vortrag

Re:publica TAG 2!!!

Tag 2. Schon ein ganz anderes Gefühl. Ich weiß jetzt, wo es die Kugelschreiber gibt und die Gratisgetränke. Die Tageszeitungen und die Post Its. Die Notizblöcke und die Sonnenbrillen. Ich bin all diesen Firmen für ihre Geschenke dankbar und fühle mich endlich wertgeschätzt, als Digital Native. Die erste Session dreht sich darum, ob man Fotos von seinen Kindern ins Internet stellen darf. Das ist ja auch gerade ein heißes Thema. 

Ich werde schon wieder aggressiv. Die Antwort ist doch ganz einfach: Natürlich nicht. Was ist so schwer daran zu verstehen, dass man natürlich keine Bilder von Personen veröffentlicht, die das noch nicht selbst entscheiden können? Nein, auch nicht von Behinderten, auch wenn man sie mal anders darstellen will, als sonst alle immer. Nein nein nein. Ich koche und will den Bloggerinnen auf der Bühne an die Gurgel springen. Allen ausser Patricia, welche die Bilder ihrer Kinder in ihrem Blog mit Tierköpfen verfremdet. Sie stellt dann auch eine sehr gute Frage: WER VERLIERT WAS, WENN ICH EIN BESTIMMTES FOTO NICHT POSTE? 

Nun, die Blogger selber, sie verlieren dann Likes, ist doch klar. Wir sind aber auch gute Eltern, rufen sie. Nein, seid ihr nicht. Eure Kinder sind nicht euer Eigentum und ihr solltet nicht über ihre Privatsphäre bestimmen, auch wenn andere das niedlich finden könnten. 

Danach bin ich in geheimer Mission mit der U7 unterwegs. 

Gegen 18 Uhr kehre ich zurück und gehe direkt zu einer Veranstaltung, wo es Burger und Bier umsonst geben soll. Ich habe Hunger und Durst.

Eine Schlange hat sich gebildet. Ich geniere ich, reihe mich aber trotzdem ein. Es ist viertel vor sechs. Natürlich machen sie nicht früher auf. Dann darf man rein. Am Eingang die übliche Flaschenapartheid. Man schaut in den Rucksack und ich muss den Spuckrest der viel zu süßen Baden Württemberg Limo von heute früh abgeben. Ich bin drin. Versuche beim Stehen im dunklen Zwischengang ein Gespräch mit den zwei lustigen Jungs hinter mir anzufangen, deren Gespräch mir die Wartezeit in der Schlange verkürzt hat. 

Beide verstummen und kräuseln sich ein, wie Tulpen in der Nacht.

 Ich weiß, ich bin alt, fett und hässlich, und hatte es kurz vergessen. Zum Glück bin ich trotzdem 1000 mal schöner als die Jungs, also macht es mir nichts aus, dass sie nicht mit mir plaudern können. 

Auf dem staubigen schmutzigen winzigen Innenhof der Bier und Burger Location stehen als Sitzgelegenheiten ganze vier Styroporwürfel, die mit dem blauen Logostoff des gastgebenden Mobilfunkunternehmens bedruckt sind. Auch sonst gleicht der Ort einem Gefängnishof in Lima. Ich habe keinen Hunger mehr. Alle stehen am Burgerstand an. Ich will nicht schon wieder Schlange stehen. Ich stelle mich eigentlich grundsätzlich nirgendwo an. Manche essen schon. Ich werde hier nicht den kleinsten Krümel verspeisen. Eher sterbe ich.

Ich gehe rein und hole mir ein Bier an der Bar. Hier ist keine Schlange. 

Dann will ich wieder raus. 

Keine Flasche rausnehmen, danke für dein Verständnis, sagt ein widerlicher Glatzenbauchzopfmann am Ausgang. 

Ich gehe zwei Meter zurück, stecke das Bier unter den Trenchcoat, gehe raus und wandle zurück zum Republica Gelände. 

