Die vielen Gerüche schwappten über den kleinen Wolf her wie eine Flut warmes Wasser, der Welpe hätte sich sogar fast gewünscht, einfach mal eine Pause von seinem Geruchssinn zu bekommen, während er andererseits froh war, sich wenigstens dadurch noch ein wenig orientieren zu können? Wenn man es denn so nennen konnte? Der Kleine folgte in der Dunkelheit schließlich nur dem erstbesten Geruch, der sich gegen die anderen durchsetzte, oder den er zu kenne  glaubte. Viele waren das schließlich noch nicht…
Er stieß mit der Nase schließlich gegen etwas, hörte eine leise, weiche Stimme,die eindeutig zu einem Menschen gehören musste. Der Zweibeiner war es wohl auch, dessen Geruch ihn hierher geführt hatte. Zweibeiner kannte der Welpe schließlich auch. Nicht viele, aber immerhin. Im Zwilicht konnte er jetzt auch eine große Hand erkennen, die sich ihm entgegen streckte, der Mensch hatte sich hingehockt, um ihn genauer anzuschauen wohl. Alles was der Kleine jetzt sah war allerdings ein Zufluchtsort, der große Kerl war warm und roch fast ein bisschen wie Zuhause, dass der Knirps auf ihn zutaumelte und schließlich froh war, sich in den großen Pfoten des Zweibeiners verstecken zu können.

Timber wurde er genannt. Zumindest rief ihn der Zweibeiner jetzt so. Connor nannte ihn dagegen der kleinere, zweite Mensch der in derselben Höhle lebte. Er roch ganz anders, war nicht so warm und Timber brauchte lange, ihm zu vertrauen. Aber er gehörte wohl zum Rudel, teilte sich den Schlafplatz mit Connor, und ab und an grübelte Timber sogar darüber, welcher der beiden das Alphatier sei.. Zumindest reagierte Connor auf die Worte des kleineren, auch wenn er es war, der jagte und essen heranschaffte..

Eines Tages brachte ihr Alpha allerdings jemanden mit. einen weiteren Zweibeiner und einen Wolf. Timber war tierisch aufgeregt, er wusste nicht, wie er reagieren sollte, er hatte bisher ja nur Hunde im Park getroffen. Der große schwarze Wolf war groß, stark und dunkel, seine Augen dagegen hell und klar und unerbittlich. Der Welpe war schwer beeindruckt. Sein Mensch war ihm ganz ähnlich. Er schien wölfischer als Connor, aber auch furchteinflössender… Viel furchteinflössender.
Timber brauchte eine ganze Weile, bis er sich aus ihrem Bett herauswagte und auf den Älteren zuging, geduckt und mit eingeknicktem Schweif, wie er es bei eingeschüchterten Hunden gesehen hatte. Connor stand da ebenfalls im Raum, Timber wusste dort würde er Zuflucht finden, wenn er sie bräuchte, und während sich die beiden Menschen unterhielten schnupperte auch der junge Wolf zum ersten Mal an einem seiner Artgenossen.
“Wer bist du?… Was macht ihr hier??”

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