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Denkatorium

@denkatorium / denkatorium.tumblr.com

Ein Philosophie Blog der sich zur Aufgabe gemacht hat Philosophie leicht verständlich zu machen und mit dem Hang die Philosophie in den Alltag zu integrieren. Zudem gibt es regelmäßig Rezensionen und Buchvorschläge, die sich auf philosophische Themen beziehen.
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Transhumanismus und Komfort?
In letzter Zeit beschäftige ich mich wieder vermehrt mit dem Thema das Transhumanismus. Dahingehend hatte jemand in einer Diskussion gefordert, das die Transhumanisten u.a. dafür einstehen sollten, dass Erfindungen gefördert werden, die z.B. die Ernährungsweise des Menschen so beeinflussen, dass dieser nicht mehr darauf schauen muss was er isst, in dem Fall sehr kalorienreich. Oder auch bezogen auf den Zuckergehalt, welcher mitunter auf Dauer Diabetes hervorrufen kann.Ebenso wurde eingeworfen, dass dahingehend auch seine Verhaltensweise geändert hat, nun also mehr sitzt, als dass er steht oder sich insgesamt bewegt. Zudem wäre es doch schon fast asketisch, sich mit seiner Ernährung oder der Bewegung zu beschäftigen.Ich hingegen sehe das eher kritisch und von einer anderen Seite aus, denn mein Standpunkt ist, (wer diesen Blog regelmäßig liest wird die Antwort kennen) die artgerechte Haltung des Menschen. Natürlich kann man endlos debattieren was denn nun wirklich artgerecht ist und was nicht, dennoch würde man zumindest bis zu einem gewissen Grad zu einem Ergebnis kommen oder sich eben jenem stark annähern.Für mich hat das nichts mit Askese zu tun oder Verzicht, sondern mit Vernunft.Warum mit Vernunft? Geht man davon aus, dass der Körper einen Ist- und einen Soll-Zustand hat, dann ist der Soll-Zustand so zu sehen, dass dieser der Natur des jeweiligen Menschen entspricht bzw. wie er theoretisch zu sein hat.Der Ist-Zustand zeigt uns auf, wo der Körper gegenüber dem Soll-Zustand steht. Das bedeutet, habe ich Übergewicht, waren meine Mahlzeiten entweder zu hoch was die Energie anbelangt oder ich habe Probleme mit dem Stoffwechsel. Habe ich plötzlich gelbliche Augen, liegt wahrscheinlich ein Problem mit der Leber vor und ich sollte umgehend zum Arzt, usw.Der Körper sagt uns mal schnell, mal weniger schnell, was wir richtig oder eben falsch machen.Natürlich bin ich auch ein Fan von Organen aus dem 3D Drucker oder der Möglichkeit gegen genetische Krankheiten vorzugehen. Jemand der angeborenes Diabetes hat, wird mir da sicherlich zustimmen. Ich bin auch dafür, dass bestimmte Krankheiten besser und effizienter, mit weniger Nebenwirkungen, behandelt werden können – das steht für mich außer Frage.Doch bezogen auf die Ernährung und Bewegung, bin ich da etwas kritischer; auch wenn ich ein Fan von Selbstoptimierung bin.Doch gehen wir mal davon aus, man könnte essen was man wollte und müsste sich keine Gedanken mehr über sein Gewicht machen. Hört sich doch mal nicht schlecht an. Jeden Tag das fettigste, saftigste und süßeste Essen und der Körper bleibt so wie er ist.Der ganze Beitrag zu finden über den Link
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Der Allegonaut

Manchmal bin ich ja am überlegen, wie ich meinen Rezension oder einen allgemeinen Artikel wohl am Besten anfangen soll. Mit dem Hinweis, dass ich etwas gelesen oder überlegt habe?Oder vielleicht doch, dass ich privat kaum zu etwas kam, damit der Leser weiß, dass es manchmal etwas schwierig um mein Zeitmanagement bestellt ist, da ich den Blog nicht beruflich verfolge? Zugegebenermaßen habe ich Letzteres derzeit recht gut in den Griff bekommen, was mich vermehrt lesen, rezensieren und gedanklich auf die Philosophie konzentrieren lässt. Aber ich schweife ab...

Romane und Philosophie?

Ich muss gestehen, ich bin immer skeptisch, wenn ich ein Buch in die Finger bekomme, gerade wenn es sich um Romane handelt, die versuchen Philosophie zu verarbeiten. Was daran liegt, dass ich als schwierig erachte Philosophie in Romanen gut zu thematisieren.Dennoch lasse ich mich gerne eines Besseren belehren und manchmal wird man dafür auch belohnt. René Kempel, Autor des oben genannten Buches hat hier ein beachtliches Werk geschaffen.Das faszinierende daran ist, dass es nur etwas mehr als 100 Seiten hat, aber dennoch auf Grund des, wie ich finde, unglaublich guten Schreibstils, den Leser mitreißt und gefangenhält. Ich hatte beim Lesen des Buches nicht einen einzigen Moment, an dem ich dachte „langweilig“ und dabei vielleicht mit den Gedanken abdriftete, sondern ganz im Gegenteil, ich wollte so schnell wie möglich weiterlesen.Bei "Der Allegonaut" geht es um den Büroangestellten Tim, wie er so oft in unserer Gesellschaft vorkommt und darüber hinaus, um seinen doch sehr trägen Job, in welchem er sich gefangen fühlt. Eines Tages ändert ein kurzes, erst widerwilliges Gespräch, sein ganzes Leben.Sein Weg geht über das Zurückfinden zur Kunst, die er eigentlich immer liebte, aber nie so richtig entfaltet hat - doch genau das macht das Buch für mich so realitätsnah, weil es so viele Menschen dort draußen in der Welt gibt, die ihr Potential nicht entfalten können oder konnten, weil sie eben nicht dieses Aha-Erlebnis hatten, welches ihr Leben zum Positiven änderte.Das Buch beinhaltet so viel und ist so nachvollziehbar an der Realität, dass es für mich schon eigentlich zum Bereich der praktischen Philosophie gehört und dass ohne ein Sachbuch zu sein. [...] Read the full article

Abenteuer Philosophie

Die neue Ausgabe der Abenteuer Philosophie ist da und ich bin schon sehr gespannt auf die Themen, die mich erwarten.Gerade Humor und Optimismus sind Dinge, die wir derzeit stark vernachlässigen, weil wir ständig darauf aus sind zu diskutieren und recht haben zu müssen. Umso mehr freue ich mich auf die Ideen und Gedanken im Magazin. Natürlich werde ich auch dazu den einen oder anderen Artikel schreiben, so es sich denn anbietet :) Read the full article

Absolutistische Diskussionskultur

Vor einiger Zeit merkte ich hier an, dass mir ein weiterer Artikel in der Abenteuer Philosophie sehr gefiel und zwar jener über Corona. Mir ist bewusst, dass ich dieses Thema lange ausgespart habe und gleichzeitig, dass es schon fast zum Alltag gehört. Ebenso hatte ich ganz am Anfang einen Artikel über Corona geschrieben, ihn jedoch verworfen, weil ich mir nicht sicher war, in welche Richtung diese ganze Geschichte verläuft; zudem hatte ich meiner Meinung nach zu wenig Daten, um mir ein Urteil bilden zu können (das ist im Übrigen bis heute so).

Kritischer Artikel

Warum mir der Artikel gefällt, ist, weil er sich kritisch mit der Thematik auseinandersetzt. Nicht, was das Virus als solches angeht, sondern vielmehr, dass darauf hingewiesen wird, dass man als Philosoph die Pflicht hat, etwas kritisch zu hinterfragen. Kritisch zu hinterfragen bedeutet aber nicht im Umkehrschluss, dass man umgehend etwas verneint oder leugnet. Es bedeutet, dass man sich mit der Thematik und der Vorgehensweise auseinandersetzt und versucht deren Sinn oder Unsinn zu verstehen, sie zu kritisieren oder bessere Lösungsansätze vorzuschlagen. Das bedeutet auch, dass man andere, kritische Stimmen zu Wort kommen lassen muss. In diesem Falle sind es unter anderem Ken Jebsen (KenFM) und Prof. Bhakdi.

Kritiker anhören, auch wenn sie Unsinn reden?

