusammenbrichst.
Und dann sollst du all das deiner Psychologin erzählen,aber du findest niemals die richtigen Worte um die Situationen zu beschreiben und die Gefühle zum Ausdruck zu bringen.Und im Endeffekt sitzt du da,zuckst mit den Schultern und sagst mit müdem Lächeln:
“So ist das eben.Kann man nichts machen.”
Und das ist das wirklich Verzwickte.Weil dich so nie jemand verstehen kann…

-Jugend(frust)jahre

Tanz der Vampire

Starter für @lappskaus  


Nach etwa 7 Stunden Flugzeit war Alex samt Gepäck - welches einige Waffen, Marschverpflegung und ihren Sarg beinhaltete - endlich in Amerika angekommen, wo sie am Abend desselben Tages laut Sir Hellsing ihren Kontaktmann treffen sollte, welcher sie über beunruhigende Vampire Aktivitäten in den Vereinten Staaten unterrichtet hatte.

Das Hotelzimmer war bereits gebucht und dank Vitamin B und guter Kontakte gelang es der Draculina auch mühelos, ohne weitere Vorkommnisse einzuchecken. Die Zeitverschiebung von fünf Stunden war etwas ungewöhnlich, aber bekanntlich konnte man sich ja an alles gewöhnen, so auch an die paar Stunden, die plötzlich fehlten.

Da sie nicht schlafen konnte, beschloss Alex etwas durch die Gassen zu streifen, um etwas zu entspannen und sich die Umgebung einzuprägen. Sie hatte ja nicht ahnen können, dass sie gleich in ihr erstes amerikanisches Vampiropfer rannte. Der Kerl fand es wohl unheimlich lustig im Morgengrauen, halb besoffene Weibsbilder abzuschleppen, die ohnehin kaum Herr ihrer Sinne waren und diese, nach ein wenig “Spaß”, bis auf den letzten Tropfen auszusaugen.

Alex schlenderte gerade durch die Straßen, als ein gedämpfter Schrei ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Als sie dem Geräusch nachging, spürte sie zugleich auch die Aura des Vampires. “Sei still.”, zischte er die Frau an, welche er zu Boden gedrückt hatte, eine Hand auf ihren Mund gepresst, um ihre verzweifelten Schreie zu ersticken. Die Draculina sah sich das nicht lange an. “Finger weg, von der jungen Dame.”, meinte sie, als sie in die dunkle Gasse schritt. Der Vampir fuhr irritiert herum. Zuschauer waren wohl unerwartet und nicht unbedingt erwünscht. Es sei denn vielleicht, sie blieben zum Brunch. Alex allerdings war dem Gedanken eher abgeneigt. Mit gespreizten Krallen richtete sich der Vampir auf und wandte sich ihr zu. Mit einem wütenden Knurren stürmte er auf die Draculina zu, doch sie packte ihn am Handgelenk. Den zeternden Vampir geflissentlich ignorierend, wandte sich das Mädchen an die junge Frau: „Gehen Sie. Ich habe das im Griff.“ So besoffen war die Frau dann wohl doch nicht, denn sie begriff den Sinn ihrer Worte, rappelte sich ihre Sieben Sachen suchend auf und verschwand hektisch um die Ecke. Alex fing den Schlag zu welchem der Vampir nun ausholte, locker mit ihrer anderen Hand ab, ehe sie ihr Knie in seine Magengegend trieb. „Eheh. So nicht.“, machte sie tadelnd, während er zischend zu Boden ging, als ihm sämtliche Luft aus der Lunge gepresst wurde. Dann stellte sie ihren Stiefel in seinen Nacken. „Das Herz einer Frau erobert man nicht, indem man es ihr herausreißt.“ „Fick dich.“, fluchte der Mann und versuchte krampfhaft aufzustehen. „Ich nehme an, dass war nicht das erste Mal.“ „Und auch nicht das letzte Mal.“, erwiderte er mit zusammen gebissenen Zähnen. „Und du bist gleich die nächste.“ „Aha.“ Was für ein Idiot. Sie nahm den Druck von seinem Halswirbel und wartete bis er aufstand. Doch ehe seine Hand sie überhaupt erreichen konnte, hatte sie ihm ihre schon ins Herz gestoßen. Manche lernten es leider nur so. Ausdruckslos sah sie dabei zu, wie der Körper zu Boden fiel und säuberte notgedrungen ihre Hand.

Manchmal habe ich Angst vor dir. Schau dich an. Du bist 24h am Tag müde. In dem einen Moment sitzt du da, machst Witze und lachst, doch in dem anderen Moment bist du abwesend. Gar nicht mehr hier. Dein Blick ist so ausdruckslos. Du machst mir Angst.
—  Eine Freundin zu mir.
Ein Gesicht kann ausdruckslos sein, während der Schmerz im Inneren schreit. Ein Mund kann lächeln, obwohl die Seele gleichzeitig weint.
Ein Körper kann atmen und sich bewegen, selbst wenn das Leben in den Augen längst erloschen ist.
—  Mein Psychologe