angeekelt

Der Sinn meines Lebens?

Alle Fotos angesehen der letzten Zeit. Alle Leute der letzten Zeit gefeiert.
Alle Erinnerungen meist verschwommen.
Alle Tagen nicht ganz wahrgenommen.

Was habe ich den Menschen denn getan.
Was könnte es sein, ich habe keinen Plan.
Wieso verhalte ich mich wie der letzte Depp?
Wieso schmeiße ich alle Emotionen einfach weg?

Was geht in meinem Kopf vor um so zu handeln?
Wie konnte ich mich zu so etwas verwandeln?

Ich bin abstoßend in meinen eigenen Augen.
Ich bin zu von mir angeekelt und bekomme das eiskalte Grauen.
In den Spiegel zu sehen kann ich nichtmal kurz in Erwägung ziehen.
In den nächsten Problemen eintauchen und der Rest ist noch nicht verziehen.

Gefangen.
Bin ich.
In mir selbst.

Vielleicht bin ich ein schwarzes Loch.
Ein tiefes abgrundtief böses Loch.
Ein Loch voller Mysterien.
Ein Loch das nur Probleme verursacht.
Ohne diese Probleme jemals zu lösen, sonder sie aufzufressen um sich daran zu nähren.
Vielleicht tut es mir gut Probleme zu haben.
Einfach nur aus dem Grund damit es einen Sinn hat zu leben.

Ja !
Der Sinn meines Lebens ist scheinbar die ständige Lösung meiner eigenen Probleme zu finden.
Also !
“Auf ins Verserben die Kanonen brauchen Futter” - Alligatoah

Gestern war ich in unserer Filiale in Hirsau. Mitten zwischen den Wäldern an einem lustigen Bach haben sie ein paar Häuser hingestellt mit komplizierten Maschinen im Innenraum. In der Gluthitze stehen ein paar arme Menschen und schaffen mit nassen, roten Gesichtern; ein paar andere mühen sich, schwere Ballen mit alten Lumpen aufeinander zu setzen, schleppen sie zuerst auf die Waage und lupfen dann die unförmige Masse, schimpfend und unzufrieden inmitten einer dicken, unerträglichen Luft. Ich betrachte sie halb mitleidig, halb angeekelt und schaudere bei dem Gedanken an den Kontrast der Wälder draußen und dieser Hölle. - Da plötzlich fällt mir ein, daß ich ja dazugehöre zu dieser Arbeit; daß ich gekommen bin, um hier in irgendeiner Weise zu wirken, mich am Geschäfte der Leute zu interessieren oder gar zu freuen; daß das Ganze noch andere Reaktionen in mir wecken soll als Mitleid oder Ekel. Mich beteiligen soll ich an dem Werke dieser Leute und meines Vaters; mein Lebensbedürfnis soll ich damit stillen, Geld zu machen oder Kunstbaumwolle oder etwas Derartiges - nein, nein, nein, das ist unmöglich, das wäre der Tod meiner lebendigen, sehnsüchtigen Seele, das Verschmachten meines durstigen Herzens. Und alle ähnlichen Werte, alle ähnlichen Ziele, wie diese Menschen sie verfolgen, alle Häuser und Teppiche und Möbel und Bücher, alle Titel und Ehren, alle, alle werden mich nie befriedigen. Ich will tun, um was mein Wille, der klar in mir steht, mich anfleht; ich will den Regungen meiner lebendigen Empfindung nachgeben. […]
Wegwandern möchte ich - wegwandern, weit, weit von hier, durch Täler, über Berge, über Wiesen und Bäche - dahin, wohin mich meine Sehnsucht führt. Wenn ich tot am Wege bleibe - was tut’s - ich war Mensch, und Menschen müssen sterben. Es ist besser, kurz zu leben als lang zu lügen.
—  Max Horkheimer
Zukunft? Unvernunft!