Für die, die umgehend „Schwurbel“ sehen: nicht zu voreilig. Zwar ist ersterer durch eine Menge seltsamer Äußerungen auf- und vielleicht auch schon durchgefallen, jedoch heißt das nicht, dass man ihm nicht zuhören sollte oder er sich nicht äußern darf.Es steht natürlich jedem frei, wem er zuhören, wessen Texte lesen oder Videos er sehen möchte, das steht außer Frage. Dennoch hat sich unsere Diskussionskultur in der Art verändert, dass wir viele Dinge gar nicht erst einmal mehr zulassen, damit wir sie aufnehmen und verstehen können.Wir haben uns, besonders durch die sozialen Medien, wie in der Dokumentation „Das Dilemma mit den sozialen Medien“ (Netflix), viele kleine Realitäten geschaffen, welche für uns absolut sind. Von Außen kommende Dinge werden oftmals durch die sozialen Medien eh schon vorsortiert oder spätestens, wenn der jeweilige Gedanke nicht in die Realität des Einzelnen passt, von ihm selbst aussortiert.Die große Problematik dabei ist, dass wir gar nicht merken, wie wir uns diese kleine Realitäten oder Filterblasen schaffen und zum anderen, dass wir eigentlich nur ein Spielball in einem größeren Spiel sind, was wir ebenso wenig merken. Jetzt könnte man sagen „Aber die anderen interessieren sich doch gar nicht für die Fakten“ oder „Die Fakten stimmen gar nicht, weil…“. Da kommt unsere Vernunft ins Spiel. Nehmen wir mal die Coronathematik: Gerade am Anfang wussten wir extrem wenig darüber und durch immer weitere Experimente und Studien kann man sich einem Ergebnis annähern. Zwischendurch waren einige Theorien falsch, wurden widerlegt und später noch einmal verbessert. So funktioniert Wissenschaft. Selbst die Wissenschaftler nehmen sich des Themas kritisch an, denn würden sie es nicht, hätte man bei allem was sie machen eine 50 – 50 Chance und dann wäre es eben keine Wissenschaft sondern ein Ratespiel, soll heißen: reine Vermutung.

Kritische Philosophen

Philosophen müssen sich kritisch äußern und auch andere Meinungen zulassen; eine andere Meinung muss ja nicht übernommen werden. Aber gerade wenn man sich kritisch äußern will, muss man andere Meinungen aufnehmen und versuchen zu verstehen. Gerade bei unseren sozialen Medien es jedoch dazu gekommen, dass wir andere Meinungen schnell ablehnen. Das wird mitunter an der Art der Kommunikation zu tun haben. Die Sätze müssen kurz und leicht verständlich sein. Niemand nimmt sich die Zeit und liest lange Artikel, sondern wir wollen Überschriften sehen und glauben daher, dass wir wissen worum es in dem Artikel geht. Der eine oder andere wird vielleicht noch die Zusammenfassung lesen, die unter der Überschrift steht, für mehr reicht es dann aber oft nicht. Früher hat man große Artikel in Zeitungen gelesen oder auch in Internetforen zu einem Thema diskutiert, was dann in große Texte ausarten konnte. Heute will man nur noch Recht haben und seine eigene Realität verteidigen, weil diese absolut und unumstößlich ist. Gleichzeitig sieht man diese Realität auch in Gefahr, da es Feinde der eigenen Realität gibt, die da draußen nur warten anzugreifen. Durch diese angebliche Gefahr wird die eigene Realität mitunter verstärkt. Man muss sich also bewusst werden, wenn man wieder zu einer vernünftigen Diskussion übergehen möchte, was die Ursache für die eigene Filterblase und somit die Art der Diskussionsführung, ist.

What about Netiquette?

Als ich in meiner späten Jugend das Internet für mich entdeckte, gab es in ganz vielen Foren noch etwas, das nannte sich „Netiquette“ – also eine Mischung aus „Net“ (von: Internet) und Etiquette (von: Etikette). Es handelt sich dabei um Regeln für soziales Kommunikationsverhalten im Internet bzw. in dem Falle im jeweiligen Forum. Diese konnten in ihrer Art unterschiedlich ausfallen, jedoch ihre Basis war meist die gleiche. Seit die großen sozialen Medien Einzug gehalten haben, werden die Benutzer auch nicht mehr aktiv auf diese Netiquette hingewiesen, sondern müssen nur noch AGB bestätigen. Für viele Nutzer existieren diese Verhaltensregeln überhaupt nicht, was sich dann dementsprechend auch in der Kommunikationsart äußert. Ein Satz ist mir aus der damaligen Netiquette eines Forums noch im Gedächtnis hängen geblieben, weil ich ihn für sehr gehaltvoll ersehe. „Überprüfe nochmals das was du geschrieben hast, denn dein Text und so wie er veröffentlicht wird, ist deine Visitenkarte.“ Bis heute sehe ich jegliche Texte, als solch eine Visitenkarte an und da ist es egal ob in Foren, auf meinem Blog oder in allen anderen Medien. Dabei geht es weniger um eine Selbstdarstellung, sondern darum, zu zeigen, wie sehr man bereit ist eine Diskussion zu führen. Umgekehrt kann man die Texte anderer dann auch als eine solche Visitenkarte sehen. Wir sollten versuchen uns darauf zu besinnen, dass wir zum einen nicht anonym im Internet sind, auch wenn wir uns das immer wieder einreden.

Ebenso sollten wir einen offenen Verstand nutzen, um Diskussionen nicht im Keim ersticken zu wollen, durch unser rechthaberisches Ego, sondern mit Vernunft zuhören, was der andere zu sagen hat, denn oftmals ist der Ursprung einer vielleicht wahnhaften Idee eine ganz andere Intention. Aber um diese zu erahnen oder zu verstehen, muss man eben erst zuhören.Außerdem sollten wir immer im Hinterkopf behalten, dass unsere Äußerungen im Internet die Visitenkarte unserer Person, unseres Charakters ist. Nicht zu vergessen ist es erlaubt sich kritisch zu äußern. Das darf jeder. Nur sollte man sich selbst immer wieder hinterfragen, wie viel Hintergrundwissen ist denn schon überhaupt vorhanden, dass man sich kritisch äußern kann? Nur weil ich ein Zitat von Fichte gelesen habe, heißt das noch lange nicht, dass ich mich unbedingt dazu kritisch äußern sollte, so lange ich sein zitiertes Werk nicht kenne. Das ist etwas worauf die sozialen Medien nämlich immer wieder psychologisch anstoßen: Eine emotionale Reaktion. Sei es durch Überschriften, durch Bilder oder kurze, eingeblendete Kommentare. Daher, wie früher Peter Lustig in der Sendung Löwenzahn immer sagte: „Einfach mal abschalten.“ Peter Lustig

Addendum

Die Zeit zeigte, dass bspw. Prof. Bhakdi mit seinen sehr skurrilen Behauptungen keinerlei Boden, jedoch "Anhänger" fand. Er brachte zwar immer neue, wilde Theorien auf, sei es über Corona oder über Impfungen. Jedoch hatten diese keinerlei bestand. Und hier kommen die beiden benannten Punkte ins Spiel, die ich erwähnte: Zum einen darf man sich kritisch äußern, sollte jedoch dabei mit Bedacht vorgehen. Zum anderen die Wissenschaft, durch die man erkennen kann, wie sich etwas verhält oder wohin die Reise geht. Kritisiere ich panisch oder emotional, dann kann es dazu kommen, dass mir irgendwann niemand mehr zuhört, weil ich eben vielleicht doch auf dem falschen Weg bin. Doch dafür bedarf es Selbstreflexion, Einsicht und Anpassungsfähigkeit. Artikel ursprünglich veröffentlicht 10/2020, (überarbeitet) Read the full article

George Orwell

In den letzten Jahren wurde viel von ihm zitiert, teilweise völlig falsch und in nicht zusammengehörendem Kontext. 

George Orwell (richtiger Name: Eric Arthur Blair) hat mit seinem bekanntesten Werk „1984“ etwas geschaffen, was auf der einen Seite zum Nachdenken anregt, auf der anderen Seite Spielraum für Interpretation lässt. Er hat auch noch weitere, weniger bekannte Texte verfasst, der bekannteste neben „1984“ ist wohl „Animal Farm“(Farm der Tiere), eine politische Dystopie. 

