rauscht

Morgenrazzia (Clyde liegt neben Bonnie und tippt schläfrig ein Gedicht in sein mobiles Endgerät, während eine Hand auf ihrer Hüfte ruht. Sein Oberschenkel gegen Ihren Po gedrückt, schweifen seine Gedanken über ihre ausgeprägten Rundungen. Sie atmet leise. Vogelzwitschern. Tippgeräusche. In der Ferne rauscht die Autobahn)

Kälte kriecht unter
meine Decke.

Der Tag greift
nach mir.

Ich stelle mich tot.

Ich war ein Suchender und bin es noch, aber ich suche nicht mehr auf den Sternen und in den Büchern, ich beginne die Lehren zu hören, die mein Blut in mir rauscht. Meine Geschichte ist nicht angenehm, sie ist nicht süß und harmonisch wie die erfundenen Geschichten, sie schmeckt nach Unsinn und Verwirrung, nach Wahnsinn und Traum wie das Leben aller Menschen, die sich nicht mehr belügen wollen.
—  Demian, Hermann Hesse

In wenigen Minuten endet die Bewerbungsphase für die Suche der Deutschen Telekom nach einem Elbeblogger. Ich habe mich dafür beworben, denn die Elbe war mein Zuhause, sie ist immer noch meine Heimat. Wer an der Elbe aufgewachsen ist weiß, dass hier das Wasser anders rauscht, anders riecht und die Zeit ganz anders verrinnt. 

Als Magdeburger Kind frage ich mich auch stets in der Ferne, “ist denn die Elbe immer noch die selbe?” Als Elbeblogger möchte ich es herausfinden und sehen, was die Elbe noch sein kann und für andere ist. Das Handwerk bringe ich als Blogger und Leiter von Netzpiloten.de mit, sowie die Begeisterung für die Elbe als Medium von noch zu erzählenden Geschichten.

Image: Katharina-Franziska Kremkau, CC BY 4.0

Montag, 1. Juni 2015, 20 Uhr, Gut Siggen, mit diversen

Total interdisziplinäres Baden. Das Wasser macht ethnologische Geräusche, der Raps rauscht semiotisch, die Quallen wabern semi-politologisch, und unter allem brodelt die schwarze Suppe der Naturwissenschaft. Aber halt! Ist es gar Alchemie? Ich bleibe gar stehen, schwimme kaum zwanzig Schritte, und stehe dann wieder. Dann nochmal drei Längen unter Wasser. Dann wieder stehen. Planschen, stehen, planschen. Was soll das? Man muss sich fragen. Irgendwas schneidet meinen großen Zeh der Länge nach auf, aber was? Die Ostsee in meinem Kopf erzeugt: Nichts.

8

10 tage war ich alleine auf dem hügel, ohne gato, ohne auto und ausgerechnet in der zeit kommt der giro durch die hood.

also hab ich mir einen rucksack geschnürt mit apfel, photoapparat, sonnencreme, und wasserflasche und habe mich auf den marsch nach soliera gamacht (gute 6 kilometer). 1,5 stunden habe ich gebraucht, weil ich ständig blumen und schmetterlinge fotografieren musste. in 5 minuten rauschte das fahrerfeld unter kettengerassel an uns vorbei. alle habe forza forza gerufen, mein tifosi examen habe ich abgelegt, das maglia rosa photographiert und dann bin ich wieder 1,5 stunden den hügel hoch zurück gelaufen. das war ein schöner tag. eine trinkflasche hätte ich noch gerne gefunden um sie dem radverrückten gatten zu schenken, aber man kann nicht alle haben. am wegesrand habe ich noch ein interessantes restaurant / enoteca entdeckt, die ich mit gato demnächst einmal aufsuchen werde. ich werde dann berichten.

except for you



ich liebe dich
weil
du träumst wie ein Kind
lachst wie das Licht
weinst wie ein Mann
rauscht wie die See
liebst wie Musik
brennst, spürst, fühlst wie ich
immer für immer
weil
du bist, wer du bist

—  F. H.
Sekunde für Sekunde, Minute für Minute, Stunde für Stunde, Tag für Tag. Die Zeit vergeht wie im Flug und die Welt rauscht an mir vorbei aber trotzdem kann ich immer nur an Dich denken

erdbeergrau asked:

4, 5, 17, 33, 41, 70, 79, 84, 86 und 96 - viel Spaß! :D

4: Welchen Song hörst du zur Zeit am häufigsten?
•Breathe von Pink Floyd, seit gestern aber ein harmonische Instrumental namens Outtake-Unknow Song ebenfalls von Floyd.