Bin momentan hart am strugglen. Meine lustige Ader ist geplatzt und es kommen nur noch zu belächelnde Abfallpartikel aus meiner Mundhöhle geströmt. Soll ich lustig sein? Bin ich überhaupt lustig? Feier ich mich manchmal selbst viel zu sehr und die anderen wenden angeekelt ihren Blick von mir und denken sich: ‘’entweder hat sie einen geplatzten Beutel Crystal Meth in ihrer Bauchhöhle oder sie ist einfach nur geistig zurückgeblieben’’. Diese Fragen um meine Identität quälen mich! Ich gebe gerne zu: ich bin ein Spast - meine Gedankengänge werden kontrolliert von kindlicher Naivität, perversen Tagträumen und einem super raucherbeinschwarzen Humor. Was soll ich mit mir anfangen? Bürotussi werden, 8 Stunden im Büro an meinem extra für Bürotussen hergestellten 400 Euro Stuhl kleben, alle 30 Minuten mit den Worten ‘’Schönen guten Tag XY, was kann ich für Sie tun?’’ ans Telefon mit 3 Meter Schnur gehen und ab und zu an meinem lauwarmen schwarzen Kaffe mit 3 Süßstoff nuckeln, als gäbe es nichts schöneres? Das rauchen unterdrücke ich mir dann selbstverständlich und gebe an, ein vernünftiges Mädchen vom Dorf zu sein, welches um 18 Uhr Abendbrot isst (no carbs natürlich) und sich 20 Uhr nach Buchlektüre eines von Brigitte-vorgeschlagenen Romans in ihr 1,50 Meter hohes Bockspringbett fallen lässt. Nein. Ich würde platzen. Ich käme 18 Uhr aus dem Büro, zünde mir 7459845 Zigaretten gleichzeitig an, krame ungeduldig den Flachmann aus meinem Hosenbein und steck mir die Kopfhörer ins Ohr, aus welchen We Ride mit Hardcore lives! strömt. Ich bin ein Lebemensch! Ich brauch das. Ich brauche einfach das Gefühl, oll zu sein. Ich will einen geballten Lifestyle haben. Leute, Musik, Bier. Das beschreibt mich gut zur Zeit. Aber dann kommen die Zweifel und der kleine dumme Fotzenteufel auf meiner Schulter erscheint und kackt mich zusammen wie Psychoandreas die liebe Andrea bei Frauentausch: ‘’ANNEMARIE! Du wertloses Stück Scheißpapier! Beweg deinen Arsch und mach was Vernünftiges in deinem Leben! Erreiche etwas, du hast doch selbst den Wunsch!’’ Und dann kommt tatsächlich das Mikroobjekt ‘Vernunft’ in meinen Sinn. Dann strebe ich tatsächlich danach, die öde Bürotussi von nebenan zu werden, auch wenn ich weiß, dass ich dann nicht mehr ich bin. Dann pflanze ich mich tatsächlich auf meine Couch und tippe Texte wie diesen mit einem weinenden und einem lachenden Auge gequält in meinen Laptop und hoffe sehnsüchtig darauf, dass das Wochenende anbricht und ich wenigstens das Gefühl habe ‘’legal frei zu haben’’ und nicht wie ein HARTZ FÜNF-Empfänger darauf zu warten, dass was passiert. Ich komme mir vor wie im Vorruhestand. Als würde ich in 3 Jahren meine komplette Rente kassieren, dreimal täglich zu Netto zu rennen, um der attraktiven jungen Kassiererin meinen Tagesablauf unter die Nase zu schmieren und ihr zu berichten, dass meine Tabletten gegen meine durch Schokolade verursachte Altersdiabetes schon wieder 10 Cent teurer geworden sind. Hat jemand ein Stückchen Leben für mich über? Oder Tipps, was ich werden soll (außer die blöde Buröhengstin)? Ich weiß auch, dass dieser verfasste Kuhfladen nicht in die Singlebörse passt, aber vielleicht gibt es Leser, die mich zelebrieren und mir virtuelles Konfetti in die Fresse donnern würden. Auf euch: ‘’CHEERS!’’ 

Unsere Schaufensterauslage stößt in letzter Zeit eher nicht so auf Begeisterung. Besonders seit nach Silverster in allen Medien das Bild des kriminellen Flüchtenden nochmal ordentlich hochgekocht ist, sehe ich immer mehr Leute, die im Vorbeilaufen angeekelt und aufgebracht das Gesicht verziehen beim Anblick unseres T-Shirt-Motivs (Different nationalities make my city sexy). Wirklich schade, dass der Rechtsruck leider so auch von meinem Arbeitsplatz aus gut zu beobachten ist.
Doch wir stehen zu unserer Meinung. Geflüchtete sind nicht mehr oder weniger kriminell als Deutsche. Jeder Mensch hat das Recht auf ein freies, selbstbestimmtes Leben ohne Vorurteile! Unsere Städte leben von Vielfalt und es ist für alle eine Bereicherung sich mit verschiedenen Menschen austauschen zu können!
Wir nehmen’s gelassen und unseren Hatern sei gesagt:
Hass macht hässlich! :D

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