Nächster Vortrag: Internetrezensionen. 

Hier die schönsten Formulierungen der sich verbal hervorragend ausdrückenden Referentinnen Carolin Meyer und Josephine Matthey: 

“Die Internetrezension als Bühne, die auch als solche genutzt wird.”

“Auftritte erfolgen mit der Absicht, in die Sphäre der Sichtbarkeit einzutreten, so werden Wirklichkeiten konstruiert.”

“Generisches Femininum”

“In einer Rezension wird nicht zwangsläufig immer nur das Produkt beschrieben, sondern auch die persönliche Freude am gelungenen Bestellen.”

Wie man hier vielleicht merken kann, hat man etwas verpasst, wenn man den Vortrag nicht gesehen hat. 

Danach die letzte Session: 

Das www.Techniktagebuch.tumblr.com für welches ich auch schon die Ehre hatte, Beiträge schreiben zu dürfen. 

Unter großer Anteilnahme des Publikums werden unter anderem ein Furby, ein Minidiscplayer, ein sehr lauter Bleistiftanspitzer und eine Heft CD aus der PC aktiv für den Internetzugang vorgestellt.

Ich habe mich amüsiert und war sehr beeindruckt von der Lach und Klatsch Energie des Herren in orange neben mir, der mir immer wieder heischende Blicke zuwarf, was mich über die ängstlichen Warteschlangenjungs hinwegtröstete.

Ich bin müde und trinke Wein, freundlich ausgeschenkt von der Berlin Web Week, schaue aufs Bällebad und bin unendlich glücklich.

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“Graffiti als Show-Realität: Landnahme-Strategien von Sprühern”

Universität Heidelberg / 24. Oktober 2014
Vortrag im Senatssitzungssaal, Alte Universität

Writers: MR.IX ROGER FISO CLINT176 PEPS KASE TOOMER
THRILL BERTO VASIA KATSU EXOT TVISD KORE BOMK


Crews: GHS 1UP ORG KES MTA TFZ UT PVC KHC DSF BAD
SDK WUFC DRS TWC 3YEM TKO OLDBOY AH EMU


Cities: Berlin Sao Paulo New York Paris Leipzig
St. Petersburg Los Angeles Stockholm Budapest

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Lecture: Der unheimliche Erfolg der Judith Butler
Queer Theory gegen Zionismus, Gesellschaftskritik und homosexuelle Emanzipation.

Montag, 8.12.2014 um 19:00 Uhr im Top Kino 
Vorträge & Diskussion mit Alex Gruber, Stephan Grigat & Tjark Kunstreich

Lecture: Der unheimliche Erfolg der Judith Butler. Queer Theory gegen Zionismus, Gesellschaftskritik und homosexuelle Emanzipation

Warum gilt eine Autorin, die die Burka verteidigt, als Vordenkerin des Feminismus? Inwiefern ist Butlers Denken eine Absage an Gesellschaftskritik und inwiefern ist die Queer Theory ein Bruch mit Bewegungen wie ACT UP, der es in den 1980er-Jahren um einen Kampf gegen den Tod ging, nicht um Identitäten, die sich performativ herstellen lassen? Und warum hat die Starphilosophin als eine Aktivistin, die explizit zur Abschaffung Israels aufruft, den Theodor-W.-Adorno-Preis verliehen bekommen?

Alex Gruber ist Redakteur der Zeitschrift „sans phrase“ und Mitherausgeber von „Gegenaufklärung. Der postmoderne Beitrag zur Barbarisierung der Gesellschaft“.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter an der Uni Wien und Autor von „Die Einsamkeit Israels. Zionismus, die israelische Linke & die iranische Bedrohung“.

Tjark Kunstreich lebt als Publizist und Sozialarbeiter in Wien.