Schade ist bei der ganzen, oben genannten „Zitiererei“, dass viele, die seine Bilder und angeblichen Zitate teilen, oftmals nicht seine Bücher gelesen haben.

Dystopie George Orwells?

Meine Meinung zu sozialen Medien ist in den letzten Jahren nicht unbedingt positiver geworden, was mitunter an den vielen Falschinformationen liegt, die man von allen Seiten erhält.

 Gleichzeitig schaut man sich bspw. die Europäische Union an und sieht, wie bestimmte Elemente, wie z.B. die Chatkontrolle und Überwachung stetig wächst. Überall werden wir beschallt, nicht nur mit Werbung, sondern mit Meinungen und Informationen, so dass es bisweilen schwierig wird sich eine eigene Meinung und ein eigenes Bild zu schaffen. 

Die Informationsflut hindert uns daran, die wichtigen und richtigen Informationen zu filtern und zu verarbeiten. Man könnte fast sagen, dass die ganze Welt schreit und währenddessen überhören wir, was eigentlich passiert. Doch nicht nur das, außerdem sind wir so sehr den Diskussionen verfallen und wollen so unbedingt Recht haben mit dem, von dem wir denken es wäre „die Wahrheit“, dass wir gar nicht verhindern, was außerhalb dieser Diskussionen passiert. 

Mir ist zudem aufgefallen, dass ich bisher noch nichts über Orwells Werke geschrieben habe, was ich in Zukunft nachhole (wie auch mit anderen, klassischen Autoren), denn ich denke das habe ich bisher auf meinem Blog vernachlässigt – klassische Literatur und Philosophie. 

Warum ich gerade heute etwas zu George Orwell schreibe?

Heute (am 25.06.2022) hätte er seinen 119. Geburtstag gefeiert, wurde jedoch gerade mal 47 Jahre alt. 

Vielleicht ein Grund und eine Möglichkeit heute eines seiner Werke in die Hand zu nehmen und sich in Stille darauf einzulassen. Read the full article

Moralische Überlegenheit

​Überlegenheit

In den letzten Monaten war es etwas ruhig um diesen Philosophie Blog, mitunter lag es an meinen Weiterbildungen, dann am Umzug des Blogs als solches, aber auch, weil ich mich zum Teil vermehrt aus dem Internet zurückgezogen habe (nun aber wieder voll da bin).Das hat auch mitunter an der ganzen Corona-Debatte zu tun. Philosophen neigen zum Eremitentum. Das kann auch für soziale Medien gelten oder auch gesamte Debatten. Sie ziehen sich zurück, beobachten und denken nach. Manch einer vermutet dahinter Desinteresse oder Unwissenheit, was aber nicht der Fall ist, denn Gedanken benötigen Zeit zum Reifen; ebenso die Beobachtung. Dementsprechend wird dieser Text wahrscheinlich etwas länger, als es sonst der Fall ist.Fangen wir einfach mal an einige Begrifflichkeiten zu definieren bzw. zu schauen, was einige Philosophen dazu gesagt haben. Ich versuche es so wenig trocken, wie möglich zu machen. Bei dem Begriff der Moral handelt es sich um Konventionen oder Handlungen von bestimmten Personen, Gruppen oder Kulturen und stellen somit die Gesamtheit der temporär geltenden Ideen, Werten und Normen. Gerne kommt dabei auch die Tugend ins Spiel, also der Gedanke, dass jemand, der sich nach der geltenden Moral vorbildlich verhält und somit tugendhaft ist.

Moral?

Es gibt also eine Art gesellschaftlichen Rahmen, bezogen auf das Verhalten und die darin innewohnenden Konventionen und Wertevorstellungen. Ein Konsens auf dem man sich moralisch oder unmoralisch verhält. Also bezieht es sich dabei nicht nur auf das theoretische Verhalten, sondern auch auf das praktische Ausführen dieser Vorstellungen. Die Ausführungen einzelner Moralvorstellungen kann sich mit der Zeit ändern, je nachdem sich die Kultur oder auch das religiöse Zusammenleben ändert.Dazu sei auch das Buch „Zur Genealogie der Moral“ von Friedrich Nietzsche empfohlen. Welches eine tiefere Sicht auf die Entstehung der Moral ermöglicht. Aber natürlich seien hier auch Kant, Schopenhauer oder auch Arnold Gehlen oder Alexander Grau genannt, sollte ein größeres Interesse an dem Begriff und Gedankenspiel der Moral bestehen. „Moral also führt unumgänglich zur Religion, wodurch sie sich zur Idee eines machthabenden moralischen Gesetzgebers außer dem Menschen erweitert, in dessen Willen dasjenige Endzweck (der Weltschöpfung) ist, was zugleich Endzweck des Menschen sein kann und soll."- Immanuel Kant - „Moral ist ein Maulkorb für den Willen, Logik ein Steigriemen für den Geist."- Franz Grillparzer - „Ist das Hirn zu kurz gekommen, wird sehr gern Moral genommen."- Wiglaf Droste - „Moral ist immer die letzte Zuflucht von Leuten, die die Schönheit nicht begreifen."- Oscar Wilde - Das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt und völlig subjektiv. Selbstverständlich gibt es auch Menschen, die in der Moral ein hohes Gut sehen. Dennoch sollen hier eher die kritischen Stimmen zu Wort kommen, denn wie man sehen kann, scheint die Moral für einige ein Zwang oder ein Käfig den sich der Mensch selbst errichtet, oder von anderen errichtet wird, zu sein.Nietzsche sprach dabei auch vom „Kleinhalten“ der Starken, die man mit dieser Methode im Zaum, am Größerwerden, am Höhersteigen hindern will. Sie also sozusagen in einen unsichtbaren Käfig sperrt, der Kontrolle wegen. Er bezieht sich dabei mitunter auf Ärzte und Priester, die einen auf ihre geistige Seite ziehen wollen würden, um sie dort mit ihren Moralvorstellungen und Ideologien zu vergiften. Wir sehen also, dass es ein Gebilde gibt, das temporär in seinem Inhalt begrenzt ist und sich darauf ausrichtet, wer gerade an der Macht ist bzw. das Sagen hat. Vielleicht ist ein Vergleich mit der Mode und den wechselnden Stilen nicht verkehrt; wenn auch Moral nicht so schnell ihren Inhalt wechselt. Dieses Konstrukt wird von uns nun täglich in der Gesellschaft, direkt oder indirekt benutzt. Wir werten damit das Verhalten des anderen. Ob derjenige der Völlerei anheimfällt, ständig wechselnde Partner hat oder was er isst. Über einige Dinge wird leicht hinweg gesehen, andere stellen einen großen Verstoß dar. Gerne würden manche Verfechter bestimmter Moralideen dies dann auch vor Gericht sehen, weil das verhalten des anderen nicht in ihr Weltbild passt. „Die Hölle, das sind die anderen."- Jean-Paul Sartre - Darin kann man vielleicht auch die Tiefe Sartres sehen, bezogen auf dieses Zitat.

Ego - das Ultimative!

