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Thiel blickt aufs Meer

Delicious irony: Ted Cruz dodged chance to argue against gays in landmark case, Lawrence v. Texas

It appears that the champion of all that is sacred and true about “traditional marriage” has a teeny weeny hole in his resume: Ted Cruz ducked when faced with the opportunity to argue against LGBT rights in the 2003 Supreme Court case Lawrence v. Texas, which ultimately struck down sodomy laws and paved the way for future LGBT legal advances.

At the time, Cruz had just become solicitor general of Texas, the state’s top litigator and the most likely candidate to argue a critical Supreme Court case. Heidi Przybyla reports the juicy details, starting with Mitchell Katine, the local attorney for the defendants in the case:

“Cruz remained absolutely silent,” Katine said. The case remained assigned instead to a Harris County district attorney.

Through a spokesman, Cruz said he didn’t step in because the case was criminal in nature and his office primarily handled civil cases. Yet six of the nine cases Cruz argued before the nation’s highest court were criminal in nature. Cruz also was just beginning a new job, and his advisers say he wasn’t in a position to take over. Cruz started the solicitor general’s job Feb. 10, 2003 and the Texas brief was filed on Feb. 17. Yet Dellinger notes that the court argument wasn’t until March 26, which gave “plenty of time to prepare.”

“One would expect the state solicitor to argue a case of this magnitude,” said [Walter] Dellinger.

Dellinger, a former Justice Department official during the Clinton administration, has argued numerous Supreme Court cases and knows a little something about etiquette and protocol.  

Maybe Cruz didn’t want to take on sodomy laws back in the day because he knew LGBT donors could be a real asset to his candidacies. Sure enough, Cruz’s turn with gay donors last week wasn’t the first time he’s taken money from gays or people who support LGBT causes.

He accepted $250,000 [in 2009] from gay donor Peter Thiel, the co-founder of PayPal, who is also a top contributor to the national gay conservative group GOProud. Thiel also gave $2 million to Club for Growth, a super political action committee that put $705,657 toward Cruz’s Senate run.

Paul Singer, a hedge fund billionaire whose son married his partner and who pushed for legalization of same-sex marriage in New York, gave Cruz $25,000 in 2009.

How’s that for ideological purity? Straight from the guy who, over the weekend, encouraged Iowa Christian conservatives to pray away the big gay threat to traditional marriage at the Supreme Court.

“I have to tell you one thing that I think all of us are called to do between now and then and especially on Tuesday - is fall to our knees in prayer.”

Die FAZ über das BGH-Urteil zu § 52b UrhG.

(Thomas Thiel: Alles wird erlaubt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2015, S. N4)

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung druckt auch heute auf ihrer Seite zu Forschung und Lehre einen für Bibliotheken relevanten Beitrag. Thomas Thiel kommentiert darin die Entscheidung des Bundesgerichtshofs zum Paragrafen 52b des deutschen Urheberrechtsgesetzes (Wiedergabe von Werken an elektronischen Leseplätzen in öffentlichen Bibliotheken, Museen und Archiven). Er referiert darin weitgehend die Position des Börsenverein des Deutschen Buchhandels (“Schwarzer Tag für Forschung und Lehre an Hochschulen”, boersenblatt.net, 17.04.2015), wenn er schreibt:

„Mit der Aufhebung der Entscheidung [des Landgerichts in Frankfurt/Main] durch den BGH stellt sich nun die Frage, wer für die Verluste der Wissenschaftsverlage aufkommen wird. Welcher Student wird ein Lehrbuch kaufen, das er kostenfrei kopieren kann? Und welcher Verleger soll künftig ein Interesse daran haben, Bücher zu verlegen, die er nur noch in marginaler Stückzahl absetzen kann?“

Und:

„Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels spricht deshalb von einer kompletten Enteignung der Wissenschaftsverlage und einem schwarzen Tag für die Wissenschaft, der langfristig die Lehrgrundlage verlorengehe.“