Bedingungsloses Grundeinkommen - Vortrag von Prof. Götz W. Werner

Gegen den Strich gebürstet - 1.000 Euro für jeden

“Wenn man etwas will, dann findet man Wege. Und wenn man etwas nicht will, dann findet man Gründe”

Mit seinem Buch »Einkommen für alle« hat der Chef der dm-Märkte die Diskussion in Gang gesetzt, die derzeit in allen politischen Parteien, in Kirchengemeinden, Bürgerinitiativen und Straßencafes geführt wird: Soll jeder Bürger ein vom Staat garantiertes Einkommen erhalten ohne Bedingungen?
Im August 2010 ist Werners neues Buch »1.000 Euro für jeden: Freiheit. Gleichheit. Grundeinkommen« erschienen, das er zusammen mit der Berliner Kuratorin Adrienne Goehler geschrieben hat. Wird diese These die Arbeitswelt der Zukunft verändern? Spannende Fragen - erläutert von einem außergewöhnlichen Mann.

Wann: Donnerstag, 07. April 2011, 20.00 Uhr
Wo: Black Box im Gasteig
Eintritt: €10,-; erm. €5
Tipp: Karten frühzeitig kaufen, es wird voll!

“Ger­hard Sta­pel­feldt, der 30 Jahre am In­sti­tut für So­zio­lo­gie der Uni­ver­si­tät Ham­burg lehr­te, be­stimmt den Be­griff der So­zio­lo­gie in Dif­fe­renz zur Ge­sell­schafts­theo­rie: Die Theo­rie der Ge­sell­schaft ist Auf­klä­rung über die Be­wusst­lo­sig­keit der Ge­sell­schafts­ge­schich­te und des ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­ses. Die So­zio­lo­gie, so Sta­pel­feld, geht von die­ser Be­wusst­lo­sig­keit aus, ohne sie zu Be­wusst­sein zu brin­gen: sie er­fährt da­durch Ge­sell­schaft als einen Kos­mos un­ver­än­der­li­cher Ge­set­ze und Tat­sa­chen. ”

Liebe Leipziger! Thomas von der Osten-Sacken, Geschäftsführer von WADI e.V., der Hilfsorganisation, der ich den Sweater-Erlös gespendet habe, ist demnächst für zwei Vorträge in Leipzig. Wer sich über politische Konstellationen im Nahen Osten oder über die Nutzung des Gespendeten informieren möchte, dem seien diese Veranstaltungen ans Herz gelegt.

EINLADUNG | 1. Unternehmermesse BVMW Di. 18.10.2011 - 9.30-18.30h im AUDI Zentrum Mainz / Löhr Automeile . Wir sind mit unserem Messestand und einem Vortrag auch vertreten! Der Eintritt ist Frei!

“UnternehmerTag“ in Mainz
BVMW und Partner präsentieren “Zeitenwende mit Perspektiven“

Am 18. Oktober findet in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt ein “UnternehmerTag“ statt. Initiator ist der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW). Mitinititoren sind Deutsche Bank Mainz, Werner & Mertz und rocon EDV-Consulting. Ort des Geschehens ist ab 9.00 Uhr das Audi-Zentrum Mainz auf der Löhr Automeile in der Hechtsheimer Straße. Zur Eröffnung werden der Mainzer Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte, Dr. Engelbert Günster, Geschäftsführer von Boehringer Ingelheim Pharma und BVMW-Präsident Mario Ohoven erwartet.

Die Veranstaltung steht unter dem Motto “Zeitenwende mit Perspektiven“. Wie der BVMW mitteilte, wird es einen Mix aus 20 Fachvorträgen, Messetreiben, Gelegenheit zum Netzwerken und eine Abendparty geben.
Auch wenn dieses Unternehmer-Stelldichein branchenübegreifend konzipiert ist, so stehen doch gemeinsame Themen im Mittelpunkt. So geht es beispielsweise um neue Strategien für Informationstechnologien im Mittelstand, innerbetriebliche Fachkräfte-Entwicklung, Nachfolge- sowie Notfallregelungen und Fragen des Marketings.