5: Zählst du manchmal deine Schritte beim Gehen?
•Schritte zähle ich nicht

17: Was ist dein Lieblingskuchen?
•Erdbeertorte 🍓🍓🍓🍓🍓🍓

33: Wie würdest du dich in einem Satz beschreiben?
•vllt.: Nobody knows where you are,
How near or how far.


41: Wovor hast du Angst?
•Davor unter gesellschaftlichen Druck verrückt zu werden und andere Dinge die ich gerade unter Alkoholeinfluss nicht spüre.

70: Was macht dich glücklich?•Harmonie, Lavendel, allgemein Pflanzen, wenn der Wind sanft durch die Bäume rauscht, Pink Floyd, Kunst, mein kleiner Bruder, ein Flussufer an dem man sich hinlegen kann,ein guter Tee, und malen!

79: Kannst du dich besser schriftlich oder mündlich ausdrücken?
•Denke eher schriftlich, wenn ich aber nicht gerade voller Unruhe stecke kann ich mich auch gut mündlich ausdrücken.

84: Was ist alles unter deinem Bett?
•Leinwände und eine Kiste

86: Kannst du Ski fahren?
•Nein

96: Was ist für dich der Sinn des Lebens?
•Darüber könnte man natürlich unendlich philosophieren ohne auf einen Punkt zu kommen, aber für mich ist der Sinn des Lebens glücklich zu sein. Da ich doch sehr harmoniebedürftig bin ist das in einer Welt in der Wachstum und Konsum an oberster Stelle steht ziemlich schwierig.

Suada

Mir rauscht es im Kopf. Mir rauscht es in den Beinen. Mir rauscht es in den Fingern und Gelenken. Mir rauscht es im Unterleib. Mir rauscht es zwischen den Zähnen. Mir rauscht es beim Atmen und beim Reden gibt’s nur Rauschen. Und einer sagt, es sei gewiss kein leichter Stein und dem geb´ ich das Rauschen zwischen seine doof glotzenden Augen. Mir rauscht es beim Gehen. Beim Stehen rauscht es auch. Es rauscht mir beim Wasser lassen und in den Pausen rauscht es umso mehr. Es rauscht wie ein Sturzbach. Es rauscht wie ein Berserker. Es rauscht wie ein Quallenschwarm; und in den Pausen rauscht es umso mehr. Es rauscht wie ein Palais. Und wie ein Stabsoffizier rauscht es auch.  Es rauscht wie ein Bajonett, ein paar alte Stiefel, wie eine Courtage. Und in den Pausen rauscht es und am Ende der Fahnenstange umso mehr.

Aus hartgeschalten Miniatur-Eimern, schwemmenden Metallsümpfen, verlaufenden Ockertönen, zieht sie den Pinsel und malt sauber große, perfekt runde Kreise auf seinen Bauch, und dann Tropfen, langsam schmelzende Eiswürfel unter einem Glas Burgunder, und dann kleine Verästelungen, lebendige und wachsende Arme und Beine, und immer feiner, bis sie die Größe seiner Adern und dann seiner Nerven erreichen, eine brennende Gorgonie. Wenn sie aus dem Fenster schaut, regnet es da, ihr Gesicht wird eingefangen und dann dreht sich die Kamera einmal um ihren Kopf und verlässt den Raum durch das Fenster, hinaus in den Regen, zieht einen Bogen hinab in den Schlamm. Sie schaut ihr unverwandt hinterher, schürzt die Lippen und hebt die Hand, wie zum Gruß einer flüchtigen Bekanntschaft und als ob es zu einem Ritual gehören würde, schlägt sie zweimal sanft die Augen nieder, ihre pale-blue eyes. Manchmal ist sie so glücklich und manchmal ist sie so traurig und wer zu einer dichotomischen Weltanschauung neigt, der sieht in der Dunkelheit der warmen Erde rings umher die Kolonien um Rohstoffe kämpfen, sich gegenseitig massakrierende winzige Geschöpfe, denen unser Leid auf Erden kaum egaler sein könnte und der verfolgt ihr unermüdliches Treiben und das Aufbegehren ihrer unzerbrechlichen Körper und denkt sich: „wo kämen wir hin?“. Und mittendrin sitzen sie aufeinander und ein Volksbegehren bleibt ohne Antwort, eine ganz besonders schwere Art der Manövrierunfähigkeit hinterlässt einen zinslosen, blutigen Geschmack auf der wundgeleckten Zunge. Ihr Name ist Kaninchen und sie hieße so gerne Suada, doch das hat sie noch nicht gelernt und wird es wohl auch nicht, sein Name bleibt Regress, oder auch Schwein und das wissen auch die Anderen.
 
