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Sign up to find more cool stuff to follow“Erkenntnis muss auch verfehlt werden können; träfe der Name die Sache irgendwie unmittelbar angemessen, würde die Rede von ‘Erkenntnis’ sinnlos. Adorno formuliert ein Dilemma: Zu sagen, was etwas ist, heißt, es unter seinen Begriff bringen; zu sagen, unter welchen Begriff etwas fällt, heißt aber nicht, es selbst ansprechen, sondern nur eine Instanz seines Begriffs. Diese Spannung betrifft nicht nur singuläre Urteile - sie betrifft die Idee der sinnvollen Thematisierung überhaupt, die Idee einer Verbindung von Sprache und Welt. Deshalb ringt Philosophie buchstäblich um Worte: Sie sucht nach einer Formulierung, in der diese Spannung nicht einfach aporetisch artikuliert ist.”
—Müller, Jan (2012): Begriffliches Sprechen. Zur sprachphilosophischen Grundkonstellation der frühen Kritischen Theorie. In: Malte Völk et al. (Hrsg.): “Wenn die Stunde es zuläßt.” Zur Traditionalität und Aktualität kritischer Theorie. S. 177. Münster: Westfälisches Dampfboot.“Es gab aber noch einen anderen Grund für die hohe Attraktivität der Malerei um 1980. Diesen hatte sie durchaus mit Punk-Rock gemeinsam. Dessen Vereinfachungen und die Rückkehr zur Malerei sollten nämlich in beiden Bereichen ein ganz bestimmtes Bedürfnis befriedigen, die Sehnsucht nach einem nichtmedialen Medium, nach einem Nullmedium. Es gab um 1980 den Wunsch, aus der Diskussion der Medialität herauszutreten und über eine Art Metaphysik des Klartextes so was wie das Kunstwerk selbst in den Griff zu bekommen. So wie Anarchismus eine Werteordnung darstellte, die gleichzeitig als die Ablehnung aller Werte verstanden werden konnte, mussten Medien und künstlerische Mittel her, die eigentlich das nicht mehr waren oder zeigten. Man hatte sozusagen beide Mediendiskurse satt: den modernistischen High-Art-Diskurs, der künstlerische Integrität von einer medienspezifisch angemessenen Kunst abhängig machte, und den postmodernen medienbegeisterten, der von neuen Medien neue Verhältnisse erhoffte. Malerei sollte kein Genre oder Medium sein, mit dem man sich so besonders gut ausdrücken kann. Malerei war belastet und beschmutzt und jenseits aller Diskussion. Gleichzeitig galt sie als die naheliegendste Ausdrucksform, stand gewissermaßen für Kunst an sich. Daher war sie so immens gut geeignet für eine Kunst, die sich als Generalangriff auf die ganze Kunst verstand. Aber natürlich wollte sie nicht zurück zu heilen oder verfügbaren Traditionen, sondern hoffte maximale Inhaltlichkeit und maximalen Klartext zu erzwingen. Das war natürlich eine naive Hoffnung mit allerdings dynamischen Effekten.”
Diedrich Diederichsen - Eigenblutdoping. Selbstverwertung, Künstlerromantik, Partizipation. Kipenheuer & Witsch, 2009, S. 165f.
daraus hatte ich auch mal das hier
kunstwissenschaft XXXXXXXVII