anonymous said:

Ich möchte später mal was mit Psychologie machen aber da braucht man ja einen richtigen Schulabschluss. In meinem Fall wird's das Abitur sein, mich würde ja mal interessieren, mit was du abgeschnitten hast! Außerdem würd' ich gerne wissen wieso du Psychologie studierst. Und ich glaub ich hab noch ein paar mehr fragen an dich, wenn man schon jemandem folgt der Psychologie mag und studiert muss man die Chance ja ergreigen! Aber die passen nicht in eine Nachricht, leider. Nebenbei: Schöner Blog :-)

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Erstmal Danke für Dein Kompliment! Bei Fragen musst Du nicht geizen - immer her damit! Ich bin froh, wenn ich helfen kann. 

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Ich hatte einen Abschluss mit 1,6. Der NC in Braunschweig lag bei 1,7 (was, nebenbei erwähnt, schon recht niedrig ist für Psychologie), also bin ich sofort angenommen worden. Der NC kann aber auch wesentlich höher sein. Eine Freundin, die ihr Abi mit 1,1 abgeschlossen hat, ist zum Beispiel vor einigen Jahren in Hamburg nicht sofort angenommen worden, weil der NC nicht ausgereicht hat. 

Wenn Du Dich für den NC in diesem Jahr interessierst, findest Du unter folgendem Link eine ganz gut Übersicht: http://www.nc-klage-psychologie.de/nc-psychologie.php Es gilt allerdings zu beachten, dass viele Unis nicht ausschließlich nach Deiner Abschlussnote gehen, sondern auch einzelne Fächer mit einberechnen. Das ist aber von Uni zu Uni unterschiedlich und Du müsstest das jeweils erfragen. 

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Ich selbst habe echt lange mit mir gehadert, ob ich das Fach wirklich studieren soll. Es ist schon lange mein Wunschfach gewesen und passt tatsächlich auch auf Grundlage meines Interesses wie die Faust auf’s Auge zu mir.
Ich bin allerdings noch vor meinem Abschluss selbst krank geworden und war lange in Therapie. Da meine Diagnose (die mittlerweile übrigens revidiert wurde, weil sie einfach nicht passte) bei Therapeuten keine sehr beliebte ist bzw. sehr mit Vorurteilen behaftet ist, habe ich allerdings sehr lange überlegt, ob ich mich in die Höhle des Löwen begeben will. - Auch, wenn es mir schon lange wieder gut geht, bleibt der üble Nachgeschmack und die Angst davor von späteren Kollegen verurteilt zu werden. 

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Ich habe mich dann aber doch dafür entschieden, weil ich den Entschluss gefasst habe, meine Erfahrungen nutzen zu wollen und mein schon vor der Krankheitsphase vorhandenes Interesse nicht einfach im Sand verlaufen lassen zu wollen. 
Ich habe schon in der Schule lieber Psychologie-Fachbücher gelesen, als mich mit dem Unterrichtsstoff zu befassen, bin gerne durch die Stadt gegangen und habe das Verhalten von Menschen beobachtet und war schon früh Ansprechpartner, wenn Freunde Probleme hatten. Ich helfe gerne. 

Zum Thema Erfahrungen: Mittlerweile kann ich sagen, dass persönliche Erfahrungen mit psychischen Krankheiten im Studium und im späteren Beruf sehr nützlich sein können. - Wo es einigen meiner Kommilitonen an Einfühlungsvermögen und Verständnis hapert, habe ich natürlich einen großen Vorteil. 

Trotzdem muss man dabei beachten, dass man sich keinesfalls auf das Studium einlassen sollte, wenn man nicht wieder zu 100% stabil ist. Nicht nur, dass das Studium an sich super anstrengend ist, auch die spätere Belastung durch Patientenkontakte kann enorm sein! Wenn man sich selbst dabei nicht im Griff hat bzw. nicht über eine stabile Basis verfügt, können eigene Erfahrungen schnell nach hinten losgehen und man wird getriggert. 