Für weitere Informationen ist der Programmflyer über nachfolgenden Link abrufbar:

http://unternehmertag-mainz.de/programm.html

Noch mehr Einblick bietet die Homepage zum UnternehmerTag-Mainz, die über folgenden Link erreichbar ist:

http://www.unternehmertag-mainz.de

Horst Schneider vom Veranstalter BVMW Rheinhessen: “Wir bieten im Rahmen dieses Tages viele Impulse für erfolgreiches künftiges Handeln. Es besteht ausreichend Zeit zum Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer für neue Ideen und Entscheidungen.“
Für Besucher ist der Eintritt frei. Kontakt: horst.schneider@bvmw.de oder Telefon 06135-8753.

Das iranische Regime, der arabische Aufbruch und die Bedrohung Israels

In dem Vortrag von Stephan Grigat sollen Charakteristika der iranischen Diktatur aus Ajatollahs und Pasdaran skizziert und die Bedrohungssituation für Israel dargestellt werden. Die deutsche Unterstützung für das Regime in Teheran wird ebenso beleuchtet wie die globale Bündnispolitik von Ahmadinejad und Khamenei. Zudem soll die Bedeutung der aktuellen Entwicklungen in den arabischen Ländern für die Sicherheit Israels einerseits und die Expansionsbestrebungen des iranischen Regimes andererseits diskutiert werden.

Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bündnisses www.stopthebomb.net und Mitherausgeber von „Der Iran. Analyse einer islamischen Diktatur & ihrer europäischen Förderer“ (Studienverlag 2008) und „Iran im Weltsystem. Bündnisse des Regimes & Perspektiven der Freiheitsbewegung“ (Studienverlag 2010).

am 8. Juli 2011,
Beginn: 19.00 Uhr,
VHS Erlangen,Großer Saal,
Friedrichstraße 19,
Eintritt frei

Eine Veranstaltung von:

Initiative gegen Renommage und Sentimentalität
Kommunistische Kritik.

Vortragen & Präsentieren: "Das Reden kommt zuletzt."

Vorträge und Präsentationen zu erstellen ist das eine, sie tatsächlich zu halten, das andere.

Für viele Menschen, liegt gerade im zweiten Teil die eigentliche Herausforderung. Vor anderen frei sprechen, aushalten, dass alle Blicke auf einen gerichtet sind und die Sorge, Unsinn zu erzählen oder sich lächerlich zu machen.

Vortragen kann man üben, wie auch das Beispiel von Pat Johnson*, internationale Präsidentin der Toastmasters, zeigt. Hier können Sie den Artikel dazu im Hamburger Abendblatt lesen.

Was ich aus meiner Erfahrung unterstreichen kann:

  • Vortragen kann man üben.
  • Übung gibt mehr Sicherheit.
  • Konstruktives Feedback hilft (bitte keine zu nahe stehende Person).
  • Auf schwierige Situationen, z.B. unangenehme Publikumsfragen, Störungen etc. kann man sich vorbereiten.
  • Wichtiger als ein perfekter Vortrag ist ein authentischer Vortrag
  • Vorträge gelingen dann besonders gut, wenn man das Publikum in den Mittelpunkt stellt und z.B. mit Geschichten, die Emotionen beim Publikum weckt.

(*Von ihr stammt auch das Zitat in der Überschrift.)

Typo & Layout für Schüler

Am Wochenende war ich zu Besuch bei meiner ehemaligen Schule, um einen Vortrag für die Layout-Redaktion der Schülerzeitung zu halten. Das Thema: Typografie und Gestaltungsprinzipien. Klingt erst mal unspannend – war es aber gar nicht.

