Nach längerer Tumblr-Abstinenz etwas stimmungsvolles für alle Architekturfreunde:
Centro Botín, Santander. Museum für Moderne Kunst und Kulturzentrum Architekt: Renzo Piano Fertigstellung: 2017
Nach langer Zeit bin mal ich wieder in Santander gewesen. Neben dem allgemeinen Flair (und natürlich auch den Tapas-Bars), wollte ich unbedingt das Centro Botin fotografieren. Nachdem schon das Wetter nicht unbedingt meinen Vorstellungen entsprach, musste ich zusätzlich feststellen, dass die gesamte Fassade von einem Schutznetz umspannt wurde. Zu erkennen war, dass schon einige der Fassadenkacheln fehlten. Das Netz trübte aber leider die Reinheit, die Textur und die vorgesehene Wirkung der aufgeklebten, halbrunden Kacheln.
Trotzdem war der Besuch ein Erlebnis (und ich setze das Centro Botin hiermit auf die "Must-Seen"-Liste für Architekturbegeisterte)
Das direkt am Ufer liegende Gebäude besteht aus zwei getrennten, annähernd symmetrischen, aufgeständerten Baukörpern, die nur über Treppen und Stege miteinander verbunden sind. Die Front- und Rückseiten sind komplett verglast. Hierdurch wird das Innere mit Park und Stadt einerseits und mit der Bucht (dem Meer) andererseits verbunden und es entstehen helle, lichtdurchflutete Räume. Die Treppen und Stege zwischen den Baukörpern sind Teil des öffentlichen Raumes und ermöglichen Besuchern sich zwischen den Gebäudeteilen zu bewegen und eine Aussichtsplattform auf den Dach zu erreichen.
Renzo Piano hat hier ein formal und ästhetisch interessantes Gebäude entworfen, das in zentraler Lage die Zukunft nach Santander gebracht hat und in Verbindung mit Park und der historischen Bausubstanz an der Paseo de Pereda für eine Spannung sorgt, die dialektisch die Kulturlandschaft (Santanders) beflügeln kann.
Zum sinnieren darüber heute Abend empfehle ich: Patatas Bravas oder Alioli, Gambas Pilpil, Pinchito de Pollo und dazu einen schönen trockenen Rotwein