Auf dem Service warten zwei angeschnittene Heringe auf hungrige Münder, auf die fleischlichen Reste ihrer Zusammenkunft. In der Dunkelheit liegt der Schoß ihrer Mutter und ihr Blick fliegt ankündigungslos in das Trauma ihrer Geburt, in die Subadoleszenz der verletzten körperlosen Jungfrau und sie wird Göttin, wird Meerjungfern, wird Sirene, wird Hexe und legt die Hände um seinen Hals, tiefe Striemen ziehende Nägel auf vorbereiteter Haut. Und er wird Jäger und wittert die Hirschkuh am Bach und sieht nichts als Fleisch und Knospen und Fleisch und Fleisch, zwischen blendenden Schritten im knöcheltief-silbrigem Wasser, wie sie ihre Nacktheit der Decke entgegenstreckt. Als würde sie nicht merken wie du durch sie hindurchschaust, dich in Resten von Rettich und Gurken suhlst, deine Beine verdrehst nach Gestern und mit den Armen schon den Kahn bewegst, und, wessen Starheit er auch immer beschworen hat, oder zu halten glaubt, seine oder ihre oder beider, mit beschwichtigenden Worten ruderst, Weissagungen folgend, welche, biergeschwängert oder bahnfrontlichtbewandert, aus Tresenpfützen zu dir gesprochen wurden, aus Aschenbechersuppen und Zwergengläsern. Der irre Typ hallt noch nach, kostenvoranschlägig, zwischen den Edeka-Trümmern und der Ahnung, dass dieses Jahr ein beschissenes wird, eines zwischen den anderen beschissenen Jahren. Frag mich nicht! Die Wahl zwischen Vollkorn und Amnesie scheint, im Vergleich mit der Müdigkeit der letzten Zeit, eine Erholung, gar eine Kur zu sein, eine jener Auszeiten, die sie einem empfehlen, mit Füßen in salzigem Wasser und dem Gesicht voll lehmiger Schmiere, nur dass das Wasser Lava wird, wie in dem Kinderspiel, und die Schmiere eine ätzende Säure. Beinüberschlagwettbewerbe, Stahleimer- und Mehltütenträger, vereinigt für ein freies nihilistisches Püree voll mit abgestumpften Individuen, die sich weder kennen noch verstehen und deren Hauptanliegen darin besteht sich selbst zu überleben, beim Kanaster, im Sonnenstuhl, hinter Dielen und Baril.

August sitzt hinter einem Busch. Seit gestern, oder vorgestern, vielleicht auch schon seit letztem Jahr. Er erinnert sich nicht mehr. Alles liegt in einer milchigen Düsternis, einer schwirrenden Lautmalerei von aneinandergeschlagenen Stöckchen und verdrillten Hölzern. Er muss hier sitzen. Er ist dazu verpflichtet – ein Irrglaube befällt uns. Und er weiß: sollte er vor der Zeit aus dem Versteck kommen, würde irgendetwas ihn töten, etwas Uraltes, etwas Vormenschliches, etwas das sich gespalten hat um den Menschen aus sich hervorzubringen, geisterhaft. Die Männer quetschen ihre Köpfe in morsches Holz, bemalen ihre Körper mit Wundblut, tanzen staubige tagelange Tänze, sind Tiere und Menschen und Götter und sind Männer und sind Frauen und sind Wind und Wetter und Hinz und Kunz und alles ist echt. Und die Frauen falten Taro-Blätter, zerreiben Blüten und schmücken die Stätte und sie bringen ihm Stöcke zum Kauen und ab und an etwas Wasser und sie sind lautlos und schwesterlich und nachsichtig und bestimmt und wissend und verschwiegen und August fürchtet sich. Und er schweigt und empfindet Nachsicht als kalte Dämmerung, so empfinde er, August, eine kalte Dämmerung erfahrend, die sich als Nachsicht erkennbar machen würde, jenseits der verdrillten Hölzer, ein rauschendes Schweigen, eine pulsierende Flackerei vor seinen Augen und in seiner Milz..

