schaurig

Vorsichtig streckt sie die Hand nach der Türklinke vor sich aus. Eigenartige Geräusche dringen unten durch den Türschlitz, der in fahles Licht getaucht ist. Ihre Finger zittern. Kälte kriecht ihren Arm empor und sammelt sich in ihrem Nacken. Sie meint jedes einzelne Härchen zu spüren, das sich aufrichtet.
Sie weiß, dass sie diese Tür eigentlich nicht öffnen will. Zu sehr fürchtet sie sich vor dem, was sie sehen könnte. Als es ein weiteres Mal poltert, zuckt ihre Hand wieder zurück und sie blickt auf das funkelnde Schlüsselloch.
Ihr Verstand wispert ihr zu, dass sie allein ist.

Niemand anders ist im Haus.

Ein Wimmern drängt sich in ihr Gehör. Sie tritt näher an die Tür heran, legt ihre Stirn an das Holz und lauscht. Nichts. War es Einbildung?
Sie erschaudert, als sie wieder zurückweicht und die Tür anstarrt. Kein Lichtschein mehr. Kein Funkeln im Schlüsselloch.
Irrsinn ist das alles, redet sie sich ein und wendet sich ab. Die Einsamkeit spielt ihr einen Streich.
Und die Neugier streckt ihre Hände aus.

Sieh nach. Bist du sicher, allein zu sein?

Natürliich ist sie sich sicher. Alles Logische, Rationale, das sie in ihrem Leben kennengelernt hat, spricht dagegen, dass hier noch jemand ist. Und doch dreht sich ihr Kopf. Wieder fixiert sie den Türspalt. Flackerndes Licht drängt auf den Flur. Kerzenschimmer im Winde.
“Es reicht…”
Festen Schrittes nähert sie sich der Tür, reißt am Knauf und spürt Widerstand. Das kalte Messing in ihrer Hand bewegt sich, wird heißt und der Schmerz durchzuckt ihren Körper mit solch Intensität, dass sie aufschreit.
Die Tür fliegt auf.
Dahinter eingestaubte Möbel, Dunkelheit und ein sich sachte bewegender Vorhang am angekippten Fenster.

Die Einsamkeit zerfrisst dir das Hirn, haucht der Hochmut und lacht.

Der Knabe im Moor

Der Knabe im Moor
 
O schaurig ist’s übers Moor zu gehn,
Wenn es wimmelt vom Heiderauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn
Und die Ranke häkelt am Strauche,
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
Wenn aus der Spalte es zischt und singt,
O schaurig ist’s übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauche!
 
Fest hält die Fibel das zitternde Kind
Und rennt, als ob man es jage;
Hohl über die Fläche sauset der Wind -
Was raschelt drüben am Hage?
Das ist der gespenstische Gräberknecht,
Der dem Meister die besten Torfe verzecht;
Hu, hu, es bricht wie ein irres Rind!
Hinducket das Knäblein zage.
 
Vom Ufer starret Gestumpf hervor,
Unheimlich nicket die Föhre,
Der Knabe rennt, gespannt das Ohr,
Durch Riesenhalme wie Speere;
Und wie es rieselt und knittert darin!
Das ist die unselige Spinnerin,
Das ist die gebannte Spinnlenor’,
Die den Haspel dreht im Geröhre!
 
Voran, voran! nur immer im Lauf,
Voran, als woll’ es ihn holen;
Vor seinem Fuße brodelt es auf,
Es pfeift ihm unter den Sohlen
Wie eine gespenstige Melodei;
Das ist der Geigemann ungetreu,
Das ist der diebische Fiedler Knauf,
Der den Hochzeitheller gestohlen!
 
Da birst das Moor, ein Seufzer geht
Hervor aus der klaffenden Höhle;
Weh, weh, da ruft die verdammte Margret:
»Ho, ho, meine arme Seele!«
Der Knabe springt wie ein wundes Reh;
Wär’ nicht Schutzengel in seiner Näh’,
Seine bleichenden Knöchelchen fände spät
Ein Gräber im Moorgeschwehle.
 
Da mählich gründet der Boden sich,
Und drüben, neben der Weide,
Die Lampe flimmert so heimatlich,
Der Knabe steht an der Scheide.
Tief atmet er auf, zum Moor zurück
Noch immer wirft er den scheuen Blick:
Ja, im Geröhre war’s fürchterlich,
O schaurig war’s in der Heide!

Was für eine Woche (15. bis 21. Dezember)

Recht schaurig für den Advent geht diese Woche mit der Fortsetzung des Cinema Obscure Filmfestivals weiter. Am Montag ist beim mexikanischen Mystery-Horror-Thriller “Here comes the Devil" in den Kinos im Andreasstadel auf der Leinwand der Teufel los. 

