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Fröhliche Warenkunde: Barney shows us lots of things //
Like how to play pretend.

[Die Rationalität der Staatsmacht im 16. und 17. Jahrhundert] wurde insbesondere in zwei Lehrsystemen formuliert: in der Lehre der Staatsräson und in der Theorie der Polizei. (…)
Die Lehre von der Staatsräson versuchte zu bestimmen, worin sich die Prinzipien und die Methoden der staatlichen Regierung beispielsweise von der Art und Weise unterschieden, mit der Gott die Welt, der Vater seine Familie oder ein Vorstand seine Gemeinde regierte.
Was die Lehre der Polizei angeht, so bestimmt sie das Wesen der Gegenstände der rationalen Aktivität des Staats; sie bestimmt die Natur der Ziele, die er verfolgt, die allgemeine Form der Mittel, die er einsetzt.
—  Exzerpt Nr. 3. Michel Foucault: "Omnes et singulatim": zu einer Kritik der politischen Vernunft (1979)
"Sharia Police" und "Stadtschutz Wuppertal"

Wuppertal, 11. September 2014. Da laufen also fünf Pappnasen mit selbstgebastelten Warnwesten durch die Gegend und warnen junge Wuppertaler mit dunklem Haar vor Alkohol, Drogen, Glücksspiel, Party und Pornografie. Das wäre an und für sich rein inhaltlich gar nicht mal so schlimm, treffe ich beim Gang durch die Wuppertaler Innenstadt nahezu an jedem Tag andere vermeintliche Heilsbringer, die mir Keuschheitsgelübde abnehmen und Sündenbibel in die Hand drücken wollen. Gibt man sich jedoch nicht als freier Interessenvertreter zu erkennen, schmückt sich darüberhinaus noch mit nicht-legitimierter Staatsmacht und gaukelt Autorität vor, um Bürger einzuschüchtern, stellt das den Versuch dar, den deutschen Rechtsstaat zu unterwandern - und verlangt nach staatlicher Gegenwehr. Richtig also, die aufschreienden Reaktionen; traurig wäre, sie wären ausgeblieben. Die gleichen wünsche ich mir jetzt aber auch zur neu formierten Wuppertaler Neo-Nazi-Bürgerwehr, die sich als “Gegenpol” versteht und nun ebenfalls in den Abendstunden durch mein Städtchen patrouillieren will.

Neu auf Kunstplaza: Der Titel dieses Artikels ist doppeldeutig – es geht um einen Film des chinesischen Künstlers Ai Weiwei, und um “The Fake Case” (den Scheinprozess), der hinter diesem Film steckt. Der Film “The Fake Case” Der Film “The Fake Case” ist eine kanadisch-dänisch-britische Produktion, bei der der preisgekrönte dänische Dokumentarfilmer Andreas Johnsen die Regie übernommen hat. Das Buch zum Film stammt ebenfalls von Andreas Johnsen, der mit seiner Firma Rosforth Films eine Reihe Aufsehen erregender Dokumentarfilme produziert hat und zu den Stars des dänischen Dokumentarfilms gehört. Auch hier gelang es Johnsen und seinem Team, in beängstigender Prägnanz den Kern der Bedrohlichkeit des Scheinprozesses einzufangen, nach 86 Minuten Film fühlt der Zuschauer die Beklemmung am eigenen Körper. Der regimekritische Künstler Ai Weiwei war am Flughafen von Peking am 3. April 2011 verhaftet und an einen unbekannten Ort verschleppt worden. 81 Tage lang hielt ihn die chinesische Staatsmacht ohne rechtsstaatliches Verfahren und unter vorgeschobenen Begründungen dort eingesperrt, das Ziel war, den kritischen Künstler endlich mundtot zu machen. Das hat viel Aufsehen in der demokratischen Welt erregt, und es gibt nicht nur einen Film über Ai Weiwei in der Zeit der Haft. Die Amerikanerin Alison Klayman, die lange Zeit in China lebte, widmet sich im Dokumentarfilm “Never Sorry for Exposing China’s Oppression” (Ich werde mich nie dafür entschuldigen, die Unterdrückung in China aufzudecken) dem Künstler in und nach der Haft. Sie begleitet sein Leben drei Jahre, der Dokumentarfilm zeigt Ausschnitte aus Ai Weiweis Leben während dieser Zeit, inklusive seiner Verhaftung 2011. Insgesamt entstand eine […]

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