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Was vielleicht noch wichtig ist: Ich bin noch im Bachelor. Es ist unglaublich viel Stoff! Ehrlich, ich habe für mein Abi kaum lernen müssen und muss mich jetzt in der Uni wirklich überwinden so viel Stoff zu pauken, weil ich sonst nicht durchkommen würde (Aber auch das ist wohl von Uni zu Uni unterschiedlich. Braunschweig hat den Ruf wirklich sehr anspruchsvoll zu sein. Dafür ist es auch eine sehr gute Uni, wie ich finde.) 

Da man sich erst im Master auf ein Fachgebiet spezialisiert, lernt man im Bachelor von Arbeits- und Organisationspsychologie, über die Klinische Psychologie bis hin zu Statistik wirklich alles. Vieles ergänzt sich natürlich. Aber viele Studenten geben deswegen leider zu früh auf. Es dauert einige Semester, bis die Themen interessanter werden und man etwas mehr “Wahlfreiheit” in den Vorlesungen hat. 

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Insgesamt kann ich das Studienfach - trotz der vielen Arbeit - aber total empfehlen. In meinen Praktika und Hiwi-Jobs, die ich versuche so oft wie möglich einzubauen, komme ich neben der vielen Theorie in der Uni, auch viel mit der tatsächlichen späteren Arbeit in Kontakt. 

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Es lohnt sich! 

