Sprache und dazu gehören

"In der Wahl der Sprache zeigt sich auch, ob man jemanden als wert erachtet, sich allein seinetwegen so zu unterhalten, dass er oder sie es versteht."

Aus “Die Gewissensfrage” des Magazins der Süddeutschen Zeitung vom 18.3.

Dr.Dr. Rainer Erlinger antwortet auf die Frage, ob es bei einer Tagung mit Arbeitssprache Englisch taktlos sei, wenn Bekannte für ein privates Gespräch in Norwegisch verfallen und damit einen spanischen Tischnachbar aus der Unterhaltung ausgrenzen.

Songtexte und Narzissmus

"Now, after a computer analysis of three decades of hit songs, Dr. DeWall and other psychologists report finding what they were looking for: a statistically significant trend toward narcissism and hostility in popular music. As they hypothesized, the words “I” and “me” appear more frequently along with anger-related words, while there’s been a corresponding decline in “we” and “us” and the expression of positive emotions.”

Psychologen und Linguisten haben sich Songtexte angeschaut - und Belege für wachsenenden Narzissmus gefunden

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Words. They can do anything. Morgen Freeman für Amnesty International.

Sprache verändert das Frauenbild

Sprachwissenschaftler Professor Jürgen Schiewe äußert sich im Intervie mit dem journalizzm-blog zum Zusammenhang zwischen Sprache, Denken und gesellschaftlichen Veränderungen - bezogen auf Geschlechtergerechtigkeit. Prof. Schiewe ist der Meinung, dass die Sichtbarmachung von Frauen in der Sprache, wie sie seit den 70er Jahren aus der Feministischen Linguistik gefordert wird, sehr wohl zur veränderten gesellschaftlichen Stellung der Frau beigetragen hat. Ich finde interessant sich anzuschauen, welche Gründe es geben kann, geschlechtergerechte Sprache zu vermeiden.

journalizzm: Warum ist es manchen Leuten ein Dorn im Auge geschlechtergerecht zu sprechen? Was würden Sie diesen sagen?

Schiewe: (…) Geschlechtergerechter Sprachgebrauch wird als unökonomisch, unrichtig empfunden oder mit radikaler Emanzipation verbunden. Sprachliche Veränderungen sind, wenn man sie bemerkt, immer unbequem, denn da muss man ja etwas tun. Viele Menschen haben gegenüber der Sprache eine sehr konservative, konservierende Einstellung.

Manche Menschen wenden sich aber auch gegen einen geschlechtergerechten Sprachgebrauch, weil sie der Auffassung sind, dass wir den gesellschaftlichen Wandel, der damit ja angestoßen werden soll, schon durchgemacht haben. Wenn Frauen so denken, die es ja in erster Linie betrifft, gut, dann muss und will ich das für den Einzelfall akzeptieren, obwohl ich insgesamt gesehen da schon meine Bedenken habe. Männer dagegen müssen meines Erachtens schon sehr viel genauer begründen, warum ihnen der geschlechtergerechte Sprachgebrauch ein Dorn im Auge ist – vor allem aber sollten sie sich selbst zuerst eine ehrliche Antwort auf diese Frage geben.

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Sprachlandschaften

"Der Ursprung der Schrift fällt zusammen mit der Verstädterung, also dem Entstehen komplexer Formen sozialer Organisation in Städten…" - Florian Coulmas in "Linguistic Landscaping and the Seed of the Public sphere"

Mit der Stadt als Ort der Zurschaustellung von Sprachzeichen beschäftigt sich ein Sammelband von Elana Goldberg Shohamy und Durk Gorter. Über Google Books lesen!

Lügen und Sprechen

"Results from a mock theft experiment demonstrate that deceivers do utilize language differently than truth tellers and that combinations of cues can improve the ability to predict which texts may contain deception."

Aus dem Abstract der Studie ” Detecting Deception through Linguistic Analysis”

Politisch korrekte Sprache und die Bundeszentrale für politische Bildung

„”Festzustellen bleibt: “Politisch korrekte” Sprache ist ein schwieriges Feld, es gibt viele Unsicherheiten und Fallstricke. Der Grat zwischen verantwortungsvollem Sprachgebrauch und unsinnigen, intoleranten Formulierungen ist schmal; gefragt ist hier die eigene Sprachkompetenz: Prinzipiell sollten wir unsere Sprachverwendung überprüfen und dort, wo wir mit Sprache Menschen verletzen können.“”

- Artikel der Linguistin Iris Forster auf den Seiten der Bundeszentrale für Politische Bildung. Lesen unter: http://www.bpb.de/themen/VPR8JU.html

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