En Voyage
Eine unangenehme Unsicherheit legt sich wie ein dichter, stummer Winternebel über mich und meine Gedankenlandschaft frühmorgens um fünf. Ich kann trotz Mefénacid 500 nicht schlafen: der Schmerz pocht dumpf in meinem Unterkiefer, gerade so als wäre sogar er, von Schmerzmittel betäubt und zurückgehalten, eingenickt. Während ich es nicht wage den Mund zu bewegen einigen sich meine Gedanken darauf, dass mich etwas anderes vom Schlafen abhält. Ich hieve meinen Laptop neben mich auf das Bett. Zahlung abschliessen? Die Zahlungsbestätigung meines Interrailtickets fühlt sich an, als müsse ich Schwerstentscheidungen treffen. Der metaphorische Nebel wird dichter. Zum ersten Mal in meinem Leben verspüre ich die Lust, eine Reisegelegenheit auszuschlagen und mich fünf Wochen lang in meiner Wohnung zu verkriechen.“Cut the bullshit”,
meint Ely. Noch bevor ich intervenieren kann hat sie die Zahlung bestätigt. Ich geh ihr wohl mittlerweile mit meinem Apokalypsenstimmungsverherrlichenden Schreibstil auf die Nerven. Ihr amüsierter Blick hält meine Aufmerksamkeit gefangen, fordert mich auf zu protestieren, zu protestieren gegen mein eigenes Glück, denn: Schiess mich bitte einer tot, würde ich jemals meine Liebe zum Reisen leugnen. PARIS - LONDON - HAMBURG/(Brüssel?) - GÖTEBORG - STOCKHOLM - BERLIN - TRIER(?), Wir kommen.

