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Our Stories

@ourstoriescologne / ourstoriescologne.tumblr.com

Geschichten von Geflüchteten und Helfenden
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»Es kommt darauf an, welche Geschichten du erzählst«

»Dein Weltbild ist die Summe der Geschichten, die du erzählst.« Mit nachdenklichen Gesichtern stehen die Menschen vor den Plakaten, die seit gestern rund um die Agneskirche im Kölner Norden aufgestellt sind. Manche bleiben zufällig stehen, andere gehen ganz gezielt auf bestimmte Plakate zu. Einige reden miteinander. Andere halten einander an den Händen oder stehen in sich versunken da und lesen.

Es sind die Geschichten von Geflüchteten und Helfenden. Es sind Menschen dabei, die uns bereits im vorigen Jahr ihre Geschichte erzählt haben. Was ist aus ihnen geworden? Es sind andere dabei, Menschen, die hier Zuflucht suchen und suchten, Menschen, die Zufluchtsuchenden helfen.

»Wir haben acht Menschen gefragt: Was beschäftigt dich? Diese acht Geschichten möchten wir weiter erzählen. Sie sind keine Antworten. Schon gar nicht auf die Flüchtlingsfrage. Wir erzählen sie weiter, weil sie uns betreffen, herausfordern und zum Nachdenken bringen.«

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Herzliche Einladung zur Vernissage

Wir laden herzlich ein zur Vernissage mit Pressetermin der Plakataktion „Our Stories – Geschichten von Geflüchteten und Helfenden“ am 8. Oktober 2015 um 16 Uhr vor der Agneskirche, Neusser Platz 18, 50670 Köln.

Ein Jahr später: Welche Geschichten gibt es heute zu erzählen?

Ein Jahr nach einer ersten Plakataktion wollen wir wissen, was sich in der Zwischenzeit getan hat bei den Geflüchteten, deren Geschichten wir vor einem Jahr auf die Plakatwände gebracht hatten. Dabei fragen wir auch: Welches Verhältnis haben sie heute zu Deutschland, zu ihren neuen Nachbarn? Außerdem interviewen wir Menschen, die sich für Geflüchtete engagieren und die so aus eigener Anschauung etwas zur gesellschaftlichen Debatte über Migration und Integration beitragen können.

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Es wird gemalt und #ourStories war im Radio

Hurtig geht es voran: Die Arbeiten in der Agneskirche laufen und das erste Plakat ist bereits fertiggestellt. Gestern morgen dann war Peter Otten, Pastoralreferent der Gemeinde St. Agnes in Köln, im Domradio und erzählt, worum es uns bei dieser Aktion geht und welche Geschichten erzählt werden. Außerdem schildert er auch nochmal die Eindrücke und Erfahrungen vom letzten Jahr.

Foto: Peter Otten Text: Wibke Ladwig

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„Our Stories“ geht in die zweite Runde

Ein Jahr ist seit unserer Plakataktion mit Geschichten Geflüchteter vergangen. Seitdem ist viel geschehen. Was ist aus diesen Menschen geworden? Wie ist es den Menschen ergangen, die Zufluchtsuchenden helfen?

Das möchten wir wissen und daher greifen wir unsere Idee wieder auf. Die Plakate werden derzeit in der St.-Agnes-Kirche mit Grafiken und Texten gestaltet und ab Samstag, den 8. Oktober 2016, rund um die Kirche im Kölner Agnesviertel präsentiert. Sie bleiben dort voraussichtlich bis zum 12. November 2016 als Open-Air-Ausstellung stehen.

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Our Stories für Cap Anamur

Auch wenn die Aktion #‎ourstories‬ beendet ist, hallt die Idee weiter nach. Bei der bikablo® akademie gehen immer wieder Anfragen von Menschen ein, die etwas Ähnliches machen möchten und um unsere Unterstützung bitten.

Das Thema Flüchtlinge beschäftigt die Visualisierer auch weiterhin. Deshalb gehen auch die bisherigen Erlöse von Martin Haussmanns Buch „UZMO - Denken mit dem Stift“ (http://bikablo.kommunikationslotsen.de/uzmo/) an ein syrisches Projekt der Hilfsorganisation Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte e.V.