Eine neue Runde: WAS PSYCHOLOGIE-STUDENTEN NIEMALS SAGEN WÜRDEN!
  • "‘HILFE! Ein Verrückter!!‘ ‚Lassen Sie mich bitte durch, ich bin Psychologie-Student! Ich regele das! Nichts geht über ein gutes Erste-Hilfe-Gespräch.‘"
  • "Ja, ich verstehe auch nicht, wieso ich so lange studiert habe. Ich werde ja eh nichts anderes machen, als zuhören und nicken."
  • "Das Psychologiestudium half mir mit dem Fingernagelkauen aufzuhören."
  • "Voll geil, ich hab 'ne 2!"
  • "Ja, ich studiere Züchologie."
  • "Natürlich habe ich mich schon längst selbst therapiert. Durch das Lernen von Statistik, Psychologiegeschichte, DSM-Kriterien und neurologischen Grundlagen konnte ich Selbstheilungskräfte entwickeln. Ich führte Gespräche mit meiner abgespaltenen Therapeutenpersönlichkeit und alles fügte sich wie ein Puzzle zusammen."
  • "Nein, Samstagabend habe ich keine Zeit, da ist mein ICD-10- Lesekreis..."
  • "Los Pikachu, z-Transformation!"
  • "Der Männerüberschuss in unserem Studiengang geht mir richtig auf den Sack!"
  • "Seitdem ich SPSS habe, spiele ich keine Computerspiele mehr!"
  • "Aussagen wie "kommt darauf an" und "ein bisschen von beidem" verwende ich nie."
  • "Ich würde niemals nur die Einleitung und Diskussion lesen und dann auf die Quelle verweisen, da mich immer besonders das methodische Vorgehen und die Datenanalyse interessieren."
  • "In meinem privaten Umfeld bewerte ich grundsätzlich die Aussagen meiner Freunde mithilfe einer 5-stufigen Likert-Skala."
  • "Der Versuchspersonen-Andrang auf meine Studie ist so exorbitant, nächstes Mal lasse ich die Amazon Gutscheine besser weg!"
  • "Seit ich weiß, wie psychologische Test konstruiert werden, ist mein Vertrauen in Persönlichkeits- und Intelligenztests enorm gestiegen. Das kriegen die Redaktionen von Frauenmagazinen auf keinen Fall besser hin."
  • "Wofür SPSS steht? SPSS steht für Spaß, Spiel und Spannung. Spaß:Wenn der Computer abstürzt. Spiel: Weil es ein leichtes Spiel ist, sich aufgrund der großen Datenmenge wieder zurechtzufinden und Spannung: Weil ich mir, aber wirklich nur selten, nicht sicher bin, ob ich meine Zwischenergebnisse gespeichert habe..."
  • "Oh Gott.. Ich kann... Nicht mehr... Aufhören... Zu rechnen!!!"
  • "Ich freue mich schon auf das Modul Wahrsagen im 4. Semester."
Dinge, die ein Psychologiestudent nicht sagt #3
  • "Als Psychologiestudent wird man nicht von seiner Freundin verlassen. Die gelegentlichen Oxytocin-Spritzen sorgen schon für eine feste Partnerbindung."
  • "Psychologen haben keine Probleme..."
  • "ICH BIN FREUD LEID"
  • "Ich hätte das APA-Manual gern mal als Hörbuch!"
  • "Meine Kommilitonen?! - die entspanntesten Personen, die ich kenne!"
  • "Ich hab mich noch nie selbst getestet!"
  • "Nein, das ist keiner meiner Psycho-Tricks. Ich habe dich nur gefragt, ob du mir ausgehend von dem Modell der doppelten Handlungsregulation sagen kannst, wie es dir in deiner Beziehung geht..."
  • "Ich zähle nachts zum Einschlafen keine Schäfchen, ich zähle die d2's meiner Patienten!"
  • "Ich habe so viel Freizeit! Mir ist total langweilig, habe irgendwie nichts zu tun!"
  • "Wenn ich noch ein Delta abnehme, liege ich gewichtsmäßig wieder im arithmetischen Mittel."
  • "Bei meinem Psychologiestudium beschleicht mich das Gefühl, als würden die Professoren die Ergebnisse der ebbinghausschen Vergessenskurve replizieren wollen. Schon seit Jahren muss ich sinnlose Silben auswendig lernen:IST2000-R, WIT-2, BIS-4, KVT, KLT-R, d2-R, NEO-PI-R, CFT, HAWIK, K-ABC, MWT, SPM, BOMAT, LPS, PSB, AID-2... um mal ein paar zu nennen die ich nicht nach 20 Minuten vergessen habe..."
  • "Vor meiner statistischen Berechnung mache ich erstmal viele wilde Annahmen, ignoriere auf dem Rechenweg jede Menge Fehlerwahrscheinlichkeiten und kann meinen Ergebnissen nicht vertrauen. Aber Psychoanalyse finde ich zu unwissenschaftlich."
  • "Natürlich kann ich deine Beziehungsprobleme in einem Satz lösen. Das gesamte Studium besteht quasi nur daraus, Beziehungsprobleme von fremden Menschen auf Partys zu beheben."
  • "Auf meinem Nachttisch steht ein Bild von Wilhelm Wundt."
  • "Seit Beginn des Studiums weiß ich die Gütekriterien von Galileo-Experimenten erst richtig zu schätzen!"
Dinge, die ein Psychologie-Student niemals sagen würde:
  • "Was du interessierst dich auch für Psychologie? Das ist wirklich selten!"
  • "Neurosen? Frag mal im Blumenladen."
  • "Natürlich kann ich in deinen Kopf schauen und deine Gedanken lesen..."
  • "Schön Dich kennen zu lernen. Ich studiere Psychologie. Also falls Du irgendein Problem hast oder irgendjemanden kennst der ein Problem hat können wir gern darüber reden!"
  • "Absolut richtig, ich habe nur Psychologie studiert, um mich selbst zu therapieren!"
  • "Endlich wieder Statistik!"
  • "Find ich gut, dass du einen Schritt rückwärts machst und nichts mehr sagen willst, seit du weißt, dass ich Psychologie studiere!"
  • "Mir ist total wohl bei dem Gedanken, dass meine Kommilitonen bald für das Seelenleben anderer Menschen verantwortlich sind."
  • "Klar, ich versuche jeden Tag Leute zu konditionieren, nur so zum Spaß."
  • "Nach dem Studium möchte ich als Psychiater arbeiten."
  • "Zum Glück ist Psychologie eine reine Geisteswissenschaft, denn mit Mathe hab ich nichts am Hut!"
  • "Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn man im Bachelor mal keine Eins schreibt!"
  • "Ich freue mich auf die Ferien."
  • "Mein Leben ist soviel besser, seitdem ich den Unterschied von "reliabel" und "valide" kenne."
  • "Gott sei Dank, wurde das Studium von Diplom auf Bachelor umgestellt. So kann ich einfach nur 3 Jahre studieren und dann direkt arbeiten gehen."
  • "Ich freue mich so auf die PIA-Zeit nach dem Studium! Endlich wie ein richtiger Therapeut arbeiten. Und das auch noch unbezahlt. Ein Traum!"
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