seeteufel

Seeteufelbäggli mit Polenta und Gemüse

Heute auf dem Heimweg überlege ich, ob Sushi mein wohl verdientes Abendessen sein soll. Ich fahre mit dem Tram zur Bahnhofstrasse in Zürich und denke dann plötzlich, hey der Globus ist ja auch gleich um die Ecke. Ich denke an exklusiveres Essen. Habe irgendwie Lust darauf. Exklusiv und dennoch einfach. Was lässt sich da machen? Ich muss es herausfinden.

Spontan gehe ich also zum Globus. Wie es der Zufall so will, haben die einen wirklich fantastischen Delikatessen Markt draussen vor dem Laden aufgebaut. Frische Lebensmittel wohin das Auge reicht. Wie im Paradies. Da lässt sich bestimmt was finden.

Ich stehe vor der Fischtheke und bin von der Auswahl beinahe erschlagen. Köstlich wie sich die Forelle an den Rotbarsch schmiegt. Leuchtend wie mich das Filet der Lachsforelle anschaut (ohne Augen zu haben). Der nette Herr an der Theke hilft mir bei der Entscheidung. Es gibt Seeteufelbäggli. Geht schnell und unkompliziert. Eben einfach einfach. Wie mich das freut.

Tomaten habe ich noch im Kühlfach. Auf geht es zum Gemüsestand. Einmal Knoblauch und Zitrone. Herrlich wie das duftet. So frisch!

Ab nach Hause.

Für das Menu benötigt ihr folgende Zutaten:

  • Seeteufelbäggli (220gr. Für 1 Person)
    (Natürlich ist auch anderer Fisch oder Jacobsmuscheln möglich)
  • Zuchetti (1/4)
  • Tomaten (2x)
  • Knoblauch (2 Zehen)
  • Zitrone (1/4)
  • Kokosfett oder Öl
  • Pfeffer
  • Salz
  • Paprika Pulver scharf
  • Kräuter (diesmal aus dem Streuer)

Und los geht’s! 

Wascht das Gemüse und spült den Fisch mit kaltem Wasser ab. Schneidet die Tomaten in dicke Scheiben und halbiert diese nochmal. Die Stücke sollten nicht zu klein sein. Schneidet die Zuchetti in kleine Stück, diese brauchen länger in der Pfanne.

Halbiert die grösseren Seeteufelbäggli und beträufelt diese mit Zitronensaft.

Fügt einen bis zwei Teelöffel Kokosfett in eine Bratpfanne. Reibt den geschälten Knoblauch darüber und schneidet zusätzlich Knoblauch Scheiben, welche ihr auch in die Pfanne legt. Lasst dies nun andünsten und fügt die Zuchetti hinzu. Sobald diese weich sind, könnt ihr die Tomaten hinzufügen. Lasst alles schön köcheln, bis auch die Tomaten weich sind.

Jetzt legt ihr die Seeteufelbäggli in die Pfanne. Dies bei hoher Hitze. Brät auf beiden Seiten je ca. 2 Minuten an. Nehmt die Pfanne vom Herd. Und lasst den Fisch etwas ziehen.

Währenddessen bereitet ihr bereits die Polenta vor. Da gibt es diverse Varianten. Ich empfehle, Wasser und Milch zu mischen. Für die nötige Würze verwendet ihr am besten etwas Kräutersalz. Sobald die Milch und das Wasser am köcheln sind, fügt ihr die Polenta hinzu. Dies unter stetigem Rühren. Sobald sich eine leichte Masse bildet, Herd ausschalten und Pfanne vom Herd nehmen, ziehen lassen.

Nun könnt ihr nach meinem Beispiel unten anrichten:

«En Guete!»

Auf dem Markt

Tag 7, Donnerstag, Hong Kong

Asien.