Letzte Woche hat Martin Cap Anamur in ihrem Büro in Köln-Ehrenfeld besucht. Pressereferentin Stefanie Miebach erzählte von den Projekten vor Ort:

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Die Plakataktion ist beendet - „Our Stories” lebt weiter

Am vergangenen Samstag wurden die Plakatwände rund um St. Agnes abgebaut. Vier Wochen waren die visualisierten Geschichten Geflüchteter zu sehen. Wer im Agnesviertel lebt, teilte in dieser Zeit seinen Alltag mit diesen Geschichten. Andere Menschen reisten teilweise von weither an, um sich die Open-Air-Ausstellung anzusehen. Wir freuten uns über das gute Echo in den Medien und eine ausgesprochen gut besuchte Verinissage. Es kam zu erfreulichen und bereichernden Begegnungen zwischen Helfern, Besuchern und Geflüchteten.

Zum Abschluß entstand ein Film, der die Entstehung, das Team hinter der Aktion und die Ausstellung selbst zeigt:

Herzlichen Dank an alle Beteiligten und Unterstützer und insbesondere an die Menschen, ohne deren Vertrauen diese Aktion nicht möglich gewesen wäre. Mögen Eure Wünsche und Hoffnungen an ein Leben in Sicherheit und Frieden in Erfüllung gehen. In der Willkommeninitiative von St. Agnes geht es weiter. Und wer selbst helfen oder Flüchtlinge anderweitig unterstützen möchte, findet hier einige Adressen.

Hier im Blog lebt die Aktion weiter. Alle Geschichten von den Plakatwänden lassen sich hier nachlesen.

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Our Stories noch bis zum 8.10.

Erfreulicherweise hatte die Stadt Köln die Genehmigung für unsere Ausstellung der Plakatwände verlängert. Noch bis zum 8.10.2015 können Sie sich die visualisierten Geschichten der Geflüchteten rund um die Agneskirche ansehen. 

Wie schön, dass auch Menschen aus anderen Städten diese Gelegenheit nutzen. Steffen Peschel aus Dresden etwa zieht einen spannenden Vergleich: “Auf mich wirkte es wie eine Art Weblog im urbanen Raum.

Auch andere Projekte und Medien lassen Geflüchtete zu Wort kommen, etwa ZEIT online mit dem Live-Blog #Ask Refugees oder der Deutschlandfunk mit der Reihe Fremde neue Heimat.  

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Schön war’s!

Die herbstliche Sonne schien auf den Neusser Platz, als das knallrote Kaffeemobil vorfuhr und sich zwischen Stehtischen und Bänken aufbaute. Die köstlichen Brötchen vom Brotspezialisten aus dem Veedel und Getränke standen bereit. Dann strömten die Gottesdienstbesucher und viele Besucher aus Köln und dem Umland auf den Neusser Platz. Die gute Resonanz in den Medien hatte für Aufmerksamkeit und Neugier gesorgt.

Einige der Geflüchteten, deren Geschichten auf den Plakatwänden visualisiert sind, waren auch dort. Teilweise sahen sie “ihre” Plakate heute zum ersten Mal. Es gab ein freudiges Wiedersehen mit den Graphic Recordern, die ihre Geschichten aufgemalt hatten. Es war ein munteres Gewimmel. Und viele Gespräche drehten sich natürlich um die Geschichten auf den Plakatwänden.

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Mann aus Albanien / Man from Albania

Foto: joschwarztz.com

Ich komme aus Albanien … und hoffe, einen Job in Deutschland zu finden.

Albanien ist von außen betrachtet sehr schön: Berge, Seen… doch wenn man genauer hinschaut, ist es schrecklich. Die Menschen essen Müll. Die Sozialhilfe in Albanien beträgt 40,00€ pro Monat, aber keiner hat sie mir gegeben. Korruption…keine freien Wahlen…Gewalt…sexuelle Übergriffe auf Frauen… Wenn man um Hilfe bittet, sind alle Türen verschlossen. Krankenhäuser haben keine Medizin….

