am ende werden nur narben bleiben

Der Mensch ist elektrisch, seit du weg bist
bin ich ohne Strom
Es ist wahr - am Ende werden nur Narben bleiben
die Schmerzen werden klein und groß mit den Jahreszeiten

der Geruch von dir war meine Heimat

es ist ein tiefer Schnitt wo du warst
doch irgendwas ist da - da ist kein Nichts wo du warst
da ist Licht wo du warst, ein Schimmer, ein ganz kleiner
ich kann ihn sehen - sonst sieht ihn keiner

Wenn das Abendlicht in genau dieser Farbe ist
dann ist ein Loch in der Luft wo du standest
Hörst du mich wo du bist?
Bleib genau da! Bald komm ich nach nach
Also wart auf mich 

♥ Prinz Pi

Nach der Morgenröte kam das Tagesgelb
in der Nacht waren wir blauer als die Farbe selbst
jetzt ist alles monochrom
Der Mensch ist elektrisch, seit du weg bist
bin ich ohne Strom
Es ist wahr - am Ende werden nur Narben bleiben
die Schmerzen werden klein und groß mit den Jahreszeiten
irgendwann werd auch ich auf ihre Bahre steigen
Du bist und bleibst mein großes Fragezeichen


Als du mich anschriest: Ich soll mich verpissen
Als ich dich anschrie, so anti: “Was ist denn?”
Als du das Telefon warfst, das Telefon dann
in Zeitlupe an meiner Schläfe zersprang
als Blut aus dem Riss an der Stirn aufs Parket floss
ich ging, mich abends dann sowas von wegschoss
wir uns liebten in Trümmern des Laptops
vom Streit nach diesem, auf Schreien folgt Liebe, auf Weinen
folgt ein Gefühl, das traurig und süchtig zugleich macht
der Geruch von dir war meine Heimat
Deine wahren Lügen, deine andere Ansicht
dein Blinkwinkel, scharfes Blau das mich anblitzt
dein Muttermal auf dem linken Schulterblatt,
dass was du zu mir sagtest - was ich erduldet hab
das was ich zu dir sagte - was du verziehen hast
die schlafende Welt der Nacht war unser Spielplatz

Wenn das Abendlicht in genau dieser Farbe ist
dann ist ein Loch in der Luft wo du standest
Hörst du mich wo du bist?
Bleib genau da! Bald komm ich nach nach
Also wart auf mich

Im Kokon auf der nächtlichen Autobahn
bei Tempo 200 sind wir ganz allein
sind wir ganz sicher
sind die Streifen aus Lichtern unsere einzigen Zeugen
denken beide “Die ganze Welt kann mich mal”
Gemeinsame Einsamkeit - zwei Egomanen,
zwei Wenigschläfer, ein Melodram
Du hast eine Schwäche - dein kleiner Helfer
der dir half und half bis du nicht mehr du selbst warst
Als wir uns kennenlernten - warst du vier Jahre älter
als wir uns trennten acht und die Stadt ein paar Grade kälter
Zuviel gezogen - zuviel um irgendwie zu klappen
Futter fürs Ego, Anabol für deine psychischen Macken
du bist mir entglitten, der Fluch der schwarzen Amex
Tod auf Raten, gekauft mit dem Geld deines Vaters
ich wollt dich halten
doch war zu jung, war zu dumm, war zu stolz
Auf ihre Art hatten wir beide unsere Nase voll

Wenn das Abendlicht in genau dieser Farbe ist
dann ist ein Loch in der Luft wo du standest
Hörst du mich wo du bist?
Bleib genau da! Bald komm ich nach nach
Also wart auf mich

Wenn das Abendlicht in genau dieser Farbe ist
dann ist ein Loch in der Luft wo du standest
Hörst du mich wo du bist?
Bleib genau da! Bald komm ich nach nach
Also wart auf mich

Als mein Handy dann klingelte, mit deiner Nummer,
ich erstmal nicht ranging, beim dritten Mal unter
Fluchen dann doch, als irgendwer dran war, der fragte:
“Wer sind sie?” Von dir ein Bekannter?
Der sagte, meine Nummer wär die letzte gewesen,
die du vor dem Unfall dann wähltest
als dein Vater, den ich nie getroffen hab,
sagte dein Wagen - Brücke - mehrfach überschlagen
Sekundenbruchteile - keine Bremsspur zu finden
Selbstmord - 10. Mai - Beerdigung München
dann Klicken - Stille bei klingelnden Ohren
so bin ich erfroren im inneren Norden
wie ich mich anschrie, wie sich alles zusammenzieht
wie mich jeder Mensch seitdem anklagend ansieht
ich hab diesen Song hier schon xmal geschrieben
xmal verworfen - nie die richtigen Worte
auch diesmal ist alles nicht perfekt genug
ich fahr in Tokyo durch Shybua mit dem letzten Zug
in dem flackernden Neonlicht in der Scheibe seh ich dich
ich wär gern da wo mein Mädchen ist
mein eiskalter Engel -
wie oft ich versucht habe, dich um jeden Preis zu verdrängen
Deine klassische Tiffany-Silberkette
noch heute sehe ich in Menschenmengen manchmal deine Silhouette
es ist ein tiefer Schnitt wo du warst
doch irgendwas ist da - da ist kein Nichts wo du warst
da ist Licht wo du warst, ein Schimmer, ein ganz kleiner
ich kann ihn sehen - sonst sieht ihn keiner
wenn du auf der großen Party bist
reservier uns den besten Platz
Dann reden wir über deinen letzten Satz

Wenn du oben bist - dann wart auf mich im Licht
wenn du unten bist - dann trag dein Kleid mit Schlitz
die Schecks die mein Mund schrieb - die waren nicht gedeckt
ich hab gesucht - aber es gibt niemanden der dich ersetzt
und ja es stimmt - wir beide waren nicht perfekt
zu viel Streits, zu viel Drama, zu viel Sex
du warst mein neuer Kontinent, ich hab dich entdeckt
wenn ich dich wieder treff
dann gehe ich nicht mehr weg
dann geh ich nie mehr weg
geh ich nie mehr weg
dann geh ich nie mehr weg
nie mehr weg

—  prinz pi