Gerne wird das Ego oder eine religiöse Vorstellung über das Leben des Einzelnen gestellt, auch wenn es eben nicht dessen Vorstellungen sind. Manch einer benimmt sich dabei wie die Axt im Walde und verfällt in absoluten Extremismus. Es ist, als hätten solche Menschen Scheuklappen auf und kennen nur noch dieses eine Extrem. Völlig unreflektiert, potentiell anti-human und absolutistisch.Dabei beziehe ich mich nicht nur auf religiöse Gruppen, sondern auch auf politische. Denn hier kommen wir langsam zum eigentlichen Kern des Themas.Unsere derzeitige Gesellschaftsmoral: Im Jahr 2014 wies ich schon darauf hin, dass es der Ton im Bereich der sozialen Medien schärfer wurde. Man konnte spüren, wie die Menschen sich ständig gegenseitig angingen und es vorerst darum ging einfach nur Recht zu haben und in seiner Position über einem anderen zu stehen. Die Ellenbogen wurden ausgefahren und CAPSLOCK wurde regelmäßig benutzt. Vorerst fand dieses Verhalten seinen Höhepunkt in der Präsidentschaft von Trump, wo bei allem, was er machte, das Internet ausflippte und zwar sowohl die Befürworter, als auch deren Gegner.Gerne wurde sich auch lustig gemacht über Ausrutscher wie „covfefe“ und wurden zu einem Internetmeme. Hier zeigte sich die moralische Überlegenheit einiger Menschen, in dessen Position sie sich sahen. Dass einem Präsidenten so etwas gar nicht passieren dürfe und er ja nicht einmal twittern kann.Fehler werden nicht geduldet, wenn man als Persönlichkeit im Licht steht. Einem unbekannten Hansel wäre das nicht angekreidet worden; da hätte nicht einmal ein Hahn nach gekräht. Es ist also zu erkennen, dass die Moralvorstellung auch darauf beruht, welche Position eine Person inne hat. Ein Irgendwer wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so massiv mit Moralvorstellungen und deren gedanklicher Überlegenheit bombardiert, wie jemand den viele Menschen kennen oder der einfach mehr Aufmerksamkeit erhält.Gut zu sehen ist dieses Prinzip auch bei Influencern, deren Markt hart umkämpft ist und es nur wenige wirklich weit nach oben schaffen.Der Bekanntheits- oder Beliebtheitsgrad wird an der Menge der Follower gemessen und dementsprechend generiert sich auch das Einkommen.Der eine oder andere muss auch dafür nicht viel Können oder Intellekt nachweisen, weil es dabei größtenteils um Unterhaltung geht. Das soll jedoch keine Wertung sein, da es auch bei den Influencern Menschen gibt, die viel Können mitbringen. Dennoch ist das Entertainment ein bestimmender Faktor.Verkaufen solche Influencer nun ihr Badewasser (inklusive Herpes) oder Fürze im Glas, dann stellen sich einem wirklich schon diverse Fragen. Auch das soll keine Wertung sein, denn schließlich gibt es ja anscheinend auch einen Markt dafür, denn sonst würde bspw. die Influencerin mit den Fürzen im Glas nicht um die 50.000 Dollar in der Woche machen.(Zugegeben: Ich hätte nie gedacht, dass das jemals Thema auf meinem Blog werden würde...)Wir haben hier also ein Verhalten, welches vor 10 oder 20 Jahren noch als völlig unmoralisch gegolten hätte, nun aber, obgleich eines leicht bizarren Anscheins, nicht wirklich unmoralisch ist.Gleichzeitig wird aber die Frage nach der Moral des Tiereverspeisens immer größer, es vor Jahren aber so war, dass man bspw. als Vegetarier komisch angesehen wurde. Auch hier bilden sich nun verschiedene Lager, wo einer mehr recht haben will, als der andere oder sich zumindest im moralisch-überlegenen Recht sinnt.Dann dachte man sich, dass es etwas ruhiger werden würde, wenn Trump nicht weiter Präsident wäre.Dann kam plötzlich Covid 19 und so man sich dachte bei Trump war es schon schlimm, dann wurde man schnell eines Besseren belehrt. Es taten sich Abgründe auf…Wenn man früher von einem einfachen rechts-links Bereich ausging, vermischte sich nun alles. Verschwörungstheorien, Linke, Rechte, Hippies, Esoteriker, fundamentalistische Christen aus diversen Freikirchen, Heilpraktiker, Ärzte, Wissenschaftler usw.Es gab nun ein völliges Durcheinander von Menschengruppen, die sich in diversen Lagern auftaten, die nicht nur auf zwei Seiten standen, sondern an ganz vielen Punkten der Szenerie. Das kam daher, weil es diverse Schnittpunkte gab. Man tat sich mit denen zusammen, bei denen die Schnittmenge am höchsten war, auch wenn die Ideologie nicht unbedingt die gleiche ist.Die Thematik bestimmt uns nun seit über zwei Jahren und wir haben eine selbstgefällige, moralische Überlegenheit ohne Selbstreflexion, Verständnis und Humanismus entwickelt – aber natürlich nur „dem anderen“ gegenüber, man selbst war dauerhaft unantastbar.Wir reden von Freiheit und Solidarität, Pflicht und Recht, sind aber bisher keinen Schritt weiter gekommen, als vor zwei Jahren.Wir klagen an und verurteilen das Handeln der anderen.Sei mal als Beispiel genannt „die Impfung“ (gibt ja eh kein anderes Thema mehr) von einigen Verschwörungstheoretikern und Impfgegnern nur im Singular benannt, weil es für sie nur einen Impfstoff gibt. (Die Kritiker lasse ich hier mal außen vor, weil sich darunter auch einfach unentschlossene oder Menschen mit psychischen Problemen befinden; soll heißen, es kann nicht so vereinfacht werden, wie es diverse Lager oder auch Medien es gerne haben möchten.)Natürlich gibt es mehrere Arten des Impfstoffs und genauer kann man sich auf den diversen, wissenschaftlichen Seiten bezüglich der Impfung informieren.Ich schreibe jetzt auch nicht über diese hanebüchenen Ideen von Nanobots, Graphenoxid, Mindcontrol oder 5G. Wer Interesse daran hat, wird schnell in diversen Gruppen und auf Seiten des Internets fündig.Jeder mit auch nur ein wenig wissenschaftlichem Wissen wird schnell deren Unsinn durchschauen, der nicht einmal für schlechte Science-Fiction taugt.Mal abgesehen von Psudo-Demos, die man unter Spaziergängen mit zufälliger Gewaltausschreitung deklariert oder den Angriffen auf Impfzentren, für die Freiheit der Menschen, gibt es da auch die Seite, die den Menschen nicht nur ein unsolidarisches Verhalten vorwirft, sondern ihnen auch so viele Rechte entziehen will, wie nur möglich, damit sie sich „für die richtige Sache entscheiden“. Doch so funktioniert „freiwilliges Entscheiden“ nicht, weder auf der einen, noch auf der anderen Seite.Deklariere ich eine Gesellschaft als freiheitlich und demokratisch, muss ich auch damit umgehen können, dass sich jemand anders entscheidet, als ich es in meinem Weltbild für richtig empfinde.Dass sich Menschen gegen eine Impfung entscheiden wird diverse Gründe haben. Sei es das ständige Jonglieren mit Zahlen, die insgesamt unvollständig sein werden, weil wir noch mit Excel, Fax und Sonntagsruhe in Deutschland arbeiten (vorletzter Platz in der Digitalisierung Europas!) oder die immer wieder auftauchenden Korruptionsskandale der Regierung.Dass sich Menschen für eine Impfung entscheiden wird ebenso verschiedene Gründe haben.Die anfängliche Freiwilligkeit wurde dann mit Sanktionen bestraft, da sich die Politik das anders vorgestellt hatte mit der Freiwilligkeit.Auf die Unfähigkeit der Regierung gehe ich hier nicht ein, weil das zu sehr werten würde, jedoch hat auch dieses Versagen den Unmut und die geringere Freiwilligkeit in einigen Menschen hervorgerufen. Es sind so viele Gründe und Stellschrauben, auf die ich in meinem jetzt schon viel zu langen Artikel gar nicht eingehen kann.

Moralästhetik?