Vor allem bei der Vorbereitung hatte ich nämlich so einige Gedanken im Hinterkopf. Was bei mir schon zwei Semester her ist und was ich schon automatisch mache, war für die Jugendlichen in einer Altersspanne von 12 bis 17 Jahren ja noch mehr oder weniger Neuland. Deswegen war ich mir unsicher: Müssen die schon wissen, was eine Renaissance-Antiqua ist, wie man in InDesign den Flattersatz ausgleicht und wie man einen Satzspiegel konstruiert? Eigentlich nicht. Aber dann dachte ich: Hm, aus irgend einem Grund mache ich das ja, und so viel älter als die bin ich auch nicht. Je früher man lernt, das alles richtig zu machen, desto besser.

Im Anhang findet ihr also die Folien zum Vortrag – es steht nicht so viel drauf, sieht aber ganz gut aus, und vielleicht könnt ihr ja etwas damit anfangen.

Download (PDF, 3 MB).

vimeo

Hier ein langer Vortrag von Denis Cortella der einer der führenden Wettbewerbsflieger und mehrfacher französischer Meister ist.

Cortella gibt interessante Tipps, wie man die eigenen Flüge in der Thermik optimieren kann. Sehr informativ!

Vortrag zum Staatstrojaner

Der Stura veranstaltet am 26. Oktober 2011 einen Vortrag zum Staatstrojaner. In einer am 8. Oktober veröffentlichten Analyse wies der Chaos Computer Club nach, dass deutsche Sicherheitsbehörden der Länder und des Bundes Trojanertechnik für ihre Ermittlungen genutzt hätten. In der Analyse zeigte sich, dass die Software nicht nur zahlreiche Sicherheitslecks in den Online durchsuchten Rechnern schafft, sondern vom Aufbau her ein BVerfG-Urteil von 2008 ad absurdum führt. Der BVerfG formulierte damals ein „Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme“. Die Hürden für einen diesbezüglichen Grundrechtseingriff wurden mit Gefahr für Leib und Leben von Menschen sehr hoch gehängt. Die Entwickler des Trojaners implementierten Fähigkeiten, die es ihm erlauben würden, nach der Installation beliebige Prozesse und Dateien an beliebiger Stelle im Dateisystem anzulegen, umzubenennen, zu löschen oder Registry-Daten zu schreiben. Hinzu kommt eine Tastatur-Logging-Funktion und die Möglichkeit, weitere Upgrades nachzuinstallieren. Jens Kubieziel spricht 18 Uhr im Hörsaal 9, Carl-Zeiß-Str. 3 zu “Der Staatstrojaner - rechtliche, technische und gesellschaftliche Aspekte”.

Event: Agilität – Vom Hype zur Best Practice?

Wie via Twitter schon mitgeteilt unterstützen wir die ADV Veranstaltung Agilität 2015. Christian Hassa wird bei dem Event am 10. Juni aus dem breiten Erfahrungsspektrum von TechTalk im Bereich agiler Software Entwicklung berichten (mit der sich TechTalk jetzt seit knapp 10 Jahren beschäftigt).

Bei der ganztägigen Veranstaltung gibt es insgesamt 7 Vorträge rund um die verschiedensten Facetten von Agile. Der Event ist also gut geeignet um sich einen gesamthaften Überblick zur Thematik zu verschaffen oder sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

13.00-17.30 Uhr
Mittwoch, 10. Juni 2015
EURO PLAZA, Gebäude G
Am Euro Platz 2, 1120 Wien

"Es gibt nur einen Grund, warum Ihr Marketing im Social Web nicht funktioniert..."

Bild: franktentler.com, Keynote-Folie

Heute lernte ich eine neue Stadt in Deutschland kennen. Aber dazu später mehr.
Der Grund meines Besuchs in Speyer, war die Einladung als Keynote-Sprecher auf der Museumstagung Rheinland-Pfalz. Mein Auftrag lautete, dass ich deutsches und internationales Marketing im “Social Web” in Unternehmen und Institutionen zusammenfassen und als Leitplanken für digitale PR- und Marketing-Arbeit von Museum darstellen sollte.