Wenn man auf der Straße stirbt, dann kümmert das keinen.

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Frau aus Nigeria mit ihrem Sohn / Woman from Nigeria with her son

Foto: joschwartz.com

Stationen

Italien: Ein Jahr und vier Monate im Flüchtlingsheim … mit 500€ auf die Weiterreise geschickt … „Komm bloß nicht wieder.“ … schwanger…  Nachtzug … Ankunft am 31.12. in …

Berlin: Während der Schwangerschaft im Flüchtlingsheim… nach 3 Monaten kam ich nach …

Dortmund: Ein Monat Aufenthalt, dann …

Köln: Aufenthalt in einem Stadthotel. Nach einem Jahr und zwei Monaten der Ablehnungsbescheid. Danach Kirchenasyl in der Thomaskirche. Nach einem Aufenthalt von sechs Monaten habe ich jetzt einen Duldungsstatus. Ich darf vier Jahre bleiben. Jetzt in einem Frauenhaus. Und dann?

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Einladung zur Vernissage

Am kommenden Sonntag, den 20. September, laden wir herzlich zu einer Vernissage ein.

Wir stellen die Plakate von "Our Stories" noch einmal der Öffentlichkeit vor. Um 11:15 gehts im Gottesdienst schon ums Thema Flüchtlinge - und Martin Haussmann wird etwas über das Projekt erzählen.

Anschließend beginnt um 12:30 Uhr die Vernissage in der Turmkapelle, bei schönem Wetter auf dem Neusser Platz. Es gibt etwas zu essen und zu trinken, und es ist Gelegenheit zum Reden und Kennenlernen.

Die Wettervorhersage ist ein wenig trüb. Aber davon wollen wir uns wiederum nicht betrüben lassen. Wir freuen uns auf Sie und Euch!

Foto: Sebastian Linnerz

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Familie aus Indien / Family from India

Foto: joschwartz.com

There is no honour in killing

Ich treffe Sangeet und Shyla* und ihren kleinen Sohn auf einem lebhaften Spielplatz in Köln. Ich habe meine Tochter bei mir. Unsere Kinder schaukeln und rutschen friedlich. Währenddessen erzählen sie mir hier ihre Geschichte ihrer Verfolgung und Flucht aus Indien.

Ich wundere mich: Indien ist eigentlich kein Land, aus dem Flüchtlinge kommen?

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Our Stories in den Medien

Foto: Sebastian Linnerz

Am Montag, den 14. September gab es einen gut besuchten Pressetermin vor der Agneskirche zu #ourStories.

Bisher erschienen folgende Beiträge in den Medien. Die Resonanz im digitalen Raum können Sie außerdem hier verfolgen. Fotos zum Download finden Sie hier.

Einzelschicksale der Flüchtlinge aus dem Veedel: Artikel vom 14.9. in der Kölnischen Rundschau

Flüchtlinge erzählen auf Plakaten von ihrem Leben und der Flucht: Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger (Innenstadt)

Erste Flüchtlinge ziehen in frühere Landesunterkunft: Artikel im Kölner Stadtanzeiger (Chorweiler)

Ehrenamtliche visualisieren Flüchtlingsgeschichten: Auf der Website des Erzbistum Köln

Ausstellung: Our Stories – Geschichten von und mit Geflüchteten: Artikel bei The Changer - Gutes tun einfacher machen

Zwei Geschichten im Blogprojekt Refugee Voices, das Stimmen von Flüchtlingen sammelt - unseren neuen Nachbarn.

Am Mittwoch, den 16. September war Wibke Ladwig im Interview bei DRadio Wissen zum Blog und #ourStories.

Interview mit Martin Haussmann über die Idee und Umsetzung von #ourStories

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Deutsche, die nach dem II. Weltkrieg nach Westdeutschland floh / German woman, who fled to Western Germany after WWII

Foto: joschwartz.com

1945 kam meine Mutter mit mir und meinen fünf Geschwistern aus Pommern nach Deutschland.

10 Jahre lebten wir bei einer Bauernfamilie, die uns trotz eigener sechs Kindern in Zeiten großer Not aufgenommen hat. Jedes Jahr haben sie uns am Jahrestag unserer Ankunft einen Kuchen gebacken.