Man kann dazu gar nicht viel sagen, außer, dass Thomas Thiel sowie manche Vertreter des Börsenvereins mit Sicherheit nicht mit dem Alltag an elektronischen Leseplät-zen in Universitätsbibliotheken vertraut sind. Diese „dedicated terminals“ sind nämlich keinesfalls so ausgerichtet, dass sie den hemmungslosen Lehrbuchdownload sonderlich bequem gestalten. Nur so lässt sich nämlich locker schlussfolgern:

„Der BGH erinnerte hier an die gesetzliche Erlaubnis, zu privaten oder wissenschaftlichen Zwecken Kopien von urheberrechtlich geschützten Werken zu machen. Das gilt bei Büchern jedoch nur für Auszüge. Das Vertrauen des Gerichts, dass die Bücher tatsächlich nur in Teilen heruntergeladen werden, wirkt realitätsfremd angesichts der Usancen in der digitalen Welt.“

Der Blick in die Arbeitsbereiche der naheliegenden Bibliotheken (und Cafés) verrät übrigens, dass die aktuelle und vorwiegend aus Digital Natives zusammengesetzte Studierendengeneration zu großen Teilen mit einiger Vehemenz an der analogen Lehrbuchlektüre festhält. Die Usance der Papierlektüre ist nicht tot und entsprechend werden Bibliotheken auch ihre Lehrbuchsammlungen besser nicht so schnell einstampfen, sondern (hoffentlich) wie gewohnt relevante Titel in Staffelung anschaffen. Gäbe es im HU-Umfeld zudem noch eine nette Universitätsbuchhandlung, würden sich vielleicht sogar noch ein paar Studierende mehr das Lehrbuch für das jeweilige Semester kaufen.

Vielleicht ändert sich das längerfristig. Eher noch langfristig. Aufgrund der BGH-Entscheidung den Butzemann des Niedergangs nicht nur des Lehrbuchmarktes sondern gar der gesamten Wissenschaft vor dem Fenster zu sehen, scheint weniger der Realität als der für den Börsenverein leider typischen Radikalrethorik geschuldet zu sein. Die Wissenschaft wird vermutlich eher durch ganz andere Aspekte, beispielsweise die kurzsichtige Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse, herausgefordert.

Bereits vor sechs Jahren klang die These vom Untergang des Lehrbuchlandes in Matthias Ulmers Brandbrief „Die Landesbibliothek im Copyshop“ ein wenig absurd und ließ ein eher fragwürdiges Kundenbild bei den Verlagen durchblicken. Wir erinnern uns:

„Man kann es den Studenten nicht verdenken: Die freudig eingesammelten digitalen Lehrbücher wandern vom Stick auf den Computer, von dort auf die Tauschplattformen im Netz. Endlich mal plagt sie dabei kein schlechtes Gewissen: Wenn das Land Hessen und die Uni die Dateien offen verteilen, dann kann es nicht illegal sein, diese auch auf Tauschplattformen zu stellen.“

Nicht minder erstaunlich mutet es heute an, wenn Thomas Thiel seinen Artikel 2015 mit den Worten schließt:

„In dieser Situation hat der Gerichtshof die Partei derer ergriffen, die gedankenlos Strukturen abreißen, bevor neue im Aufbau sind.“

Sechs Jahre sind sicher eine begrenzte Zeit. Aber spätestens seit der Erstproblematisierung des Falls an der TU Darmstadt hätten die Verlage mit dem Aufbau neuer Strukturen für Lehrbücher bzw. Lehrmaterialien wenigstens beginnen können. Die Karlsruher Entscheidung mag den Börsenverein überraschen. Ganz überraschend kommt sie freilich nicht. 

(bk / 22.04.2015)

All happy companies are different: each one earns a monopoly by solving a unique problem. All failed companies are the same: they failed to escape competition.
— 

Peter Thiel

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Boerne & Thiel - It’s just another day