Keep reading

Magnus Klaue sagt an:

“Selbst an den Universitäten lächelt jeder Juniorprofessor wie Robin Williams und strukturkonservative Dozenten werden von Bachelorstudenten gefragt, warum man denn keine Gruppenarbeit macht. Der Individualforscher, der alleine über seinen Büchern arbeitet, ist ersetzt worden durch den Motivationstrainer, für den noch die verbindlichste Erkenntis ein Ereignis ist und der den Examenskandidaten, deren Anzahl ein Kriterium für seine Evaluation ist, die Wahrheit aufschwatzen muss wie ein Fokusabonnement.”

Der Veranstaltungsmitschnitt von “Die Bildung als Widersacher des Geistes” mit Magnus Klaue ist nun online.

dazu auch:

Protektion und Protest

Die „offene Universität“ als Wunschbild und Albtraum

vimeo

“Von grauen Zellen zu bunten Ideen” von Andreas Jacobs

Der Luchs

Kind 2 sollte einen Vortrag in der Schule halten. Über den Luchs. Das heißt also Recherche in verschiedenen Medien, Übung im Umgang mit verschiedenen Medien, Umgang mit Sachtexten, Informationen zusammentragen und sinnvoll ordnen, Bild-oder Anschauungsmaterial zusammentragen, Stichwörter für eine Präsentation aussuchen und fünf bis zehn Minuten halbwegs frei reden können. Tendenziell wird noch ein Plakat, ein Handout, ein Quiz oder (!) eine Powerpoint-Präsentation erwartet.

Und schon sind wir beim ersten Problem, denn die Arbeit für den Vortrag soll zu Hause stattfinden und sämtliche Voraussetzungen, um Informationen zu sammeln und aufzubereiten, soll das Kind schon in sich tragen, bzw. durch die Eltern gelehrt werden. Das Kind, über welches wir hier sprechen, ist neun Jahre alt und geht in eine 4. Klasse. Es kann nicht allein recherchieren, da es bis dato nicht wirklich gelernt hat aus Texten nur wichtige Informationen herauszunehmen, bzw. wichtige von unwichtigen Informationen zu unterscheiden bzw. Sätze in Stichpunkte umzuwandeln, bzw. aus verschiedenen Medien Informationen zusammenzutragen und dann so zu ordnen, dass es sinnvoll ist. Wurde das bisher in der Schule geübt? Wie kann ich dann davon ausgehen, dass ein Kind das allein bewältigt? Des Weiteren die Suche nach dem Bild- und Anschauungsmaterial. Kinder in der vierten Klassen (bisher ohne speziellen Medienunterricht) sind nicht allein in der Lage, Bilder aus dem Internet zu ziehen und so auszudrucken, dass sie für eine Präsentation genügen würden. Auch Kopieren aus Büchern ist in den meisten Fällen nicht unbedingt eine Fähigkeit, die man erwarten kann. Bleibt das Abzeichnen. Ha! Eine tagelange Fleißarbeit, auf das sich kein Kind heutzutage mehr einlässt. 

Wie soll das Kind also einen Vortrag zustande bringen, ohne das wichtige Voraussetzungen gegeben sind oder es dabei angeleitet wird? Die Schule hält sich offensichtlich raus und übergibt den eigentlichen Lerngegenstand dem Elternhaus. Und was machen die Eltern? Die reagieren über und legen sich ins Zeug. Soll ja keiner merken, dass mein Kind das gar nicht alleine kann. Mein Kind ist doch das tollste, beste und sowieso hochbegabt. Wir werden es der Schule schon zeigen, das WIR (gemeint sind eigentlich die Kinder) die BESTEN und zwar die ALLERBESTEN sind.  

