schlagerliederabend

"Sexy Versprecher"
Ein Versprecher bei der zweiten Aufführung von “Schlagerliederabend” in Basel (aufgefallen beim Schnitt des Videos): “Platz Nummer 8: Es kommen ca. 20 Zuschauende BEI unseren Performances.” Für die Seite der Zuschauenden ist das wohl ein ganz guter Schnitt…
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Kaja und Sascha für “Schlagerliederabend” auf Dienstreise in Basel. Sascha freut sich auf die Garderobe in der Kaserne (wird sicherlich sein neuer Lieblingsort). Und Kaja ist begeistert von der Schweizer Schifffahrtstechnik (auf dem Wasser fühlt sie sich ja auch daheim). Und beide sind angetan von einer freundlichen und sympathischen Kaserne.

Ankündigungstext zu "Schlagerliederabend"

Die Geschichte von Dramazone ist eine Geschichte der Niederlagen: es werden Vorstellungen in unbeheizten Räumen abgebrochen, die Konkurrenz lästert unverhohlen und technische Probleme verhindern das Drucken über-schwänglicher Kritiken.

Mit Schlagerliederabend wendet Dramazone das Blatt. Das große Publikum muss her und mit ihm der Erfolg. Dramazone unterwirft sich den Gesetzen des Marktes und wird Massenware, ein Produkt der populären Kultur zum Kaufen und Konsumieren. Auf die sonnigen, massenkompatiblen Melodien des Schlagers werden Texte zu individuellen Krisen und Bedürfnisse getextet. Wie lange können Glanz und Glamour der Showfassade aufrecht, Niederlagen und Nöte unter der Decke gehalten werden? Schlagerliederabend von und mit Dramazone - trotz oder gerade wegen individueller Krisen ein Verkaufsschlager? Die kostümierte und repräsentative Bühnenschau kippt immer wieder zurück in die Reflexion des eigenen Tuns auf der Bühne: Komme ich als Performerin hier noch vor? Oder ist das hier nur noch ein Produkt, das sich an den Meistbietenden verkaufen will? Und wäre das dann eigentlich so schlimm?

Dramazone steigt mit Adorno und Florian Silbereisen in die dunklen Tiefen der Schlager- und Volksmusik und geht dabei auf eine Reise durch die eigenen Krisen und Niederlagen. Zum Mitklatschen!

vimeo

Beim gemeinsamen SingStar-Abend singen Günther und Rita “Im Wagen vor mir”. Und Günni geht so richtig ab…

Die Geschichte von Dramazone ist eine Geschichte der Niederlagen

#001. Wir werden bei einem Festival als Kinder bezeichnet.

#002. Wir müssen bei unserem Gastspiel die Stühle für unsere Aufführung selbst tragen.

#003. Und dann müssen wir diese Stühle selbst putzen und vom jahrelangen Staub befreien.

#004. Wir müssen unser Lichtkonzept kritisch mit dem Satz „Normalerweise wird hier drin ja auch Theater gespielt“ beäugen lassen.

#005. Unsere Aufführung wird vor dem Ende abgebrochen, weil im Anschluss ein wichtiger spanischer Theatermacher in unserem Aufführungsraum einen Vortrag halten muss.

#006. Uns wird mit Anklage wegen eines vermeintlich diskreditierenden Fotos gedroht.

#007. Unser Name wird grundlegend falsch ausgesprochen.

#008. Nach einen Gastspiel bis 22.30 Uhr – natürlich ohne Gage – müssen wir noch zwei Stunden nach Hause fahren, statt eine Übernachtung angeboten zu bekommen.

#009. Ein Backstagebereich ist uns notgedrungen mittlerweile fremd.

#010. Unser Konzept wird beim Freischwimmer-Festival abgelehnt.

#011. In einer Feedbackrunde soll über uns geredet werden, jedoch wird der Gedanke mittendrin abgebrochen.

#012. Es wird uns ein Einleuchtungstermin „befohlen“, den wir nicht wollen.

#013. Auf die Einhaltung dieses Termins warten wir bis heute.

#014. Gerne sind die Räume für unsere Gastspiele nicht beheizbar.

#015. Es kommen ca. 20 Zuschauer.

#016. Gießener Studierende lästern über uns.

#017. Es kommen 9 Zuschauerinnen.

#018. Wir warten eine Stunde, bis wir unsere Aufführung fortsetzen können.

#019. Mit uns in einer Pause abzuhängen ist uncool und Pizza essen hingegen cool.

#020. Wir haben drei Workshop-Teilnehmer.

#021. Nach unserem Gastspiel ist der Parkettboden kaputt und einer muss mit seiner Haftpflichtversicherung zahlen.

#022. Wir bekommen eine lobende Kritik, die jedoch wegen technischer Schwierigkeit nie veröffentlicht wird.

#023. Uns werden Stifte und Papier geklaut.

#024. Die Fahrtkosten werden nach einem halben Jahr endlich überwiesen.

#025. Unsere Aufführung wird per Kamera aufgenommen. Nach zwei Jahren haben wir diese Aufnahmen noch immer nicht zu Gesicht bekommen.