alleine nachhause

„Nur ein Bier“, hatte er gesagt bevor er gegangen war. „Nur eins, versprochen.” Dann hatte er sie liebevoll geküsst und hatte das Haus verlassen. Doch es war nie bei einem Bier geblieben. Immer wieder hatte sie ihn betrunken abholen müssen, immer waren es sieben oder acht geworden und so oft hatte er versprochen es nie mehr zu machen. Wie naiv sie war, das sie immer wieder glaubte er würde es ernst meinen, er könnte einmal alleine nachhause kommen. Jedes Mal hatte sie ihm seine Lüge geglaubt, immer und immer wieder. Er würde nie zu Vernunft kommen. Nie! Wie viele würden es diese Nacht werden? Sie beschloss sie ihm hinterher zu fahren. Dieses Mal wollte sie nicht einfach so mit zusehen wie er sich kaputt machte, immer wieder aufs Neue. Dieses Mal nicht! Sie stieg in ihr kleines schwarzes Auto und fuhr los. Der Regen prasselte auf die Scheibe während sie die Landstraße viel zu schnell entlang fuhr. Er würde wieder in der Disco sein, das wusste sie. Und wieder würde er sich betrinken ohne an sie, an sein Versprechen zu denken. Die Tränen liefen ihr über die Wange. Warum redete sie nicht mal Klartext? Er würde es doch nie lernen. Sie kam sich dumm vor ihren eigenen Freund hinterher zu spionieren. Aber es war doch nur weil … weil sie so naiv war, weil sie ihn so sehr liebte! In ihrer Verzweiflung übersah sie die den LKW der aus der Straße auf sie zuraste und als sie ihn sah, war es bereits zu spät. Er fuhr ihr direkt in die Seite. Sie hörte noch das laute aufeinanderprallen der Fahrzeuge, dann nichts mehr. Der Krankenwagen wurde gerufen, die Polizei. Als ihr Freund eintraf war es bereits zu spät. Es war vorbei, es war alles vorbei. Weil sie ihn so sehr liebte!