Da werden dann also zu Hause von den Eltern die Computer nach brauchbaren Informationen durchforstet, Bibliotheken zu bemühen ist zu anstrengend und zeitintensiv. Dem Kind werden die gefundenen Informationen geordnet und so aufbereitet, dass es auswendig lernbar wird. Dann kommt der kreative Teil. Da wird geschnipselt und gebastelt, geklebt und zusammengestellt, dass es eine wahre Freude ist. Alles fürs Kind. Die weniger bastelbegeisterten Eltern zaubern noch schnell eine Powerpoint hin, sorgen dafür dass die Technik in der Schule vorhanden ist, nehme sich womöglich einen Tag frei, um das Kind beim Vortrag zu begleiten, zu unterstützen oder wie ein Choreograph bzw. eine Souffleuse (schreibt man das so?) dem Kind die Stichwörter einzuflüstern. Was aber eigentlich nicht nötig ist, weil das Kind ja vorher zwei Tage lang jede freie Minute den von den Eltern fabrizierten Text auswendig gelernt hat. Sollten Fragen zum Vortrag gestellt werden, guckt das Kind dann meist hilflos, irritiert und verzweifelt auf sein Blatt und kann partout die Antwort in dem blattfüllenden Text nicht finden und die vorher präsentierte Perfektion fängt an zu bröckeln, da das Kind überhaupt nicht verstanden hat, was es da vorgetragen hat. Oh du schöne Scheinwelt. 

Und natürlich saßen auch wir so da. Kind 2 verzweifelte an den tausend Informationen, die er so auf verschiedenen Seiten lass, konnte sie weder ordnen, noch kurze Stichpunkte aus den langen mit unverständlichen Wörtern gespickten Texten herstellen. Das Ergebnis war grauenhaft. Als ich ihn hier und da fragte, was dieses und jenes bedeutet, was er gerade erzählt hatte, oder ob er das vielleicht noch mal mit eigene Worten beschreiben könne, brach er fast in Tränen aus. Auch hatte er sich darauf versteift, dass er, eben wir alle anderen auch, seinen Vortragstext auswendig lernen wolle. Also mussten wir erst mal darüber reden, wie Vorträge gehalten werden, oder gehalten werden sollten. Nämlich frei formuliert, anhand von Stichwörtern, die einen Leitfaden bieten. Ein große Aufgabe für Kinder, ich weiß, aber genau das sollte doch der Zweck dieser Übung sein. Vor der Klasse ohne Hemmungen frei sprechen können und ein Thema präsentieren können. Experte für etwas zu sein, Fragen dazu beantworten zu können, etwas möglichst einfach verständlich rüberzubringen. 

Bei Plakaten, Quizzen, Powerpoint und Co habe ich mich dann verweigert. Es gab ein Folie, für den Overheadprojektor (Polylux wie es zu meinen Zeiten noch hieß), damit wir die Bilder nicht groß ausdrucken mussten und sie trotzdem auch in der hinteren Reihe noch erkennbar waren. 

Und jetzt hat er eine Note bekommen, für eine Leistung, die er gar nicht alleine erbracht hat, nicht hätte erbringen können. Und es ärgert mich. Nicht die Note, sie wäre ein Anlass zur Freude, aber, dass Schule immer wieder Leistungen von Eltern bewertet und das Kind je nach dem, was es für ein Elternhaus hat, gut oder schlecht ist. Es ärgert mich auch, das Schule von Kindern Leistungen und Fähigkeiten erwartet und sie nicht fördert. Und es ärgert mich, dass Eltern (uns eingeschlossen) Kindern die Arbeit, den Lernstoff abnehmen, damit das Kind nicht so blöd gegenüber seinen Mitschülern dasteht. Ja, es ärgert mich. Als Eltern und als Lehrer. Daher für meinen Unterricht eine Erkenntnis: Sachtexte lesen üben, Informationen beschaffen üben, präsentieren ohne Plakat, Quiz und Co üben.