Doch kommen wir zurück zur moralischen Überlegenheit, denn um die geht es ja primär. Als Ästhet sagt mir Oscar Wildes obiges Zitat sehr zu, denn Moral kann auch einen ästhetischen Indikator haben. Dabei sei auf die Novelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ verwiesen, in der Mr. Hyde einen sehr düsteren und verwerflichen Charakter hat.Man könnte soweit gehen, dass man sagt Mr. Hyde hatte einen hässlichen Charakter oder ein hässliches Inneres, zumindest aus dem ästhetisch-humanistischen Blickwinkel gesehen.Ein anderer Blogger, den ich immer wieder gerne lese hatte war nun an Covid-19 erkrankt, hat vorerst alles überstanden und ist nun auf dem Weg der Besserung. Er berichtet davon, dass die Krankheit zwar sehr schlimm war, er aber noch viel schlimmer die gehässigen Kommentare fand. „Viele schadenfrohe Asoziale kommen aus ihren Löchern gekrochen, aber was ich sagen will: Ich bin immer noch leistungsfähiger und stärker, disziplinierter und seh geiler aus und mit 41 Fieber heb ich immer noch mehr als viele dieser "Aso.zialen", ich hab Leuten immer noch Hilfe bei Gesundheitsfragen gegeben und helfe immer noch täglich Menschen gesünder, stärker und fitter zu sein.Strenght First Das habe ich auch schon öfters gesehen und wie gesagt, aber auch von beiden Seiten. Da äußern sich rechte Politiker über andere verstorbene Politiker abfällig und sehen deren Ableben als etwas positives.Das gleiche sieht man aber auch bei Menschen, die sich haben impfen lassen und deren Äußerungen zum Tode anderer Menschen, die sich nicht haben impfen lassen. Ganz nach dem Motto „Tja, hättest du mal auf das richtige Pferd gesetzt“. Diese Art des Denkens und Äußerns hat übrigens schon Nietzsche, bezogen aufs Christentum, kritisiert, weil es eine gehässige Art des Denkens ist. Hierbei zeigt sich die Negativität des eigentlichen Charakters, weil man zwar vorgibt dem anderen etwas Gutes zu wollen, aber wenn er sich nicht so verhält, wie man es möchte, dann „wird er schon sehen, was er davon hat“.So werden auch weiterhin Diskussionen geführt: Gehässig, teils herabwürdigend und besserwisserisch. Wir haben in unserer ständigen Rage über alles in der Gesellschaft und darin, dass wir die freie Entscheidung und den freien Willen des anderen nicht mehr akzeptieren wollen, vergessen wie man richtig Diskutiert; denn in jedem Wort sehen wir einen Angriff auf unsere Idee, wie die Welt zu sein hat.Unsere Ideale sind egomanisch in den Vordergrund gerückt und wollen uns weis machen, dass nur unser individuelles Weltbild das einzig richtige ist. Andere Ideen oder Möglichkeiten lassen wir gar nicht mehr zu.Wir haben somit die Ellenbogenmentalität erreicht, bei der nur noch das Recht des Lauteren gilt. „Jeder Dödel hat was zu melden. Und jeder will, dass die Welt es erfährt. Alle brüllen durcheinander. Am Ende bleibt niemand, der zuhört."- Knorkator - Dabei haben wir mal als Kind gelernt, dass wer schreit nicht auch gleichzeitig richtig liegt.Recht haben um jeden Preis, egal ob der andere logisch und faktisch richtig liegt. Er hat unrecht zu haben, weil es eben nicht in das eigene Weltbild passt und notfalls beugt man die Realität etwas. Sie ist deswegen ja nicht weniger real.Passt der andere nicht in mein Weltbild habe ich verschiedene Möglichkeiten damit umzugehen, doch wie wir damit umgehen, ist auch immer ein Indikator für unseren eigenen Charakter; für unser Inneres.

Anfänge des Internets

Als ich damals mit dem Internet anfing, gab es für Chats und Foren etwas, das nannte sich „Netiquette“ also sozusagen die Etikette, wie man sich im Netz und anderen gegenüber zu verhalten hat, damit dieses Gesamtkonstrukt funktioniert. Diese las man sich meist durch, bevor man überhaupt an Diskussionen teilnehmen konnte. Diese Erinnerung fällt nun bei den sozialen Medien weg und ist durch AGB der Firmen ersetzt worden. Uns fehlt also das Erinnert werden, dass wir mit anderen Menschen wirklich kommunizieren und dass der Text und die Art, wie wir uns geben, eigentlich unsere Visitenkarte darstellt. Weil man uns anders, in diesem Fall, nicht wahrnehmen kann.Problematisch wird es, wenn diese Visitenkarten, die wir hinterlassen, nicht unbedingt zu unserem Vorteil ausfallen und man lieber keinen Kontakt zu uns haben möchte. Das bezieht sich wie gesagt, nicht auf das was wir als Weltbild von uns geben, sondern auf das wie wir es von uns geben und wie wir bspw. diskutieren.Schaffen wir es nicht einmal richtig zu diskutieren, also auch die Gedanken des anderen zuzulassen, dann möchte ab irgendeinem Punkt niemand mehr mit uns sprechen, weil alle wissen, dass wir gar nicht fähig sind mit anderen zu kommunizieren.Somit wird unsere Welt immer lauter, weil sich dieses Verhalten auch in unsere reale Welt überträgt, doch gleichzeitig auch inhaltsleerer. Da wir unseren Horizont freiwillig immer weiter verkleinern oder auch von anderen Ideen, die uns gefallen, verkleinern lassen.Wir haben vergessen, wie man kommuniziert.Wir haben vergessen, wie man reflektiert.Wir haben vergessen, dass wir mit realen Menschen umgehen.Wir haben vergessen, wie man mit anderen Menschen umgeht.Wir haben vergessen, dass unser Ego nicht über die Art der Welt bestimmt.Wir haben vergessen, dass soziale Medien uns vieles vergessen lassen.Und in allem sehen wir darin noch eine moralische Überlegenheit dem anderen gegenüber, obwohl wir kaum in der Lage sind unsere eigenen Gedanken zu fassen, bei der ganzen Informationsflut, der wir täglich ausgeliefert sind... Read the full article

Was bist du wert?

Über Technologie unseren Wert bestimmen

Vor einigen Tagen bin ich auf einen Artikel gestoßen, der sich mit einer App beschäftigt, die derzeit noch in der Entwicklung ist. Sie trägt den Namen „peeple“.Was kann diese App und wofür ist sie gut?Mit dieser App hat man die Möglichkeit andere Menschen zu bewerten. Dieses Bewertungssystem funktioniert mit Sternen, von eins bis fünf (inklusive Kommentaren). Dazu kann man sich mit seinem Facebook-Account zu der App verbinden und Menschen, deren Handynummer bekannt ist, bewerten. Nach Aussage der beiden Entwicklerinnen, soll das z.B. gut sein für die Auswahl eines Babysitters oder auch die Freunde des eigenen Kindes können unter die Lupe genommen werden. Positive Bewertungen sollen umgehend online gehen, hingegen negative (ab zwei Sterne abwärts) haben eine Wartezeit von 48 Stunden und geben an den Bewerteten eine Nachricht ab, dass dieser die Unstimmigkeiten mit dem Bewerter vielleicht klären sollte. Klappt das nicht, dann geht die negative Bewertung auch online. Die negativen Bewertungen bleiben dann ein ganzes Jahr bestehen und werden danach gelöscht. Somit soll dem User die Möglichkeit gegeben werden, sich zum positiven zu verändern. Unterteilt sind diese Bewertungen in drei Kategorien: beruflich, persönlich und romantisch („personal, professional, and dating“). Die beiden Entwicklerinnen bezeichnen ihre App als „Positivity App“, obgleich sich die kritischen Stimmen, bezüglich der App, mehren. Philosophische Betrachtung Als allererstes kann man damit Menschen auf verschiedenen Ebenen bewerten, vom beruflichen bis hin zum privaten (romantischen). Jemanden zu bewerten ist immer eine ganz schwierige Sache, denn solch eine Bewertung ist immer etwas sehr subjektives. Dazu kommt, dass es Menschen gibt, die sich einfach von Grund auf nicht leiden können. Das gibt es in Familien, das gibt es in der Schule, im Beruf – überall. Vom Prinzip her auch nicht schlimm, denn man muss auch nicht jeden mögen. Doch wenn ich jemanden öffentlich und für jeden zugänglich bewerte, dann erinnert mich das ein wenig an mittelalterliche Gepflogenheiten. Das Schlitzohr kommt nicht von ungefähr. Zumal man – so die bisherige Aussage – sich nicht gegen eine Bewertung der eigenen Person wehren kann. Genauer gesagt, diese App ist, auch wenn sie sich in Liebe und Wohlwollen kleidet, eigentlich nur diktatorisch und ich würde fast schon so weit gehen und es wagen, sie faschistisch zu nennen. Doch um zu verstehen, warum ich sie so bezeichnen würde, zitiere ich den Geschichtsprofessor Robert O. Paxton, der Faschismus in seinem Buch „The Anatomy of Fascism“ wie folgt definiert:"Faschismus kann definiert werden als eine Form des politischen Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit, wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt und mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und äußeren Expansion verfolgt." Wikipedia, Faschismustheorie, Definition des Faschismusbegriffs Wenn man sich nun diese App vornimmt, dann erfüllt diese einige der Kriterien. Natürlich würde man nicht sagen, dass es dabei um direkte Politik geht – aber halt! – irgendwie schon. Denn nehmen wir an, ich bewerte Person A, egal wie diese Bewertung ausfällt, dann wähle ich etwas und gebe meine Stimme für oder gegen etwas ab. Bewerten jetzt 40 oder 50 andere Personen ähnlich, dann gibt es dahingehend eine Einstimmigkeit in dieser Gruppierung. Diese Gruppierung bewertet sich dann vielleicht auch gegenseitig positiv und verleiht sich dann schnell einen elitären Touch. Fällt aber jemand, aufgrund seiner Persönlichkeit oder Individualität aus dem Rahmen, dann kann es passieren, dass diese Gruppe, die Person einheitlich negativ bewertet (auch wenn die eigene Bewertung darunter etwas leiden kann).