Wann immer Marike ihre Augen für einen Moment schließt, etwas länger vielleicht als ein Zwinkern, so etwa als schütze sie sich vor einer Böe, sieht er Nähe der Distanz weichen. Etwas Sinnlich-Irrationales, eine Veränderung betritt den Raum, durchquert ihn mit langen Schritten und kreist August ein. Hinter dem Verschlossenen liegt nun eine Unmittelbarkeit, sein Unwissen, eine Vorstellung von Ekel, eine Hoffnung auf Hoffnung. Er kann nicht einmal ahnen in welche Richtung ihr Blick schweifen wird, wohin er nun gerichtet ist, wie tief sie sich selbst verfolgt und ob er ein Teil dieses Prozesses ist. Ihm bleibt nur der Rückzug in seine eigene Symphonie, eine geschaffene Welt aus tiefliegenden, verschworenen Prozessen, deren Für und Wider kindlich geborene und deren Schwer und Schwerer prä-adoleszente Phantome sind. Er kann es beinahe fühlen, dieses ens rationis, mit seinen Fratzen und liederlichen Anmaßungen, das sich in den Vordergrund zu drängen versucht, so als wolle es sich als Panoptikum in den Raum stellen, als Manifestation der plötzlichen inneren Distanz.    

Mir rauscht es am Kragen, im Geröll tiefstes Rauschen, am Berghang und im Tal. Die Stiefel rauschen und das Wachs, es rauscht am Ortseingang und hinter den Hügeln rauscht es auch. Ein Rauschen am Bach, ein Rauschen in Mark und Bein, im Katasteramt und am riesigen Stein, in der Furt und am Klagesmarkt, zwischen den Türmen und unter den Frieden. Mir rauscht es bei vollem Bewusstsein und es rauscht im halbschlafenden Menschen. Der Rausch rauscht mir, die Brandung, das Flaschendrehen, die Bevormundung, Familie, Tod, das alles rauscht mir. Deine Abwesenheit rauscht. Meine Abwesenheit rauscht. Es rauscht in den Kristallen, bei Wind und Wetter und im Café rauscht es. Aus den Mündern nur Rauschen, aus den Augen noch mehr, bei Verstand, bei Wein, bei Brot: überall nur Rauschen.  Es rauscht aus den Abflüssen. Es rauscht bei Marike. Es rauscht zwischen den Stühlen und unter den Tischen rauscht es auch. Es rauscht im Hirschgeweih und unter Laub. Es rauscht bei Ärgernis und beim Mensch ärgere dich nicht. Es rauscht mit Absicht und das Rauschen hat Bewusstsein und das Rauschen nimmt an Fahrt auf und der Schnitt war nicht sauber und das Gift klettert den Mast hinab und in die Eingeweide. Und das Rauschen war Täuschung und das Rauschen bleibt endlos.

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Georg Weerth - Die Langeweile, der Spleen und die Seekrankheit

Georg Weerth – Die Langeweile, der Spleen und die Seekrankheit

John O’Connor – From Pentonville Road looking west evening, 1884. Museum of London. Zufällig war ich neulich in Babylon, d.h. in London. Die Themse rauschte an meinem Fenster vorüber. Bridgehouse Hotel liegt nämlich unmittelbar am Wasser, und man sieht den Fluß hinauf und hinab, und wenn die Dampfboote unter der Londoner Brücke herfahren, da neigen sie mit einem Male Schlot und Mast wie zu einer…

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