Ich laufe durch die Straßen und komme auf einem Markt vorbei. Es ist drei Uhr mittags. Ich habe heute noch nichts gegessen und habe großen Hunger und schaue interessiert, ob ich etwas leckeres finden kann. Es gibt alle verschiedenen Arten von Lebensmitteln. Die Händler bieten auf ihren Ständen jedoch nicht nur konventionelles an. Ich entdecke Asien von seiner richtigen Seite! Beim Abflug letzten Freitag hatte ich geschrieben, dass ich die anderen Kulturen erfahren möchte. Als ich jedoch plötzlich getrocknete Sachen entdecke, kann ich sie als Tintenfisch identifizieren. In Körben werden alle möglichen Meerestiere angeboten und in einem Karton liegen getrocknete Fische. Einen weiteren vertrockneten Artikel kann ich nur an dem herunterhängenden Kopf identifizieren: Ente oder Hähnchen. Ich finde diesen Markt sehr beeindruckend und bin froh um seine Entdeckung. Als ich mir überlege, dass mich vielleicht gleich ein Seeteufel mit aufgrissenem Maul anstarrt, gehe ich in eine andere Straße und esse etwas.

Der Straßenmarkt mit Delikatessen

Die einfache Art des Marktes ist beeindruckend

Als ich weiter durch das Vietel laufe, komme ich in einen Park im Stadtteil Kowloon, im nördlichen Teil von Hong Kong. Ich beobachte alte Leute, die in der Sonne auf der Bank sitzen und laute Musik hören, Kinder, die auf einem Spielplatz spielen oder eine Gruppe von alten Männern, die in einem kleinen Pavillion ein Brettspiel spielen. Nebenan gibt es direkt einen Bolzplatz, wo ein paar Kinder mit Erwachsenen Fußball spielen. Mir fallen an den Spielplätzen Geräte auf, an denen Schilder auf die Verwendung von alten Leuten hinweisen und es zu jeder Übung eine Anleitung gibt. Das rege Treiben im Park freut mich und mich freut die frischere Luft abseits der vollbefahrenen Straßen.

Ich treffe Marcel und wir fahren zwei Stationen mit der Metro, um uns weitere Märkte anzuschauen. Zuerst besuchen wir den “goldfish market”: Außen an den Läden hängen fast hundert Plastiktüten, in denen abgepackte Goldfische schwimmen. Auf jedem Beutel ist ein Preis vermerkt. Je weiter wir die Straße hinunterlaufen, desto öfter sehen wir komplett überfüllte Aquarien. Neben den Fischen wird neben Futter auch Zubehör angeboten. Ebenso gibt es auf dem Markt Schildkröten und es zeigt sich das gleiche Bild mit überfüllten Terrarien. In einem Terrarium steckt eine sehr große Schildkröte, die sich nahezu nicht bewegen kann. Es werden in einem Laden auch Katzen angeboten, die man im Schaufenster betrachten kann. Es ist natürlich ein schwieriges Thema und aus der anfänglichen Begeisterung wird allmählich ein Gefühl, das mehr einem Nachdenken gleicht.

Der “goldfish market” in Kowloon, Hong Kong

Wir verlassen diesen Markt und laufen zum in der Nähe gelegenen “bird market”. Als wir einen Mann nach dem Weg fragen, weisen uns direkt viele Leute freundlich den Weg. Wir finden den Markt in einem Park. Der Markt ist überschaubar und es herrscht eine entspannte Atmosphäre. Hinter Futtersäcken und Sittichen entdecken wir einen Papagei. Seine Federn haben neben einem leuchtenden Blauton auch gelbe Federn in der Kehle und am Bauch. Er verhält sich überhaupt nicht schüchtern und es ist echt lustig, einen Papagei auf Asiatisch plappern zu hören. Als ich Marcel auf einen weiteren, roten, Papagei hinweise, der direkt hinter ihm zwischen Waren von einem Stand auf einer Stange sitzt, fängt der blaue Papagei an zu lachen und trägt zur Unterhaltung der um uns stehenden Besucher bei. Nachdem wir weiter gehen, sehen wir das uns bereits bekannte Bild: Viele Tiere, dieses Mal Vögel, in kleinen Käfigen. So etwas zu sehen ist echt schade.

Die entspannte Atmosphäre auf dem Markt am Nachmittag

Das angenehme Wetter macht alles perfekt

Der lachende Papagei

Der Tag hat mir viele neue Eindrücke gebracht. Das war echt interessant. Die Märke und die Leute, die ich getroffen habe, haben mir die Kultur gezeigt und damit das Ziel der Reise voll erfüllt: Andere Kulturen kennen lernen! Auch wenn es ab und zu in Deutschland noch Märkte auf der Straße gibt, habe ich noch keinen gesehen, wo auf der Straße das Fleisch gehakt wird. Hong Kong beeindruckt mich jeden Tag aufs neue!

Ungewohnt, aber interessant.

Chris