Jugend und Bewertung

Wenn man sich diese App dann in der Schule vorstellt (Stichwort: Mobbing, Gruppenzwang), will ich nicht wissen, wie viele Kinder sich aufgrund solcher Bewertungen das Leben nehmen wollen oder in massive Depressionen verfallen (nicht zuletzt, weil das Smartphone, laut neuster Studien, eh schon Stress für Kinder und Jugendliche bedeutet).Außerdem befinden sich Kinder und Jugendliche in einer ständigen Entwicklung und Sinnkrise, die durch die Werbemedien nicht unbedingt verringert werden. Das bedeutet, dass (kleine) Gruppierungen die Möglichkeit haben, einen Menschen zu bewerten, nur weil er anders ist, als sie, und sie das nicht gutheißen. Anders herum kann damit auch der Narzissmus (oder andere psychische Störungen) gefördert werden und man ist quasi darauf angewiesen, dass einen alle anderen positiv bewerten. "If you make a negative comment about someone it affects your positivity score and it will go down. If you make positive reviews about people your positivity score will go up." forthepeeple.com Nicht zu Verschweigen gilt, dass wenn z.B. Person A Person B negativ bewertet, der „Score“ von Person A ebenso fällt. In wie fern das dann aber dauerhaft ausschlaggebend ist bzw. in wie fern bestimmte Gruppen daran interessiert sind, wenn jemand niedergemacht werden soll, ist fraglich. Mitunter auch ein Grund, warum z.B. die Menge der Dislikes bei YouTube nicht mehr angezeigt werden. Besonders schön wird es dann, wenn man nach Arbeit sucht und der potentielle Arbeitgeber erst einmal schaut, wie denn die Bewertung der jeweiligen Person aussieht. Derzeit wird das ja gerne per sozialem Netzwerk oder ähnlichen Dingen, die man im Internet findet, getan. Ist man jedoch dann eine der Personen, die zwar fachlich etwas auf dem Kasten haben, aber in der App nicht sonderlich gut wegkommen (warum auch immer), dann kann das bedeuten, dass man den Job, den man sonst vielleicht bekommen hätte, dann doch nicht erhält, sondern möglicherweise jemand, der sich einfach nur mit allen gut stellt oder gut verkaufen kann. Man kann also sehen, dass es sich dabei um eine wirklich schwierige App handelt und meiner Meinung nach, um eine unnötige und vielleicht sogar gefährliche. Die „Ode an die Tapferkeit/ den Mut“, die auf der Gründerseite zu finden ist, finde ich in dem Bezug auf die App schon etwas sehr realitätsfern. "An Ode to Courage: Innovators are often put down because people are scared and they don’t understand. We are bold innovators and sending big waves into motion and we will not apologize for that because we love you enough to give you this gift. We know you are amazing, special, and unique individuals and most likely would never shout that from the rooftops. The people who know you will though…they choose to be around you and in your life and support you even when you don’t like yourself. We have come so far as a society but in a digital world we are becoming so disconnected and lonely. You deserve better and to have more abundance, joy, and real authentic connections. You deserve to make better decisions with more information to protect your children and your biggest assets. You have worked so hard to get the reputation you have among the people that know you. As innovators we want to make your life better and have the opportunity to prove how great it feels to be loved by so many in a public space. We are a positivity app launching in November 2015. Whether you love us or our concept or not; we still welcome everyone to explore this online village of love and abundance for all."forthepeeple.com

Missverstandene Genies?

Dass Erfinder oder Wegbereiter immer wieder mit Gegenwind zu kämpfen haben ist klar, auch dass Menschen oftmals vor etwas, was sie nicht kennen oder verstehen Angst haben. Doch in dem Fall verstehen es die Kritiker ja. Es ist ja jetzt nicht so, als hätten die Erfinderinnen eine Dampfmaschine entwickelt oder das Feuer entdeckt und keiner verstünde, was da eigentlich passiert bzw. passieren könnte.. Dass diese App als „Geschenk“ bezeichnet wird, halte ich noch weniger für ein gutes Zeichen, denn das erweckt den Eindruck, als wären sie wirklich der Meinung etwas gutes getan zu haben und die Welt wäre voller vernünftiger und liebender Menschen, die keiner Fliege was anhaben wollen. „ we still welcome everyone to explore this online village of love and abundance for all.“ forthepeeple.com Für mich ist die Sprache sehr blumig gewählt, ich würde sogar sagen verklärt. Wörter wie Dorf, Liebe, Fülle, Reichtum muten da schon sehr romantisch und heimelig an... Auch, dass es ja zum Schutz der Kinder sei, ist natürlich ein sehr aufopferndes Motiv. Ebenso, dass man damit mehr reale Verbindungen hält oder man bessere Entscheidungen treffen kann (für seine Kinder), klingt natürlich sehr nett. Nicht, dass man das vorher nicht konnte. Sie sehen sich selbst als Vorreiter einer ganz wundervollen Sache, vergessen dabei aber jegliche negativen Aspekte. Diese werden einfach komplett ausgeblendet, als gäbe es sie gar nicht. Es gab mal eine ähnliche Homepage, die vor vielen Jahren aus dem Netz genommen wurde bzw. in Deutschland vorher schon nicht mehr erreichbar war. Dort konnte man seinen Nachbarn bewerten, ohne dass er es wusste. Es wurde denunziert auf Teufel komm raus. Da wurde der Nachbar schnell zum Drogendealer oder illegalem Katzenpelzhändler. Manchmal hatte das aber auch überhaupt nichts mit dem Nachbarn zu tun, sondern war Absicht von bspw. jemandem der die Preise in einem Stadtteil drücken wollte und somit der Wert der Immobilien fiel. Die eigentliche Intention des Machers dieser Homepage war (oder soll gewesen sein), dass man, wenn man z.B. Umziehen möchte und Wohnungen sucht, schauen kann, in was für ein Viertel man da so zieht und ob die Nachbarn halbwegs umgänglich sind. Das hat dann mal so eher gar nicht geklappt. Und so lange sich die Entwicklerinnen in einem realitätsfremden Auftrag befinden, wird diese App nicht nur Gutes bescheren.Alleine der Datenschutz und das Persönlichkeitsrecht wird diese App sicher nicht (dauerhaft) in Deutschland zulassen; zumindest kann ich mir das nicht vorstellen.

Fazit

Wenn man keine Möglichkeit hat, sich gegen überhaupt ein Profil oder eine Bewertung in dieser App zu wehren, dann ist diese App nicht auf Liebe und Blümchenkaffee aufgebaut, sondern auf Diktatur und Faschismus. So sehr ich China als Land mag, aber ich verweise nur mal dort hin und auf deren eingerichtetes System der "Bürgerbewertung", jemand der mehrfach negativ auffällt, der gerät dann schnell mal in den Fokus bestimmter Einrichtungen und hat möglicherweise nicht mehr ein ganz so angenehmes Leben. Wenn ich einen philosophischen Antipreis (vielleicht sollte ich diesen Einführen...) vergeben könnte, dann hätte diese App ihn (damals), vor der offiziellen Veröffentlichung, nur alleine aufgrund der verblendeten Aussagen und fehlender Selbstreflexion der Entwicklerinnen, von mir erhalten.

Nachtrag

Die App wurde später dann doch in veränderter Version herausgebracht, weil es von vielen Seiten Kritik daran gab; unter anderem den Vorwurf von Cybermobbing und Hassrede mussten diese sich gefallen lassen. Vor allem weil in der App einfach jeder bewerten werden sollte, auch die die nicht diese App benutzten. Das wurde geändert und nun können nur Menschen innerhalb der App bewertet werden usw. Dieser Artikel erschien im Oktober 2015 (überarbeitet) Read the full article

- Mein Weg -                   

Das Buch „Mein Weg“ von Thomas Emmrich und Laotse ist mit seinen über 500 Seiten ein sehr mächtiges Werk.

