Bob, John, Diane, Walt, and Charlie receiving their awards for the old-timers (super-stud) grouping of the annual over 60 Walt Schneebeli cove swim. I jumped in prior to the race and came back by the beach start of the old-timer group. I floated along with them as the completed the roughly 100 yards swim, acting as back up lifeguard and cheerleader. All the participants are amazing and an inspiration. 2, 63.5, 75.5. #100miles (at Dolphin Swimming and Boating Club)

Wenn der Krieg die Unschuld nimmt

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Erst anderthalb Jahre ist es her, dass Gal Bason mit anderen Jugendlichen aus dem Nahen Osten in Berlin zu Besuch war und ausgelassen getobt hat. Foto: Guido Frebel

Berlin im Winter 2012. Eine Gruppe Jugendlicher tobt im Schnee. Ausgelassen, lebhaft. Schneebälle fliegen durch die Luft. Treffen Gesichter. Die Getroffenen schütteln sich kurz, lachen und umarmen die Werfer. Mitten drin: Gal Bason. Der 17-Jährige ist Teilnehmer eines trilateralen Austauschs. Deutsche, israelische und palästinensische Jugendliche treffen sich in der deutschen Hauptstadt. Alle haben ein Ziel: sich kennenzulernen und gemeinsam Spaß zu haben.

Gaza im Sommer 2014. Die israelische Armee kämpft gegen die Hamas. Die Situation ist oft unübersichtlich, brutal. Kugeln fliegen durch die Luft. Treffen Körper. Die Getroffenen sinken zu Boden – und bleiben liegen. Mitten drin: Gal Bason. Der 19-Jährige ist Soldat in der israelischen Armee. Gemeinsam mit seinen Kameraden hat er den Auftrag erhalten, die Hamas zu besiegen. Alle haben ein Ziel: am Ende zu überleben.

Gal Bason überlebt nicht, er stirbt an einem Tag im Juli.

Zwei Situationen, zwei Gal Basons. Jener lebensfrohe und aufgeweckte junge Mann von 2012, einer, der fest an die Koexistenz zwischen Israelis und Palästinensern geglaubt hat und besonderes Engagement im Austauschprogramm gezeigt hat. Jener zum Kampf ausgebildete junge Mann von 2014, der seinen Befehl fest vor Augen hat und statt Schneebälle zu werfen jetzt schießen muss.

Sascha Hellen hat ersteren Gal Bason kennen- und schätzen gelernt. Hellen organisiert den trilateralen Austausch von Wattenscheid aus, auch die Berlin-Reise vor rund anderthalb Jahren ist seine Idee gewesen. Als ihn die Nachricht vom Tod Gal Basons erreicht, ist Hellen mit einer Gruppe junger Deutscher in Jerusalem unterwegs. Auf dem Programm stehen freundschaftliche Begegnungen mit jungen Menschen aus Israel und Westjordanland. Am letzten Abend vor der Abreise nach Deutschland erfährt er von Basons Ableben. „Wir sind fassungslos! Jetzt hat der Krieg auch für uns ein Gesicht bekommen“, sagt Hellen.

Der Krieg im Nahen Osten hat viele Gesichter, er kennt viele solcher Geschichten. Bisher sind vornehmlich Palästinenser ums Leben gekommen, viele auch im Alter von Gal Bason. Auf beiden Seiten werden junge Menschen in den Kampf geschickt, mit Waffen aufgerüstet und angestachelt, den Feind auszulöschen. Alles, was für sie vorher wichtig und bestimmend war, wird verdrängt.

Auch auf palästinensischer Seite kämpfen Typen wie Gal Bason. Und auch auf palästinensischer Seite trauern Menschen um ausgelassene, lebhafte junge Männer und Frauen. So wie Gal Basons Freunde nun um ihn trauern.

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