Am Dienstag wird dort wieder einmal das “Texas Chainsaw Massacre" losgelassen. Und zwar nicht das olle Remake von neulich, sondern das sagenumwobene und lange Zeit indizierte Original aus dem Jahr 1974. 

Am Mittwoch schließt das Festival dann mit dem surrealistischen “The Strange Color of your Body’s Tears" von Regisseurin Hélène Cuttet aus Frankreich, die auch bereits das Giallo-Meisterwerk ”Amer”, einen meiner Lieblingsfilme, drehte.

Die Konzertfahnen werden an diesem Mittwoch in der Klein.Ka5per Bar hochgehalten. Die Weidner Indie-Rock-Band William’s Orbit kommt nach Regensburg, um  Brit-Pop-Frisuren aus den frühen 2000ern aufzutragen und um in der Bar auf die nicht vorhandene Bühne zu klettern. 

Ebenfalls am Mittwoch wird Nagel (ehemals oder immer noch Sänger bei Muff Potter) in der Alten Mälzerei auf seiner “Vielen Dank für die Blümeranz-Tour vorbeischauen und lesen. Wohl auch aus seinem aktuellen Roman “Was kostet die Welt”.

Nach einer einjährigen Pause (und einer Soloplatte von Mathias Kellner) kehren Kellner & Band am Freitag in die Alte Mälzerei zurück, um eine Special-X-Mas-Show zu spielen. Spitzen Aktion der Singer-Songwriter-Rockband: Zum Konzert laden Kellner und Co. Flüchtlinge zum Mitfeiern ein

Und schon wieder ins Kino geht es am Samstag. In der Filmgalerie im Leeren Beutel feiert “Die Menschwerdung oder: Ultima Ratio" vom Regensburger Allround- und Aktionskünstler David Liese Premiere. Am Sonntag läuft der Film dort noch einmal (jeweils schon um 16:30 Uhr). Auch hier: keine einfache Kost. 

Leichter zu verdauen ist da schon die Musik der Regensburger Schlager-Folker Ohrange. Die haben just ein Weihnachtsalbum aufgenommen, die warmen Unterhosen eingepackt und sind auf eine Weihnachtsmarkt-Tournee durch Bayern gegangen. Am Sonntag endet die beim Adventsmarkt im Spitalgarten in Stadtamhof. Weihnachten steht ja doch vor der Tür…

Das Wilde Heer Vom Hörselberg
  • Das Wilde Heer Vom Hörselberg
  • Waldteufel
  • Rauhnacht
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Habt ihr die Wandersagen vom hörselberg gehört,
Aud dem das tolle Jagen des wilden heeres fährt?

Wenn Schnee den Wald umschleiert, wenn in der Winterzeit
Der Landbewohner feirt und sich an Märchen freut,

Da wird vom Berg die Kunde oft in den hütten laut,
So schaurig, daß der Runde der Spinnerinnen graut.

Es wohnen dunkle Mächte tief aus des Berges Schoß,
Und während der zwölf nächte läßt sie die hölle los.

Da dröhnt's wie horngeschmetter tief auf die Berges Kluft,
Da braust's wie hagelwetter hoch oben in der Luft.

Da schallt ein lautes heulen von Stimmen, dumpf und hell,
Bald wie der Schrei der Eulen bald wie der hunde Gebell.

In Mensch- und Tiergestalten zeigt sich ein Geistertroß
Von Jungen wie von Alten, und Jägern hoch zu Roß.

So zieht das Spunkgelichter, ein grauenvoller Schwarm,
Im Nacken die Gesichter Den Schädel unterm Arm.

Die dumpfen hörner schallen weit über der Wälder Nacht,
Die Peitschenhiebe knallen und Eich und Fichte kracht.

Voran den höllenbränden, da schreitet stets ein Greis;
Der hält in seinen händen ein Stäbchen silberweiß.

Der Alte warnt getraulich daß jeder schnell entflieht,
Wenn jenes Jadgheer gräulich mit Lärm waldüber zieht.

Oft, wenn das heer in Lüften daherrauscht über die höhn,
Sieht man auf Waldesstriften den treuen Eckhart gehn.

Und will's im Osten tagen, und Dämmert Morgenschein,
Da zieht das tolle Jagen all wieder zum Berg hinein.

Oft tönt die Klag von Weitem von Geistern, in Berg gebannt,
Drum ward er vor altern Zeiten houmlautr-Seelen-Berg genannt.

“Geisterhafte Stille” – neues Buch verspricht ein schaurig-finsteres Abenteuer
Kleo Kirsikka erzählt in dem dritten Band seiner Reihe “Geisterhafte Stille” von einem gruseligen Abenteuer in einem gottverlassenen Dorf.
Margarete lebt in einem kleinen Dorf, an dessen Rand sich ein mystischer Wald mit seiner sagenumwobenen Lichtung befindet. Zäher Nebel,…
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