Es beinhaltet 81 Kapitel, wie auch das Tao Te King von Laotse. Die Kapitel kann man in beiden Werken auch für sich lesen und ist nicht gezwungen sie nacheinander zu lesen (was jedoch meist sinnig    ist).

Laotse wird meist wörtlich übersetzt mit „Greiser Meister“ oder „Alter Meister“, was auch den Mythos bestärkt, dass er schon alt geboren wurde. Über Laotse weiß man gar nicht so viel, nicht    einmal seinen wirklichen Namen, sondern nur das eben genannte Synonym. Dennoch wird er mehrfach in Schriften anderer Gelehrter Chinas in der gleichen Zeit genannt, gerne auch als Dialogpartner.

Laotse steht insbesondere für die Lehren des Taoismus, also der Lehre des Weges und auch deren spätere Mystik. Jedoch ist Laotse recht klar und ziemlich schnörkelfrei in seinen Worten und benutzt    weniger Allegorien, als es z.B. Dschuang Dsi macht.

- Philosophische und religiöse Traditionen -

Dieses Buch ergänzt gedanklich, wie Laotse gewesen sein könnte und verbindet dieses Gedankenspiel mit den Inhalten des Tao Te King. Das wurde sogar recht elegant gelöst, denn zum einen beginnen    die Kapitel oftmals (aber nicht immer) mit den Regeln, der dafür bestimmten Jahreszeiten und Naturbeobachtungen. Das bedeutet, dass man sich zu dem und dem Monat so und so zu verhalten hatte,    damit sich die Welt im Einklang bewegt. So wurde vorgegeben welche Gefäße man zu benutzen hatte, wie die Lager überprüft werden sollten, die der Acker zu bestellen ist usw. Verhielt man sich    entgegen der Regeln oder musste Regeln umsetzen, die eigentlich in andere Jahreszeiten gehörten, dann erwartete man zumeist Unglücke wie Missernten, Dürre, Flut etc. 

Was sich für unsere Augen merkwürdig liest, beruhte damals auf langen Traditionen diverser philosophischer und teils religiöser Ausrichtungen, wie z.B. die Idee des Schamanismus‘. Auch heute sind    viele dieser Gedanken und Traditionen in der chinesischen Philosophie zu finden, wie die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), die fünf Elemente Lehre, konfuzianistische Einflüsse usw.

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Diskussionskultur                    

In den letzten Wochen und Monaten ist mir aufgefallen, dass sich unsere Diskussionsart stark geändert hat und wie ich durch Gespräche mit befreundeten Philosophen und Denkern, anderen ebenso.

Doch woran machen wir das fest? Besonders in den sozialen Medien, wie Facebook oder Twitter kann man diese Art des „Diskutierens“ gehäuft beobachten. Es handelt sich dabei um das „Recht haben wollen“. Daran ist an sich nichts falsches; wir wollen Recht haben, weil wir der Meinung sind, etwas ist aufgrund von Fakten und unserer Interpretation richtig.

Wenn ich mich noch an die Diskussionsforen erinnere, die früher viel stärker zum Meinungs- und Wissensaustausch genutzt wurden, dann gab es dort zwar auch das eine oder andere harsche Wort, aber es hatte viel weniger extremistische Züge an sich, weil allen klar war, dass es sich um einen Austausch handelte.

Ich wähle das Wort „extremistisch“ bewusst, denn nichts anderes ist diese derzeitige Diskussionskultur, die wir da zum großen Teil pflegen. An einigen Beispielen werde ich versuchen das zu verdeutlichen.

Vor einiger Zeit habe ich mit einem Freund über den Klimawandel diskutiert und war offen für seine Gedanken. Er selbst ist kein „Klimaleugner“ (wie sie oft genannt werden), sondern er ist offen für Gegenargumente und Kritik der gängigen Meinung. Daher habe ich mir diverse Diskussionen angeschaut und erkennen können, dass (mal abgesehen von den Klimaleugnern als    solches) jeder, der auch nur ein kritisches Wort gegen den, von Menschen verursachten, Klimawandel äußerte, zum einen als Klimaleugner bezeichnet wurde und zum anderen überschüttet wurde mit Hasskommentaren.

Als die SUV Autofahrer, die solche Wagen in der Stadt nutzen, medial in aller Munde waren und für den menschengemachten Klimawandel als große Mitursache verantwortlich gemacht wurden, wurden    solche Autos beschädigt oder beschmiert. Wer jetzt denkt, dass das vielleicht nur durch die Medien geisterte und womöglich gar nicht real war - ich habe einen solchen Wagen live im    Feierabendverkehr vor mir sehen können, als er auf dem Weg zur Polizei war. Das bedeutet, dass diese Art der Diskussion schon physische Formen angenommen hat. Wir reden nicht mehr nur, sondern    der, dem ich für etwas Schuld gebe, gehe ich auch noch an. Erst vielleicht nur sein Auto, später möglicherweise ihn selbst...

Es gibt noch viele ähnliche Beispiele, bei einem habe ich es letztens selbst aktiv ausprobiert. Dabei handelte es sich um den Schreibfehler auf dem Trauerkranz für die Opfer des Holocaust.

In den sozialen Medien wurde sich diverse Male darüber empört, wie denn so etwas sein kann. Auf einem Geburtstagskuchen kann das ja mal passieren, aber auf einer Schleife für die Opfer des Holocaust? Ein Ding der Unmöglichkeit.

Wenn man dann, wie ich, (sinngemäß) dann schreibt „Ist zwar nicht schön, passiert aber dennoch - that´s life“, ist die Empörung noch viel größer.

Ich relativiere nichts, noch leugne ich etwas, aber dass ich so etwas wie „shit happens“ sage, trifft auf völliges Unverständnis. Umgehend wurde ich angegriffen und für dumm erklärt, weil mir angeblich die Tragik und das Ausmaß der Katastrophe überhaupt nicht klar wäre.

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Generation Schneeflocke?                    

Vor einigen Wochen habe ich diesen Ausdruck in einer Diskussion benutzt, weil in mir der Gedanke aufkam, dass sich Teile unserer Gesellschaft ständig wegen irgendwas auf den Schlips getreten    fühlt.

Man muss politisch korrekt sein, selbst als Kabarettist darf man sich zum Teil schon nicht mehr extrem kritisch oder überspitzt äußern, weil die Leute es nicht versuchen zu verstehen, sondern    sich umgehend in eine Opferrolle begeben (siehe z.B. Serdar Somuncu).

Man darf nichts mehr hassen, sondern muss alles und jeden mögen und hat das Gefühl, dass man nicht einmal mehr Misanthrop sein darf, obgleich seiner Minderheit.

Interessanterweise hat diese Thematik die derzeitige Ausgabe vom Philosophie Magazin aufgegriffen (als hätten sie meine Gedanken gelesen).

„Das sensible Selbst“

 lautet das Titelthema und stellt zugleich die Frage „Sind wir zu empfindlich?“

Diese Frage ist absolut berechtigt, angesichts der Tatsache, dass jeder nicht nur seine Rechte einfordert, sondern sich gefühlt jeder, angegriffen fühlt.

Seine Rechte einzufordern ist legitim, gar keine Frage. Viele kleine Gruppen oder auch Gruppen, die man für klein hielt, die aber weitaus größer zu sein scheinen, sollten in die Öffentlichkeit    treten können, ohne dass sie umgehend diskriminiert oder benachteiligt werden.

Das Philosophie Magazin greift dieses Thema auf mehrfache Weise auf. Ein großes Dossier leitet dazu mit verschiedenen Gedanken darüber, ein.

Eine kleine Genealogie zeigt mit fünf historischen Positionen zur Sensibilität auf, wie z.B. Thomas von Aquin über das körperlich/geistige dachte.

Interessant sind danach folgenden Fragestellungen, bezogen auf das sensible Selbst, bei denen immer eine „Ja“ und „Nein“ Sicht dargestellt wird.

Zumal wir uns genau immer mindestens diese beiden Seiten selbst ansehen sollten, bevor wir mit unserem Urteil loslegen.