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Mann aus Afghanistan / Man from Afghanistan

Foto: joschwartz.com

Mahdi ist 19 und kommt aus Afghanistan.

Seine Familie – er hat neben seinen Eltern noch zwei Brüder und zwei Schwestern – entstammt einer unterdrückten Minderheit und ist vor Jahren in den Iran geflohen. Dort leben sie wie Menschen zweiter Klasse. Als Tagelöhner werden sie oft um ihren Lohn geprellt und sind körperlicher Gewalt ausgesetzt.

Schon mit fünf Jahren musste Mahdi arbeiten.

Außer gelegentlichem Unterricht bei seinem Onkel hatte er keine Schulbildung. Nach einem Versuch, sich das Leben zu nehmen, beschloss die Familie, er solle nach Europa gehen.

Seine Flucht dauerte vier Monate.

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Resonanz - und Regen ...

Die erste Resonanz auf unsere Plakataktion ist überwältigend. Wann immer man bei den Plakaten vorbeigeht: Immer stehen Menschen vor den Plakaten, lesen die Geschichten, halten inne, fotografieren und teilen ihre Eindrücke im Gespräch oder in den digitalen Raum.

Hier einige Reaktionen bei Twitter (der Hashtag für die Aktion lautet #ourStories):

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Mann aus Eritrea / Man from Eritrea

Foto: joschwartz.com

Ich wurde in Eritrea geboren.

Vor dem Bürgerkrieg waren Eritrea und Äthiopien ein Land. Meine Mutter kommt aus Eritrea und mein Vater aus Äthiopien. Meine Mutter erzählte mir, dass er als Soldat im Gefängnis war. Genau wie wohl auch meine Geschwister, genau sagen kann ich das aber nicht.

Als ich sechs Jahre alt war, mussten wir fliehen.

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Mach’ dir ein eigenes Bild

Die Ausstellung steht. Vor und hinter der Agneskirche stehen die acht Plakatwände mit den visualisierten Geschichten Geflüchteter - und die Menschen bleiben stehen, lesen, fotografieren, sehen sich die Bilder an und sprechen miteinander darüber. Wunderbar!

Ein aufregender Tag. Im Internet verteilen sich derweil die Fotos über #ourStories. Menschen aus dem Viertel melden sich und erzählen, dass sie vor Ort waren und die Aktion ganz fabelhaft finden. Nein, leichte Kost sei es nicht. Aber man werde unweigerlich reingezogen in die Geschichten und liest sich fest. In den nächsten Tagen werden wir Stimmen sammeln zur Aktion. Heute fühlt es sich einfach gut an.

Was macht eigentlich eine lebenswerte Gesellschaft aus?

Das ist eine der Fragen, die uns alle beschäftigen. Und gemeinsam zu feiern und miteinander zu essen und zu sprechen, gehört unserer Meinung unbedingt azu. Daher freuen wir uns alle darauf, am nächsten Sonntag mit Ihnen und den Menschen zu feiern, die die Hauptpersonen dieser Aktion sind und deren Geschichten auf den Plakatwänden visualisiert sind. Am 20. September laden wir herzlich zum Fest ab ca. 11:30 Uhr vor der Agneskirche.

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Our Stories: Frau aus dem Iran / Woman from Iran

Foto: joschwartz.com

Ich war 23 und gerade mit dem Mathematik-Studium fertig.

Meine Freunde und ich waren politisch aktiv und haben begeistert für mehr Demokratie und Freiheit demonstriert. Die Polizei hat das Studentenwohnheim angegriffen. Es wurden Steine nach uns geworfen und Tränengas eingesetzt.

Dann wurde ich verhaftet, die Augen wurden mir verbunden.

Ich hatte totale Angst, denn du weißt ja nicht, ob die dich foltern oder vergewaltigen werden. Die wollten, dass wir Angst haben. Viele, die verhaftet wurden, sind nie wiedergekommen.

Nachdem ich wieder draußen war, sagte meine Familie: Du musst hier verschwinden.