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Der Verstand als Garten

„Denn wenn Sie die kleine Analogie erlauben, Ihr Bewusstsein, Ihr Verstand ist nichts anderes als ein Garten. Ein Garten der gepflegt sein will. Wenn    Sie ihn zu sehr verkommen lassen, Ihrem Bewusstsein, Ihrem Verstand zu viele Emotionen zugestehen, dann wuchert der Wildwuchs. Er ist vielleicht noch schön anzusehen und ergibt auf einer gewissen    biologischen Ebene auch noch Sinn. Doch rein praktisch ist er zu nichts mehr zu gebrauchen.“

Diese Analogie gefällt mir, sogar richtig gut. Ich bin derzeit noch unsicher, ob es eine von Stephan Weiner (Kein Ding an sich) ist oder von einem anderen Philosophen. Aber egal von wem, sie gefällt mir.

Ich habe direkt vor meinem geistigen Auge gesehen, wie diverse Gärten aussehen, einige völlig verwildert, andere hingegen gut strukturiert, wieder andere darauf ausgelegt, viele Bienen und Insekten anzulocken, ebenso Vögel und was einen Garten voller Leben werden lässt.

Auch habe ich einen Garten gesehen, wie er damals von Moritz Schreber, dem Entwickler des Schrebergartens, gut strukturiert und alles seinem Platz zugeordnet, jedoch völlig ohne Leben ist, gerade weil dem Garten etwas aufgezwungen wurde, was ihn zwar potentiell stark Strukturiert und durchdacht aussehen lässt, jedoch die Tierwelt außen vor gelassen wird.

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Kein Ding an sich                    

Vor einiger Zeit habe ich das Buch „Kein Ding an sich“, geschrieben von dem Autor Stephan Weiner, erhalten. Ich wollte schon viel früher eine Rezension darüber schreiben, jedoch ist es mir zeitlich anders nicht möglich gewesen. Da ich aber weiß, dass einige meiner Leser immer wieder an philosophischen Büchern interessiert sind, möchte ich soeben auch gerne dieses Werk mit euch teilen.

Es handelt sich bei dem Buch um die Kategorie PhiloFiktion, womit ich anfänglich nur bedingt etwas anfangen konnte, aber desto mehr ich in dem Buch las, desto klarer wurde auch diese Einordnung. Es beginnt mit zwei Handwerkern auf einer Baustelle, die sich über die Thematik des emotionalen und des sachlichen Erkennens der Welt unterhalten. Es ist der Maler Morlock und der Elektriker Bartock.

Zugegebenermaßen, da ich Probleme mit meinem Namensgedächtnis habe, war es für mich schwierig anfänglich beide richtig einzuordnen, besonders weil sich deren Namen doch sehr ähneln.

Sie philosophieren also über das Erkennen der Welt und an einem gewissen Punkt scheint das Argument von Bartock unschlagbar zu sein und zwar so unschlagbar, dass Morlock zuschlägt. Er schlägt ihn    nieder und Bartock ist sofort tot.

Morlock konnte nicht zulassen, dass Bartock auch noch andere Menschen mit seinen Gedanken infiziert und sie womöglich Anhänger seiner Theorie werden würden.

Doch, er hatte ihn erschlagen; auf der Baustelle hatte es anscheinend niemand mitbekommen, aber was sollte er nun machen? Für ihn war klar: Er musste Bartock aus der Welt schaffen, sowohl seine philosophischen Gedanken, als auch die Überreste des Toten.

Er reinigte also den Tatort und baute sogar eine Wanne aus Rigips um Bartock darin aufzulösen.

Morlock hat dabei mit verschiedenen Problemen zu kämpfen, vorrangig mit der Tat als solchen, weil er, als Verfechter des sachlichen und emotionslosen Erkennens der Welt und dem Handeln danach komplett emotional und unsachlich gehandelt hat. Durch das Zulassen seiner Emotionen hat er genau gegen das verstoßen, wonach er eigentlich lebt. Natürlich machte er sich auch darüber Gedanken, dass er einen Menschen getötet hat und was für ihn die Konsequenz daraus sein könnte.

Er spielte gedanklich so viele Möglichkeiten durch, dass man merkt, wie er mit jedem Gespräch, welches er außerhalb der Baustelle führt oder führen muss, immer mehr den Eindruck eines wahnsinnig werdenden Menschen macht.

Er hat Bartock körperlich entfernen können. Nachdem er ihn in Säure aufgelöst und die Reste auf der Baustelle entsorgt hat, versucht er die restlichen Spuren zu entsorgen, wie das mehrfache Säubern seiner Kleidung oder auch die Blutspritzer auf der Baustelle.

Ein Interessanter Aspekt der Menschen, mit denen Morlock zu tun hat, ist, dass sie durch die Bank weg philosophieren. Ich habe noch nie Menschen im Alltag so philosophieren gehört, was zuerst etwas befremdlich auf mich wirkte, weil ich es einfach für zu absurd hielt. Doch hatte ich immer das Gefühl, dass diese Dinge, die von den jeweiligen Personen gesagt werden, mich an bestimmte   philosophische Richtungen oder Philosophen selbst erinnerten. Dieses Gefühl begleitete mich eine längere Zeit, zumal die Personen dann immer im Namen abgekürzt wurden, wie S. oder K.

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Elon Musk und die Schnittstelle Computer / Gehirn                

Transhumanismus und Bodyhacking haben mich ja schon immer fasziniert und ich bin generell ein Befürworter dieser Gedanken.

Zwar bin ich jemand der sich dafür begeistern kann, aber einige Ideen muss ich als Philosoph doch kritisch hinterfragen.

Die Firma Neuralink (gegründet von Elon Musk) hat sich dahingehend das Ziel gesetzt Gehirne mit Computern zu vernetzen. Das stundenlange Lernen von Mathe, Fremdsprachen usw. soll wegfallen, sondern kann ganz einfach auf einem (oder mehreren Chips) im Gehirn gespeichert werden.

Die Versuche mit Ratten und Affen waren erfolgreich und jetzt soll übergegangen werden das auf den Menschen zu übertragen. Im nächsten Jahr soll dies an ersten Testpersonen ausprobiert werden.

Der Eingriff, welcher mit Operationsrobotern ausgeführt wird) soll ohne großes Operationsrisiko geschehen und die Chips durch kleine Löcher in der Schädeldecke implantiert werden.

Die Chips selbst haben einen Durchmesser von 8 Millimeter. An diesen Chips hängen an wiederum hauchdünne Kabelfäden bis zu 10.000 High-Tech Elektroden, welche direkt in die Nervenzellen eingepflanzt werden.

Der letzte Schritt beinhaltet die Verbindung von den Chips zu einem Empfangsgerät, welches hinter dem Ohr platziert und Bluetoothfähig ist.

Somit wäre eine Schnittstelle zwischen Gehirn und Computer geschaffen über die die Probanden mit einer künstlichen Intelligenz kommunizieren können.

Elon Musk denkt da vorrangig an Menschen, die motorisch eingeschränkt sind und mit dieser Hilfe Geräte steuern können sollen.

Jetzt wird der eine oder andere sagen: „Ja ja, daran wird schon lange geforscht.“ Vom Prinzip her stimmt das auch, denn bspw. die Kommunikation über einen Computer oder auch die    Bewegungssteuerung wird schon länger erforscht, steckt aber, gefühlt, bislang in den Kinderschuhen.

Für Musk soll es da aber noch einen Schritt weiter gehen. Auf lange Sicht sollen auch Daten durch die Chips in das Gehirn geladen werden. Die Daten sind dann also nicht auf den Chips, sondern sie    sind die Überträger dessen, was das Gehirn speichert.

Sprachen, Ortskenntnisse, Bewegungsabläufe für Sportarten usw. könnten dann übertragen und im Gehirn aufgenommen werden.

Bisher fehlen für die Experimente an Testpersonen jedoch noch die nötigen Genehmigungen, der Behörden. Zudem sucht Neuralink noch nach weiteren Experten und Partnerschaften.

Ich finde solche Ideen ungeheuer spannend, vor allem wenn man bedenkt, dass wir technologisch schon so weit sind, dass diese Ideen umgesetzt werden können.

Doch, eben auch meine kritische Seite meldet sich da zu Wort, denn da gibt es einiges zu bedenken, da es eben mehr ist, als nur eine kleine Spielerei.

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